Optimismus is muss

Optimismus – Warum dir jeder Nicht-Optimist buchstäblich das Leben vermiest (anders als du denkst!)

Optimismus - Warum dir jeder Nicht-Optimist buchstäblich das Leben vermiest

(anders als du denkst!)

Optimismus ist die wichtigste Grundhaltung des 21. Jahrhunderts und der digitalen Zeit.

Und das meine ich nicht (nur) damit du dich besser fühlst, die Welt bunter siehst oder für dich das Glas jetzt immer halb voll ist.

Optimismus ist die Basis für buchstäbliche Wunder – erschaffen durch menschliches Wissen.

Tatsächlich haben wir alle nur deshalb noch keinen Zustand von andauerndem Glück, Freiheit, Fülle und Frieden auf der Welt erreicht, weil es nicht genügend (praktisch handelnde) Optimisten gibt.

Steile These? Ist nicht meine, sondern die von einem der besten Physiker der Welt. In kurz geht diese ungefähr so*:

* Wenn du mehr Input wie diesen haben möchtest, abonniere gern meinen Newsletter. In diesem sende ich dir jeden Donnerstag eine kurze Mail mit Tipps die dein Leben sofort, mittel- und langfristig glücklicher und produktiver machen.

Stell dir vor, du bist ein Gefängniswärter im finsteren Mittelalter.

Du bewachst die hinterste, dunkelste Zelle der gesamten Festung. Hinter dem dunklen, nassen und nur dürftig von Fackeln beschienenen Flur und der dicken Holztür mit den Gitterstäben befinden sich zwei Gefangene.

Einer der beiden Gefangenen wurde vom König zum Tode verurteilt.

Er konnte sich allerdings eine Hintertür ausverhandeln:

Wenn der Gefangene es schafft, binnen eines Jahres dem Lieblingspferd des König das Sprechen beizubringen, so ist er frei.

Du stehst an der schweren Holztür, die Hände ruhend auf deinem Schwertgriff. Und hörst die beiden Insassen miteinander sprechen.

  • Der andere Insasse fragt den „Pferdeflüsterer“: Was hat dich denn geritten, solch ein Angebot an den König zu machen? Du wirst nie im Leben einem Pferd das Sprechen beibringen! Und schon gar nicht in einem Jahr! Oder bist du ein Magier?
  • Darauf entgegnet der andere Gefangene seelenruhig: In einem Jahr kann viel passieren. Der König kann sterben. Ich kann sterben. Das Königreich kann überrannt werden. Und vielleicht kann sogar das Pferd in einem Jahr sprechen!

Diese kleine Geschichte ist Optimismus in Reinform. Denn

mit genug Zeit und dem richtigen Wissen lässt sich jedes Problem lösen.

(So lang es keine Naturgesetze verletzt. Wobei auch diese Regel Ausnahmen hat, da wir wahrscheinlich noch weit entfernt vom Verständnis dieser sind)

Da Optimismus so oft falsch verstanden wird, zeige ich dir in diesem Artikel:

➡️ Was Optimismus WIRKLICH ist.

➡️ Welche Augen-öffnende tatsächliche Bedeutung Optimismus für die Welt und dein Leben hat.

➡️ Welche beeindruckenden Fakten auf der Seite des Optimismus stehen.

➡️ Wie du Optimismus aus der Physik ableiten kannst.

➡️ Wie du Optimismus lernen kannst (In 3 einfachen Schritten, inklusive Anleitung)

Fangen wir an:

Was bedeutet Optimismus WIRKLICH?

Die Optimismus-Bedeutung, die deine Welt auf den Kopf stellt

Was bedeutet Optimismus?

Für die meisten kommt hier eine intuitive Antwort in Richtung „Dinge die geschehen, positiv betrachten“. Oder das sprichwörtliche „nicht alles negativ sehen“.

Die Idee ist grundlegend nicht verkehrt, doch tatsächlich ist Optimismus etwas anderes. Tiefgreifenderes:

Der Erklärung von Physiker David Deutsch nach ist Optimismus vor allem ein Weg Versagen zu erklären.

  • Der Motor hat seinen “Geist” aufgegeben? Wenn du erklären kannst, warum, dann bist du technisch gesehen ein Optimist.
  • Die Landkarte bringt dich nicht zum gewünschten Ziel, doch du kannst dich dank früh gelernten Navigationskenntnissen dennoch orientieren? Dann bist du technisch gesehen ein Optimist.

Warum? Weil du damit nachweisen kannst, dass du das Motorversagen beenden kannst. Und damit “alles wieder gut machen kannst”.

Optimismus in diesem Sinne sagt also aus, dass es keine fundamentale Barriere oder dergleichen gibt, welche Fortschritt aufhält.

Es gibt keine Barriere für Fortschritt? Hat er denn nie die aktuelle Welt gesehen?! Gibt es nicht eher keine Barriere für den freien Fall nach unten?!

Wenn dir bei meiner obigen Aussage intuitiv diese oder ähnliche Gedanken in den Kopf geschossen sind, lass uns kurz einen Ausflug in die Welt der Fakten machen. Um diesen Ansatz zu untermauern.

Angenommen du fragst dich „Geht die Welt nicht messbar vor die Hunde?“

Dann ist meine Antwort: Wenn du mit messbar die Anzahl der Artikel mit Katastrophenstimmung meinst, vielleicht. Mit einer Tendenz zu Ja.

Aber faktisch? Absolut nicht! Also wirklich ABSOLUT NICHT. (Siehe die beiden Bilder weiter unten)

Warum diese Diskrepanz? Weil sich Blut und Leid besser verkauft. Warum? Weil schlechte Nachrichten ungleich wichtiger sind, als gute. Warum? Weil du es dir als Urmensch nicht leisten konntest, einen (für die Gesundheit schlechten) Säbelzahntiger zu übersehen. Ein (für die Gesundheit gutes) Gänseblümchen aber schon.

Alle die es andersrum gemacht haben, sind tot und haben keine Nachkommen hinterlassen.
Und so sind wir heute konstant im “Bad News Rush”, welcher dank Social Media etc. extrem verstärkt ist.
Für mehr dazu kann ich diesen TED-Talk sehr empfehlen:

Aber kann ich diese kühne Behauptung auch beweisen? Glad that you asked!

Lass mich dir nur zwei Grafiken und deren Quellen zeigen, den Rest findest du selbst heraus oder an anderer Stelle bei mir:

Zwei Jahrhunderte manifestierter Optimismus-min
Quelle: https://ourworldindata.org/a-history-of-global-living-conditions-in-5-charts
Die Optimismus-Bedeutung offenbart sich in Technologie-min
Quelle: https://ourworldindata.org/cheap-renewables-growth

Wir leben schon im (relativen) Überfluss und Weltfrieden. (Sehr sehenswertes Video zum Thema Weltfrieden hinter diesem Link!) Nur irgendwie sagt es einem kaum jemand.

Warum ist das wichtig? Weil du nur dann Optimismus entwickeln kannst und optimistisch bist, wenn es einen Sinn hat. Wenn du davon ausgehst, dass die Welt eh schon im Eimer ist, hat es kaum Sinn noch etwas verbessern zu wollen.

Doch das ABSOLUTE GEGENTEIL ist der Fall! Dank Skalierung, Disruption, Automatisierung und exponentiellem Wachstum kannst du, ja GENAU DU mehr zur Verbesserung der Welt beitragen, als je zuvor!

Tatsächlich ist die Frage „Was bedeutet Optimismus denn wirklich praktisch für mich?“ Damit noch nicht einmal beantwortet.

Denn wenn man sich auf das Argument Wissen = Lösung für JEDES Problem = Ich kann JEDES Problem lösen, sofern ich weiß, wie, einlässt, wird es noch wilder.

Denn faktisch leben wir in der sichersten Zeit seit Anbeginn der Menschheit. Nicht nur faktisch, sondern zivilisatorisch. Was an folgendem, kleinen Gedankenexperiment sichtbar wird:

Stell dir vor, du lebst zur Zeit von Julius Cäsar. Und ein Asteroid prallt auf die Erde. Was machst du, um dich zu schützen?

Selbes Experiment, diesmal zur Zeit von Nikola Tesla. Again, was tust du, um nicht mit dem Rest der Menschheit vernichtet zu werden?

Du kannst dir diese Frage für jede beliebige Zeit vor der heutigen stellen. Das Ergebnis ist immer das gleiche: Du kannst nichts tun. Du bist verdammt dazu, eingeäschert zu werden.

Heute? Können wir Asteroiden einfach aus dem All pusten. (Zumindest theoretisch)

Der Unterschied ist nicht die größte des Asteroiden oder die Wucht seines Einschlags. Sondern das Wissen, damit umzugehen.

Und genau deswegen kann dir jeder Pessimist buchstäblich das Leben kosten.

Denn dank Pessimisten dauern alle guten Sachen unnötig länger. Müssen mehr Menschen sterben.

Also: Sei ein Optimist und nutze das Wissen der Menschheit!

Optimismus ist also wichtig. Existentiell wichtig. Doch was genau ist dieser überlebenswichtige Optimismus, von dem ich hier spreche denn genau?

Was ist Optimismus dann tatsächlich?

Eine Optimismus Definition abgeleitet aus der Physik

Nachdem deine Weltsicht jetzt vermutlich sachte ins Wanken geraten ist, hier eine Optimismus-Definition, die dieser Bezeichnung auch gerecht wird:

Optimismus = Bewusstsein, dass sich jedes Problem lösen lässt. (das dazu notwendige Wissen vorausgesetzt)

Heißt: Alles Schlechte ist durch unzureichendes Wissen verursacht.

Was ist nach dieser Definition dann ein „echter“ Optimist? Nun:

Ein echter Optimist ist jemand, der sich bewusst ist, dass buchstäblich jedes Problem im Rahmen von Naturgesetzen lösbar ist.

Alles, was dazu fehlt, ist das notwendige Wissen.

Ergo: Du kannst absolut alles, was du willst. Du musst lediglich herausfinden, wie.

Diese Definition stützt sich auf eine der Grundeigenschaften des Universums. Neben Materie und Energie gibt es da Information. Und Information mit kausaler Kraft ist Wissen.

Und Wissen ist die Lösung für jedes denk- und undenkbare Problem.

Ein Schlossknacker kommt nur deshalb in verschlossene Türen, vor denen du zurückbleibst, weil er weiß, wie er ein Schloss knackt.

Ein Arzt kann nur deswegen Krankheiten heilen, weil er weiß, was er tun muss.

Wissen ist die größte Kraft im Universum.

Optimismus ist das Bewusstsein dieser Wahrheit und Grundstein zur Handlung auf Basis dieses Wissens.

5w - 5mo:

Wie du ganz leicht Optimismus lernen kannst

Optimismus ist also das Bewusstsein um die Omnipotenz von Wissen und die bewusste Handlung in diesem Wissen.

Doch was machst du ganz praktisch damit?

In meinem Newsletter destilliere ich jede Woche die besten Tools und Taktiken um meinen Lesern kurz- mittel- und langfristig zu Erfolgen zu verhelfen.

Die langfristige Kategorie unterteile ich dabei in 5w – 5mo (5 Wochen bis 5 Monate).

Und hier hast du zwei Möglichkeiten, wie du Optimismus und die größte Kraft im Universum in dein Leben einweben und anwenden kannst:

1. Der Verinnerlichungs-Ansatz

Mit diesem Ansatz kannst du Optimismus lernen und zum Teil deines Denk-Werkzeugkastens machen. Er besteht aus drei einfachen Schritten:

  1. Du fragst dich bei jedem Problem und jeder Herausforderung, vor der du stehst: Widerspricht dieser Lösungsansatz den aktuell gängigen Naturgesetzen?
  2. Nein? Dann ist es machbar! Die einzige Frage ist jetzt nur: Welches Wissen brauchst du, um es umzusetzen?
  3. Stelle dir diese Frage jeden Tag mehrfach für > 66 Tage lang.

Du wirst überrascht sein, wie viel tatsächlich möglich ist. Und wie grenzenlos deine Möglichkeiten sind. Für diese „Erweiterung der eigenen Realität“ ist dieser Ansatz hervorragend geeignet.

Denn oftmals verhält es sich ungefähr so mit den Plänen der meisten Menschen ohne “bewussten Optimismus”: (Also Bewusstsein der tatsächlich existierenden Möglichkeiten)

2. Der Praxis-Ansatz

Wenn du nicht nur Optimismus lernen, sondern auch direkt anwenden möchtest, ist dieser Ansatz für dich der richtige.

Ich nenne ihn auch liebevoll meine „einfache 3 Punkte Checkliste zum goldenen Schlaraffenland voll Weltfrieden und Glück:

  1. Das tatsächlich Mögliche verinnerlichen. Dein Machbares endet nicht an der Meinung deines Chefs oder des Nachbarn. Noch daran, das du kein Spanisch sprichst. Es endet frühstens an den Grundkräften des Universums.
  2. Nachdem du etwa zehnmal “WOOOOW” gedacht und gesagt hast, die Frage was du mit dieser nahezu unbegrenzten Macht anstellen möchtest. Ein guter Startpunkt ist das letzte Drittel dieses Newsletters von mir.
  3. Sobald du eine klare Vision hast, konstant in kleinen Schritten in die richtige Richtung vorgehen. Wenn du also zum Beispiel einen Hochtemperatur-Supraleiter bauen möchtest, solltest du a) die Physik dahinter verstehen, b) dich mit den besten Forschern der Welt dazu vernetzen, c) an einem Prototyp mitwirken / selbst einen bauen und d) schauen, was dann als Ergebnis herauskommt. Und von dort an weiter. (du kannst mich dann auch gern fragen, ich helfe gern so gut ich kann)

Ich bin gespannt, was du daraus machst!

Viel Erfolg bei deinen weiteren Vorhaben. Das Wissen der Welt steht dir zur Verfügung.

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Optimismus – Fazit & mehr:

That’s it. Ich hoffe, dieser kleine Artikel konnte dir Optimismus etwas weniger „umnachtet“ und „ominös“ näherbringen. Und die Übungen dir helfen.

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Check it out – du kannst wirklich nichts falsch machen damit.

Grundlagen zum Verständnis von Phishing

241.342 Opfer im Jahr 2020 allein in den USA. Wie du dich vor Phishing schützt.

241.342 Opfer im Jahr 2020 allein in den USA -

Wie du dich vor Phishing schützt

Phishing ist die größte Gefahr im digitalen Raum. Privatpersonen, Unternehmen, Staaten – Sie alle sind bereits durch Phishing beschädigt und erpresst worden.

Phishing wirkt vielleicht auf den ersten Blick harmlos. Doch hinter einer Fake E-Mail oder einem manipulierenden Anruf stecken oftmals Rufmordkampagnen, Spähattacken und Cyberangriffe die weltweite Systeme zerstören.

In diesem Artikel geht es um Phishing. Darum was Phishing ist, was es so gefährlich macht und wie du dich davor schützt.

Egal ob am Telefon oder per E-Mail.

Schritt für Schritt und mit Praxisbeispielen aus dem echten Leben erklärt.

Damit du keine weitere Nummer auf der nicht enden wollenden Liste von Angriffsopfern wirst.

In diesem Artikel geht es um eines der wichtigsten Themen des Internets. Beziehungsweise der Sicherheit im Internet.

Phishing.

Nach dieser Lektüre weißt du, welche Alarmglocken bei diesem Bild läuten sollten und warum:

Phishing Mails erkennen - 1. gecrackte Mailadresse

Was sich hinter jedem der markierten Punkte verbirgt und vieles mehr, jetzt.

Konkret erfährst du in diesem Artikel:

➡️ Was ist Phishing überhaupt genau?

➡️ Was genau passiert beim Phishing?

➡️ Wie gefährlich ist Phishing tatsächlich?

➡️ Welche Arten von Phishing werden wie angewendet und wer ist davon jeweils besonders gefährdet?

➡️ Alles rund um Phishing-Mails (Wie sie aussehen, woran du sie erkennst, was du tun solltest, wenn du draufgeklickt hast und vieles mehr)

➡️ Wie du nie wieder Opfer von Phishing-Mails wirst (Anhand echter Beispiele aus dem Alltag)

Bereit für mehr Sicherheit im digitalen Alltag? Dann lass uns loslegen!

Von vorn:

Level 1:

Grundlagen

Was ist Phishing?

Phishing ist, einfach erklärt, der Versuch, an deine Daten zu kommen. Nur eben mit (sehr) unsauberen Mitteln. Und meistens im Cyberraum, also via Internet und Co.

Stell dir folgende Situation vor:

Jemand bietet dir an einem Limonadenstand ein Glas Zitronenwasser an. Vollkommen kostenlos. Alles, was du im Gegenzug tun sollst, ist, dem Limonadenstandbetreiber deine E-Mail-Zugangsdaten zu geben.

Wenn du dir jetzt denkst: What the Hedgefond? Warum sollte ich meine E-Mail-Zugangsdaten rausrücken? Und warum so leicht? Dann bist du mitten drin. Online wird dir natürlich niemand einen solch komischen Deal anbieten. Aber viele andere Varianten, um ähnliches zu erreichen.

Phishing ist mindestens so alt wie Limonadenstände. Genau genommen so alt wie das gezielte Einsetzen von Informationen, um anderen Menschen zu schaden und sich einen eigenen Vorteil daraus zu erschaffen.

Denn Informationen, bzw. Wissen, war schon immer Macht. Früher vor allem das Wissen um Ränkespielchen und militärische Informationen um Machthaber zu erpressen. Heute trifft es jeden. Technologie demokratisiert nicht nur die positiven Dinge wie freien Zugang zum Weltwissen. Manchmal bringt sie auch weniger erfreuliche Dinge mit sich.

Wenn das Leben dir Limonade gibt ... nimm eine Phishing-Definition

Eine einfache Phishing-Definition

Wenn dir die Erklärung in Geschichtsform nicht genug Licht ins Dunkel bringt, hilft dir vielleicht eine kurze und knackige Phishing-Definition zum tieferen Verständnis:

Phishing Definition:

Phishing bezeichnet jeden Versuch, bzw. jede Handlung, die darauf abzielt, gegen den Willen und / oder ohne das Wissen des Informationsbesitzers / der Informationsquelle Informationen von diesem / dieser zu stehlen und / oder Zugang zu diesen Informationen zu erhalten.

Klingt auf den ersten Blick vielleicht etwas abstrakt, zwirbelt sich aber relativ schnell auf in 5 Schlüsselkomponenten:

  1. Versuch / Handlung: Es gibt einen Angreifer mit einer Intention.
  2. Gegen den Willen / ohne das Wissen: Gegenteil der Angreiferintention.
  3. Informationsbesitzer / Informationsquelle: Es gibt einen Angegriffenen.
  4. Informationen: Es gibt “Beute”.
  5. Stehlen / Zugang erhalten: Es gibt ein konkretes Ziel hinter dem Angriff.

Ich denke, das sollte als Phishing Definition ausreichen.

Das “Was” ist also klar. Phishing ist das “fischen” nach brauchbarem (Informationen). Und ähnlich wie ein Fisch nicht sonderlich erfreut darüber ist, an einer Angel baumelnd in einen Holzeimer geworfen und dann buchstäblich ausgeweidet zu werden, sind Phishing-Opfer nach einem Angriff selten fröhlicher als zuvor.

Warum heißt es aber Ph-ishing und nicht F-ishing, wenn es doch ums Datenangeln geht? Weil Phishing eine Kombination aus dem Ausflug auf die offene See und der Abkürzung

  • Password-
  • Harvesting

also “passwort-ernten” ist. (Und Hacker gern eigentümliche Schreibweisen mit “Ph” nutzen. Jede Subkultur hat Ihre Codes und Eigenheiten)

So wie der Laichgrund das “Feld” des Fischers ist, so ist das Internet das Feld der endlos nachwachsenden Ressource Passwörter, Zugangsdaten, Kreditkarteninformationen und mehr.

Deswegen, auch im Deutschen, Phishing.

Ausgesprochen wird “Phishing” übrigens praktisch gleich zu “fisching”. Besonders exakte Betoner können das “Ph” am Anfang natürlich noch etwas spitzer formen. Aber jeder versteht dich, wenn du phishing “gut-deutsch” wie „fisching“ aussprichst.

Kommen wir zum nächsten Fundament-Teil, dem “Wie”:

Die zwei primären (Angriffs)Arten des Phishings sind

  1. Social Engineering und
  2. Ausnutzen mangelnder Security Awareness (Was zum Großteil Social Engineering ist)

Mehr zu den beiden Phishing-Arten inklusive Beispielen und Verteidigungsstrategien erfährst du in meinen Artikeln zu Social Engineering und Security Awareness.

Also in kurz:

Phishing umfasst sämtliche Angriffe gegen Menschen um ohne / gegen deren Wissen an sensible Daten zu gelangen.

Ok. Das Intro haben wir also fast durch. Fehlt nur noch eines: Das “Wie genau”.

Es gibt wahrscheinlich mehr Phishing-Möglichkeiten als Moleküle im Universum, picken wir an dieser Stelle also nur 2 konkrete zur besseren Vorstellung heraus.

  1. Die Phishing-Kampagne: Vorbei die Zeiten, in denen Phishing-Angriffe offensichtlich schlecht gemachte Versuche der Informationsgewinnung sind. Mittlerweile hat sich bei der Cyberkriminalität eine ähnliche Professionalisierung durchgesetzt, wie im Online-Marketing. Deswegen sind Phishing-Attacken mehr und mehr keine Einzelfälle, sondern von langer Hand geplante und komplex verwobene Angriffs-Lawinen. Da gehen Mails mit gezielter vorheriger Informationsbeschaffung und persönlicher Beeinflussung des Mailempfängers und vielem mehr Hand in Hand. Wie die Vorbereitung für einen solchen “höherwertigen” Angriff aussehen kann, habe ich dir in meinem kostenlosen Webinar zur gezielten Internetrecherche exemplarisch aufgezeichnet.
  2. Das Phishing-Gewinnspiel: Eine weitere Kategorie von beliebten Phishing-Varianten sind Fake-Gewinnspiele. Bei diesen wird ein Gewinnspiel gefälscht / frei erfunden um an Nutzerdaten zu gelangen und mit diesen dann Unsinn zu treiben. Oder, noch einen Schritt weiter gegangen, auf Basis der so gewonnenen Daten die Gewinnspiel-Teilnehmer anzurufen und weitere, noch sensiblere Daten in Erfahrung zu bringen. (“Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn! Natürlich brauchen wir jetzt Ihre Kontodaten, wie sollen wir Ihnen sonst Ihren Gewinn auszahlen? …”) Auch hier ist der Einzige wirkungsvolle Schutz das Wissen um richtige Informationsbeschaffung. Denn nur wenn ich etwas wirklich fundiert überprüfen kann, kann ich sicher entscheiden, wie ich weiter vorgehe. Wie du dabei konkret agieren kannst, zeige ich exemplarisch in meinem kostenlosen Webinar zur Online Recherche.

Ich denke jetzt sprechen wir beide dieselbe Sprache zum Thema Phishing.

Zeit für das nächste Level:

Level 2:

Schlüsselwissen

Was passiert bei Phishing?

Wir wissen jetzt was es ist. Doch wie genau funktioniert es? Wie läuft eine typische “Phishing-Session” ab? Aus welchen Bestandteilen besteht sie?

Entzaubern wir das Unbekannte etwas. 

Bei Phishing passiert immer das gleiche, nur die individuellen Bestandteile ändern sich je nach konkretem Fall:

  1. Die eigenen Kommunikationsdaten sind in fremde Hände geraten und bilden das Fundament der Phishing-Attacke.
  2. Auf Basis der eigenen Daten wird ein Angriff unternommen. Entweder direkt oder indirekt um noch mehr sensible Daten zu erhalten um dann den Angriff mit mehr Wucht / höherer Erfolgswahrscheinlichkeit auszuführen.
  3. Ist der Angriff erfolgreich und das eigene System geknackt, geschieht der tatsächliche Schaden: Wie Wasser, das nach einem Dammbruch das Tal flutet, schlägt die “Schadphase” zu. Diese kann aus den verschiedensten Dingen und Kombinationen dieser Dinge bestehen. Von simplem Datendiebstahl über Ransomware bis hin zum Cryptojacking ist dabei alles im Rahmen des Möglichen.

Hier auch nochmal als handliche Infografik auf einen Blick:

Die zentralen Phishing Bestandteile

Wir wissen was Phishing ist und woraus es sich zusammensetzt. Doch wie “schlägt” sich Phishing im Kontext anderer Angriffsmethoden?

Zeit für das große Grundlagenwissen-Finale zum Thema Phishing:

Phishing und der Rest: Das “Who is Who” der virtuellen Angriffsmethoden auf einen Blick

Den Fundamenten des Phishings haben wir uns jetzt hinreichend gewidmet.

Schauen wir uns nun kurz an, wo Phishing sich im Vergleich zu anderen Onlinegefahren einordnet.

