Content Marketing

Content Marketing – Oder: Der Caipirinha und das Biest

Content Marketing

Digitalisierung = 1⁄3 Content

Content Marketing. Story Telling. Customer Journey. Beastly. SEO.Was?

Die digitale Welt kann zuweilen ausgesprochen verwirrend sein. Geschwindigkeit und Intensität von Veränderungen in dieser sind oftmals schwer vorhersehbar. Darauf zu reagieren ist auch keine Leichtigkeit. Und es ist keine Bremsung dieser Entwicklungen in Sicht.

Deswegen machen wir es gemäß dem Spruch „Die beste Weg die Zukunft vorherzusagen, ist sie zu erschaffen“. Und drehen den Spieß einfach um.

Wie? Mit herausragenden Inhalten. Einer der drei zentralen Säulen der Digitalisierung.

Content Marketing und Digitalisierung

Doch eins nach dem anderen. Was haben die Digitalisierung und Content denn miteinander zu tun? 

Gegenfrage: Was und warum liest du hier gerade?

Digitalisierung ohne Content ist wie eine Uhr ohne Zeiger. Funktioniert prinzipiell, es fehlt aber ein elementarer Bestandteil. Denn die digitale Welt wäre ohne Inhalte nicht vorstellbar. Oder kannst du dir ein Internet ohne Blogs, Videos, Podcasts oder Bilder vorstellen? Ohne Suchmaschinen die keine Aufgabe mehr hätten? 

Ich jedenfalls nicht. Und die Digitialisierung auch nicht. Denn diese basiert auf Informationen. Und (sinnvolle) Informationen = Inhalt = Content.

Die permanente Verfügbarkeit von immer hochwertigeren Inhalten ist eines der zentralen Merkmale der digitalen Transformation unserer Welt. Und mittlerweile unseres Lebens.
Wer die Zeit vor Wikipedia noch kennt, weiß was ich meine.

Wir nehmen unsere Welt immer stärker über Inhalte war. Das ist in der persönlichen Biographie schon spürbar. Je länger du vor der digitalen Revolution gelebt hast, desto mehr wirst du wissen, was ich meine.

Dieser Effekt ist aber auch soziohistorisch spürbar. Sind wir laut einer Schätzung schon bis zum Abendessen mit mehr Informationen konfrontiert als unsere Vorfahren im Mittelalter in ihrem gesamten Leben.

In kurz: Content, also Inhalte in jeder Form und Farbe, sind schon lang ein elementarer Bestandteil des heutigen Lebens.

Positiv betrachtet heißt das Inhalt = Information. Und Information mit kausaler Kraft = Wissen. Und Wissen = Disruption bzw. disruptives Pozential. Plus: digitaler Content ist skalierbar. Und bei dieser positiven bzw. konstruktiven Sichtweise wollen wir heute auch bleiben.

Damit sind wir direkt im Thema. Wenn Content ohnehin überall ist, wird es immer wichtiger, herauszustechen.

Und genau darum soll es heute gehen: Um Content Marketing.

Legen wir los!

Content Marketing ist eines der wichtigsten Felder zur (digitalen) Markenbildung. Content Marketing ist im Online Marketing generell und überhaupt der beste Tipp wenn es um nachhaltige, hochwertige, organische Nachfrage und Reputation geht.

Aber was zum 😈 ist das überhaupt? Was soll Content Marketing denn sein? Ist nicht technisch gesehen fast alles Content? Kann man nicht argumentieren, dass auch du, wenn du mit deinem Nachbar über die vorteilhafte Aerodynamik deines neuesten Rasenmähermodells sprichst, dass nicht auch das bereits Content Marketing ist?

Da hier mehr Verwirrung als Aufklärung herrscht und ich ein sehr binärer Mensch bin, (Entweder ganz oder gar nicht) nehme ich mich heute umfassend diesem Thema und all deinen Fragen an.

Da ich nicht nur binäres, sondern auch systematisches Vorgehen sehr schätze, gehen wir systematisch vor. (Wer hätte das gedacht) Also, eins nach dem anderen:

 

Numero Uno: Was ist Content Marketing?

Stell dir vor du bist mit deiner besseren Hälfte beim entspannten Mittagessen, ihr sprecht abwechselnd über die aktuellen Entwicklungen in Familie und Weltgeschehen und während sich dein Partner kurz entschuldigt und vom Tisch verschwindet, nimmst du vom Nachbartisch ein Gespräch war.

Du nimmst keine ganzen Sätze auf, denn schließlich bist du ja sozial kompatibel und lauschst aktiv nicht an anderer Menschen Gespräche. Richtig?

Was du allerdings auffängst, sind Wortbrocken wie “Suchmaschine”, “Second Layer”, “Content Marketing”, “Caipi”.

Moment mal. Caipi? Wie Caipirinha? 🍸? Was genau hat der denn dort zu suchen?