Am häufigsten werde ich in meinen Webinaren zur Abgrenzung von Phishing zu Skimming, Hacking und Spam gefragt. Stellen wir diese 4 Gauner also mal gegenüber:

 AblaufAngriffszielMethode
Phishing
  1. Input: Du erhältst Informationen, auf welche du reagieren sollst. Kann in Form einer E-Mail, einer SMS, eines Anrufs etc. geschehen.
  2. Reaktion: Du sollst auf den Input reagieren. Oftmals indem du Daten angibst, Dateien öffnest oder Links öffnest.
  3. Infektion: Während du mit etwas anderem an der Oberfläche abgelenkt wirst, wird im Hintergrund dein System angegriffen.
Buchstäblich jeder. Je mehr Macht / Geld / Einfluss etc. vorhanden ist, desto lohnenswerter. Aber auch bei „normalen“ Menschen lohnt sich ein Angriff. Und sei es nur um Sie zum Teil eines Folgeangriffs zu machen.

Phishing ist eine hinterhältige Unterart des Spam.

Beim Phishing werfen die Angreifer Ihre virtuelle „Angel“ aus und warten darauf, dass das Opfer klickt / zubeißt.

Und ähnlich wie beim echten fischen ist das Opfer nach dem Biss nahezu chancenlos ausgeliefert.

Skimming
  1. Manipulation: Die Angreifer verändern eine Geldschnittstelle so, dass diese Ihnen automatisch und unerkannt Daten ausgibt.
  2. Anwendung: Die manipulierte Geldschnittstelle wird benutzt.
  3. Diebstahl: Während der Benutzung werden die eingegebenen Daten kopiert und ggf. direkt übermittelt / automatisch zum Diebstahl eingesetzt.
Jeder, der an Geldschnittstellen wie Bankautomaten Geld abholt.

Skimming ist wie Phishing, nur spezifischer.

Beim Skimming werden ebenfalls Daten von dir abgesaugt, nur hier ausschließlich direkt geldbezogen.

Hacking
  1. Ausspähen (optional): Je nach Größe, Umfang und Ziel der Hackingattacke wird das Ziel ggf. vorab ausgespäht um Schwachstellen zu finden.
  2. Angriff: Hacker attackieren gezielt technische Systeme.
  3. Nachbehandlung (optional): Bei manchen Angriffsarten ist das Hacking selbst nicht der zentrale Teil. Hier wird zum Beispiel ein Spähprogramm hinterlassen um nach dem Hacking weiter an Daten zu gelangen.
Jeder, bei dem es sich aus Hackersicht lohnt. Kann ein Unternehmen sein, kann ein Staat sein, kann eine Privatperson sein.

Ein Fremder übernimmt das eigene System und/oder manipuliert dieses.

Hacking kann in verschiedensten Varianten mit Phishing kombiniert werden, chronologisch wie technisch.

Spam
  1. Sammlung: E-Mail-Adressen werden gesammelt.
  2. Versendung: Versand von unerwünschten Mails an jeden User, dessen Mailadresse bekannt ist.

Ziel von Spammern ist es, Gewinn über Werbeklicks von Spam-Opfern auf Links in Spam-Mails erzielen.

Da dies allerdings nur die wenigsten tun, wird prinzipiell jeder mit einer E-Mail-Adresse mit Spam überzogen.

Unmengen von Spammails in jeden Winkel versenden. Nach dem “Gießkannen-Prinzip” Gewinne damit einfahren.

Spam- und Phishing-Mails sehen sich manchmal sehr ähnlich. Manchmal hat eine Fake-E-Mail auch sowohl Phishing- als auch Spamcharakter.

Hier mal ein Beispiel für eine etwas ausgeklügeltere Phishing-Mail:

Ein etwas ausgefalleners Beispiel für Phishing

Wenn du dich jetzt fragst, was an dieser Mail auffällig ist und woran du in wenigen Sekunden erkennst, dass es sich hierbei um eine Phishing-Mail handelt, bist du in meinem Phishing-Mail-Artikel goldrichtig.

Hier einige der Angriffspunkte, welche beim Skimming attackiert, bzw. manipuliert werden können auf einen Blick:

Phishing vs. Skimming im Direktvergleich

Mehr zum Thema Skimming erfährst du in einem anderen Artikel, den ich hier verlinke, sobald er fertig ist.

Gefahr oder bloß nervig? Die Bedeutung von Phishing

Nachdem wir Phishing mittlerweile besser kennen als unseren Nachbarn wird es Zeit diesen Angriffsvektor einzuordnen.

Und damit die Antwort auf die Frage zu geben:

Welche Bedeutung hat Phishing für meinen digitalen Alltag?

Die Kurzantwort konnte ich glaube ich weiter oben bereits hinreichend geben: Eine enorme Bedeutung! Egal ob als Privatperson oder in Unternehmen, ein falscher Klick kann Milliarden kosten, Karrierepfade beenden und Leben zerstören. Mehr zum Thema Bedeutung von Phishing findest du auch in meinem Artikel zum Thema:

Hier findest du mehr zur Bedeutung von Phishing für deinen Alltag und dich (Artikel)

Kommen wir zu den verschiedenen Phishing-Arten:

Welche Arten von Phishing gibt es?

Schauen wir uns die gängigsten Phishing Arten und die häufigsten Medien an, in welchen man auf diese Arten trifft.

Auf einen Blick sieht die Welt des Phishings grob ungefähr so aus:

Phishing Arten auf einen Blick

Jede der Phishing Arten auf der x-Achse kann mit fast jedem Angriffsmedium auf der y-Achse kombiniert werden.

Da prinzipiell jede dieser Phishing-Arten einen eigenen Artikel verdient, verlinke ich hier nach und nach eben diese, sobald ich sie geschrieben habe.

Exemplarisch für alles außer Mails hier mal am Beispiel Telefon:

Warum ist Phishing per Telefon so “lukrativ und verlockend”? Weil die direkte Beeinflussbarkeit für “ungehärtete”, also nicht zum Thema Sicherheit weitergebildete Mitarbeiter bei Telefonaten vergleichsweise hoch ist. Und der Angreifer, anders als zum Beispiel beim direkten Gespräch, dennoch nahezu unerkannt agieren kann.

Der einzige wirkliche Nachteil von Phishing per Telefon ist der, dass es nicht skalierbar ist. Und dieser Nachteil ist derart groß, dass relativ betrachtet Telefon-Phishing recht selten vorkommt.

Schauen wir uns das Thema Phishing Anruf etwas näher an:

Seltener aber persönlicher: Der Phishing Anruf

Da Phishing Anrufe so etwas wie die Präzisionswaffen für besondere Fälle sind, habe ich mich diesen in einem Artikel ausführlich gewidmet:

Alles was du über Phishing Anrufe wissen musst. (Artikel)

In diesem Artikel gehe ich unter anderem darauf ein:

  1. Was Phishing Anrufe so gefährlich macht
  2. Wie Phishing Anrufe „vor deinen Augen“ dein Gehirn kidnappen.
  3. Wie du dich ganz leicht vor derartigen Angriffen schützen kannst, indem du eine einfache 4-Punkte-Checkliste abhakst.

Was uns zum „Standard“ des Phishing führt. Der Phishing-Mail:

Das „Bread & Butter“ im Phishing: Phishing Mails

Das Feld der Phishing Mails ist so groß wie es gefährlich ist. Die Spannweite reicht dabei von generischem Spam, der hundertmillionenfach ins Internet geworfen wird wie Pflanzensamen. Und dabei durch schlichte Wahrscheinlichkeitsrechnung erfolgreich ist.

Bis hin zu personenspezifisch maßgeschneiderten Mails, denen manchmal monatelange Recherche und Observierung der Zielperson vorausgeht. Denn bei diesen Spear-Phishing oder auch Whaling Mails muss nur ein einziger Klick passen.

Da dies den Rahmen dieses Artikels mehr als sprengen würde, habe ich dazu einen eigenen Artikel geschrieben:

Was Phishing Mails sind und wie du sie identifizieren und entschärfen kannst. (Artikel)

In diesem erfährst du unter anderem:

  1. Wie ein einziger Klick eine komplette Firma für Wochen zum Stillstand gezwungen hat.
  2. Wie Phishing-Mails aufgebaut sind.
  3. Warum du überhaupt Phishing-Mails bekommst.
  4. Konkrete Beispiele aus der Praxis anhand derer du erkennen kannst, was Phishing Mails ausmacht.

Was uns zum letzten Abschnitt dieses Artikels führt. Dem Schutz vor Phishing:

Level 3:

Praxis

Phishing Schutz: Und nun?

Jetzt weißt du also wie solche Angriffe und Mails aussehen, woran du sie erkennst und was die Ziele und Wege zum Ziel von Angreifern sind.

Doch wie nun weiter?

Den effektivsten Phishing Schutz hast du bereits kennengelernt: Deine Fähigkeit Phishing Angriffe zu identifizieren und Ihnen zu widerstehen.

Anders formuliert: Deine Security Awareness. Dein digitales Sicherheits-Bewusstsein. Du bist dir jetzt bewusst, dass Link nicht gleich Link ist. Du weißt jetzt wie ein Anhang komplette Serverfarmen zerstören kann. Du weißt, dass auch du im Fadenkreuz stehst.

Sehr gut! Allein durch dieses Wissen bist du „härter“ bzw. stärker „gehärtet“. Also sicherer im Digitalraum.

Weitere Schutzmaßnahmen gegen Phishing können sein:

  1. Verschärfte Einstellungen bei Spamfiltern und Antiviren-Software
  2. Der Einsatz verschlüsselter Container und Passwortsafes
  3. Das Härten aller insgesamt beteiligter IT-Systeme
  4. Und vor allem: Das ständige Training der eigenen Achtsamkeit!

Das klappt im Rahmen von Security Awareness / Social Engineering Trainings meist ganz gut. Wenn ich dich dabei unterstützen soll, melde dich gern bei mir.

Auch hilfreich um ein Gefühl für die Bedrohungslage zu bekommen, kann das Phishing Radar sein:

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/phishingradar/phishingradar-aktuelle-warnungen-6059

Auf diesem findest du stets die aktuellsten Großangriffe und deren momentane Gestalt.

 

Phishing – Fazit

Das soll es für jetzt zum Thema Phishing erst einmal gewesen sein.

Ich hoffe, ich konnte dich bei deiner digitalen Sicherheit unterstützen.

Welche Erfahrungen hast du mit Phishing schon gemacht? Was soll ich im nächsten Update dieses Artikels noch ergänzen?

Schreib‘ es mir gern in die Kommentare! Bis dahin, stay safe!

Ben

Wo gibt es mehr?

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Cyber Security ist Katz und Maus in digital

Cyber Security – Alles was du zu(deine)m Schutz im Digitalraum wissen musst

Dieser Beitrag ist Teil meiner Reihe zum Thema Cybersicherheit. Alles auf einen Blick zum Thema Cybersecurity findest du hier. Außerdem habe ich Artikel geschrieben zu den Theman: Security Awareness, Social Engineering, Internetrecherche, IT Security Lösungen und IT-Sicherheit allgemein, Informationssicherheit, Internetkriminalität und Cybercrime, Phishing und spezifischen Schutzwerkzeugen wie zum Beispiel VeraCrypt und Keepass. Mehr zum jeweiligen Artikel findest du beim Klick auf das jeweilige Wort. (Alle Schlagworte ohne Link darüber werden noch veröffentlicht und hier aktualisiert verlinkt) Viel Spaß mit diesem Artikel!

Cyber Security ist für deinen Ausflug in die weiten des Cyberspace ungefähr das, was Kleidung, die eigenen vier Wände und Schlösser in der echten Welt sind:

Cyber Security ist alles, was du brauchst, um den Launen der Natur dieser Dimension nicht schutzlos ausgesetzt zu sein.

Sie ist, richtig eingestellt, im virtuellen Alltag unsichtbar. Und bis etwas schiefgeht, bekommst du so oder so nichts davon mit.

Doch wie so oft gilt: Du merkst erst dann was dir fehlt, wenn es zu spät ist. Und dann umso schmerzhafter.

Nirgendwo sonst gilt das so intensiv wie im Bereich der Cyber Security:

Die Kosten mangelnder Cyber Security sind horrend

Q: https://de.statista.com/infografik/16825/geschaetzte-hoehe-des-durch-cyberattacken-entgangenen-umsatzes/

Ungesicherter Cyberspace ist ein Schlaraffenland für Kriminelle und sonstige Angreifer. Schätzungen zufolge sind mehr als 20 % aller Dateien im Netz ungeschützt. (Während zeitgleich der größte Schaden bei Angriffen durch den Verlust sensibler Informationen entsteht)

Cybercrime ist lukrativer als der weltweite Drogenhandel, und zwar um ein Vielfaches. (Was klar ist, denn bei skalierten Unternehmen skaliert sich der Schaden ebenfalls)

Weitere “Horrorstatistiken” wie diese finden sich hier zusammengestellt.

Kurzum: Wer nicht ausreichend auf seine Sicherheit im virtuellen Raum achtet, hat nur eine Alternative: Diesen zu verlassen. (Was, Digitalisierung Ahoj, seit langer Zeit keine Option mehr ist)

Aus diesen und weiteren Gründen schauen wir uns in diesem Artikel die wirkungsvollsten Mechanismen, besten Quellen und die Zukunft der Cyber Security an.

Konkret erfährst du in diesem „Rundum“-Artikel zum Thema Cyber Security:

  • Was ist Cyber Security?
  • Wie funktioniert Cyber Security nachhaltig?
  • Kann man Cyber Security messen?
  • Welche Voraussetzungen braucht Cyber Security?
  • Welche Gesetze gelten rund um diese?
  • Welche konkreten Maßnahmen kann man ergreifen um im Cyberraum sicher zu sein?
  • Was hat es mit dem NIST-Framework auf sich?
  • Wo geht die Zukunft der Cyber Security hin?
  • Vieles mehr…

Angeschnallt, die Fahrt geht los:

 

Was versteht man unter Cyber Security?

Fangen wir von vorn an: Was ist Cyber Security?

Ausführlicher habe ich diese Frage bereits in meiner Übersichtsseite zum Thema Cybersecurity beantwortet, doch eine einfache Definition zur Orientierung kann sein:

Cyber Security umfasst alle Maßnahmen um sicher in der digitalen Welt agieren zu können. (sicher zum Beispiel vor Datenverlusten oder Angriffen)

Es ist also ein wenig wie ein Picknickkorb, in welchem alle wichtigen Dinge eingepackt sind, damit das Picknick ein voller Erfolg wird.

Grundlagen der Cyber Security sind vor allem Informatik und Psychologie.

Ersteres, weil die digitale Welt aus Daten, Informationen besteht und Informatik daher Ihre “Naturgesetze” bestimmt.

Und zweiteres, weil der Cyberraum letzten Endes von Menschen bevölkert wird und sich daher um den Menschen dreht.

Es gibt natürlich noch viele weitere beteiligte Disziplinen wie Mathematik, Webdesign, künstliche Intelligenz etc. Aber diese beiden sind der Kern des ganzen.

 

Wie funktioniert Cyber Security?

Will man Cyber Security angemessen erklären, muss man zunächst die Mechanismen und den “Tanz” von Angreifer und Verteidiger erklären.

Dieser funktioniert im Kern genau wie das endlose Wettrüsten von Dieb und Detektiv in der echten Welt: Der Dieb versucht immer neue Methoden, setzt immer neue Techniken und Geräte ein, um den Detektiv zu überlisten. Und der Detektiv rüstet seinerseits immer weiter auf und bildet sich konstant weiter aus.

Im Wesentlichen ist Cybercrime- und Security genau dieser endlose Kreislauf aus Schwert und Schild, Kanone und Mauer.

Mit einem gewichtigen Unterschied: Im virtuellen Raum gibt es keine Identitäten, keine Möglichkeiten Angreifer zu identifizieren, besteht keine Notwendigkeit, tatsächlich den eigenen Computer zu verlassen. Ein Aggressor kann dich hacken und deine digitale Identität zum Pokerspielen auf den Philippinen nutzen, während er selbst in einem Bergcafé in Grönland sitzt.

Cybercrime ist theoretisch das perfekte Verbrechen. Es gibt keine Zeugen, keine Verletzten und keine Spuren. Alles ist verschlüsselt und verschleiert. Zumindest im Schlimmstfall. Oft sind die Angreifer nicht gut genug, um wirklich spurlos zu bleiben. Doch das ändert nichts an der Dimension dieser Gefahr: Gegen Cyberkriminalität helfen keine Türen und keine Schlösser. Du kannst eine Attacke weder spüren noch hören.

Cyberkriminalität ist die “dunkle” Seite der Digitalisierung: von überall aus einsetzbar, ohne große Teams und Organisationen effektiv und mit Skaleneffekten in jede mögliche Richtung.

Digital ist es egal, ob du 10 oder 10.000 Kunden hast. Und für Angreifer ist es egal, ob sie 10 oder 10.000 Datensätze erbeuten.

Deswegen ist Cyber Security von solch enormer Bedeutung. Sie ist wie ein Lichtschalter für deine digitalen Aktivitäten. Egal ob privat oder beruflich. Wenn du gehackt bist, kannst du virtuell prinzipiell ausgeschaltet werden und bist auf die Gnade / Langeweile deines Angreifers angewiesen.

Kein schöner Gedanke, oder?

 

Welche Herausforderungen tun sich im Zusammenhang mit Cyber Security auf?

Cyber Security ist, wie oben angesprochen, ein wirklich umfangreiches und komplexes Thema. Daraus entsteht bereits die erste Hürde: Zu überblicken, was wichtig ist und wie man es einsetzen kann.

Doch es gibt noch einige weitere Hürden / Herausforderungen:

  • Die Frage der Angemessenheit: Sollte ich als Privatperson meine Daten mit einem militärischen Verschlüsselungsstandard sichern, oder reicht da auch weniger?
  • Die Frage des richtigen Starts: Welche der zahlreichen Maßnahmen sollte die erste, zweite und dritte sein, um mich angemessen abzusichern?
  • Die Frage des Zeitpunktes: Welche Lösungen brauche ich heute und welche morgen? Und welche brauche ich gar nicht mehr, weil sie Schnee von gestern sind?
  • Die Frage der richtigen Wahl: Welches Programm, welchen Anbieter sollte ich wofür nehmen? Und wann reicht dessen Service nicht mehr aus?

Wie gesagt, das sind nur einige der Herausforderungen wirklich wasserdichter Cybersicherheit. Doch diese zeigen gut, warum zumindest ein solides Grundverständnis unersetzlich ist.

 

Kann man Cyber Security messen?

Eine Frage kommt immer wieder im Bereich der digitalen Sicherheit auf:

Gibt es einen objektiven “cyber security index”? Also eine Möglichkeit die eigene Firmensicherheit ungetrübt zu messen? Und wenn, gibt es diesen auch noch länderübergreifend? Gar weltweit?

Die Kurzantwort: Ja und nein. Ja, es gibt einen “offiziellen” Cyber Security Index der internationalen Telekommunikations-Union (ITU), der Agentur für Informations- und Kommunikationstechnologien der vereinten Nationen. Dieser wurde zuletzt 2018 veröffentlicht und sieht “von oben” betrachtet so aus:

Einer der vielen global Cyber Security Indizes

Quelle: https://www.itu.int/dms_pub/itu-d/opb/str/D-STR-GCI.01-2018-PDF-E.pdf

Etwas weiter aufgeschlüsselt sieht dieser Index so aus:

Cyber Security Index II

Quelle: https://www.itu.int/dms_pub/itu-d/opb/str/D-STR-GCI.01-2018-PDF-E.pdf

Insofern: Grob, ja.

 

Aber auch zeitgleich nein. Warum? Weil es mindestens so viele “objektive Indizes” gibt, wie es Cyber Security-Firmen auf der Welt gibt. Denn jede Firma möchte natürlich besser als die anderen nachweisen und dem Kunden Vormessen können, dass seine Leistung die beste ist.

Solche Indizes können zum Beispiel so aussehen.

Heißt: Es gibt Möglichkeiten, gute wie weniger gute, objektive wie subjektive, Cyber Security zu messen. Doch welche davon besser als andere sind, in welchem Maßstab etc. ist eine andere Frage, welche sich nahezu nicht pauschal beantworten lässt.

 

Welche Voraussetzungen braucht Cyber Security?

Um Cyber Security richtig einsetzen zu können, braucht man gewisse grundlegende Informationen. Man sollte vor einer Cyber Security-Strategie zum  Beispiel

  • sein System kennen
  • seine Anforderungen kennen
  • sein Budget kennen
  • den Rahmen der Umsetzung grob verstehen und vorgeben können.

 

Warum ist Cyber Security wichtig?

Nachdem wir die Grundlagen erörtert haben, noch eine kleine Geschichte zur Verdeutlichung der Wichtigkeit von Cybersicherheit in zwei Bildern:

Q: https://www.gutjahr.biz/2013/05/identity-theft/

Q: https://www.gutjahr.biz/2013/05/identity-theft/

 

Weitere Angriffsszenarien etc. findest du auf meiner Hub-Seite zum Thema Cybersecurity.

 

Welche Gesetze gelten für Cyber Security in Deutschland?

Abseits der offensichtlichen Bedrohungslage und permanenter Angriffsflächen ungeschützter Systeme kann auch der gesetzliche Druck bestehen, die eigenen Systeme zu sichern.

Vor allem bei systemkritischen Infrastruktur-Betreibern ist dies der Fall.

Cyber Security Gesetze

Quelle: https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Publikationen/Broschueren/Schutz-Kritischer-Infrastrukturen-ITSig-u-UP-KRITIS.pdf?__blob=publicationFile&v=7

In den meisten Fällen gelten das IT-Sicherheitsgesetz bzw. die NIS-Richtlinie. (NIS steht dabei für Netz und Informations-Sicherheit)

 

Mehr dazu findest du auf den offiziellen Seiten der Bundesregierung dazu:

 

Cyber Security, Team und Management

Cyber Security ist vor allem auf Team- und Management-Level extrem wichtig. Warum? Weil nur mit einer offenen, vertrauensvollen Struktur und Kultur destruktive Szenarien vermieden werden können. Wie zum Beispiel:

  1. Das Ausspielen des / der Teams gegeneinander (weil diese keine Informationen miteinander teilen, weil sie zerstritten sind oder dergleichen)
  2. Das Ausnutzen von Informationslücken zwischen den Teams (Weil das eine Team das andere nicht informiert über Fortschritte, Planung etc.)
  3. Das Missbrauchen von strengen Hierarchien (indem die nicht hinterfragte Hörigkeit nach “Oben” dazu führt, dass sensible Daten in die Hände von Angreifern gelangen)

Es gibt noch Dutzende, wenn nicht hunderte weitere Angriffsszenarien wie diese. Und alle basieren auf Firmenkultur- bzw. Struktur.

Deswegen sind Team und Management welche diese vorlebt so wichtig.

Mehr dazu findest du auf meiner Seite zu Security Awareness.

 

Angriffsziel Deutschland: Cyber Security für den Mittelstand

Was uns direkt zum nächsten Punkt bringt: Da wir in Deutschland sehr viele Hidden Champions, Weltmarktführer in spezifischen Nischen und technisch exzellente Mittelstandsfirmen haben, bieten sich für Angreifer hier sehr lukrative Ziele.

Da diese Firmen wie gesagt oftmals technisch sehr fit und Angriffe gegen unsichere Mitarbeiter viel einfacher sind, attackieren Aggressoren dementsprechend auch eher den Menschen hinter dem Bildschirm.

Mehr dazu inklusive konkreten Schutz-Strategien findest du auch auf meiner Seite zur Security Awareness.

 

Cyber Security Maßnahmen

Nachdem wir jetzt die verschiedenen Blickwinkel rund um die Grundlagen der Cybersicherheit kennen, kommen wir zur konkreten Umsetzung.

Welche Cyber Security Maßnahmen bringen den meisten “Bang per Buck”, den größten Effekt pro eingesetzter Ressource?

Im Wesentlichen lassen sich Cyber Security Maßnahmen grob kategorisieren in:

  1. Strategie: Ein individuelles, einsatz- geprüftes Cyber Security Konzept.
  2. Taktik: Permanent verbesserte Cyber Security Awareness, also das Sicherheitsbewusstsein aller beteiligter Personen
  3. Backup: Dem Cyber Security Notfallplan, für den Fall eines Angriffs und
  4. Rahmen: Der Kenntnis des Cyber Security NIST-Frameworks als Grundlage und Ergänzung dieser Pfeiler.

Schauen wir uns die wichtigsten Cyber Security Maßnahmen nachfolgend etwas genauer an:

 

Cyber Security Awareness: Sicherheitsbewusstsein als beste Waffe gegen jede Attacke

Wie bereits mehrfach angesprochen, ist Security Awareness eine der wichtigsten Verteidigungsstrategien gegen jeden digitalen Angriff. Denn diese ist die direkte Antwort auf das größte Einfallstor von Cyber-Kriminellen.

Deswegen sollte Cyber Security Awareness immer ganz oben auf jeder Maßnahmen-Liste stehen.

Mehr zur Cyber Security Awareness findest du hier.

 

Der Cyber Security Notfallplan:

Oftmals wird hier an die BSI-Seite bzw. die Seite der Allianz für Cybersicherheit mit Ihren hilfreichen Dokumenten verwiesen:

Mit diesen Grundlagen kommt man schon sehr weit. Doch wie sieht ein eigener Cyber Security Notfallplan aus? Exemplarisch zum Beispiel so: https://konbriefing.com/de-files/it-notfallplan/IT-Notfallplan-0.2.pdf

Der Cyber Security Notfallplan hilft wenn alles sonst zu spät ist

 

Was ist das Cyber Security NIST Framework? – Und warum ist es so wichtig?

Vom Notfallplan zu einem der wichtigsten Dokumente der gesamten Cybersicherheit: Dem Cyber Security NIST Framework.

Was ist das Cyber Security NIST Framework, was tut es und warum ist es so wichtig?

Das “Framework for Improving Critical Infrastructure Cybersecurity” des National Institute of Standards and Technology – oder kurz “NIST Framework” ist so etwas wie die Leitplanke der Cybersicherheit.

Warum? Weil es keine so kompakte, so wohl gewählte Alternative zu diesem gibt.

Es ist insgesamt 48 Seiten lang, wobei die ersten und letzten 4 Seiten Intro und Begriffserklärungen sind.

Es ist allein schon für seinen Kern wichtig:

Cyber Security NIST Framework Core

Q: https://nvlpubs.nist.gov/nistpubs/CSWP/NIST.CSWP.04162018.pdf

Zusätzlich gibt es in diesem Struktur-Dokument Hinweise zur Implementierung, Koordination, Kommunikation mit relevanten Stakeholdern und vielem mehr.

Risk Management mit dem NIST Framework

Q: https://nvlpubs.nist.gov/nistpubs/CSWP/NIST.CSWP.04162018.pdf

 

Mehr “Bang per Buck” gibt es in kaum einem anderen Werk in diesem Bereich.

Meiner Meinung nach ist das Cyber Security NIST Framework eines der Grundlagenwerke eines jeden Experten in diesem Bereich.

Zu finden ist die stets aktuelle Version des NIST Frameworks hier: https://www.nist.gov/cyberframework/framework

 

Die Zukunft der Cyber Security

Wir haben jetzt also die Grundlagen, Dringlichkeit und Maßnahmen rund um das Thema Cyber Security näher beleuchtet.

Bleibt nur noch ein wichtiger Punkt: Die Zukunft dieses komplexen Feldes.

Und die bleibt spannend!

In absehbarer Zeit gibt es drei zentrale Trends, welche sich massiv und grundlegend auf die Cyber Security auswirken werden:

Die Zukunft der Cyber Security

Cyber Security Trend #1: Stärkerer Einsatz künstlicher Intelligenz

“Künstliche Intelligenz (KI) ist die letzte Erfindung, welche die Menschheit machen muss. Ab dann übernimmt den Rest die KI selbst.”

So oder so ähnlich geht die aktuelle Diskussion rund um dieses gigantische Gebiet in Kurzform.

Die Idee dahinter, wieder in kurz, geht ungefähr so: Künstliche Intelligenz kann automatisiert schneller und besser im Digitalraum navigieren, als es ein Mensch je könnte.

Heißt: Alles von Innovation über Testing und Kundenmanagement bis hin zur Auslieferung übernimmt zum Großteil die KI.

Abgesehen davon, dass wir uns aktuell mit Höchstgeschwindigkeit in genau diese Richtung entwickeln, birgt diese “erweiterte Virtualisierung” noch weitere, eklatante Herausforderungen:

Wenn sich alles schneller und besser automatisieren lässt, gilt dies auch für Cyberattacken? Und, hoffentlich auch für Cyber Security?

Die Kurzantwort: Wahrscheinlich. Sehr wahrscheinlich. Viele Cybersecurity-Experten sehen ein großes Automatisierungspotenzial sowohl in den Anwendungen, als auch in Ihren Aufgabenbereichen.

Vielleicht haben wir also bald virtuelle Assistenten, die miteinander sprechen. Und die Sicherheit erledigen diese direkt von selbst in diesem Schritt mit.

Das kann in vielen verschiedenen Teilbereichen geschehen, aber auch “am Stück”.

Zum Beispiel in Form von “AI Sandboxes”, wie ich in einem Artikel 2019 bereits geschrieben habe. Mehr zu KI + Cyber Security an anderer Stelle.

 

Cyber Security Trend #2: (Stärkerer) Einsatz von Quantencomputern

Quantencomputer arbeiten grundlegend anders als “herkömmliche” Computer.

Aus diesem Grund müssen Systeme auch fundamental anders gesichert werden.

Und da selbst in Deutschland so langsam die Quanten-Welle losrollt, wird das auch keine Jahrzehnte mehr dauern.

Heißt: In Quanten-”harten” Systemen wird in absehbarer Zeit mehr und mehr Fokus und Geld liegen. (müssen)+

Hier wird vor allem die sogenannte “Post-Quanten-Kryptografie” immer stärker zum Tragen kommen.

 

Cyber Security Trend #3: Immer perfidere und ausgeklügeltere Social Engineering-Strategien

Der letzte große, absehbare Trend in der Cyber Security sind immer komplexere Angriffe gegen die Anwender. Diese Attacken werden immer

  • Individueller
  • Präziser
  • Kontextsensitiver und
  • Datenunterfütterter

Es wird also immer herausfordernder für User zum Beispiel Spam- und Phishingmails effektiv zu erkennen und zu filtern.

Auch hier werden mehr und mehr technische Hilfen auf den Markt kommen. Doch am sichersten bleibt nach wie vor eines: das Grundverständnis der relevanten Angriffspunkte.

Wie eine solche fortgeschrittene Attacke begonnen werden kann und welche Daten dabei herausgefunden werden können, zeige ich in meiner Mikro-Schulung zum Thema:

Coming soon. Wenn du up to date bleiben möchtest, trage dich in meinen Newsletter ein.

 

Das soll es hierzu erstmal gewesen sein, ich hoffe dieser Artikel konnte etwas Licht ins Dunkel bringen.

Mehr von mir zum Thema findest du auf meiner Cybersecurity Übersichtsseite oder direkt bei meinen Angeboten.

 

Viel Erfolg und stay safe!

Mensch gegen Maschine und künstliche Intelligenz vs Mensch

Mensch vs. Maschine / Mensch vs. künstliche Intelligenz

Mensch gegen Maschine. Ein Kampf nahezu so alt wie die Menschheit selbst.

Von den alten Griechen noch größtenteils philosophisch betrachtet ist der Wettbewerb Mensch vs. Maschine spätestens seit der industriellen Revolution in vollem Gange.

Erst wurde Muskelkraft durch Dampf, Stahl und Elektrizität überflüssig gemacht.

Jetzt jedoch geht der Kampf in seine nächste Runde:

 

Künstliche Intelligenz vs. Mensch: Algorithmus gegen Gehirn

Seit dem Aufkommen immer intelligenterer Algorithmen, immer größerer Datenmengen und Erfindungen wie dem Machine Learning stellt sich die alte Frage so dringlich wie nie zuvor:

Kann der Mensch den Kampf gegen die Maschine gewinnen?

… Bzw. ihn überhaupt führen? Länger als eine Runde?

Wie eine Reihe kluger Analysten anmerken, ist die Frage bereits schwierig bis falsch. Doch darum soll es hier und heute nicht gehen. Ich habe im Rahmen einer meiner Kurse endlich aus vielen Büchern, Tabellen und anderen Quellen ein paar Infografiken gebaut, welche Antworten auf einige Aspekte dieses epischen Kampfes geben können.

 

Hier kannst du dir diese Infografiken anschauen:

(Klick auf das Bild führt zur Version in maximaler Auflösung)

#1:

#2:

#3:

#4:

#5:

Wenn du diese Grafiken lieber ausdrucken möchtest, hast du sie hier auch nochmal in einer handlichen PDF zusammengefasst:

(Klick auf den Link führt zur PDF)

Biologische und künstliche Intelligenz im Direktvergleich

Wichtiger Hinweis zur Interpretation der Bilder und darin enthaltenen Daten:

Einige der Daten auf Maschinenseite sind Schätzungen, Extrapolationen oder Daten spezifischer Zeitpunkte aus der Vergangenheit. Doch selbst wenn die tatsächlichen Daten um mehrere Zehnerpotenzen nach oben oder unten abweichen sollten, spielt dies keine Rolle. Der Unterschied ist in jedem Szenario zu groß.

 

Mensch gegen Maschine: Und die Hardware?

Zur Physis muss an dieser Stelle wahrscheinlich nicht viel gesagt werden. In den Infografiken habe ich diesen Punkt außerdem bereits angesprochen. Es gibt keine denkbare Dimension, in der Menschen Maschinen noch rein mechanisch im direkten, vordefinierten Wettbewerb besiegen können.

Maschinen sind schneller, stärker, präziser, ausdauernder etc.

Von daher heißt es hier ganz klar: 2:0 für die Maschine.

 

Mensch gegen Maschine: Und was bleibt dann noch?

Das klingt, so gegeneinander aufgetragen möglicherweise etwas ernüchternd. Was bleibt dann noch für den Menschen über, wenn Maschinen alles besser können?

Das wichtigste: Das menschliche selbst. Das soziale. Das gemeinsame. Das emotionale, das abenteuerliche, das aufregende, das spannende, spaßige, großartig intensive. Das Leben.

Wenn wir Maschinen richtig einsetzen, bieten diese uns die Möglichkeit, in exakt der Welt zu leben, in der wir leben möchten. Alle von uns. Frei, Sicher, Glücklich und nur zur Entfaltung auf der Welt.

Und dann heißt es nicht mehr Mensch gegen Maschine. Sondern Mensch dank Maschine.

 

Das ist eine Aussicht, dank der mir Automatisierung nicht schnell genug gehen kann.

 

Wie siehst du das?

100 year in one

How to create the progress of the next 100 years in just one year.

Ich bin zum Jahresausklang über das neueste Video von Boston Dynamics gestolpert. Und wie die meisten Zuschauer hat auch mich dieses Video zum Nachdenken angeregt.

 

Konkret habe ich mir die Frage gestellt, warum wir nicht den (extrapolierten) Fortschritt der nächsten ~100 Jahre einfach in diesem Jahr, in 2021 „vorziehen“. Konkret ging mir folgendes durch den Kopf, welches ich unformatiert hier wiedergebe:

 

Motivation: first company who does it right, will dominante its niche and others more and more.
Recipe:
  1. A low code / no code Version like Zapier of a
  2. „Basic AGI“ like MuZero
  3. Open Source it on github
  4. Promote it through a few key influencer in the right fields
  5. Give a manual on how to implement the AI like the one from Andrew Ng.
  6. Optional: combine it with a open source blueprint of a 3D printed robot like the one from the MIT (and/or a open source of atlas from Boston dynamics)
There we have it.
So my question is: why are we not just doing this? And: what am i missing? (As it seems so obvious to do this to me)
Wenn du, lieber Leser, eine Antwort und / oder einen spannenden Gedanken dazu hast, schreib mir gern einen Kommentar.
In any case:
Let’s have a blast of a new year 🙂
Das ist Fortschritt

Alles was du zu Fortschritt wissen musst. (Und wie du zu ihm beitragen kannst)

Evolve or die – Entwickle dich oder sterbe. Oder in anderen Worten: Es gibt keine Alternative zum Fortschritt.

Was ist das (hypothetische) Maximum / Optimum? Ich liebe diese Frage. Und mittlerweile bin ich überzeugt, dass die Antwort “Unendlichkeit” ist. (Warum legt David Deutsch in seinem grandiosen Buch “Beginning of Infinity” so gut dar wie kein anderer)

Aber gehen wir systematisch vor:

Was ist Fortschritt?

Fortschritt lässt sich meiner Meinung nach recht einfach definieren. Und zwar in einer simplen Gleichung:

Die einfachste Definition von Fortschritt der Welt

Fortschritt = 1. Mehr Lösungen + 2. Bessere Lösungen

Mehr und bessere Lösungen? Warum? Weil in kurz gilt:

  1. Lösung(en) = > Frieden, Gesundheit, Freiheit, Leben, Wohlstand etc.
  2. Frieden, Gesundheit, Freiheit, Leben, Wohlstand etc. = > Glück
Mit den Grundlagen:
  • Wissen = Mehr / Bessere Lösungen
  • Wissen = Information mit kausaler Kraft.
  • = Mehr Wissen = mehr / bessere Lösungen = Fortschritt = Glück.

Oder anders formuliert:

Fortschritt = gut / positiv / besser + Zeit
Rückschritt = schlecht / negativ / schlechter + Zeit
Stillstand = egal / neutral / keine Veränderung + Zeit

(Natürlich abhängig von der Perspektive, in diesem Fall aus der des Betrachters)

Warum? Weil jede nur denkbare, negative Situation gleich einem Problem ist. Dir tut der Fuß weh? Das ist ein Problem. Das Klima brennt? Ist auch ein Problem.

Und was ist die Lösung für Probleme? Richtig, Lösungen sind die Lösungen für Probleme. Klingt komisch, ist aber glücklicherweise so einfach.

Und was braucht man, um Lösungen umzusetzen?

  1. Eine Lösung (Also Wissen)
  2. Die Anwendung der Lösung (Also die Motivation, dieses Wissen zur Lösung des Problems einzusetzen)

Dein Fuß tut weh? Eine kalte Kompresse hilft.

Das Klima brennt? Eine freudenbegleitete Umstellung des eigenen Lebensstils hilft.

Und wie passt das zum Fortschritt im umgangssprachlichen Sinne? Hör dich einfach mal um:

  1. Du schaffst seit 4 Wochen mehr Liegestütze? Ein Fortschritt!
  2. Die Weltwirtschaft fällt zurück auf den Stand von 2013? Ein Rückschritt!
Wissen ist dabei so elementar, dass man es als Synonym für Fortschritt nutzen kann. Denn mehr Wissen führt zwangsläufig zu Innovationen, welche Probleme (besser) lösen und damit manifestierter Fortschritt sind.
 

Es gibt also zusätzlich zum Wissen und der Motivation zu dessen Anwendung noch einen dritten elementaren Bestandteil des Fortschritts: Einen Fixpunkt, anhand dessen Veränderungen überhaupt sicht- und spürbar gemacht werden können.

Damit haben wir die Grundlagen.

Doch es wird noch etwas interessanter. Denn Fortschritt ist oft die emergente Summe seiner Teile.

Emergent meint dabei einfach das 1+1 mehr als 2 ergibt. Also dass das Ergebnis mehr ist, als die Summe seiner Teile.

Also (a+b+a)+x.

  1. Individuen und deren Interaktion formen eine Gesellschaft.
  2. Gesellschaften und deren Interaktion formen eine Zivilisation.

Deshalb halte ich eine Betrachtung von Fortschritt aus 4 Flughöhen für sinnvoll:

 Bezeichnung Betrachtungslevel Zentrale Frage dieser StufeZeitrahmen / Lebensdauer der LösungRelations- Rahmen / SkalaVisualisierungsoption für Levelfortschritt
KosmologischGesamtheit (Zivilisation)Wie kann ich das Problem meiner LEBENSFORM (BESSER) lösen?Kein Zeitrahmen, Lösung ist also potentiell zeitlos hilfreich.Kardashow-Skala, Bottom Skala

Tribe -> Dorf -> Stadt -> Land -> Kontinent -> Planet -> Sonnensystem -> Interstellar

Fortschritt der Zivilisation visualisiert von Ian Morris

Big History / Komplexitätsschwellen

SoziologischGroßgruppe (Gesellschaft / Staat etc.)Wie kann ich das Problem der ALLGEMEINHEIT (Einer spezifischen Menschenmasse) (BESSER) lösen?

Potentiell kein Zeitrahmen

Max. bis zur Veränderung der Gesellschaftsform

Zivilisationsfortschritt nach Ian Morris, Bevölkerungswachstum (Fähigkeit mehr Menschen länger am Leben zu halten)Kondratjew-Zyklen, Human Development Index & ähnlich Indizes
ÖkonomischGruppe (Unternehmen / Start-Up etc.)Wie kann ich das Problem meiner KUNDEN (BESSER) lösen?

Potentiell kein Zeitrahmen

Max. bis zur nächsten Disruption

Kontratjew-ZyklusHype CycleProduktlebenszyklen / BCG-Portfolio
PsychologischIndividuum (Ich)Wie kann ich MEIN Problem (BESSER) lösen?

Potentiell kein Zeitrahmen

Max. Lebenserwartung

GTD-Schema, Design-Sprints

Kompetenzzustände,

Fortschrittsmessung per Lebensrad

Ich werde zu jeder dieser Fortschrittsebenen auch noch eigene Artikel veröffentlichen, keine Sorge 😉

Grundlagen von Fortschritt sind im Wesentlichen:

  1. Physik (Naturgesetze, welche die Rahmen für sämtliche Aktionen setzen)
  2. Mathematik (Werkzeug für exakte Messung, Definition und Ausführung der meisten fortschritts-fördernden Aktionen) und
  3. Biologie (Menschen und Ihre „Basics“ sind allesamt biologisch, daher ergibt es Sinn, die Biologie mit einzubeziehen)

Aber gehen wir systematisch vor. Von „oben“ nach „unten“:

Fortschritt + Alles = Big History

Ziel (Wie es scheint): Komplexität.

Warum? Weil sich seit dem Urknall vor 13.8 Milliarden Jahren alles immer weiter, in 8 Komplexitätsschwellen, in Richtung höherer Komplexität entwickelt hat:

Big History ist Fortschritt
Quelle: Big History Project

Fortschritt + Leben = Evolution

Wie es Richard Dawkins in seinem Buch „River out of Eden“ so hervorragend runterbricht:

„…the true Darwinian Utility Function: maximizing DNA Survival.“

Das Ziel des Lebens ist es also, dass DNA überlebt und weitergegeben wird.

Nachvollziehbar.

Und so scheint auch jeder Fortschritt im Leben eines Menschen in irgendeiner Form der großen Kraft der Evolution zu unterliegen. Denn oftmals sind unsere Motivationen evolutionsgetrieben – Du möchtest besser aussehen, fitter sein, mehr Geld verdienen? Sehr wahrscheinlich ist dein Antrieb ein Partner bzw. dein (potenzieller) Nachwuchs. Und das ist Evolution in Reinform.

Fortschritt + Menschheitsgeschichte = Exponentielle Trends + Tipping Points

Fortschritt aus der Vogelperspektive sah für die Menschheit bisher vereinfacht gemalt so aus: (Zivilisation begann zwar vor mehr als 12.000 Jahren, aber in der absoluten Mehrzahl davon ist neben der neolithischen Revolution nicht viel spektakuläres passiert. Daher reicht diese Zoom-Stufe für unsere Zwecke aus)

Es gibt buchstäblich hunderte Grafiken und Statistiken, welche unseren Fortschritt zeigen. Die drei besten Quellen zum Start sind die Bücher „Enlightment Now“ von Steven Pinker, „Progress“ von Johann Norberg und die wundervolle Webseite OurWorldInData.

Oder, um es mit den Worten Barack Obamas zu sagen:

„If you had to choose one moment in history in which to be born, and you didn’t know in advance whether you were going to be male or female, which country you were going to be from, what your status was, you’d choose right now,“

Quelle

Das geht natürlich auch mit Kosten einher, die ebenfalls exponentiell wachsen:

Die Kosten des Menschheits-Fortschritts

Im Wesentlichen lassen sich die negativen Folgen auf die Umweltkosten verursacht durch Energieproduktion reduzieren. Und dieses Problem lässt sich durch bessere Technologie lösen. Zum Beispiel Kernfusion oder bessere regenerative Energien. Wir müssen dazu in beiden Bereichen nur größere Fortschritte machen.

Fortschritt + Eigeninitiative = Die Ziele der WHO

Nachdem wir jetzt die Grundlagen, Geschichte und Auswirkungen von Fortschritt betrachtet haben, kommen wir zur Gegenwart und Zukunft. Wie oben bereits gezeigt, hat die Menschheit durch gezielte Anstrengungen und immer bessere Technologien das Leben von nahezu jedem Menschen dieser Erde bereits dramatisch verbessert. Doch damit nicht genug denn noch profitieren nicht alle gleich davon. Daher sind die folgenden Ziele gute Fixsterne für weitere Fortschritts-Entwicklungen:

1024px-Sustainable_Development_Goals
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ziele_f%C3%BCr_nachhaltige_Entwicklung

Fortschritt + Deutschland = ?

Jetzt kennen wir also auch globale, sinnvolle Ziele für Fortschritts-Anstrengungen. Was schnell zur Frage führt: Und was ist mit Deutschland?

Hier muss man ja leider sagen, ist aus der Politik weder aktuell noch absehbar irgendetwas zielführendes zu erwarten. Daher orientiere ich mich an den Fortschrittsvektoren von Steven Pinker, versehe diese mit möglichen konkreten Zielen und einigen möglichen Messpunkten.

Die resultierende Tabelle kann gern als Inspiration genutzt werden und wird in kommenden Updates weiter vervollständigt:

  Fortschrittsvektor SMARTes Ziel Messoptionen
1 Gesundheit ist besser als Krankheit.

0 kranke Menschen in Deutschland bis bis 31.12.2030 oder eher.

Unterziele:

  1. Zuckersteuer einführen
  2. Intervallfasten pushen
  3. Vegane Ernährung unterstützen / subventionieren
  4. Fleischsteuer (Generell co2 Steuer)
  1. Umfragen
  2. Echtzeitüberwachung von Gesundheitsdaten
  3. Freiwillige Datenbanken (Apps etc.)
2 Leben ist besser als Tod. Nur noch „freiwillige“ Tote -> 0 unfreiwillig verstorbene Menschen in Deutschland bis 31.12.2030 oder eher. Unfallberichte, Krankenhausberichte, Pflegeberichte, Umfragen, Echtzeitüberwachung von Gesundheitsdaten, freiwillige Datenbanken
3 Nahrung ist besser als Hunger. 0 Mangel- oder unterernährte Menschen bis 31.12.2030 oder eher. Wird aktualisiert / Ich freue mich auf deine Inspirationen 😃
4

Wohlstand ist besser als Armut.

Unterziel: Autarkielösungen subventionieren & Gesetze dafür anpassen.  Wird aktualisiert / Ich freue mich auf deine Inspirationen 😃
5 Frieden ist besser als Krieg.

Unterziele:

  1. Atomwaffenabrüstung & Stationierungsverbot
 Wird aktualisiert / Ich freue mich auf deine Inspirationen 😃
6 Sicherheit ist besser als Gefahr.  Wird aktualisiert / Ich freue mich auf deine Inspirationen 😃  Wird aktualisiert / Ich freue mich auf deine Inspirationen 😃
7 Freiheit ist besser als Tyranei.  Wird aktualisiert / Ich freue mich auf deine Inspirationen 😃  Wird aktualisiert / Ich freue mich auf deine Inspirationen 😃
8 Gleiche Rechte sind besser als Engstirnigkeit und Diskriminierung. (gut formuliert?)  Wird aktualisiert / Ich freue mich auf deine Inspirationen 😃  Wird aktualisiert / Ich freue mich auf deine Inspirationen 😃
9 Alphabetismus ist besser als Analphabetismus. 0 Analphabeten in Deutschland bis 31.12.2030.  Wird aktualisiert / Ich freue mich auf deine Inspirationen 😃
10

Wissen ist besser als Ignoranz.

Besseres Gesamtbestehen im PISA-Test? Anzahl der Nobelpreise in Deutschland um x% erhöhen?

Unterziele:

  • Subventionen und Steuern für Religionen auf 0 setzen und stattdessen in Forschung und Bildung investieren.
 Wird aktualisiert / Ich freue mich auf deine Inspirationen 😃
11 Intelligenz ist besser als Dummheit.

Mindestens 2 Tage in der 6. Klasse finanzielle Bildung + kostenlose jederzeit für alle aufrufbare Aufzeichnungen zum nachschauen (diversifizieren + ETF’s etc.)

Generell gesamtes Bildungskonzept mit Tim Ferriss abgleichen. Bildung auf superhumans ausrichten. 80/20 completely.

 Wird aktualisiert / Ich freue mich auf deine Inspirationen 😃
12 Glück ist besser als Leid.  Wird aktualisiert / Ich freue mich auf deine Inspirationen 😃  Wird aktualisiert / Ich freue mich auf deine Inspirationen 😃
13 Gelegenheiten, Familie, Freunde, Kultur und Natur zu genießen, sind besser als Schufterei und Monotonie.  Wird aktualisiert / Ich freue mich auf deine Inspirationen 😃  Wird aktualisiert / Ich freue mich auf deine Inspirationen 😃

Fortschritt + Geschwindigkeit = Disruption

Mehr dazu in meinem entsprechenden Artikel zum Thema Disruption.

Gibt es ein Ende des Fortschritts?

Fortschritt ist prinzipiell nahezu unbegrenzt möglich. Die einzigen Grenzen sind (wahrscheinlich)

  1. Naturgesetze
  2. Expansionsgeschwindigkeit des Universums

Alle anderen Grenzen liegen nur in unseren Köpfen.