Die Nachbarn am Tisch beschließen aufzubrechen, stehen auf und gehen. (Hast du’s mit dem Zuhören vielleicht doch etwas übertrieben? Wo bleiben nur deine Manieren?)

Was dir aber abseits der Cocktailfrage im Gedächtnis bleibt, ist die zum 100.000sten Mal gehörte Wortgruppe “Content Marketing”. Und, wie das manchmal so ist, entschließt du dich jetzt endlich mal tiefer zu graben.

Deine bessere Hälfte erkundet noch immer die Unweiten der Restauranträumlichkeiten, also denkst du im Sitz zurückgelehnt sitzend nach. Was genau könnte Content Marketing denn sein? Bzw. präziser: Was ist Content Marketing?!
Du gehst durch was du bereits weißt oder glaubst zu wissen:

  1. Content bedeutet Inhalt.
  2. Marketing ist irgendwas das macht, dass sich etwas verkauft. (Wenn du es dir aussuchen kannst, etwas von dir)
  3. Du hörst und liest ständig irgendwo davon, und sei es nur in Nebensätzen.
  4. Das Universum möchte, dass du tiefer nachhakst. Ganz offensichtlich. Hätte es dir sonst diesen Impuls beim Mittagessen gegeben? Wohl kaum.

Du überlegst weiter.

Du möchtest dein Handy zücken und recherchieren, doch da bist du ja schon mitten im Thema. Alles was du dazu finden wirst, ist Content, da auf deine Frage sehr wahrscheinlich mit Inhalten geantwortet wird. Und selten, (viel zu selten) mit Caipirinhas. Da haben wir sie wieder! Was hat es nur mit diesen Caipis auf sich?!

Du fragst dich also weiter: Wenn die Antwort auf meine Frage zwangsläufig Content ist, wo ist dabei der Marketingaspekt? Wodurch wird aus Content Content Marketing?

Bekommt er ein hübsches Kleid angezogen? Eine glitzernde Brosche ins Haar gesteckt? Wird die Farbe seines Schweißbandes auf das Muster seiner Schnürsenkel abgestimmt? Kaum.

Du fragst dich also weiter, nur Momente von der erlösenden Suche im Browser deines Vertrauens entfernt, wer oder was bringt das Marketing zum Content?

Und dann stellst du dir die Frage, was willst du denn als Antwort auf deine Frage sehen?

  • Die x-te lieblos zusammengeklaschte, endlose Textwüste?
  • Eine Seite besuchen die länger lädt als du zum Genuss eines Caipirinhas brauchst? (Verdammt, da ist er schon wieder!)
  • 50 Videos bei denen eines langweiliger und verwirrender als das nächste ist?
  • Die Meinung des 5752735473ten selbsternannten Experten, der allerdings außer seiner Selbstkrönung und bunten Bildern auf seiner Seite nichts zum Nachweis seiner “Expertise” vorzuweisen hat?

Nein.

Natürlich nicht.

Du erinnerst dich von Fällen gelesen zu haben, in denen User aus Verzweiflung Firmen gegründet haben, nur weil sie keine Lösung für Ihr Problem gefunden haben.

Und damit hast du ein Gefühl und eine konkrete Erwartungshaltung zum Thema. Und das spürbare Verlangen nach einem Caipirinha. Und das zur Mittagszeit. Dämliches Content Marketing!

Mit dieser Vorüberlegung und dem Zwischenfazit das Content Marketing offensichtlich spannende Inhalte zum Kern hat, starten wir von der Theorie in die Praxis:

Numero Dos: Die Content Marketing Definition

Puh, der härteste Brocken direkt zu Beginn. Um Content Marketing akademisch, wissenschaftlich, praktisch und wirtschaftlich wasserdicht zu definieren, muss man weit ausholen. In meinen (Online / Social Media / Content) Marketing-Kursen habe ich dazu immer mehrere Folien in denen ich mich der ganzen Sache meistens mit einer Pyramide nähere:

Content Marketing im Gesamtkontext des Marketing

Oder, alternativ, auch in Kreisformen:

Content Marketing in systematischer Relation

Content Marketing ist also ein Subbereich des Online Marketings was wiederum ein Unterbereich des Marketings ist… Schnarch.

Da wir hier jetzt (glücklicherweise? 😉 keine 3h+ Zeit haben und du auch nicht hier bist um einen Kurs zu belegen, hier meine persönliche Content Marketing Definition.

Meine Definition von Content Marketing sieht in etwa so aus:

Content Marketing = Inhalte die so herausragend sind / solchen problemlösenden Mehrwert für den Leser und Hilfesuchenden bieten, dass sie für sich selbst und den Autoren werben, sobald sie online stehen.

Oder in einer einfachen Formel:

Content Marketing = (Problem)Lösung (in Form von Inhalten) + WOW!