Ist das nicht die beste Nachricht, die man sich wünschen kann?

Die Theorie der langen Wellen pendelt den Fortschritt der Menschheit

Die Theorie der langen Wellen – Der Kondratjew Zyklus

Du sitzt / liegst / stehst unter der Dusche. Eine kolossale Grundfrage trifft dich wie aus dem Nichts:

Ist die Menschheit seit Anbeginn der Zeit überhaupt vom Fleck gekommen? Und wenn ja, wie misst man den Fortschritt der Menschheit?

Keine Sorge, ich lasse dich nicht allein bei der Suche nach einer Antwort darauf.
Eine Möglichkeit dazu ist die Theorie der langen Wellen, manifestiert in den Kondratjew Zyklen. Was es mit denen auf sich hat, erfährst du im nachfolgenden Artikel. Außerdem:

Das lernst du im Artikel zur Theorie der langen Wellen / Kondratjew-Zyklen:

  • Was die Idee hinter dem Kondratjew Zyklus ist
  • Wie viele Zyklen es gibt und warum es genau diese sind
  • In welchem Zyklus wir uns gerade befinden
  • Warum es gar nicht so einfach ist, den 6. Kondratjew Zyklus genau zu bestimmen
  • Welche Tools und Blickwinkel dir links und rechts neben der Theorie der langen Wellen bei der Beantwortung der Eingangsfrage helfen

Genug des Vorworts springen wir rein ins Vergnügen!

Was sagt die Theorie der langen Wellen aus? Was sind Kondratjew Zyklen?

Die Kondratjew-Zyklen und die dahinter liegende “Theorie der langen Wellen”, sind ein Theoriegebäude zur Betrachtung von Wirtschaftsentwicklungen. , welches im Jahr 1926 von Wirtschaftswissenschaftler Nikolai Kondratjew als Ergänzung bzw. Gegenstück der bis dahin vorherrschenden kurzfristigen Schweinezyklen erdacht wurden.

Ziel der Theorie der langen Wellen ist es, Paradigmenwechsel und damit verbundene Investitionsmöglichkeiten zu prognostizieren bzw. einzuordnen.

Jeder Kondratjew Zyklus hat dabei einen viergeteilten Lebenslauf:

  1. Wachstum
  2. Rückgang
  3. Talsohle
  4. Verbesserung

Da diese Abfolge so etwas wie ein “Naturgesetz der Wirtschaft” darstellt, findet sich diese „Vita“ auch in anderen Schablonen wie z.B. dem Hype Cycle wieder. (Naturgesetz deshalb, weil jede Lösung neue Probleme nach sich zieht, welche wiederum Lösungen produziert usw. Siehe dazu auch das Buch „The Beginning of Infinity„* von Quantenphysiker David Deutsch)

So sehen diese „vier Jahreszeiten“ des Kondratjew Zyklus aus: (Die blauen Striche teilen jeweils einen Bereich vom anderen ab)

Der Kondraatjew Zyklus und seine Jahreszeiten
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Kondratieff_Wave.svg

Aktuell wird die technologische Entwicklung seit der Erfindung der Dampfmaschine in 5 Zyklen eingeteilt, wobei wir uns sehr wahrscheinlich mittlerweile ein einer sechsten befinden.

Warum genau 5 bzw. aktuell 6 Zyklen und nicht 12 oder 349?

Bei allen Kondratjew Zyklen geht es dabei um epochen-prägende Basistechnologien. Was es damit auf sich hat und welche davon die einflussreichsten sind, habe ich in meinem Artikel “Die wichtigsten Erfindungen der Welt” auch näher behandelt.

Und diese epochen-prägenden Fundamental-Technologien gibt es, wie der Name schon vermuten lässt, nicht im Zyklus neuer Smartphones aller paar Monate. Genau diese Betrachtungsweise macht die Kondratjew Zyklen auch so spannend. Denn sie zoomen weit genug heraus, um Muster erkennbar zu machen. Und bleiben doch nah genug am technologischen Geschehen, um konkrete Schlüsse ziehen zu können.

Was einen solchen Kondratjew auszeichnet, hat diese Grafik gut näherungsweise zusammengefasst:

Kondratjew Zyklen und Ihre Eigenschaften
Quelle: https://www.gevestor.de/wp-content/uploads/2013/03/Voraussetzungen-f%C3%BCr-einen-Kontratieff-Zyklus.png.webp

Was waren die bisherigen Kondratjew Zyklen? Und welcher Kondratjew Zyklus ist der nächste?

Kondratjew hat die bisherige technologische Entwicklung der Menschheit aus der Vogelperspektive wie folgt eingeteilt: (Er hat es vor allem aus ökonomischer Sicht betrachtet, ich sehe das Ganze durch die Brille technologischer Entwicklung)

  1. Zyklus (1780-1850): Die Dampfmaschine
  2. Zyklus (1850-1890): Eisenbahn und Dampfschiffe
  3. Zyklus (1890-1940): Elektrotechnik- und Schwermaschinen, Chemie
  4. Zyklus (1940-1990): Integrierter Schaltkreis, Kernenergie, Transistor
  5. Zyklus (1990-?): Informations- und Kommunikations-Technik, aber auch Technologien die Kernspaltung und die Raumfahrt
  6. Zyklus (?): ???

Bei den genauen Rahmendaten der jeweiligen Zyklen sowie den zentralen Basisinnovationen sind sich die Experten insgesamt uneins.

Das kann man, je nach gewählter Relations-Dimension entweder als konstante Abfolge oder stetige Steigung der Entwicklung betrachten. Was zu verschiedenen Darstellungen auf der vertikalen y-Achse führt:

Rückwirkend ergibt die Theorie der langen Wellen absolut Sinn. Erfindungen sind manifestierte Problemlösungen. Dank Ihres rekombinativen Charakters erreichen sie irgendwann einen Punkt, an dem viele kleine Verbesserungen den Weg ebnen für einen neuen, großen Knall. Disruption ist angesagt. Das Ganze verläuft dabei mit einer beinahe gespenstischen Exaktheit exponentiell, spätestens seit den Grundlagen der Rechnertechnik, wie dieses Bild schön zeigt:

Quelle: http://avid.cs.umass.edu/courses/645/s2020/lectures/Lec1-Overview.pdf

Rekombination von Technologien
= Die Eigenschaft, jede Erfindung mit jeder anderen prinzipiell kombinieren und damit neues erschaffen zu können, was bei mehr Erfindungen zu immer schneller immer mehr Erfindungen führt. Siehe dazu auch diesen exzellenten TED-Talk, in welchem dies weiter ausgeführt wird.

So weit, so nachvollziehbar. Die Kondratjew-Zyklen geben also eine Betrachtung akkumulierter Entwicklung. Sehr reduziert und sehr zusammengefasst aber damit auch sehr schnell einsetzbar. Sie siedeln sich quasi zwischen dem Hype-Cycle und vergleichbaren Tools einerseits und Betrachtungen aus dem Orbit wie der Kardaschow-Skala andererseits an.

Doch anders als diese beiden Werkzeuge bietet der Kondratjew-Zyklus keine leichte Extrapolation in die Zukunft. Was zur großen Preisfrage führt, für alle denen Geschichte allein zu langweilig ist:

Welcher ist der 6. Kondratjew Zyklus?

Wir wissen also, in welchen “Entwicklungsschüben” sich die Menschheit technologisch in den letzten ein- bis dreihundert Jahren verändert hat.

Doch jetzt die große Frage: Befinden wir aktuell in einem neuen Kondratjew (Zyklus)?

Und wenn ja, in welchem?

Welche Basistechnologie prägt unsere Zeit entscheidend? Das lässt sich nicht aus dem Hut beantworten. Denn anders als bisher sind zwei entscheidende Faktoren anders:

  1. Die Anzahl der kombinierbaren Technologien: Diese haben spätestens seit dem Ende des zweiten Weltkrieges einen Tipping-Point erreicht, welcher zu bisher unbekannten (Entwicklungs)Geschwindigkeiten geführt hat.
  2. Kommunikation und Information global und in Lichtgeschwindigkeit: Die Zahl der “wissensschaffenden Punkte”, also Entwickler, Ingenieure, Crowd Scientists, Forscher etc. die miteinander in Echtzeit kommunizieren können, ist explodiert. Und zwar richtig wirklich schnell:
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Chronologie_des_Internets#/media/Datei:Internet_Hosts_Count_log.svg

Doch nicht nur, dass die Welt (des Fortschritts) damit zu einer einzigen verschmolzen ist. Sie hat zeitgleich auch ihre Interaktions- und Austauschrate (nahezu) maximiert. Tage, Wochen und Monate der Briefe, Postwurfsendungen und Pakete sind flächendeckend Echtzeit gewichen. Und mit immer ausgeklügelteren digitalen Tools werden die letzten Prozente der so massiv dazugewonnenen Effizient herausgeholt. (Slack, Asana, Zoom, die Google-Suite, soziale Netze etc. – prinzipiell alles was skalierbar ist und Mehrwert bietet)

Heißt? Die Entwicklung geht derart schnell, dass es unter Umständen sinnvoll ist, bereits jetzt mehrere “Mikro-Kondratjew-Zyklen” auszurufen, als einen überspannenden.

Vergleichen wir es auf einen Blick:

Durchschnittsdauer eines Kondratjew Zyklus bisher: 40-60 Jahre
Aktuelle Entwicklungsdauer potenzieller Basistechnologien: < 30 Jahre.

Wir haben also entweder bisherige Kondratjew Zyklen nahezu halbiert, oder wir brauchen eine andere Betrachtung. Doch warum meine ich das? Schauen wir uns die letzten 30 Jahre technologisch an.

Diese haben uns gebracht:

Oder, bildlich gesprochen: (Die Geschwindigkeit von Entwicklungen pro Zeit nimmt seit Anbeginn der Menschheit konstant zu. Rekombination und so)

Quelle: http://www.agrotic.com.br/wp-content/uploads/2019/08/MARCOS-SCALABRIN.pdf

Heißt: Ich glaube es gibt weniger die eine Antwort auf die Frage nach dem 6. Kondratjew-Zyklus im “klassischen” Rahmen der Theorie der langen Wellen. Ich denke es wird eher auf eine Verständnis-Anpassung des Gesamtkonzeptes hinauslaufen.

Was soll ich sagen, wir leben nunmal in einer wirklich spannenden Zeit. So spannend, dass selbst Klassifizierungen und Einordnungen manchmal an Ihre Grenzen stoßen.

Was mich zu den Vor- und Nachteilen dieser Betrachtungsweise und dem abschließenden Fazit bringt:

Kondratjew Zyklen und die Theorie der langen Wellen – Fazit

Vorteile des Kondratjew Zyklus:

  • Ermöglicht schnellen „Draufblick“ von „oben“ auf technologische Entwicklungen und deren Richtung.
  • Bietet schnelle Investitionsansätze, da man Entwicklungen grob abschätzen kann.
  • Ermöglicht gezielte Forschung und Entwicklung hin zu aussichtsreichen Technologie-Kandidaten, da die grobe Richtung absehbar ist.

Nachteile der Theorie der langen Wellen:

  • Die Y-Achse ist oft schwer definierbar.
  • Führt Mangel als Grundlage für Innovation aus. Ich gehe dahingehend wie gesagt eher mit Quantenphysiker David Deutsch dàccord*, dass Wissen die Grundlage dafür ist. Not macht zugegebenermaßen erfinderisch. Eine Vielzahl neuer Erfinder sowie besserer Zugriff zu Technologien, mehr Freizeit, bessere Bildung etc. allerdings auch.
  • Wie bei vielen ähnlichen Ansätzen gilt leider auch hier wieder: Er ist nicht wissenschaftlich basiert. Es gibt bei der Theorie der langen Wellen keine konkreten Messpunkte und reproduzierbaren Daten. Was nicht heißt, dass er nicht durchaus hilfreich sein kann, wie diese Darstellung leicht zeigt:
Die Theorie der langen Wellen und Kondratjew Zyklen gemessen an Jahresrenditen
Quelle: https://www.allianz.com/content/dam/onemarketing/azcom/Allianz_com/migration/media/press/document/other/kondratieff.pdf

Wenn du mehr zur Theorie der langen Wellen und den Kondratjew Zyklen wissen möchtest, findest du hier ein spannendes Buch zum Thema*:

Was denkst du zur Theorie der langen Wellen und dem Kondratjew Zyklus? Hilfreiches Tool oder haltlose Abstraktion? Ich bin auf deinen Kommentar gespannt!

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Der Hype Cycle von Gartner

Wie misst man Innovationen? Der Hype Cycle von Gartner

Was haben Helden und Technologien gemeinsam?

Sie durchleben die gleiche Entwicklung.

Aber der Reihe nach. Die Frage ganz oben Beginn war ja: Wie misst man Innovationen? (Und Disruptionen in diesem Sinne ebenfalls)

Also nicht deren Anzahl, Impakt oder Verweildauer, sondern den Innovationsgrad von neuen Entwicklungen. Den Grad der “Vorfreude” des Marktes und die anschließende Marktdurchdringung gewissermaßen. Denn eine Innovation, die keinen kolossalen Mehrwert bietet, wird wahrscheinlich keine wirkliche Innovation sein. Und eine Innovation ohne eine breite, im Optimalfall skalierte Adaption am Markt ebenfalls kaum.

Wie misst man nun aber diese Innovationen und Ihren Lebenszyklus vom Prototypen im Labor bis hin zur letzten graduellen Verbesserung bis die nächste sie ablösende Innovation Ihren Platz einnimmt?

Aus der Satellitenperspektive betrachtet: am besten mit Annäherungen wie den Kondratjew-Zyklen. Aber ganz konkret und sofort handlungsweisend?

Vorhang auf für den Hype Cycle von Gartner.

Was ist der Hype Cycle (von Gartner)?

Das Buch zum Hype Cycle von Jackie Fenn

Der Hype Cycle, “Hype Zyklus” oder auch “hype cycle for emerging technologies”, wie der bekannteste Vertreter dieser Art heißt, zeigt dem Betrachter auf einen Blick handlich aufbereitet die aktuellen technologischen (Meta)Trends und deren jeweiliger Status Quo.

Er wird jährlich vom Analyseunternehmen Gartner herausgegeben und wurde von der Analystin Jackie Fenn aus den eigenen Reihen das erste Mal in den späten Neunzigern öffentlich eingesetzt. Er umfasst dabei laut Unternehmensaussage mehr als 2.000 Technologien welche zusammengefasst und in Metakategorien eingedampft werden.

Je nachdem, was der Fokus des jeweiligen Hype Cycle ist, wird darauf in der ersten Hälfte des Graphen am meisten Wert gelegt. Beim Hype Cycle for emerging technologies – also dem Graphen für „aktuell anbrandende Innovationen“ – wird logischerweise der Schwerpunkt auf brandneue Entwicklungen aus den wichtigsten Bereichen gelegt.

Passenderweise heißt das Buch von seiner Erdenkerin dann auch im Untertitel “How to choose the right innovation at the right time”* – Wie du die richtige Innovation zur richtigen Zeit auswählst.

Der Hype Cycle besteht in seiner bekanntesten Form aus drei Teilen, dem namensgebenden Zyklus und einer ergänzenden Zusammenfassungsgrafik. Flankiert werden die beiden durch ergänzende und erklärende Texte. Der Hype Cycle folgt dabei immer diesem einfachen Grundmuster:

Das Schema des Hype Cycle von Gartner
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hype-Zyklus#/media/Datei:Gartner_Hype_Zyklus.svg

Die Darstellung des Cycles erfolgt in einem zweidimensionalen Koordinatensystem. Auf der y-Achse ist die Aufmerksamkeit (Erwartungen) für die neue(n) Technologie(n) aufgetragen, auf der x-Achse die Zeit seit Bekanntgabe bzw. Ankündigung bzw. erstem Auftritt.
Wieso dieser Graph dabei aussieht wie ein wild gewordener Seismograf, dazu weiter unten mehr.

Die zusammenfassende Grafik bereitet die gewonnen Erkenntnisse dann nochmal leicht verdaulich und richtungsweisend auf. Hier das Ganze mal am Beispiel des Hype Cycle 2019:

Quelle: https://blogs.gartner.com/smarterwithgartner/files/2019/08/CTMKT_741609_CTMKT_for_Emerging_Tech_Hype_Cycle_Infographic_r1d.png

Für all die, die es noch etwas ausführlicher mögen, folgt daraufhin noch eine Beschreibung der einzelnen Gebiete und am Ende die Möglichkeit für Klienten von Gartner sich den vollen Report zum Hype Cycle herunterzuladen.

Gartner selbst bezeichnet den Hype Cycle in seinem “Information Technology Glossary” als

“…a graphical depiction of a common pattern that arises with each new technology or other innovation. Each year, Gartner creates more than 90 Hype Cycles in various domains as a way for clients to track technology maturity and future potential. The five phases in the Hype Cycle are Technology Trigger, Peak of Inflated Expectations, Trough of Disillusionment, Slope of Enlightenment and Plateau of Productivity.”

 

“Der Gartner’s Hype Cycle ist eine grafische Darstellung eines gemeinsamen Musters, das mit jeder neuen Technologie oder anderen Innovation entsteht. Jedes Jahr erstellt Gartner mehr als 90 Hype-Zyklen in verschiedenen Bereichen, um den Kunden die Möglichkeit zu geben, die technologische Reife und das zukünftige Potenzial zu verfolgen. Die fünf Phasen im Hype-Zyklus sind Technologieauslöser, Höhepunkt der überhöhten Erwartungen, Tiefpunkt der Ernüchterung, Neigung zur Aufklärung und Plateau der Produktivität.”

 

Quelle: https://www.gartner.com/en/information-technology/glossary/hype-cycle Übersetzung: DeepL und eigene Ergänzung.

In kurz: Der Hype cycle ist quasi der Produktlebenszyklus von oben. Ein Technologie-Lebenszyklus.

Schön und gut. Aber was macht man damit?

Wie / wozu setzt man den Hype Cycle ein?

Du kannst es dir mittlerweile sicherlich denken, daher hier in aller Kürze: Der Hype Cycle dient Analysten, Beratern, Investoren und Unternehmen zur Bewertung in der Einführung neuer Technologien.

Also der Einordnung dieser Innovationen in den aktuellen Entwicklungs- und Marktkontext.
Also als Unterstützung der Antwortsuche auf die Frage: “Was machen wir als Nächstes und was lassen wir lieber?”
Wenn es die neueste Idee der Entwicklungsabteilung bereits auf dem Weg zur Marktreife gibt, kann ich mir Zeit und Geld sparen. Logisch, oder?

War aber vor dem Hype Cycle und anderen Visualisierungsformen nie so einfach und umsetzbar. Wie dieser kleine Vergleich mit anderen Optionen zeigt:

Das hat zwar auch seine Schwächen, wie jedes Tool, hilft aber bei schnellen bzw. 80/20 abgewogenen Entscheidungen. Das kann auf den Bereich Bildung und Lernen angewandt zum Beispiel so aussehen und für KI zum Beispiel so.

Es gibt denn auch nicht nur den einen Hype Cycle, sondern eine ganze Reihe von verschiedenen.

Es gibt ihn für Human Capital Management Technology, Digital Government Technology, CRM Sales Technology und natürlich auch den Hype Cycle für Artificial Intelligence. Insgesamt sind es knapp 100 verschiedene pro Jahr.

Immer up to date auf der Originalseite findest du alle Hype Cycle hier.

Was sagen die verschiedenen Phasen des Hype Cycles aus?

Der Hype Cycle unterteilt sich in fünf Schlüsselbereiche:

#1: Der technologische Trigger / Auslöser

Im Optimalfall steht hier eine bahnbrechende Ankündigung, ein Durchbruch sondergleichen. 

Praktisch ist es leider oftmals fast schon egal was den Kreislauf in Gang setzt. Alles was im engen Fachkreis aufhorchen lässt und auch weitere Pressekreise in Aufruhr versetzt, ist gut.

Oftmals zieht diese Stufe direkt Imitatoren und Trittbrettfahrer an, da diese das große Geschäft wittern.

#2: Spitze / Gipfel / Höhepunkt der überzogenen Erwartungen

Was klingt wie der schlechte Name einer Hafenbar ist der Punkt, welchem der Hype Cycle seinen Namen verdankt: Der Siedepunkt des Rummels um die Entwicklung.

Das Telefon steht hier bei den Entwicklern nicht mehr still, das E-Mail-Postfach quillt über. Jeder aus der Branche will jetzt ein Stück vom Kuchen und so entsteht zu einem gewissen Maße eine selbstverstärkende Schleife. Oftmals auch unabhängig vom tatsächlichen Durchbruch. Was unweigerlich zu #3 führt:

#3: Tal der Enttäuschungen

Auch dieser beinahe theatralisch gewählte Name ist ein essenzieller Bestandteil des Hype Cycle. Wie bei einer ausgelassenen Feier sieht am nächsten Morgen bei Licht betrachtet das Ganze doch nicht ganz so rosig aus, wie in der Nacht zuvor. Die Technologie hat entscheidende Probleme, Kinderkrankheiten oder Engpässe bei der Massenfertigung. So oder so: Dem unerreichbaren Hype kann sie nicht gerecht werden, also wird sie fallengelassen und Enttäuschung macht sich breit.

Hier hilft es, einen harten Kern an Unterstützern um sich gescharrt zu haben, um den Einbruch möglichst gut abzufedern und zu überstehen. Und genau damit geht es auch weiter:

#4: Der Pfad der Erleuchtung

Warum die Abschnitte des Hype Cycles benannt sind wie die Kapitel einer japanischen Kurzgeschichte ist mir nicht bekannt, in jedem Fall geht es hier wieder aufwärts. Und zwar oftmals mit voller Kraft. Und ebenso oft nahezu unbemerkt.

Hier werden die entscheidenden Schwachstellen korrigiert, Probleme behoben und stetige Verbesserungen eingewoben.

Und damit die bereits verloren geglaubte Technologie auf den direkten Weg zur Marktreife gehoben. Zum letzten Akt dieses spannenden Innovations-Abenteuers:

#5: Das Plateau der Produktivität

Die Innovation hat es geschafft! Sie hat den müßigen Aufstieg geschafft und ist endlich am Massenmarkt angekommen. Sie wird weiterentwickelt und amortisiert sich. Damit hat sie ihre Reise abgeschlossen. Sie ist von der Innovation zur Alltags-Technologie geworden. Das Happy End einer jeden Erfindung.

Oder anders, in einem Rutsch formuliert:

Zu Beginn des Hype Cycle sieht man einen extremen Anstieg, denn News gehen immer.
Du kennst das, der Start-Transfer von Wissen aus dem Labor auf die Titelseiten läuft meist ungefähr so:
“Es wurde eine Studie veröffentlicht, in welcher eine geringe Wahrscheinlichkeit auf die Möglichkeit besteht, schwere Arten von Krebs durch Nanosilber zu heilen? Mittel gegen Krebs gefunden! Sattelt die Pferde und lockert die Geldbörsen!”

Genau diese unerreichbare Euphorie, dieser buchstäbliche Hype wird im Berg, im Gipfel zu Beginn des Zyklus beschrieben.

Nachdem dieser Flug zum Höhepunkt früher oder später unweigerlich vorbeigeht, geht es unvermeidlich bergab. Das geht dabei ungefähr wie folgt ab:
“Krebs wurde durch die Erfindung nicht vollständig ausgelöscht und die Menschheit zu unsterblichen Göttern welche auf den äußeren Saturnmonden leben?! Kündigt den Entwicklern die Stellen, verstaatlicht das Unternehmen und lasst sie alle eine Lehre zum Floristen machen! Eine Unverschämtheit ist das, schämen sollten sie sich allesamt!”

Und so weiter.

Meist sind die Unternehmen daran selbst nicht ganz unschuldig, bekommt doch derjenige mit dem größten Disruptionspotenzial, der nächsten Durchbruchs-Technologie, dem nächsten “big thing” Geld, Aufmerksamkeit und Verbindungen.
Es ist also sehr verlockend, den neuen Anstrich als weltbewegend zu verkaufen.

Dazu muss man nicht einmal in die Innovationsabteilungen dieser Welt gehen. Ein Blick auf YouTube oder Facebook reicht dazu bereits. Das Schema ist immer das gleiche. Eine Kultur die Extreme liebt, bekommt rund um die Uhr Extreme. Ob es diese gibt oder nicht.

Und selbst wenn die Erfinder, Erdenker und Entwickler selbst gar nichts dafür können, Presse und Journalisten sind durch ununterbrochenen Update-Zwang kombiniert mit der globalen “höher-schneller-weiter” Mentalität unter Androhung ihres Jobverlusts gezwungen, unentwegt die nächste Technologie-Sau durchs Dorf zu treiben.

Der Fall folgt also nahezu alternativlos.

Der wahrscheinlich interessanteste Teil des Hype Cycle kommt allerdings jetzt erst. Denn nachdem bereits alles aus Sicht der Öffentlichkeit verloren scheint und die Aufmerksamkeit dem nächsten Hype zufliegt, wird die Technologie ihrer Erwartung gerecht. Langsam aber sicher wird sie weiterentwickelt, Protototypen werden in erste Serien gegossen und Alpha- und Betaversionen werden zum Testen freigegeben. Und über diesen “Pfad der Erleuchtung”, also kontinuierlicher Verbesserung und Verfeinerung kommt die Technologie irgendwann dann am Ziel an. Dem Tal der Produktivität. Ab hier kann sie serienmäßig eingesetzt werden und alle Welt ist völlig überrollt von dieser “plötzlichen” und bahnbrechenden neuen Entwicklung. (Plötzlich, da der Hype am Ursprung zu diesem Zeitpunkt ja bereits lang vergessen ist. “Innovations-Demenz” in diesem Ausmaß gibt es auch noch gar nicht so lang. Aber das ist eine andere Diskussion)

Es ist ein bisschen wie die klassische Heldenreise. Erst geht es steil bergauf, dann klatscht man auf den Boden der Tatsachen. Und dann rappelt man sich wieder auf und schafft es.

Quelle: https://www.hanseatisches-institut.de/heldenreise/

Du kannst dir den Hype Cycle auch ein wenig wie eine Gamepad-Kombi merken: Hoch-Runter-Rechts. ⬆️⬇️➡️. Schaltet keine Charaktere oder Fähigkeiten frei, führt aber (mehr oder minder) verlässlich zu technologischem Fortschritt.

Beispiele für Hype Cycle Technologien

Es gibt eine Vielzahl von Technologien, welche dem Hype Cycle wie der von Schienen geleitete Wagen einer Achterbahn gefolgt sind. Einige davon sind:

Schön zusammengefasst finden sich diese in dieser passenden Zitatsammlung.

Wie man weniger stark danebenliegt bei seinen Prognosen erläutere ich am Ende meines Disruptions-Artikels.

Ein weiteres Beispiel ist die Robotik. Oft schon wurde die „Robocalypse“ ausgerufen. Dann gerieten die Roboter wieder in Vergessenheit. Nur um sich dann, nicht gänzlich unbeobachtet und doch am Ende völlig überwältigend, aus dem Off auf die Bühne zu entwickeln.

Jetzt weißt du also was die verschiedenen Teile bedeuten. Doch wie wendest du dieses Wissen am besten an?

Wie interpretiere ich den Hype Cycle von Gartner und welche Maßnahmen leiten sich aus ihm ab?

Es gibt drei zentrale Einsatzszenarien des Hype Cycle:

  1. Die Möglichkeit hinter den Hype zu schauen und das tatsächliche Potenzial einer Technologie einschätzen zu können.
  2. Grundlage besserer Entscheidungen durch Risikoreduktion und Richtungsweisung.
  3. Abgleich eigener Einschätzungen und dadurch mehr Sicherheit und Fundament bei Schlussfolgerungen.
Wichtig dabei: Der Hype Cycle allein vermag dabei keines dieser Kunststücke zu vollbringen. Er hilft aber sehr dabei, entsprechend Fahrt aufzunehmen. Wie ich weiter unten auch weiter ausführe.
Hype Cycle Indikatoren
Quelle: https://medium.com/10x-curiosity/the-6ds-of-progress-3823eeb3e77c

Diese Ergänzungen zum Beispiel helfen den Hype Cycle besser interpretieren und einordnen zu können…

Quelle: https://www.logicdata.net/wp-content/uploads/2018/02/graphic_curve.png

…Und wenn man den Hype Cycle mit dem Produktlebenszyklus abgleicht, hat man auf einen Blick eine Einschätzung für Innovation und Adaption(swahrscheinlichkeit) einer Technologie…

… Was ich hier sehr amateurhaft mal beispielhaft gemacht habe. Du siehst: Die zweite Hälfte des Hype Cycle wird für die Marketingabteilung relevant, während die erste für die Entwicklungs- und Forschungsabteilung spannend ist.

Klingt alles in allem nach einem rundum praktischen Tool. Doch wie alles im Leben hat auch der Hype Cycle von Gartner seine Schwachstellen. Doch welche?

Kritikpunkte des Hype Cycle

Wie jedes Werkzeug hat natürlich auch der Hype Cycle seine Schwächen und begründeten Kritikpunkte. Die wichtigsten:

  • Der Hype Cycle basiert auf keiner fundierten, wissenschaftlichen Methode. Er wird trotz verschiedener akkumulierender und entzerrender Zwischenschritte beim Erstellen letzten Endes subjektiv gefertigt. Das sollte man auf keinen Fall vergessen!
  • Was direkt zum zweitschwersten Kritikpunkt führt: So schön und hilfreich der Hype Cycle manchmal auch ist, manchmal ist er schlicht komplett nutzlos. Denn wie weiter unten näher ausgeführt klassifiziert er nicht nur Technologien und deren Entwicklungsstadium. Auch Marketing, Marktentwicklung und die Wahrnehmung der erstellenden Analysten spielen hier gewichtige Rollen. 
  • Obwohl er Zyklus heißt, ist er kein tatsächlicher Kreislauf. Zwar folgen immer auf Lösungen (neue Technologien) neue Probleme, welche neue Lösungen (in Form von Technologien) nach sich ziehen. Dennoch ist dies keine zwingende, kausaler Abfolge. Und vor allem lässt sich diese nicht vorhersehen. Folgt auf die Klimaverbrennung als Folge der Industrialisierung Kernfusion oder Solarenergie? Oder eher Autarkie-Technologien?
  • Aus den beiden obigen Punkten ergibt sich zu einem gewissen Punkt eine weitere Schwachstelle: Die individuelle Technologie ist für den Hype Cycle egal. Ebenso ihre Klassifizierung, potenzieller Impakt etc. Durch die Akkumulation werden individuelle Merkmale zwangsläufig verwaschen.
  • Wie bereits weiter oben leicht scherzhaft angesprochen, sind die Bezeichnungen der einzelnen Stationen relativ nichtssagend und im schlimmsten Fall manipulierend. In jedem Fall sagen sie kaum etwas über den tatsächlichen Entwicklungsstand einer Technologie aus. Für Anwender ist das sogar noch schlimmer: Warum sollte ich mir etwas kaufen, was indirekt als Enttäuschung vermarktet wird? Aus Techno-Masochismus? Auch hier kann sich so die Schleife selbst verstärken und die Prophezeiung selbst erfüllen. Nur in diesem Fall negativ.
  • Für den Technologieentwickler gibt der Hype Cycle nur indirekte Handlungsempfehlungen. Er kann zwar ablesen „Technologie x ist ungefähr auf Stand y“, was er basierend auf dieser Information aber konkret machen kann / soll, ist nicht erkennbar. Ins Marketing investieren? Wichtige Keyfeatures weiterentwickeln? Das Produkt eher in Richtung eines blauen Ozeans ausbauen? Der Hype Cycle dient hier eher als Leitplanke, denn als Navigationssystem.
  • Ein weiterer wichtiger Punkt ist die faktische Technologie-Unabhängigkeit der aufgetragenen Technologien. Um überhaupt in den Cycle aufgenommen zu werden, muss zunächst öffentliches Interesse bestehen. Was unterbunden werden kann, wenn die Technologie vollständig verschwiegen entwickelt wird. Doch damit nicht genug: Um dann weiter auf dem Graphen zu wandern, muss sich die Technologie aus Anwendersicht entsprechend entwickeln. Das aber ist nicht nur von der Technologie, sondern auch von seiner Vermarktung abhängig. Die Technologie eines Unternehmens welches eine kontraintuitive Marketingstrategie verfolgt, wird auf dem Hype Cycle vielleicht hin- und herspringen oder lange gar nicht und dann spontan am Ende auftauchen. Was dann so aussehen kann, wie in diesem sehr lesenswerten Artikel dazu erläutert wurde:
Auch der Hype Cycle hat nicht nur Stärken
Quelle: https://www.linkedin.com/pulse/8-lessons-from-20-years-hype-cycles-michael-mullany

Lösungen für einige dieser Probleme kann der Einsatz alternierender Bewertungsmöglichkeiten- und Schablonen sein. Wie die des „Technology Readiness Leveles“, des TRL’s der NASA. (Hier auf Deutsch beschrieben) Oder dem „Technologie-Lebenszyklus„, dem TLC bzw. dem CMMI, der „Capability Maturity Model Integration“ als spezifischere Alternativen zum Hype Cycle.

In jedem Fall ergibt meiner Erfahrung nach dieser Ablauf Sinn:

  1. Betrachtung aus der Satellitenperspektive. Wo auf der Landkarte befinden wir uns überhaupt? Also grundlagentechnologisch – was flankiert unsere eigene Innovation aktuell und kommend? Hier helfen wie weiter oben angesprochen zum Beispiel die Kontratjew-Zyklen oder abstrakter die Kardashow-Skala. Bzw. die Betrachtung der Disruptionsprinzipien.
  2. Betrachtung aus der Vogelperspektive. Hier zoomen wir etwas weiter rein, um marktspezifischer zu werden. Hier helfen auch Tools wie der Hype Cycle und aktuelle Berichte und Analysen zur Validierung.
  3. Betrachtung aus der Ego-Perspektive. Am Ende des Ganzen wird konkret ausschließlich die entsprechende Technologie und Ihre direkten und indirekten Einflüsse betrachtet und auf dieser Basis entschieden.

Das erfindet das Rad nicht neu, zumindest bis zur Marktreife des Teleporters, funktioniert aber. Und darauf kommt es am Ende des Tages schließlich an.

Hype Cycle 2005, … 2017, 2018 und Hype Cycle 2019 im Vergleich

Wie bereits an anderen Stellen angesprochen gibt es den Hype Cycle von Gartner mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnten. Du möchtest auf einen Blick sehen, wie sich der Hype Cycle 2019 von denen der letzten Jahre unterscheidet?
Zum Glück gibt es dazu bereits eine kleine Bildergalerie im Netz, angefangen beim Hype Cycle von 2005. Diese findest Du hier. Viel Spaß beim Durchleben der Technologie-Nostalgie 😉
Den Hype Cycle 2019 (for emerging technologies) findest Du hier.

Hype Cycle: Fazit

Der Hype Cycle von Gartner ist ein praktisches Werkzeug, welches leicht verdaulich Entscheidungen ermöglicht.

Allerdings gilt wie bei jedem Werkzeug auch hier: Blindes Vertrauen kann ziemlich in die Hose gehen. Im Kontext und flankiert von individuell passenden Alternativ-Tools allerdings kann der Hype Cycle durchaus hilfreich sein.

Wie stehst Du zum Hype Cylce und wie setzt Du ihn vielleicht sogar aktuell ein? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

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Content Marketing

Content Marketing – Oder: Der Caipirinha und das Biest

Content Marketing

Digitalisierung = 1⁄3 Content

Content Marketing. Story Telling. Customer Journey. Beastly. SEO.Was?

Die digitale Welt kann zuweilen ausgesprochen verwirrend sein. Geschwindigkeit und Intensität von Veränderungen in dieser sind oftmals schwer vorhersehbar. Darauf zu reagieren ist auch keine Leichtigkeit. Und es ist keine Bremsung dieser Entwicklungen in Sicht.

Deswegen machen wir es gemäß dem Spruch „Die beste Weg die Zukunft vorherzusagen, ist sie zu erschaffen“. Und drehen den Spieß einfach um.

Wie? Mit herausragenden Inhalten. Einer der drei zentralen Säulen der Digitalisierung.

Content Marketing und Digitalisierung

Doch eins nach dem anderen. Was haben die Digitalisierung und Content denn miteinander zu tun? 

Gegenfrage: Was und warum liest du hier gerade?

Digitalisierung ohne Content ist wie eine Uhr ohne Zeiger. Funktioniert prinzipiell, es fehlt aber ein elementarer Bestandteil. Denn die digitale Welt wäre ohne Inhalte nicht vorstellbar. Oder kannst du dir ein Internet ohne Blogs, Videos, Podcasts oder Bilder vorstellen? Ohne Suchmaschinen die keine Aufgabe mehr hätten? 

Ich jedenfalls nicht. Und die Digitialisierung auch nicht. Denn diese basiert auf Informationen. Und (sinnvolle) Informationen = Inhalt = Content.

Die permanente Verfügbarkeit von immer hochwertigeren Inhalten ist eines der zentralen Merkmale der digitalen Transformation unserer Welt. Und mittlerweile unseres Lebens.
Wer die Zeit vor Wikipedia noch kennt, weiß was ich meine.

Wir nehmen unsere Welt immer stärker über Inhalte war. Das ist in der persönlichen Biographie schon spürbar. Je länger du vor der digitalen Revolution gelebt hast, desto mehr wirst du wissen, was ich meine.

Dieser Effekt ist aber auch soziohistorisch spürbar. Sind wir laut einer Schätzung schon bis zum Abendessen mit mehr Informationen konfrontiert als unsere Vorfahren im Mittelalter in ihrem gesamten Leben.

In kurz: Content, also Inhalte in jeder Form und Farbe, sind schon lang ein elementarer Bestandteil des heutigen Lebens.

Positiv betrachtet heißt das Inhalt = Information. Und Information mit kausaler Kraft = Wissen. Und Wissen = Disruption bzw. disruptives Pozential. Plus: digitaler Content ist skalierbar. Und bei dieser positiven bzw. konstruktiven Sichtweise wollen wir heute auch bleiben.

Damit sind wir direkt im Thema. Wenn Content ohnehin überall ist, wird es immer wichtiger, herauszustechen.

Und genau darum soll es heute gehen: Um Content Marketing.

Legen wir los!

Content Marketing ist eines der wichtigsten Felder zur (digitalen) Markenbildung. Content Marketing ist im Online Marketing generell und überhaupt der beste Tipp wenn es um nachhaltige, hochwertige, organische Nachfrage und Reputation geht.

Aber was zum 😈 ist das überhaupt? Was soll Content Marketing denn sein? Ist nicht technisch gesehen fast alles Content? Kann man nicht argumentieren, dass auch du, wenn du mit deinem Nachbar über die vorteilhafte Aerodynamik deines neuesten Rasenmähermodells sprichst, dass nicht auch das bereits Content Marketing ist?

Da hier mehr Verwirrung als Aufklärung herrscht und ich ein sehr binärer Mensch bin, (Entweder ganz oder gar nicht) nehme ich mich heute umfassend diesem Thema und all deinen Fragen an.

Da ich nicht nur binäres, sondern auch systematisches Vorgehen sehr schätze, gehen wir systematisch vor. (Wer hätte das gedacht) Also, eins nach dem anderen:

 

Numero Uno: Was ist Content Marketing?

Stell dir vor du bist mit deiner besseren Hälfte beim entspannten Mittagessen, ihr sprecht abwechselnd über die aktuellen Entwicklungen in Familie und Weltgeschehen und während sich dein Partner kurz entschuldigt und vom Tisch verschwindet, nimmst du vom Nachbartisch ein Gespräch war.

Du nimmst keine ganzen Sätze auf, denn schließlich bist du ja sozial kompatibel und lauschst aktiv nicht an anderer Menschen Gespräche. Richtig?

Was du allerdings auffängst, sind Wortbrocken wie “Suchmaschine”, “Second Layer”, “Content Marketing”, “Caipi”.

Moment mal. Caipi? Wie Caipirinha? 🍸? Was genau hat der denn dort zu suchen?

Die Nachbarn am Tisch beschließen aufzubrechen, stehen auf und gehen. (Hast du’s mit dem Zuhören vielleicht doch etwas übertrieben? Wo bleiben nur deine Manieren?)

Was dir aber abseits der Cocktailfrage im Gedächtnis bleibt, ist die zum 100.000sten Mal gehörte Wortgruppe “Content Marketing”. Und, wie das manchmal so ist, entschließt du dich jetzt endlich mal tiefer zu graben.

Deine bessere Hälfte erkundet noch immer die Unweiten der Restauranträumlichkeiten, also denkst du im Sitz zurückgelehnt sitzend nach. Was genau könnte Content Marketing denn sein? Bzw. präziser: Was ist Content Marketing?!
Du gehst durch was du bereits weißt oder glaubst zu wissen:

  1. Content bedeutet Inhalt.
  2. Marketing ist irgendwas das macht, dass sich etwas verkauft. (Wenn du es dir aussuchen kannst, etwas von dir)
  3. Du hörst und liest ständig irgendwo davon, und sei es nur in Nebensätzen.
  4. Das Universum möchte, dass du tiefer nachhakst. Ganz offensichtlich. Hätte es dir sonst diesen Impuls beim Mittagessen gegeben? Wohl kaum.

Du überlegst weiter.

Du möchtest dein Handy zücken und recherchieren, doch da bist du ja schon mitten im Thema. Alles was du dazu finden wirst, ist Content, da auf deine Frage sehr wahrscheinlich mit Inhalten geantwortet wird. Und selten, (viel zu selten) mit Caipirinhas. Da haben wir sie wieder! Was hat es nur mit diesen Caipis auf sich?!

Du fragst dich also weiter: Wenn die Antwort auf meine Frage zwangsläufig Content ist, wo ist dabei der Marketingaspekt? Wodurch wird aus Content Content Marketing?

Bekommt er ein hübsches Kleid angezogen? Eine glitzernde Brosche ins Haar gesteckt? Wird die Farbe seines Schweißbandes auf das Muster seiner Schnürsenkel abgestimmt? Kaum.

Du fragst dich also weiter, nur Momente von der erlösenden Suche im Browser deines Vertrauens entfernt, wer oder was bringt das Marketing zum Content?

Und dann stellst du dir die Frage, was willst du denn als Antwort auf deine Frage sehen?

  • Die x-te lieblos zusammengeklaschte, endlose Textwüste?
  • Eine Seite besuchen die länger lädt als du zum Genuss eines Caipirinhas brauchst? (Verdammt, da ist er schon wieder!)
  • 50 Videos bei denen eines langweiliger und verwirrender als das nächste ist?
  • Die Meinung des 5752735473ten selbsternannten Experten, der allerdings außer seiner Selbstkrönung und bunten Bildern auf seiner Seite nichts zum Nachweis seiner “Expertise” vorzuweisen hat?

Nein.

Natürlich nicht.

Du erinnerst dich von Fällen gelesen zu haben, in denen User aus Verzweiflung Firmen gegründet haben, nur weil sie keine Lösung für Ihr Problem gefunden haben.

Und damit hast du ein Gefühl und eine konkrete Erwartungshaltung zum Thema. Und das spürbare Verlangen nach einem Caipirinha. Und das zur Mittagszeit. Dämliches Content Marketing!

Mit dieser Vorüberlegung und dem Zwischenfazit das Content Marketing offensichtlich spannende Inhalte zum Kern hat, starten wir von der Theorie in die Praxis:

Numero Dos: Die Content Marketing Definition

Puh, der härteste Brocken direkt zu Beginn. Um Content Marketing akademisch, wissenschaftlich, praktisch und wirtschaftlich wasserdicht zu definieren, muss man weit ausholen. In meinen (Online / Social Media / Content) Marketing-Kursen habe ich dazu immer mehrere Folien in denen ich mich der ganzen Sache meistens mit einer Pyramide nähere:

Content Marketing im Gesamtkontext des Marketing

Oder, alternativ, auch in Kreisformen:

Content Marketing in systematischer Relation

Content Marketing ist also ein Subbereich des Online Marketings was wiederum ein Unterbereich des Marketings ist… Schnarch.

Da wir hier jetzt (glücklicherweise? 😉 keine 3h+ Zeit haben und du auch nicht hier bist um einen Kurs zu belegen, hier meine persönliche Content Marketing Definition.

Meine Definition von Content Marketing sieht in etwa so aus:

Content Marketing = Inhalte die so herausragend sind / solchen problemlösenden Mehrwert für den Leser und Hilfesuchenden bieten, dass sie für sich selbst und den Autoren werben, sobald sie online stehen.

Oder in einer einfachen Formel:

Content Marketing = (Problem)Lösung (in Form von Inhalten) + WOW!

Das vorausgeschickt zeigt auch gleich sehr einfach und nachvollziehbar, warum ich ein so großer Fan von “Beastly’s” / “Pillar Content” / “Standardschaffern” bin. (Mehr dazu weiter unten)

Also Texten bzw. Seiten, die

  1. holistisch, also ganzheitlich und von vielen Perspektiven betrachtend sind,
  2. präventiv SEO- und lösungsorientiert,
  3. optimal multimedial unterfüttert durch z.B. Podcastelemente, Videos, Grafiken, interaktive Umfragen etc. und
  4. WOW-Mehrwertbietend

sind.

Und erneut denkst du dir: Was? Hätte ich doch bloß nicht meinen Tischnachbarn zugehört! Jetzt habe ich nicht nur Durst, sondern werde schon wieder mit Fremdwörtern beworfen.

Entspann dich. Und suche weiter.

Diesen Rat annehmend widmest du dich nun endlich also der Suche nach der Wahrheit hinter dem Mysterium Content Marketing.

Da du dank deiner kurzen Überlegung jetzt weißt, wonach du Ausschau hältst, sollte das ein Klacks werden. (Und wo bleibt eigentlich dein Partner? Ist dieses Restaurant ein Teilzeitlabyrinth? Versucht da jemand gerade seine täglichen 10.000 Schritte zu schaffen? Oder wartet vielleicht sogar ein köstlicher Caipirinha auf dich mit der Ankunft deiner Liebe? Egal, Fokus!)

Du durchforstest die ersten Seiten, schaust dir Grafiken und Bilder an, klickst dich durch einige Videos und bleibst schlussendlich auf einer Seite hängen.

Auf dieser Seite findest du die Meinungen verschiedener Experten zum Thema. So erfährst du sehr kurz und präzise, dass im Content Marketing eine Vielzahl von Disziplinen eine Rolle spielen, das ganze immer komplexer wird und Technologien wie künstliche Intelligenz vielleicht bald Content in Echtzeit für den User zusammenstellen, bevor dieser auf die Seite klickt.

Hm, denkst du dir, das ist ein guter Einstieg. Im Content Marketing geht es also nicht nur um’s schreiben, sondern auch um Psychologie, Technik, Prinzipien aus dem Journalismus, Emotionen und permanentes Lernen & Testen, da in diesem Feld täglich neues passiert.

Was sagen andere Content Marketing Experten denn dazu?

Hier ein paar ergänzende Auszüge aus einigen der besten Artikel / Beastly’s zum Thema Content von Großmeistern dieser Disziplin:

The secret isn’t WHAT I was writing about… The secret was HOW I was writing about it. And once I cracked the code, my blog took off.

“the audience is king, and content is the castle.”

It’s all about the audience.

Nein, 140-Zeichen bei Twitter reichen nicht aus, um detaillierten Content zu erstellen, der ein Problem löst, Mehrwert liefert, Geschichten erzählt, emotional bewegt und vor allen deine Leser zu Abonnenten, Fans und Kunden macht.

Auf die letzte Aussage gehe ich etwas weiter unten noch detaillierter ein.

Du siehst also: Ich bin nicht der Einzige, der Content Marketing für ausgesprochen sinnvoll erachtet. Weiter im Text.

Du scrollst weiter. Die Frage: “Schön und gut, aber viel zu abstrakt. Gibt es ein konkretes Beispiel zur Veranschaulichung davon?” Kommt in dir auf.

 

Número Tres: Konkrete Content Marketing Beispiele

Noch bevor du diese Frage zu Ende gedacht hast, findest du ein paar Links zu herausragenden Beispielen von Content Marketing. Du schaust sie dir an, lernst nebenbei noch andere Dinge aus Bereichen von denen du noch nie zuvor gehört hast und hast nach der dritten verlinkten Seite bereits ein erstes konkretes Gefühl dafür, worum es geht.

Du gehst zurück zur Quellseite mit den Expertenmeinungen und Beispielen.

Nachdem du jetzt Breite und Beispiele kennst, wären ein paar zusammenfassende Informationsblöcke, Absätze oder Tabellen nicht schlecht. Du weißt von dir, dass du am meisten behältst, wenn du nicht nur liest und denkst, sondern wenn du auch etwas… etwas… ja etwas buntes zum Beispiel dabei hast.

Und erneut, während du diesen Gedanken ausformulierst und durch dein Cranium schickst, öffnet sich dir beim runterscrollen eine handliche Infografik, welche die wichtigsten Informationen hübsch aufbereitet zusammenfasst.

Die Content Marketing-Rezeptur für Superheldeninhalte

Du denkst dir: Wow, genau was ich brauche zur richtigen Zeit. Find’ ich gut!

Und während du darüber nachdenkst, was genau dich gerade so erstaunen lässt, kommt auch schon deine bessere Hälfte wieder.

Erfreut erzählst du ihr von deinem Inhalts-Abenteuer der Pause in eurer Mittagspause.

Nur einen Caipirinha hat sie leider nicht mitgebracht.

Eingedampft und destilliert: Die Content Marketing Grundlagen

So viel zu deinem erleuchtenden Mittagessen.

Ich hoffe du hast jetzt schon eine Idee von Content Marketing, falls nicht: Keine Sorge. Nachdem wir Breite und Beispiele haben, geht es jetzt in die Tiefe.

Und zwar in drei Schritten:

  1. Die besten Ressourcen
  2. Ein Leitfaden zu den besten Strategien
  3. Für die Nimmersatt’s: Weiterführende, vertiefende Angebote, Dienste etc.

Legen wir also los! Content Marketing wir kommen:

Nochmal in Kürze: Was ist Content Marketing?

Für den Ungeduldigen Teil in dir, und jeder hat diesen Teil, die Antwort auf die Frage “Content Marketing was ist das?” in Kurzform:

  1. Content Marketing ist jede Form von Inhalt die prinzipiell imstande ist für dich durch die Botschaft ihrer Existenz eine (positive) Aussage zu treffen. Das heißt Content Marketing ist:
  2. Bild, Ton, Video, Text, Interaktives, Quizzes, Songs (ja, auch die!) etc.
  3. Ich bin der Auffassung, dass Text dabei wahrscheinlich die beste Form ist, einfach weil du ihn bearbeiten und aktualisieren kannst, nachdem er veröffentlicht ist. Mach das mal mit einem großbudgetierten Video. (je nach konkreter Situation kann das aber natürlich auch anders aussehen)

Einwurf in der Box

Wenn du mehr Breitenwissen zu diesem Thema möchtest, Google einfach mal “holistischer Content”, “Content Cluster” oder “ganzheitliche Inhalte”. Andere Synonyme sind "WOW-Content", "Superhelden-Content" und "Hero-Content".
Schreib’ mir gern was du dir hier noch wünschst, ich versuche es dann beim nächsten Update des Artikels mit einzubauen. (Oder wir besprechen es direkt im Rahmen einer meiner Kurse)

Alright? Dann weiter im Text.

Die besten Ressourcen #1: Welches Content Marketing Buch kann ich empfehlen?

Im Wesentlichen empfehle ich nur zwei Bücher wenn ich diese Frage gestellt bekomme, ansonsten besteht der Großteil aus “Build – Measure – Learn” wie es im Lean Startup Jargon so schön heißt.
Also Machen, Ergebnisse anschauen, justieren und von vorn. Um punktuelle Recherche und kontinuierlicher Verbesserung kommst du hier wie in jedem digitalen Gebiet also definitiv nicht herum.

Meine zwei Buchempfehlungen sind:

Erfolgreiche Webtexte” von Sabrina Forst.

Ich nutze es vor allem wenn ich Texte für Landing Pages baue und nachschauen möchte, ob ich Teile meiner Zielgruppe vergessen habe, bzw. wie ich meine Zielgruppe generell noch besser anspreche. Dafür allein wirkt dieses Buch meiner Meinung nach Wunder.

Think Content” von Miriam Löffler unter der Flagge des Rheinwerk Verlages.
Wie immer bei den Büchern des Rheinwerkverlages ist dieses ein hervorragendes Fundamentwerk. (Ich kann auch die Bücher zu SEO und Social Media Marketing sehr empfehlen, aus den gleichen Gründen) Wenn du einen umfassenden Überblick zum Thema haben willst, ist dies deine erste Adresse.
Eine gute Faustregel: Immer wenn du ein Buch in dieser Form und Aufmachung im Bereich Online Marketing in den Händen hast, weißt du, dass es ein wirklich gutes ist. Autoren und Verlag schaffen mit diesen Schriften ein Grundlagenwerk nach dem anderen. Und auch wenn es nicht das EINE Content Marketing Buch da draußen gibt, ist dies ein hervorragender Start um tiefer in das Thema einzutauchen.

Die besten Ressourcen #2: Weitere Ressourcen zum Content Marketing

Da Content Marketing digital stattfindet, verändern sich hier naturgemäß Inhalte, Regeln, Tools, Best Practises etc. nahezu im Minutentakt.
Aus diesem Grund habe ich einige Newsletter abonniert, welche mir automatisiert diese Trends in mein Postfach spülen, schaue sonst gern gezielt nach den Meinungen meiner persönlichen Vorbilder und Inspirationen in diesem Bereich auf deren Webpräsenzen, oder google mich sehr speziell zu den Fragen die ich habe durch.

In 5-10 Minuten nach etwa den ersten 5-8 Treffern bei Google hat man meistens einen ganz guten Überblick und kann von dort aus entweder tiefer eintauchen oder hat bereits seine Antwort.

Auch [Suchbegriff] + “Infografik” wirkt manchmal Wunder. Also z.B. “Online Marketing Infografik” bei Google Bilder findest du hier schnell 5-10 gute Grafiken welche dir ein schnelles Gefühl für das “Was” des Themas bieten.

Darüber hinaus, wenn es wirklich tiefer, spezieller oder anderweitig intensiver wird, kann ich Podcastepisoden zum jeweiligen Thema empfehlen. (Einfach [Thema] + “Podcast” bei Google eingeben. Also zum Beispiel “Kohlrouladen Podcast”)

Und als letzte Idee: Schreib’ einfach eine Mail / einen Kommentar bei Facebook / YouTube / unter dem Blogpost um den es geht / Woauchimmer unter dem Inhalt der dir deine Fragen aufgeworfen hat. NACHDEM du recherchiert hast und wohlbegründet nicht weiterkommst. Nicht einfach nur weil du zu faul zum suchen bist! (Ich sag es sicherheitshalber dazu, auch wenn DU natürlich niemals derartiges tun würdest. Richtig?)

Manchmal hast du dann das große Glück, dass andere User dir helfen und manchmal kommentiert sogar der Autor selbst / antwortet dir auf deine Fragen.

So. Nachdem wir uns nun also einen minimalen Überblick zum Thema geschafft haben, wird es jetzt konkreter. Auf zur Praxis.

 

Was ist die beste Content Marketing Strategie?

Die beste Content Marketing Strategie ist die, die das Problem deines Kunden am besten löst. (Bzw. ihm am besten dabei hilft, das zu werden, was er werden möchte)

Angelehnt an Seth Godin’s Definition von Marketing ist das meine mehr oder minder generelle Antwort auf diese Frage.

Etwas detaillierter sitzt eine erfolgversprechende Content Marketing Strategie in der Mitte von dem was du kannst und dem, was dein Kunde möchte. (Und mit den Medien und Inhalten umgesetzt wird, die zu deinem Kunden passen und er sich wünscht und die du auch bieten kannst)

Also da:

Die beste Content Marketing Strategie ist zielgerichteter Mehrwert

Wie genau du deine Content Marketing Strategie umsetzt, mit welchen konkreten Schritten, Plänen, Tools zur Unterstützung und sonstigen Rahmenbedingungen, dazu gibt es eine ganze Reihe hervorragender Guides.

Da diese sich ständig ändern und in diesem Thema ununterbrochen neues hinzukommt, (wie in jedem digitalen Thema, siehe oben)
schlage ich dir einen Klick hierauf vor. Der sollte zeitlos deine Probleme lösen 😉

 

Die richtige Content Strategie #1: Der Content Marketing Prozess & Content Marketing Plan

Den Content Marketing Prozess unterteilt jeder Marketer anders. (Menschen die Marketing betreiben nennt man auch Marketer, wieder was gelernt 😉
Manche starten beim Brainstorming, andere bei der Frage nach den Problemen des Kunden. (Also frag deinen Kunden ruhig)
Wieder andere starten bei der Buyer Persona, also der “Personenskizze deines Musterkäufers”. Diese ist zum Beispiel hier sehr schön beschrieben.
Und dann gibt es auch noch die Spezialisten, welche den Content Marketing Prozess beim Content selber beginnen. Also mit der Grundsatzfrage: Was genau wollen wir für wen aus welchem Grund mit welchem Ziel und welcher Messung der erfolgreichen Zielerreichung in welchem Zeitraum überhaupt machen?

Meistens in mehr als einem Satz formuliert, aber im Kern geht es manchmal auch mit dieser Schachtelfrage los.

Was ist denn nun aber der perfekte Startpunkt und wie geht es optimalerweise weiter mit meinem Content Marketing Prozess bzw. Content Marketing Plan?

Nun, das hängt davon ab.

Wovon? Von

  1. Deinem Ausgangspunkt
  2. Deiner Kundenkenntnis
  3. Deiner Erfahrung im Digitalraum
  4. Deiner Erfahrung / deinen Erfolgen mit Content
  5. Deiner Zielstellung

Daher sieht der Content Marketing Prozess eines “25-Mann Frau und Hund NGO’s mit dem Thema Guerilla Gardening” sehr anders aus, als der einer 2-Frau Möbelpoliturfirma. Und beide sehen anders aus als der eines One-Man IT- Solopreneurs.

Ich empfehle generell zwei Dinge:

  1. Experimentiere so lang bis es klappt in einem Rahmen der das auch zulässt.
  2. Finde einen Superfan. Mache ihn glücklich. Sprich mit ihm. Mache ihn dauerhaft glücklich. Dann finde 10 Superfans. Dann 100. Dann 1.000. Wenn du 1.000 Superfans hast, hast du a) alle notwendige Erfahrung und b) andere Zielstellungen und Herausforderungen.

Was einen Superfan ausmacht, wie du ihn findest und vieles mehr erfährst du in diesem Blogpost. (Der zu den 10 Posts zählt, für die ich am meisten im gesamten Marketing dankbar bin. Danke Kevin Kelly, danke das du da bist!)

Es kann sein, dass Podcasts genau das richtige für dich und deine Zielgruppe sind. Kann auch sein das Blogartikel der Way to go sind. Oder YouTube Videos. Das ist unmöglich pauschal vorherzusagen und ändert sich auch konstant über die Zeit. Also frage entweder deine Kunden / Fans wenn du schon welche hast oder probiere einfach das aus, was dir am meisten Freude macht. Denn meistens ist das auch das, was die Message und Authentizität am besten transportiert.

Und der Rest ist kontinuierliches besser werden. Kaizen Ahoj!

Es gibt eine ganze Reihe von verschiedensten Ansätzen zum Thema Content Strategie, von kurz und knackig bis hin zum Projekt of its own. Da du aber vermutlich keine Dissertation über die Erstellung, Ausführung und Prüfung der Content Strategie schreiben möchtest, hier zum Schluss dieses Abschnitts was mir hilft, die W/W-nicht Fragen:

  1. Was (ist das Ziel der Strategie) / Was (ist es) nicht?
  2. Warum (setzen wir diese Content Strategie ein) / Warum nicht?
  3. Wer (Ist die [Kern]zielgruppe) / Wer ist es nicht?
  4. Wo / Wo nicht?
  5. Wann / Wann nicht?

Wenn du diese Informationen hast, kannst du daraus entspannt Personas generieren, POST-Frameworks füttern und auf Nachfrage Reports füllen.

Content Marketing Strategie #2: Content Marketing Ziele & Content Marketing Kpi’s

Nachdem du jetzt also weißt, welche Kanäle du nutzen / ausprobieren möchtest, stellt sich die Frage der Zielstellung. (Oder davor. Wie gesagt, wann du dir welche Frage stellst ist dir überlassen)
Das kann ganz simpel sein “In den nächsten 4 Wochen, also bis zum xx.xx.20xx möchte ich y Blogartikel veröffentlicht haben”.

Oder auch “Im 3. Quartal 20xx möchten wir mit unserem Content bei einer Conversionrate von 10% insgesamt 10 oder mehr Produkte yxz verkaufen und dabei 1.234 € verdienen”

Und alles dazwischen.

Wichtig sind hierbei drei Dinge:

  1. Der Unterschied zwischen Ziel und KPI
  2. SMARTE Definitionen
  3. Der Unterschied zwischen Actionable und Vanity Metrics

Heiliger Klabautermann was wird denn jetzt auf einmal mit Fremdwörtern um sich geschmissen! Kann er denn nicht auf Deutsch schreiben?

Kann er. Da du aber immer wieder auf diese spezifischen Begriffe treffen wirst, ist es wichtig, dass wir sie hier “im Original” vorstellen.

Hier die Übersetzung und Bedeutung des eben eingebrachten Worthaufens:

NameAuf DeutschBedeutung
ConversionrateKonversionsrate(Prozentuale) Anzahl der User, die von einer Stufe zur nächsten gehen. Also z.B. vom Leser zum Abonnenten werden.
ZielJa ne is klar nechDein Leitstern in einem spezifischen Bereich. Und da Erfolg das erreichen selbst gesteckter Ziele ist, essentiell für Erfolg.
KPILeistungsindikatorUnd HIER haben wir ihn auch endlich! Den Grund für den Caipi! (KPI = CAIPIrinha) Na bist du jetzt zufrieden?
SMARTIntelligentEin gutes Ziel ist Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminiert
Actionable Metric

Umsetzbare / “Handlungs-

empfehlende” Metrik (Freestyle übersetzt)

Versetzt dich in die Position, basierend auf dem Wert eine konkrete Handlung auszuführen bzw. konkrete Schritte einzuleiten und umzusetzen.
Vanity MetricEitelkeits-MetrikMist statt misst. Aus einem solchen Wert nimmst du nichts als eine Streicheleinheit fürs Ego mit. Ansonsten bringt sie dir wenig bis nichts. Oftmals verbirgt sich hinter der Vanity Metrik die eigentliche Actionable Metrik. (Also z.B. hinter der Downloadzahl die Zahl der In-App-Käufe oder hinter Seitenaufrufen die Zahl der Newsletterabonnenten)
Content Marketing - Der KPIrinha und das Biest
Wie merkt man sich am besten "KPI"? Durch einen phonetischen Partner: Den Caipi-rinha!

Der kleine Helfer zu jeder Stunde: Das Content Marketing Tool

Wenn du ein Content Marketing Tool suchst, musst du vor allem gut selektieren und auswählen.
Denn Tools die dich bei deinem Content Marketing Prozess unterstützen, gibt es wie Muscheln am Meer. Vielleicht sogar noch mehr. Ich zähle hier einfach mal meine Top 10 auf:

  1. Canva
  2. Google Docs in allen Formen
  3. Die Adobe Suite. (Wobei ich diese aktuell kaum nutze. Aber hilfreich ist es definitiv Sie zu haben bzw. sich mit ihr auszukennen)
  4. Der Tomato Timer (Mehr für meine Produktivität, aber ohne die kein Content, zählt also auch, oder? 😉
  5. Audacity (Für Podcasts)
  6. Zoom (Für die Aufnahme von Interviews)
  7. Ubersuggest (Für die Keywordrecherche und um ein “Suchgefühl” für ein Thema zu bekommen)
  8. Evernote
  9. Filezilla
  10. Dropbox

Generell gilt auch hier: (Wie überall im Leben) Probiere aus, sammle Erfahrung und baue dir deinen eigenen Werkzeugkasten mit Content Marketing Tools zusammen. Denn letzten endes brauchst du eine Lösung, die für dich und niemand anderen funktioniert. Denn du bist ja der springende Punkt am Hebel der Erstellung.
Also: Testen, Ergebnisse protokollieren, Fazit ziehen, und von vorn.

Kleines Gimmick: Das interessanteste Content Marketing Tool das ich bis jetzt noch nicht eingesetzt habe: Lumen5. Dieses wandelt per künstlicher Intelligenz Text in Video um. Ziemlich coole Kiste, ich habe nur bisher noch nicht den richtigen Einsatz dafür gefunden.

Zu guter Vorletzt: Ein Content Marketing Strategie Beispiel (Und was für eines)

Alles schön und gut. Aber du brauchst etwas fassbares. Etwas zum anfassen. Ein konkretes Content Marketing Strategie Beispiel. Ich geb’ dir direkt das beste. Den Beastly. Here we go:

Die Königsklasse des Content Marketings: Hero-Content / Der “Beastly”

Ein Beastly / Pillar / Superheldeninhalt / Standardschaffer wie man ihn sinngemäß übersetzen kann, schafft, wie es der Name schon sagt, einen neuen Standard. Und zwar in

  1. Seiner spezifischen Nische / seinem Thema
  2. Der formulierten Sprache

Ich habe es weiter oben ja schonmal angedeutet, ich halte Beastlys für eine der besten Möglichkeiten des Content Marketings. Einerseits weil er eine so umfassende und ganzheitliche Betrachtung und Auseinandersetzung mit einem Thema ermöglicht, andererseits weil er so flexibel und einfach verschiedenste Contentformen in sich vereint. Im SEO wird er zuweilen gar als “neuer heiliger Gral” gepriesen. Die Vorteile sind mannigfaltig, ein Beastly:

  1. Skaliert hervorragend (Es ist keine Seltenheit, dass ein einziger Beastly für mehrere Dutzend bis Hundert Keywords rankt)
  2. Wird kontinuierlich besser mit der Zeit (Da es Top-notch Content ist, verbessern sich seine Rankings stetig. Unterstützt kann das ganze noch durch regelmäßige Updates basierend auf den Rankingveränderungen werden)
  3. Kann mit wenig Aufwand aktuell und auf dem Stand der Kunst gehalten werden (Da der Großteil einmal steht, reicht oftmals eine Stunde für ein Update aus, welches sich über die Zeit aber deutlich bemerkbar macht. Und wenn man das oft / lang genug macht, hat man irgendwann auch ein potenzielles digitales Produkt was man ergänzend verkaufen kann. [Manchmal kommt sogar explizit die Nachfrage danach, hier gilt es individuell zu entscheiden])
  4. Eignet sich hervorragend als potenziell viraler Inhalt
  5. Ist vom Fleck weg zeitlos, u.U. selbst bei sich stark verändernden Themen, da er dann auf die Grundlagen der Veränderung eingeht

Es gibt noch eine Reihe weiterer Vorteile, für ein erstes Gefühl sollte das erst einmal reichen. (Mehr findest du in meinem kostenlosen Whitepaper zum Thema)

Die Content Marketing Strategie dabei ist offensichtlich: Der mit Abstand beste Content zieht die Leute am stärksten / meisten / längsten an. Und bringt sie dazu weiter mit dir zu interagieren. Denn da du dich offensichtlich nur durch einen einzigen Artikel / eine Einzige Seite bereits als Experte positionieren konntest, bist du der erste Ansprechpartner für weitere Fragen.

Und da du von Sekunde 1 an die Inhalte deines Beastlys direkt auf die konkreten SEO-bestätigten Fragen der Webgemeinschaft zurechtgeschnitten hast, kommen die User auch wie automatisch in immer größerer Zahl zu diesem Artikel.

“Ultimative Ressourcen” bzw. Beastlys sind mein persönlicher Favorit wenn es um Content Marketing Strategien geht. Denn ein Beastly vereint alles in sich.

Allerdings ist diese Content Marketing Strategie auch eine der anspruchsvollsten, weil die Orchestrierung aller Inhalte, der systematische Aufbau, der gezielte Feinschliff, das spätere feinjustieren ein relativ tiefes Verständnis aller Bestandteile sowie der strategischen Vogelperspektive voraussetzen.

Wenn du selbst einen Beastly erstellen möchtest, empfehle ich die unten weiter ausgeführte, Schritt für Schritt erklärte  Vorgehensweise.

In dieser konkreten Form das erste Mal bei Pat Flynn in diesem sehr lesenswerten Artikel gesehen, dort allerdings nur als Nebenaragraph. Die Idee ist allerdings nicht neu und gibt es schon lang vor ihm. Auch Guides dazu gibt es mehr als genug.

Wie gesagt ausführlich gehe ich darauf in meiner Content Marketing PDF: How to Beastly näher ein. In Kürze liegt “Beastly” Content auf der “Landkarte des Inhalts” ungefähr hier:

Was ist Content Marketing visuell erklärt

Nehmen wir an, eine kurze Twittermeldung stellt das eine Extrem im Content dar. (Äquivalent gilt für Video ein Vine, für Podcasts eine WhatsApp-Sprachnachricht und für Bilder ein Favicon)

Kurz, knackig, präzise auf den Punkt. (Im Optimalfall)

Hier ist nicht viel Raum zum experimentieren, erklären oder erläutern. Es heißt nicht umsonst StatusMELDUNG und nicht StatusBERICHT.

Auf der anderen Seite der Skala hingegen haben wir das Magnum Opus, das persönliche Meisterwerk. “Ideen” von Watson fällt mir da auf Textseite ein. Der eine oder andere 24-Stundenclip auf YouTube als Beispiel für Videos. Der Punkt ist klar:
Ein Magnum Opus ist das beste Stück Content zu dem du in deinem Leben fähig bist.

Dazwischen haben wir den “normalen” Blogpost und ihm aus Sicht der Mitte gegenüber den Beastly.

Blogposts können nur 50 Wörter umfassen, meist werden alle Artikel ab 300 bis 600 Wörter Umfang allerdings dazu gezählt. Und von dort auf dann aufwärts. Auch ein Beastly ist technisch gesehen ein Blogartikel. Selbst ein Magnum Opus kann einer sein.

Ein Beastly ist, wie der Name bereits sagt, ein „Biest“ von Inhalt. Also ein Blogbeitrag so voller Mehrwert, Tipps und Tricks und hilfreichen Anleitungen, dass er einen regelrecht anspringt. Und nicht mehr loslässt.

Solche „Mehrwertmonster“ lassen sich in nahezu 99% aller Fälle nicht mit weniger als 1.000 Wörtern schreiben, wenn wir beim reinen Text bleiben. Und so kommen wir zu einer noch feineren Art der möglichen Unterteilung auf der Content Marketing Landkarte. Der Einteilung nach der Wortanzahl:

Die Content Marketing Landkarte

Je nach Experte und SEO-Saison beginnen Beastly’s bei 1.000 bis 2.000 Wörtern. Ab 5.000 Wörtern ist es ziemlich sicher einer. (Mehrwert statt Blähwert vorausgesetzt)

Alles über 50.000 Wörter ist dann eher ein Buch.

Signifikante positive Resultate erzielst du bereits ab 1.000 Wörtern +. Ab 2.000 Wörtern oder mehr bist du auf der sicheren Seite, wie diese Umfrageergebnisse zeigen:

Content Marketing Blog Statistiken
Quelle: https://www.orbitmedia.com/blog/blogging-statistics/

Wie im „Infografik-Onepager“ weiter oben bereits zu sehen war, ist herausragender Content in spezifischen Dimensionen besonders. Ob du es mit potenziell holistischem Content bzw. Pillar Content zu tun hast, kannst du auf einen Blick erfassen. Mit einer Kursen Analyse per Netzdiagramm:

Beastly Content Dimensionen

Mehr Content Marketing in meinem Whitepaper!

Wenn du mehr über Erstellung, Klassifizierung, Unterscheidung und Anwendung von herausragendem Content wissen möchtest, ist mein kostenloses Whitepaper genau das Richtige für dich! 
Auf 23 Seiten erfährst du in diesem:
  • Vor- und Nachteile von langen, inhaltsdichten und mehrwertintensivem Content
  • Kurze und präzise Fallstudien und Analysen zu erfolgreichem Content Marketing
  •  Bestandteile erfolgreicher Inhalte
  • Konkrete Schritt für Schritt Anleitung zur eigenen Erstellung
  • Vieles mehr.

Mehr zur Analyse von Inhaltsqualität- und Güte findest du in meinem Whitepaper zum Thema oder in meinen Kursen.

 

Jetzt aber mal konkret: Content Marketing Best Practice

Wenn du komplett neu in ein Thema startest bzw. darüber von Null aus schreiben willst, empfehle ich Eine Mischung aus Tim Urbans Ansatz, dem “SEO-Clustern”, einigen Tipps von anderen erfolgreichen Bloggern und meiner Erfahrung:

  1. Starte mit Wikipedia, klicke dich dort durch die Fußnoten, Links im Text etc.
  2. Lies die Artikel der ersten 20-30 Seiten von Google. Ja, Seiten. Nicht Ergebnisse. (Mein Tipp)
  3. Fasse dir die Punkte und Argumente zu Inhaltsclustern zusammen und ergänze bis sich der Großteil doppelt
  4. Schau dir YouTube Videos an. So lang, bis du selbst sagen kannst: “ha, das wusste ich!”
  5. Lies dir die besten 3 – 10 Bücher zum Thema durch.
  6. Abonniere ggf. einige Newsletter. (Optional: Setze dir Google Alerts zum Thema)
  7. Markiere dir in deinem Dokument an welcher Stelle du mit welchen Inhalten arbeiten möchtest. (Wo soll eine Infografik hin, wo ein Interview, wo ein Video etc.)
  8. Mache eine SEO-Recherche und ordne deine Inhalte danach thematisch
  9. Leg los und fang an zu schreiben!
  10. Hol dir ggf. ergänzende Expertenstimmen
  11. Mach einen ersten Gesamt-Feinschliff
  12. Brainstorme die passende(n) Überschrift(en)
  13. Release the Kraken! (Veröffentliche deinen Beastly)
  14. (Optional aber hilfreich: Lies dir Kommentare durch, sowohl direkt unter dem Artikel als auch in den sozialen Medien, auf Portalen in denen deine Grafiken aus dem Beastly eingebunden wurden etc. Gehe je nach Frage auf diese im Beastly ergänzend ein. [z.B. unter dem Fazit])
  15. (Optional aber hilfreich 2: Update deinen Beastly regelmäßig basierend auf Fragen die dir gestellt wurden, Veränderungen im SEO, Inhalten die du noch anfügen möchtest etc. Mach etwas unvergleichliches und zeitloses aus deinem Beastly!)

Seinen Schreibprozess hat der Großmeister des Contents Tim Urban übrigens in dieser wunderbaren Podcastepisode mit Tim Ferriss verraten. Kann ich sehr empfehlen. (Auch und vor allem wegen seinen spannenden Zukunftsgedanken ab ungefähr Minute 40.

Von wegen Beastly. Warum hört der Artikel hier schon auf? Ich will mehr!

Ok Ok! Schon gut!

 Wenn dir das hier als Übersicht nicht genug ist, die weiterführenden Links deine Neugierde nicht zu stillen vermögen und dir die Bücher auch nicht ausreichen, habe ich vielleicht noch eine letzte Rettung für dich.

Wie weiter oben bereits erwähnt, gebe ich das eine oder andere Content Marketing Seminar beziehungsweise einen Content Marketing Workshop. (Wenn die Nachfrage da ist) Das ganze geschieht entweder offline oder als Content Marketing Online Kurs. Du kannst dich hier anmelden. (Oder per Klick auf die großen grünen Buttons)

Was passiert nach der Anmeldung? Nun zuerst einmal hast du dir dann einen Platz auf der Warteliste gesichert. 

Ich melde mich spätestens bei dir, sobald die Teilnehmerzahl stimmt und ich die Kapazitäten frei habe, mit allen wichtigen Daten.

Ich sprach ja von Seminar / Workshop. Warum? Weil ich alles anbiete. (Nachfrage vorausgesetzt) Es ist wie beim Schmied des Vertrauens. Alles aus einer Hand. In diesen Formen kann das Ganze umgesetzt werden:

Content Marketing Seminare

Mehr von mir #1: Meine Content Marketing Seminare

Content Marketing Seminare mit mir umfassen mindestens die nachfolgenden Punkte:

  • Was ist Content Marketing und was ist es nicht?
  • Welche Tipps und Tricks gibt es beim Content Marketing?
  • Welche Medien- und Medienkombinationen ergeben wann Sinn?
  • Wie kann man Content Marketing als Starter, Fortgeschrittener und Erfahrener am besten auf die nächste Stufe bringen? 
  • Welche Content Marketing Maßnahmen sind effizient? Welche nicht?
  • Gemeinsame Liveübungen
  • Gemeinsames dekonstuieren und bewerten von Praxisbeispielen
  • Guidelines, Checklisten und Anleitungen zur Orientierung im alltäglichen umsetzen
  • Uvm.

Ich halte Content Marketing Seminare gern bevorzugt in Leipzig, Berlin oder Dresden. Wenn gewünscht und beiderseits passend, komme ich aber auch gern an andere Orte. Wir finden definitiv eine Lösung!

Content Marketing Workshops

Mehr von mir #2: Content Marketing Workshop’s

Im zweiten Teil meines Angebots rund um Content, dem Content Marketing Workshop, wird es vor allem praktisch. Hier klären wir Fragen und setzen Projekte um zu z.B.:

  • Was ist ein Podcast? Wie funktioniert er? Warum sind Podcasts gut? Wie setze ich selbst einen um? Welche Erfolgsfaktoren gilt es zu beachten?
  • Wie funktionieren Infografiken? Was hat es mit Ihnen auf sich? Wie kann ich schnell, kostenlos und ohne Vorkenntnisse Infografiken erstellen?
  • Wie funktionieren Umfragen und Quizze? Welche Vorteile bieten ihre Echtzeitvarianten? Welche Tools haben sich bewährt?
  • Was kann ein Redaktions- bzw. Content Management Plan? Welche Vorteile bringt er? Wie wende ich ihn an?
  • Welche Tools begleiten mich im Content Marketing Alltag?
  • Uvm.
Hier gilt das selbe wie in Punkt 1: Ich halte Workshops gern in Leipzig, Berlin oder Dresden. Bin aber auch gern bereit die Republik für unser gemeinsames Event zu durchqueren.
 
Mein Content Marketing Online Kurs

Mehr von mir #3: Mein Content Marketing Online Kurs

Der Content Marketing Online Kurs bildet den Schwerpunkt meines Angebots rund um das Thema Content Marketing. In diesem behandle ich die oben genannten Inhalte. (Mit individuell gelegten Schwerpunkten) Zusätzlich lassen sich hierbei hervorragend die Möglichkeiten der digitalen Technik ausspielen.

Ich kann also live Beispiele im Browser auseinandernehmen, Teilnehmer können problemlos ihre Bildschirme teilen und das Ganze ist selbstredend ortsunabhängig. Weitere Vorteile des Content Marketing Online Kurses sind:

  • Aufzeichnung und Speicherung des gesamten Kurses.
  • Keine expliziten Schulungsräumlichkeiten notwendig.
  • Content Marketing Tools können direkt in echter Umgebung angewandt werden.
  • Meist kostengünstiger aufgrund der geringeren Vorbereitungs- und Planungsmaßnahmen.
In Planung - Ausbildung zum zertifizierten Content Marketing Manager

Mehr von mir zum Thema #4: Der Content Marketing Manager

Da die Frage immer wieder kommt und ich mittlerweile auch eine zufriedenstellende Antwort darauf bieten kann: Ja, Über kurz oder lang werde ich (wahrscheinlich) aus diesem Kurs eine zertifizierte Weiterbildung machen. Wobei „ich“ dabei mich, eine Reihe von anderen hochkarätigen Dozenten und verschiedenen Institutionen meint wie es aussieht. Wie kurz oder lang genau die Reise zum eigenen Content Marketing Manager-Kurs wird, entscheidet die Bürokratie, ich bin dran. Wenn du als erstes davon erfahren möchtest, melde dich am besten in meinem Newsletter an.

 

Fazit

Meiner Meinung nach ist Content Marketing die beste Form des Marketing. Und ein gewaltiger Teil der digitalen Transformation selbst. Ich wage sogar die These: Ohne Content Marketing gäbe es die wahnsinnige Geschwindigkeit der Digitalisierung nicht. 

Und Content Marketing ist die Marketingform, die am meisten Spaß macht. Weil sie niemals endet und man in jeder beliebigen Richtung ununterbrochen neue Dinge dazulernen kann.

Wenn du dich jetzt fragen solltest: “Hm. Schön und gut, aber gibt es auch Content Marketing Jobs? Kann man damit Geld verdienen? Ist das ganze nur ein nett gemeinter Zeitvertreib?” Dann lass mich mit diesem Zitat schließen:

“Der Markt für Content Marketing ist in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert. Wer als Content-Marketing-Agentur trotz des großen Wettbewerbs 2018 nicht zweistellig gewachsen ist, hat etwas falsch gemacht.”

Aber dazu an anderer Stelle mehr. (Wenn gewünscht)

Wie stehst du zum Content Marketing? Und wie fandest du diesen Beastly-Artikel? Schreib es mir gern in die Kommentare!

Disruption

Disruption: Welche Technologien und Geschäftsmodelle sind disruptiv? (Und warum?)

Disruption

Das Geheimnis der Disruption

Disruption. Wortgewordene radikale Veränderung in allen Bereichen. Gefürchtete Bedrohung für die einen, schnellster und bester Weg zu Reichtum, Glück und kollektivem Fortschritt für die anderen.

Machen wir uns nichts vor. Auch wenn Disruption mittlerweile gelegentlich zum blutleeren Buzzword und Antwortautomatismus in Gründerkreisen verkommt, ihr Kern birgt gewaltige Potenziale und Auswirkungen.

Und so ist Disruption wahrscheinlich eines der wichtigsten und zugleich missverstandensten Worte unserer Zeit. (Also etwa der letzten 250 und der kommenden 50 Jahre – denn in diesem Zeitraum häufen sich Disruptionen derart, dass wir seit einem Viertel Jahrhundert die Welt buchstäblich auf den Kopf gestellt haben. Und binnen der nächsten 50 Jahre wahrscheinlich absolut alles, inklusive uns selbst, grundlegend verändern: Die menschengemachte Singularität tritt ein. Mit größeren Auswirkungen als Atomwaffen und künstliche Intelligenz vereint. [Was KI ist, erfährst du hier])

Doch kommen wir weg von der Schwarz / Weißmalerei und sehen wir uns den Boden der Fakten und Theorien dazu an.

Stellen wir die Fragen zur Disruption, die wirklich von Belang sind: 

  • Was hat es mit Disruption auf sich?
  • Was bedeutet disruptiv überhaupt?
  • Und was kann man an Disruption so kolossal missverstehen?

All das und mehr, jetzt. Wir schauen uns systematisch die Grundlagen, relevante Anwendungsfelder und Beispiele, konkrete Handlungsempfehlungen und Schemata zur Einordnung an. Damit der Mythos Disruption endlich zu einem vollends nutzbaren Werkzeug im kollektiven Baukasten wird.

Gehen wir also wie immer systematisch vor. Und starten mit zwei Fragen:

  1. Was bedeutet “Disruption”?
  2. Was ist “disruptiv”?

Eine letzte Anmerkung zu Beginn noch: Wenn du mehr über dieses Thema wissen möchtest, trage dich hier für mein kostenloses Webinar zum Thema Disruption ein. (Ich halte dieses je nach Nachfrage. Wenn du dich einträgst, erfährst du aber immer als erster davon)

Jetzt aber genug des Vorworts, wollen wir den Inhalt nicht über Gebühr ausdehnen.

Steigen wir direkt ein ins disruptive Ungewisse:

 

Disruption: Definition

Was ist Disruption nun also? Es gibt mittlerweile so viele Bücher, Vorträge und Meinungen dazu, dass man schnell den überblick darüber verlieren kann.

Daher fangen wir mit einer Zusammenfassung der destillierten Kerngedanken einiger der relevantesten Konzepte dazu an:

1. Innovation = Evolution, Disruption = Revolution.

Innovationen verbessern graduell und in einem eng abgesteckten Bereich, Disruptionen führen zu (Um)Brüchen und bringen ganze Branchen und Wirtschaftsbereiche in die Wahl zwischen Zugzwang oder Aussterben.  

2. Disruption = Eliminierung / Simplifizierung von Teilen der Wertschöpfungskette mittels (disruptiver) Technologie.

Durch das Wegstreichen von Mittelsmännern können höhere Margen, direktere Kundenbindungen, höhere Veränderungsgeschwindigkeiten und starker Marktdruck aufgebaut werden. Denn dadurch, dass die disruptive Lösung zeitgleich günstiger und besser für Kunde und Anbieter zeitgleich ist, wird sie wahrscheinlich die meisten Kunden zu sich ziehen.

Die Idee dahinter ist so simpel wie überzeugend: Weniger Zwischenschritte = Bequemere Nutzung = Mehr und zufriedenere Kunden + weniger Fehlerpotenzial auf der Gewinnseite. Und weniger Zwischenschritte auf der Einsparseite = Weniger Risikofaktoren und mehr Gewinn da weniger zu bezahlende Dienstleistung.

Dieser Gedanke rollt gerade wieder durch das Silicon Valley in Form von Banklizenzen. (Nachvollziehbarerweise: Uber allein zahlt jedes Jahr eine Milliarde Dollar nur an Kreditkartengebühren)

3. Disruption = Signifikanter Mehrwert. (Kurz-, Mittel-, und/oder Langfristig)

Dieser Definitionsteil ist der wichtigste und ausschlaggebende. Denn wie immer gilt: Die beste Lösung für ein Problem fährt den meisten Gewinn ein. (Sofern Kunden dafür zahlen können und auch davon wissen – Dieser trivial wirkende Nebensatz ist essentiell. So essentiell, dass es Argumentationen gibt, die das Geschäftsmodell und nicht die lösende Technologie einer Disruption ins Zentrum stellen. )

Diese fast schon banale Regel wird durch exponenzielle Technologien mit bis dato unbekannter Wucht und Umfang versehen. Denn nun bedeutet spürbarer Mehrwert nicht nur Mehrwert für 3 Kunden oder ein Problem im fußläufigen Umkreis meiner Werkstatt im Rahmen meiner Öffnungszeiten. Jetzt bedeutet es potenziell mehrere Milliarden Kunden auf der gesamten Erde zu jeder Zeit.

Was uns zur Quintessenz der Disruption – Definition führt:

Disruption = Signifikanter Mehrwert x exponentielle Technologien.

Oder, um es mit den Worten von Jeff Bezos zu sagen: „Alles, was die Kunden lieber mögen als das, was sie vorher gekannt haben, ist disruptiv.“ = Mehrwert.

Kombiniert mit exponenziellen Technologien (Amazon par excellence) für das dazu, dass ganze Branchen über Nacht zerrüttet werden.

Halten wir also fest:

  1. Disruption ist signifikanter Mehrwert durch Einsatz exponentieller Technologien.
  2. Disruption wird zur Disruption durch a) Ihre Geschwindigkeit (Eine Veränderung über 100 Jahre wird wahrscheinlich nicht einmal wahrgenommen, eine Veränderung binnen 100 Stunden schon) und b) Ihren Impakt. (Eine Veränderung die nichts spürbar verändert, ist eine Randnotiz in Zeiten großer Langeweile, eine Veränderung die zur Reaktion zwingt ist eine Handlungsnotwendigkeit)
Was uns zur finalen Disruption – Definition bringt:
Disruption ist signifikanter Kundennutzen mit (wahrscheinlich) signifikanten Auswirkungen binnen kurzer Zeit, welcher durch exponenzielle Technologien ermöglicht wird.
Damit können wir arbeiten.
Die zwei wichtigsten Dimensionen der Disruption kann man sich auch so vorstellen:
Disruption Definition

Konkurrenz meint dabei nicht nur andere Unternehmen in meinem Feld. Es meint auch konkurrierende Technologien, Geschäftsmodelle, Kulturen etc. Zur Adaptionsgeschwindigkeit kommen wir gleich näher.

Eins noch zur Verdrängungstheorie: Eine Technologie wird nahezu niemals vollständig verdrängt. Das Wissen um diese Technologie bleibt. Einen Faustkeil kann ich mir auch heute noch leicht herstellen, auch wenn er faktisch keine Relevanz mehr besitzt. Pferde ziehen noch immer in Stadtrundfahrten Gäste, auch wenn ihr ehemaliges Einsatzfeld kaum noch existiert.

Noch eine Ergänzung zur oben genannten Disruptionsdefinition: Disruption wird gern als “kreative Zerstörung” oder “Zerstörung durch kreative Akte” definiert. Aber das taugt kaum zu einer echten Definition wie ich finde. Denn dann könnte man ein eingeschlagenes Fenster im Rahmen eines Malwettbewerbs auch als disruptiv bezeichnen. Deswegen, die „Disruption – Definition für unterwegs„:

Die umfassende und schnelle Verdrängung von Lösungen durch bessere Lösungen.

Umfassend heißt dabei: Bis hin zur Konkurrenz-Marginalisierung und dem Dasein im Museum.
Schnell heißt dabei: Binnen weniger Wochen (Vor allem Software) / Monate / Jahre anstatt wie „prä-Dampfmaschine“ binnen Jahrzehnten oder Jahrhunderten. Hierbei geht es meiner Meinung nach vor allem um die mögliche Adaptionsgeschwindigkeit gegenüber der Veränderungsgeschwindigkeit. Denn: Wenn etwas sehr langsam vonstatten geht, ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher, dass eine Anpassung stattfinden kann.

Oder anders, visuell ausgedrückt:

Disruption Definition - Disruptionsfenster

Grenzen der Disruption

Digitale Lösungen lassen sich im Extremfall binnen von Sekunden bzw. Minuten nahezu vollständig verändern. Sie passieren tatsächlich so schnell, dass sie bereits heute unterhalb der menschlichen Verarbeitungsgeschwindigkeit liegen. Und sie werden tendenziell sogar immer schneller, da Lösungen zur Erschaffung dieser wie Programme und Algorithmen immer besser werden.

Bei analogen Lösungen dauert dies meist ungleich länger.

Die untere Grenze der Disruption wird dabei von der menschlichen minimalen Adaptionsgeschwindigkeit gebildet. Also der mindestens notwendigen Zeit um eine Gewohnheit zu bilden.

Wenn Produktzyklen schneller werden, als Menschen Gewohnheiten mit diesen Produkten etablieren können, ergibt das ganze keinen Sinn mehr. Denn dann bringen meine Lösungen, egal wie gut sie sein mögen, nur noch Stress und werden damit prinzipiell ineffizient.

Je nach Studie liegt diese untere Grenze zwischen zwei bis sechs Wochen oder gar sechs Monaten. Diese Zeit benötigen Kunden meiner Lösungen also mindestens, um mein Produkt zum Teil Ihres Lebens zu machen. Schnellere Disruptionszyklen ergeben also keinen Sinn, denn die kognitiven Kapazitäten der Kunden limitieren diese.

Die obere Grenze ist branchenspezifisch die, ab der Konkurrenten relativ bequem auf die Veränderung reagieren können. Eine Disruption, die langsamer ist als die Entwicklungszyklen der Konkurrenz, ist keine Disruption.

Wenn es also 5 Jahre dauert, bis ich mein Produkt von der Einführung bis zur Massenadaption gebracht habe, ist das ganze kaum mehr disruptiv. Denn die gesamte Branche kann entspannt reagieren und eigene Lösungen anbieten. Da analoge Lösungen oftmals allein durch Lieferketten, Ressourcenmanagement und Rohstoffverfügbarkeiten limitiert werden, sind diese im Schnitt langsamer als digitale Lösungen.

Im aus diesen beiden Grenzen resultierenden Disruptionsfenster passieren alle Disruptionen.

Durchschlagskraft / Impakt von Disruptionen

Ich finde die Analogie hilfreich, Disruption zum Zwecke besserer Verständlichkeit mit Asteroiden und Ihrer Einschlagkraft zu assoziieren. Denn ungefähr so kann man sich die Auswirkungen von disruptiven Veränderungen vorstellen. Schauen wir uns diese Metapher näher an:

Impakt von Disruption
 AsteroidDisruption
Einschlagintensität / DurschschlagskraftGemessen im TNT-Äquivalent.Messbar in Umsatzveränderungen und Marktanteilen. (Bezogen auf Konkurrenz, Branche, Produktlinien etc.)
Langfristige FolgenErdverdunklung, Auslöschung von Leben etc.Monopolbildung / Insolvenz, Umstrukturierung, Expansion / Einsparmaßnahmen, Konsolidierungen, Übernahmen etc.

Mit diesen qualitativen und quantitativen KPI’s lassen sich Disruptionen näherungsweise beziffern. Viele gute Beispiele dazu finden sich in den Grundlagenwerken zur Disruption von Clayton M. Christensen.

Wie wir an Beispielen weiter unten sehen werden, sind Disruptionen oftmals leicht an starken Veränderungen nach oben oder unten in Graphen erkennbar.

 

Einflussfaktoren der Disruptionsgeschwindigkeit

Nachdem wir uns die erste der beiden Dimensionen der Disruption, die Durchschlagkraft, angeschaut haben, kommen wir nun zur zweiten: Der Geschwindigkeit.

Verbreitungs- und Erschaffungsgeschwindigkeit disruptiver Innovationen hängen im wesentlichen von drei Faktoren ab:

  1. Wissen: Je mehr die Menschheit an nutzvollen Informationen besitzt, desto schneller gehen Entwicklungen vonstatten. Da Wissen aufeinander aufbaut und sich gegenseitig kombinatorisch verstärkt, haben wir buchstäblich mehr Optionen zur Disruption zur Verfügung.
  2. Geringe Umsetzungsbarrieren: Immer mehr bessere Tools sind zu immer geringeren Kosten zur Realisierung verfügbar. Von Dropbox über Google Docs und High Tech Lösungen wie AutoML oder AWS bis hin zu Slack und Echtzeit-Messengern wie WhatsApp und Wire.
  3. Mehr Unterstützung / bessere Validierungsoptionen: Dank Möglichkeiten wie Crowdfunding, Influencer-Kooperationen, Hackathons, Wettbewerben, Inkubatoren und Citizen-Science kann ich meine Idee ungleich schneller und zeitgleich besser umsetzen als je zuvor.

Weiterhin sind dank dieser Entwicklungen viele nahezu kostenlosen Services weltweit und sofort verfügbar. Diese Freemium Geschäftsmodelle senken Innovationshürden und steigern damit die (potenzielle) Disruptionsgeschwindigkeit.

Meine Kollegen vom Disruptionhub haben diese Idee weiter ausgeführt und in ein eigenes Modell eingebettet:

Dimensionen von Disruptionen
Quelle: https://disruptionhub.com/3-dimensions-disruption/

Diese Faktoren erhöhen nicht nur die Anzahl an potenziellen Disruptoren, sie erhöhen auch zeitgleich die Wahrscheinlichkeit eines hohen Disruptionsgrades, also dem “Einschlag” / der “Wucht” der Auswirkung der neuen disruptiven Lösung auf die Branche / Konkurrenz die sie betrifft. (Der oben beschriebenen Durchschlagkraft / dem Impakt)

 

Exkurs: Disruption auf deutsch?

Es gibt bis heute kein gutes, adäquates Wort auf Deutsch für Disruption. Die meisten Ansätze dazu nähern sich auf einem von zwei Wegen an:

  1. Über den Wortursprung und von dort aus weiter zu Synonymen: Im englischen bedeutet „to disrupt“ stören, unterbrechen, zerstören. Und im lateinischen „disrumpere“ zerreißen, zerbrechen, zerschlagen, bzw. passivisch: platzen.
  2. Über die Historie: Angefangen von Joseph Schumpeter mit seiner „Schöpferischen Zerstörung“ über Clayton Christensen mit seiner „Disruptiven Innovation“, welche dann zur Disruption wurde.

Gemäß dieser und der bisher vorgestellten Ansätze würden sich mehrere Neologismen zur Beschreibung einer Disruption auf deutsch eignen:

  • Kreativzerstörung
  • Wertverdrängung
  • Hochgeschwindigkeitsveränderung
  • Innovationseinschlag
  • Verschiedene Kombinationen aus diesen Teilen, z.B. Hochgeschwindigkeitsinnovation
  • Etc.

Wie wir sehen: Auch diese sind alle nicht so richtig optimal und eher als weitere mögliche Synonyme geeignet. Deshalb gibt’s wohl Disruption und bis heute kein deutsches Pendant. (Wenn dir ein besseres einfällt, schreib es mir gern!)

 

Disruptiv: Definition

Nachdem wir jetzt wissen was Disruption bedeutet, schauen wir uns darauf basierend an, was disruptiv meint.

Man könnte etwas salopp disruptiv definieren als “Eine Situation in der Disruption vorkommt” oder “Disruptiv ist etwas, wenn Disruption geschieht”.
Das ist nicht falsch, zum Verständnis aber nicht gut genug.

Ich stimme der Argumentation von Physiker David Deutsch überein, dass uns im Wesentlichen einfach nur (bessere) Lösungen fehlen. Für alles. Immer. Wenn uns keine Lösungen fehlen würden, würden wir uns nicht damit beschäftigen weil es dann keinen kognitiven Aufwand hätte. 

Und Lösungen sind Wissen. Und Wissen ist Information mit kausaler Kraft. (Also Informationen mit denen / dank denen ich etwas tun kann)

Zwei der plastischsten Beispiele dafür nennt er in seinem Buch „Beginning of Infinity“: Vor der systematischen Nutzbarmachung des Feuers sind ständig Menschen in Armreichweite zu Feuerholz und Zunder erfroren.  Vor der Entdeckung der Cholera sind Menschen in großen Zahlen direkt neben der infizierten Wasserquelle gestorben. Alles was gefehlt hat, war Wissen. Zum entzünden eines Feuers oder dem abkochen von Wasser.

Die Klimakrise ist eines dieser Beispiele. Es fehlt uns nicht an Ressourcen, es fehlt uns an besseren Lösungen spezifische Bedürfnisse zu befriedigen.

Heißt, unsere Definition dafür, wann etwas disruptiv ist, kann z.B. so aussehen:

Etwas ist disruptiv, wenn es eine Lösung in einer Art bietet, wie es sie nie zuvor bisher gab.

Oder, mit den Worten von Tony Robbins:

„Think of it this way: If an idea existed before, it’s likely the business isn’t disruptive. But something like radio or television – those changed the entire entertainment industry and therefore embody business disruption.“

Und weiter: „Innovation is any way you find a way to do more for a client than anybody else does.“

Dem kann ich mich anschließen, denn oftmals wird eine signifikante Wertdifferenz / Kundennutzen nicht durch graduelle Verbesserung bestehender Lösungen erreicht. Oder anders: Ich komme nicht wirklich schneller von A nach B wenn ich einen Reifen noch 5% runder mache. Wenn ich einen Teleporter entwickle allerdings schon.

Also anders formuliert, die etwas komplexere disruptiv – Definition:

Disruptiv = Kundennutzenzentriertes Handeln mittels exponenziellen Technologien.

Was Kundennutzen / Mehrwert dabei ist, dazu kommen wir gleich detaillierter.

 

Rollenverteilung bei der Disruption

Und damit haben wir die Grundlagen so gut wie alle abgehakt. Fehlt noch die Antwort auf eine entscheidende Frage: Welche Rollen gibt es beim disruptiven Prozess? Abseits der offensichtlichsten, dem Kunden, drei:

  • Disruptor: Auslöser der Disruption
  • Disruptees: Von der Disruption negativ beeinflusste Akteure.
  • Disruptionsfeld: Von der Disruption beeinflusste Branche / Markt.

Es gibt eine Reihe von Alternativbezeichnungen und anderer Theorien dazu, ich finde diese am hilfreichsten.

Die Interaktion dieser Akteure im Rahmen einer Disruption ist der disruptive Prozess.

Disruptiv - Rollen beim disruptiven Prozess

Disruptive Innovationen

Nachdem wir jetzt wissen, womit wir es zu tun haben, kommen wir jetzt zu den konkreten Auswirkungen / Anwendungen. Starten wir mit disruptiven Innovationen und der Frage: Was wird da überhaupt disruptet? 

Antwort: Vor allem der Stillstand der Wertentwicklung für den Kunden.

Was bedeutet das? Für die Anbieter: Unternehmen können sich nicht mehr ausruhen. Zumindest nicht mehr so lange wie früher. Denn potenzielle Konkurrenz kommt jederzeit und von überall.

Für die Anwender: Gute Nachrichten! Es gibt einen hyperkonkurrierenden, weltweiten Markt um jedes eurer Bedürfnisse. Oder, mit den Worten einer Netflix-Pressemitteilung: Es konkurrieren nicht mehr Filmstudios mit Filmstudios um Dollar und Penny. Es konkurrieren mittlerweile Filmstudios mit sozialen Netzwerken um Aufmerksamkeit. Um die Zeit des Nutzers. Um die Entscheidung im Überfluss.

An sich gute Nachrichten, sofern man aufpasst, nicht im Datenstrom weggeschwemmt zu werden.

Heißt: die letzten großen Übel, (frei nach Harari) Hunger, Krankheit und Krieg werden Stück für Stück Gegenstand disruptiver Innovationen. So wie es die gesamte Menschheitsgeschichte entlang bereits war:

Disruptive Technologien über die Zeit

Mit jeder bahnbrechenden Erfindung konnten mehr Menschen glücklicher leben. Und diese beiden Fixpunkte, mehr Menschen und glücklichere Leben bilden noch immer den Antrieb für disruptive Innovationen.

 

Exkurs: Analog, Digital, Kognitiv

Ich beziehe mich hier auf exponentielle Technologien als Grundlage von Disruptionen, weil mittlerweile alles von diesen durchdrungen ist. Die Digitalisierung hat gigantische Umwälzungen in Ihrem Kielwasser mitgebracht. Ich glaube, dass die nächste große Disruptionswelle im Rahmen einer Kognitivisierung stattfinden wird.
Diese Annahme basiert auf logischer Extrapolation und Betrachtung der aktuellen Forschung und Entwicklung.
Zum Beispiel bei Neuralink und Co.
Heißt: Wenn das Weltwissen das Wissen in unserem Kopf ergänzt bzw. einschließt, kommt die nächste große Revolution nach der Digitalisierung. 

Warum? Weil das Wissen pro Kopf dann drastisch gesteigert wird. Und warum das universale Auswirkungen hat, erläutere ich gleich mehr. Wenn du mehr zu dieser Theorie lesen möchtest, schau dir gern meinen Gastartikel bei der Societybtye zum Thema „Zukunft des Internets“ an.

Disruptive Innovationen

Beispiele für disruptive Innovationen: Energie, Transport & Kommunikation

Ich mag den Ansatz von Michiu Kaku, welcher in seinem Buch “Die Physik der Zukunft” die These aufstellt, Forschrittsexplosionen entstehen meistens dann, wenn es einen Durchbruch in einem oder mehr von drei Schlüsselbereichen gibt:

Disruptive Innovationen - Schlüsselbereiche

 

1. ⭐ Energie: Die für den Menschen nutzbar gemachte Energiemenge wird im Verhältnis zum Zeitpunkt vor der Erfindung stark vergrößert bzw. einfacher nutzbar gemacht.

Beispiele dafür wären die Nutzbarmachung des Feuers, das Nutzen tierischer Energie in verschiedensten Bereichen oder die Dampfmaschine und Ihre technologischen Erben.
Warum ist dieser Bereich ein Schlüssel? Weil mehr verfügbare Energie einen größeren Hebel zur Umsetzung von Vorhaben darstellt. Mit einer Induktionsherdplatte kann ich mehr Wasser schneller erhitzen als mit einem Lagerfeuer. Mit einem hochkonzentrierten Laser noch weiter etc. Satt habe ich mehr Kraft als hungrig, mit einem Auto bin ich schneller als zu Fuß usw.

2. ⭐Kommunikation: Verbreitungsgeschwindigkeit und / oder Reichweite von Informationen wird verbessert. Beispiele für derartige Durchbrüche sind die Sprache, Rauchzeichen, das Postsystem und das Internet.
Warum ist dieser Bereich ein Schlüssel? Wie Yuval Harari in seinem Klassiker “Homo Deus” feststellt, können Menschen als einzige Spezies dank kollektiver und extrem flexibler Imagination zusammenarbeiten. Und damit zu einer interstellaren Spezies werden, buchstäbliche Wunder vollbringen und jedes noch so schwierige Hindernis überwinden. Sofern sie miteinander kommunizieren können.
 
Schön zu sehen ist diese Entwicklung gebündelt in dieser Grafik:
Disruption: Beispiele technologischer Adaption

Und dann, als das Web erst einmal da war:

Disruption: Beispiele disruptiver digitaler Lösungen
Quelle: https://www.visualcapitalist.com/timeline-the-march-to-a-billion-users/

3. ⭐ Transport: Die Bewegung von Materie von Punkt A nach Punkt B geht schneller / leichter / größerem Umfang. Beispiele hierfür sind das Rad, die Schiene, Antriebstechnologien und Logistiklösungen.

Warum ist dieser Bereich ein Schlüssel? Um etwas zu bauen, zu testen oder zu verbessern benötige ich die dazu notwendigen Grundstoffe physisch in meiner Nähe. Daraus ergeben sich zwei Lösungen: a) Ich bewege mich zu diesen Grundstoffen oder b) diese Stoffe kommen zu mir. Die praktikablere Lösung ist b).

Energie spielt bei diesen drei Schlüsselbereichen die Hauptrolle. Denn da Energie die eigenen Handungsoptionen erweitert, kann ich mit genügend Energie auch Transport und Kommunikation umfassen. (Zumindest solange es den Naturgesetzen nicht widerspricht)
So kann ich Räder, Reifen und Raketen durch Replikatoren und Catome ersetzen und vor Ort alles erschaffen was ich möchte. Oder Wagen, Schiff und Flugzeug durch (nahezu) instantane Teleportation ersetzen. Dazu bedarf es nur sehr viel mehr Energie als wir aktuell zur Verfügung haben. Von welchen Maßstäben der Energienutzung ich rede, wird in der Kardashov-Skala klar. Diese teilt Zivilisationen nach Ihrer Energiegewinnungsfähigkeit ein.

Was heißt das? Wenn du in einem dieser drei Gebiete einen Durchbruch erzielst, wirst du nicht nur sehr reich und berühmt, sondern sehr wahrscheinlich auch einen sehr wichtigen Beitrag zum Fortschritt der Menschheit liefern.

Exemplarisch dafür habe ich disruptive Innovationen im Laufe der Menschheitsgeschichte in einer Grafik zusammengefasst:

Disruptive Innovationen - Übersicht

Heißt konkret: Wenn du bisher keine durchschlagende Idee hast oder von möglichen Ideen erschlagen wirst, such dir die beste aus einem dieser drei Gebiete aus. Nun, mit einer wichtigen Ausnahme:

Wissen: Geheime Superkraft im Hintergrund und Treibstoff jeder disruptiven Innovation

Transport, Energie und Kommunikation sind super und wie wir gesehen haben äußerst wirkmächtig in Ihren verschiedenen zu Technologie gewordenen Anwendungen.

Doch es gibt einen Bereich der so viel disruptiver ist, das jeder Diktator und die meisten Religionen ihn fürchten: ⭐ Wissen. Denn Wissen ist das, was das Potenzial der Menschheit ins Unendliche steigen lässt. Wissen bedeutet Lösungen für Probleme, Antworten auf Fragen und Möglichkeiten und Optionen. Wissen ist die Antwort auf die Frage „Und was nun?“. Man kann Wissen gar nicht genug betonen! Es ermöglicht uns Klima, Raubtiere und Fressfeinde zu bändigen. Interstellar aktiv zu werden. Jedes noch so tiefe Geheimnis im Universum zu lösen. Und als Spezies selbst über unseren Kurs zu entscheiden. Jede disruptive Innovation, jede Innovation insgesamt basiert auf Wissen. Allerdings: Wissen ohne Anwendung ist Torheit, also wende auch an, was du gelernt hast.

Rufen wir uns die oben verwendete Definition von David Deutsch zurück ins Kurzzeitgedächtnis: Wissen = Information mit kausaler Kraft. Heißt die besten Innovationen zur Wissensgenerierung 

  1. mehren das Wissen durch sich selbst und / oder
  2. beschleunigen die Wissensmehrung durch sich
Die pursten disruptiven Innovationen erweitern also das Wissen dadurch, dass sie benutzt werden. Wikipedia, Bloggen in den meisten Fällen, Foren wie Research Gate oder verschiedene Citizen Science Tools sind dafür hervorragende Beispiele.
 

Ein Paradebeispiel dafür ist das Buch. Das Buch selbst als Technologie hilft schon enorm. Aber viel wichtiger ist das dank der Erfindung des Buches Wissen in viel größeren Mengen, besserer Qualität und einer viel größeren Zahl von Menschen zugänglich ist.

 

Disruptive Technologien

Gehen wir den nächsten Schritt zur praktischen Anwendung von disruptiven Innovationen hin zu konkreten disruptiven Technologien.

Eine Reihe von (vor allem historischen) Beispielen für disruptive Technologien findest du bereits oben, ein paar aktuelle sind:

  • CRISPR
  • 3D-Druck
  • 4D-Druck
  • Künstliche Intelligenz
  • Nano, Femto, Attotechnologie. (Und natürlich alles in den Skalen darunter)
  • Spacelifts & ähnlichen interstellaren Technologien
  • Hirn-Maschine
  • Technologien
  • Hochtemperatur-Supraleiter
  • Exoskelette
  • Organs on a Chip
  • Vertical Farming
  • Gentechnologie
  • Erweiterte und virtuelle Realität
  • Fusionsenergie
  • Selbstheilende Materialien
  • Metamaterialien (Unsichtbarkeit und so, yay!)
  • Selbstschreibende Software
  • Kohlenstoffmodifikationen wie Graphen oder Graphan und andere eindimensionale Materialien

Disruption empirisch betrachtet

Jeder der mit dem Wort Disruption in Berührung kommt, wird früher oder später die Anekdote des “Kodak-Moments” erzählt bekommen. In kurz geht es dabei darum: Kodak wurde 1888 gegründet, hatte 150.000 Mitarbeiter zu besten Zeiten und musste im Jahr 2012 Insolvenz anmelden. Das Musterbeispiel für einen von einer disruptiven Technologie überrollten Disruptee. Der Kodak-Moment in zwei Bildern:

Disruption: Der Kodak-Moment
Quelle: https://wettengl.info/Blog/Dokumente/D088-Radikaler%20Technologiewechsel%20in%20der%20Fotoindustrie.pdf
Disruption: Paradigmenwechsel in der Fotografie
Quelle: https://www.eitdigital.eu/newsroom/blog/article/the-digital-photography-disruption

Die digitale Fotografie hat Kodak komplett Schachmatt gesetzt. Aber nicht nur Kodak war betroffen. Dieses Paradebeispiel für disruptive Technologien hat ganze Branchen weggerissen und umgestülpt. Im Smartphone eingesetzt sind Insellösungen durch ein Gesamtprodukt abgesetzt worden:

Disruption: Beispiel Smartphones vs. Insellösungen
Quelle: https://de.statista.com/infografik/1958/die-opfer-des-smartphone-booms/
Disruption: Beispiel Smartphones vs. Kameras
Quelle: https://de.statista.com/infografik/15540/weltweiter-absatz-von-fotokameras-seit-1951/

Oder, ähnliches Beispiel für disruptive Technologien und Ihre Auswirkungen: der Musikmarkt: (Auf den mit Googles Stadia und Apples Arcade jetzt auch der Gamingmarkt folgt)

Disruption: Beispiel Streaming
Quelle: https://de.statista.com/infografik/15711/weltweite-umsaetze-der-musikindustrie-nach-medium/

Heißt, wie oben angesprochen: Die aktuelle Disruptionswelle kommt vor allem durch den Ersatz einer Lösungsgrundlage von Materie durch Information. Skalierbarkeit schlägt Klassik im Geschäftsleben.

 

Disruptive Geschäftsmodelle

Und damit sind wir nach disruptiven Technologien bei der konkreten Anwendung und praktischen Umsetzung in die „echte Welt“: Geschäftsmodellen.

Disruptive Geschäftsmodelle gehen direkt aus disruptiven Technologien bzw. disruptiven Grundlageninnovationen hervor. Sie bauen aufeinander auf.

Sie setzen auf die Basis der Entwicklung auf und sind die entscheidende Schnittstelle zur Verfügbarmachung für den Kunden. Wie kann man an disruptive Geschäftsmodelle herangehen? Auch hier, am besten von oben:

 

Disruption aus Marketingperspektive

Vom Kunden bzw. dem generierten Wert für diesen her gedacht kann man auch sagen; Disruption ist die drastische Erhöhung der Wahrscheinlichkeit einer Transformation meines Kunden vom Startstatus (Meist der Interessent) zum Zielstatus (Im Optimalfall der des Markenbotschafters). Wenn diese sehr hoch ist, habe ich wahrscheinlich disruptives Potenzial. Was genau meine ich damit? Vielen ist der “Conversion Funnel” oder einfach nur “Funnel” aus dem Marketing ein Begriff:

Disruptive Geschäftsmodelle - Conversion Funnel

Bei diesem geht es darum bestimmte Konversionsstufen zu definieren, zu messen und stetig zu verbessern um mehr und mehr Kunden von Interessenten zu Käufern zu verwandeln.

Ich mag allerdings den erweiterten Funnel in Sanduhrform mehr:

Disruptive Geschäftsodelle - Hourglass

Denn in diesem wird nach der Conversion zum einmaligen Kunden der Trichter wieder breiter. Indem Kunden zu wiederkehrenden Käufern, werbenden Käufern, Markenbotschaftern, Vertriebspartnern etc. werden. Heißt: Meine Kunden sind derart von meiner Lösung angetan, das sie immer stärker mit dieser interagieren und sie selbst weiterverbreiten.

Das könnte zum Beispiel der begeisterte Romanleser sein, der ein Buch von mir im E-Book Format, klassisch direkt nach Erscheinen, als Limited Edition und als Hörbuch kauft. Weiterhin könnte er meinen Roman verschenken, seinem Umfeld kontinuierlich davon erzählen, Merchandise wie Bettwäsche oder Kleidung rund um das Buch kaufen etc. Und, wenn ich dies anbiete, kann er auch noch Partner meines Affiliateprogramms werden und selbst mit der Verbreitung des Romans auf automatisierter Provisionsbasis Geld verdienen.

Alles Möglichkeiten des zweiten Trichterteils.

Der Punkt ist: Je mehr Menschen ich vom Startstatus “Hat noch nie von mir / meinem Produkt gehört” in den Zielstatus “ist ein Superfan welcher meine Produkte quasi auf eigene Faust vertreibt” mit meiner Lösung bringen kann, desto besser ist meine Lösung. Je schneller, nachhaltiger und umfassender das passiert, desto disruptiver ist meine Lösung.

Wie gehst du nun aber am besten dabei vor, disruptive Geschäftsmodelle zu erdenken, zu starten und kontinuierlich besser umzusetzen? Ich schlage einen leicht verfeinerten und ergänzenden Ansatz zu meinem hier vorgestellten vor:

  1. Inspiration und Zukunftsfähigkeit der Idee: Hier kann dir z.B. der Hype-Cyle von Gartner helfen.
  2. Business Model Canvas: Gieße deine Idee in den Business Model Canvas und klopfe alle möglichen Schwachstellen ab.
  3. Preototype: Setze deine Idee um, ohne das Produkt zu bauen. Wenn du z.B. eine Service-App planst, biete den Service zunächst im Hintergrund selbst an und teste wie die Idee ankommt.
  4. MVP – Minimal viable Prototype bauen: Baue eine Minimalversion deines Produktes ohne Extras, Design etc.
  5. Validieren: Teste deinen MVP am realen Markt durch automatisierte Validierungslösungen. Zum Beispiel in Form einer Landing Page kombiniert mit Suchmaschinenwerbung.
  6. Growth Hacking: Sobald deine Lösung sich am Markt bewährt hat, nutze Growth Hacks, um sie so schnell wie möglich zu skalieren.
Die beiden Ansätze komplementieren sich gegenseitig, du kannst also Schritte aus beiden nutzen und alternierend zusammensetzen.
Gute Startpunkte kannst du dabei finden, wenn du dich nach den größten „Nervpunkten“ bestehender Produkte und Lösungen fragst. Indem du dir also die Frage stellst: „Was nervt mich gerade am meisten bei Service xy?“. Für diesen spezifischen Fall kannst du eine Lösung entwickeln und mit einem sehr schmalen Produkt beginnen.

Auf den Punkt gebracht wird das Ganze dabei in diesem Text:
„When my holi vacations ended, I used Paytm to book my flight tickets. After arriving at the Varanasi airport, I used Uber to get a cab back to the campus. I paid Uber using Google Pay. Upon reaching the hostel, I found out I had no deodorant so I ordered one on Amazon and ordered food from Zomato as I was hungry.
These little decisions which we consumers make, multiplied by the (b)millions like me doing it all the time is what’s disrupting the market. Not the underlying technologies.
Find the activity with which customers are not satisfied by. This is the weak link in the customer value chain and is your low hanging fruit.“

 

Was sind Nutzen und Mehrwert für Kunden?

„Nutzen“ und „Mehrwert“ sind zwei der am stärksten inflationär gebrauchten Worte im Marketing. Und zwei der am wenigsten verstandenen. Dieses Schicksal teilen sie sich mit der Disruption. Deshalb hier zum Schluss ein kleiner Exkurs zum Mehrwert:

Grundsatz #1: Menschen sind Faul, Ängstlich und Habgierig.

Das sage nicht ich, das ist die Feststellung von Ian Morris in seinem Werk „Wer regiert die Welt?“. Dieser hat genau diese Beobachtung gemacht, als er sich Zivilisationen über alle Kulturen und Zeiten hinweg angeschaut hat. Und intuitiv kann ich ihm dabei zustimmen.

Das Ganze lässt sich auch evolutionsbiologisch herleiten:

  • Ängstlich: Wenn Menschen keine Angst hätten, würden sie Möglicherweise Ihre Gene nicht weitergeben können. Ergo sind alle Menschen ohne Angst ausgestorben.
  • Habgier: Menschen müssen Ihre Energie maximieren um eine maximale Anzahl von Kopien der eigenen Gene sicherstellen zu können.
  • Faul: Menschen müssen Energie sparen so gut es geht für ein Maximum an eigenen Genkopien.
Die ausführliche Begründung ist etwas umfassender, wen diese interessiert, dem empfehle ich wärmstens das Buch von Morris.

Grundsatz #2: Leben ist besser als Tod, Gesundheit besser als Krankheit, Überfluss besser als Mangel und Wahlmöglichkeiten sind besser als Einschränkungen.

Auch diese Feststellung kommt in dieser Form nicht von mir. Sondern in diesem Fall von Steven Pinker und seinem Buch „Aufklärung Jetzt!“. Die ausführliche Begründung dafür umfasst insgesamt mehrere hundert Seiten und Statistiken, ich denke wir können uns aber bereits intuitiv zustimmend daran orientieren. Für alle tiefschürfenden Faktenfans: Holt euch das Buch, ich kann es nur wärmstens empfehlen!

Wenn wir diesen wohlbegründeten Annahmen zustimmen, heißt das als logische Schlussfolgerung unternehmerisch betrachtet, Menschen wollen:

  • Zeit
  • Geld

Einsparen und/oder hinzugewinnen.

Heißt: Alle Lösungen, welche Erreichung dieser Ziele ermöglichen, direkt oder indirekt, sind wertvoll. Je besser, desto disruptiver das Geschäftsmodell.

Eine gute Anleitung dazu findest du in dieser Grafik des Centre for effektive Altruism & dem Global Priorities Project:

Disruption: Disruptive Geschäftsmodelle per effektivem Altruismus finden
Quelle: http://globalprioritiesproject.org/2015/09/flowhart/

 

Exkurs: mein favorisiertes disruptives Geschäftsmodell

Aus diesem Grund ist mein persönlicher Favorit bei disruptiven Geschäftsmodellen auch die erschwingliche, individuelle Autarkie. Also eine automatisierte Befriedigung meiner Grundbedürfnisse in einem Kreislaufsystem.
Warum? Weil es die erste Lösung ist, welche materielle Unabhängigkeit schafft. Also Freiheit unabhängig von externen Akteuren. (Außer Gesetzen etc. natürlich) Egal was ich tue, ich bleibe frei. Denn Technik garantiert mir diese Freiheit.

Alles Geld der Welt kann aktuell nur intersubjektive Freiheit kaufen. Also Freiheit, die darauf basiert, dass wir alle die gleichen Geschichten glauben. (Geld selbst ist ein Paradebeispiel dafür) Meine Freiheit existiert hier nur mit einer Reihe von Einschränkungen: Inflation, Vertrauensverlust ins Geldsystem, Systemumstürze, Lieferengpässe, Naturkatastrophen etc.

Das Ganze führt in diesem ohnehin schon recht langen Artikel zu weit, wen mehr dazu interessiert, dem lege ich einen älteren Artikel von mir ans Herz.

Ich mag den Ansatz des Evernote-Gründerteams: Bau etwas, das du wirklich haben willst. Bzw. etwas, dass dir gerade fehlt / deinem Leben einen massiven Mehrwert bieten würde. Dank diesem Ansatz haben wir jetzt eines der besten digitalen Tools die je geschrieben wurden.

Und wer möchte nicht gern wirklich frei sein?

Disruption und (Unternehmens) Werte

In der Literatur, durch zahlreiche Beispiele und gesunden Menschenverstand kann man sich den Wert eines zentralen Faktors für nachhaltige Disruptionen herleiten: Werte.

Werte sind zeitlos und in der überwiegenden Zahl der Fälle mehrwertstiftend. Menschen und Unternehmen mit transparent kommunizierten Werten vertraut man mehr und macht lieber mit Ihnen Geschäfte. Es gibt sogar einige Verfechter der These, dass Disruption ohne Werte nicht funktionieren kann. Da die hohe Geschwindigkeit im disruptiven Prozess nur mit einem soliden Fundament gehalten werden kann.

Mehr zu den Auswirkungen von Werten findest du z.B. hier.

Fazit

Disruption ist nicht so komplex und verwirrend wie sie manchmal dargestellt wird. Wenn du echten Mehrwert auf neuartigem Wege mittels exponentiellen / skalierbaren Technologien umsetzt, wirst du wahrscheinlich disruptiv agieren.

Um eine Disruption zu erkennen, kann man sich ein paar Fragen stellen: 

  1. Gab es die Lösung bereits vorher?
  2. Bringt sie signifikanten Mehrwert?
  3. Ist die Wahrscheinlichkeit einer Konversion von einem Unbekannten zu einem Markenbotschafter hoch?
  4. Nutzt sie exponentielle / skalierbare Technologien?
Oder, in einer grafischen Zusammenfassung:
Disruption - So erkennst du Disruptionen
Quelle: http://globalprioritiesproject.org/2015/09/flowhart/

Schlüsselvokabular zum Verständnis von Disruptionen:

  • Disrupteur: Auslöser der Disruption.
  • Disruptee: Beeinflusste Akteure der Disruption.
  • Disruptionsfenster: Optimaler Bereich für Disruptionen.
  • Disruptionsgrad: Intensität der Disruption.
  • Disruptionsgeschwindigkeit: Zeit von Beginn bis Maximum der Disruption.
  • Disruptionsprozess / disruptiver Prozess: Interaktion aller relevanter Akteure im Rahmen einer Disruption.

Das war’s auch schon mit diesem Überblick zur Disruption. Wenn du mehr über dieses Thema wissen möchtest, trage dich hier für mein kostenloses Webinar zum Thema Disruption ein. (Ich halte dieses je nach Nachfrage. Wenn du dich einträgst, erfährst du aber immer als erster davon)

Wenn du diesen Artikel lieber in handlicher PDF-Form haben möchtest, kannst du ihn dir hier ganz einfach runterladen.