Das vorausgeschickt zeigt auch gleich sehr einfach und nachvollziehbar, warum ich ein so großer Fan von “Beastly’s” / “Pillar Content” / “Standardschaffern” bin. (Mehr dazu weiter unten)

Also Texten bzw. Seiten, die

  1. holistisch, also ganzheitlich und von vielen Perspektiven betrachtend sind,
  2. präventiv SEO- und lösungsorientiert,
  3. optimal multimedial unterfüttert durch z.B. Podcastelemente, Videos, Grafiken, interaktive Umfragen etc. und
  4. WOW-Mehrwertbietend

sind.

Und erneut denkst du dir: Was? Hätte ich doch bloß nicht meinen Tischnachbarn zugehört! Jetzt habe ich nicht nur Durst, sondern werde schon wieder mit Fremdwörtern beworfen.

Entspann dich. Und suche weiter.

Diesen Rat annehmend widmest du dich nun endlich also der Suche nach der Wahrheit hinter dem Mysterium Content Marketing.

Da du dank deiner kurzen Überlegung jetzt weißt, wonach du Ausschau hältst, sollte das ein Klacks werden. (Und wo bleibt eigentlich dein Partner? Ist dieses Restaurant ein Teilzeitlabyrinth? Versucht da jemand gerade seine täglichen 10.000 Schritte zu schaffen? Oder wartet vielleicht sogar ein köstlicher Caipirinha auf dich mit der Ankunft deiner Liebe? Egal, Fokus!)

Du durchforstest die ersten Seiten, schaust dir Grafiken und Bilder an, klickst dich durch einige Videos und bleibst schlussendlich auf einer Seite hängen.

Auf dieser Seite findest du die Meinungen verschiedener Experten zum Thema. So erfährst du sehr kurz und präzise, dass im Content Marketing eine Vielzahl von Disziplinen eine Rolle spielen, das ganze immer komplexer wird und Technologien wie künstliche Intelligenz vielleicht bald Content in Echtzeit für den User zusammenstellen, bevor dieser auf die Seite klickt.

Hm, denkst du dir, das ist ein guter Einstieg. Im Content Marketing geht es also nicht nur um’s schreiben, sondern auch um Psychologie, Technik, Prinzipien aus dem Journalismus, Emotionen und permanentes Lernen & Testen, da in diesem Feld täglich neues passiert.

Was sagen andere Content Marketing Experten denn dazu?

Hier ein paar ergänzende Auszüge aus einigen der besten Artikel / Beastly’s zum Thema Content von Großmeistern dieser Disziplin:

The secret isn’t WHAT I was writing about… The secret was HOW I was writing about it. And once I cracked the code, my blog took off.

“the audience is king, and content is the castle.”

It’s all about the audience.

Nein, 140-Zeichen bei Twitter reichen nicht aus, um detaillierten Content zu erstellen, der ein Problem löst, Mehrwert liefert, Geschichten erzählt, emotional bewegt und vor allen deine Leser zu Abonnenten, Fans und Kunden macht.

Auf die letzte Aussage gehe ich etwas weiter unten noch detaillierter ein.

Du siehst also: Ich bin nicht der Einzige, der Content Marketing für ausgesprochen sinnvoll erachtet. Weiter im Text.

Du scrollst weiter. Die Frage: “Schön und gut, aber viel zu abstrakt. Gibt es ein konkretes Beispiel zur Veranschaulichung davon?” Kommt in dir auf.

 

Número Tres: Konkrete Content Marketing Beispiele

Noch bevor du diese Frage zu Ende gedacht hast, findest du ein paar Links zu herausragenden Beispielen von Content Marketing. Du schaust sie dir an, lernst nebenbei noch andere Dinge aus Bereichen von denen du noch nie zuvor gehört hast und hast nach der dritten verlinkten Seite bereits ein erstes konkretes Gefühl dafür, worum es geht.

Du gehst zurück zur Quellseite mit den Expertenmeinungen und Beispielen.

Nachdem du jetzt Breite und Beispiele kennst, wären ein paar zusammenfassende Informationsblöcke, Absätze oder Tabellen nicht schlecht. Du weißt von dir, dass du am meisten behältst, wenn du nicht nur liest und denkst, sondern wenn du auch etwas… etwas… ja etwas buntes zum Beispiel dabei hast.

Und erneut, während du diesen Gedanken ausformulierst und durch dein Cranium schickst, öffnet sich dir beim runterscrollen eine handliche Infografik, welche die wichtigsten Informationen hübsch aufbereitet zusammenfasst.

Die Content Marketing-Rezeptur für Superheldeninhalte

Du denkst dir: Wow, genau was ich brauche zur richtigen Zeit. Find’ ich gut!

Und während du darüber nachdenkst, was genau dich gerade so erstaunen lässt, kommt auch schon deine bessere Hälfte wieder.

Erfreut erzählst du ihr von deinem Inhalts-Abenteuer der Pause in eurer Mittagspause.

Nur einen Caipirinha hat sie leider nicht mitgebracht.

Eingedampft und destilliert: Die Content Marketing Grundlagen

So viel zu deinem erleuchtenden Mittagessen.

Ich hoffe du hast jetzt schon eine Idee von Content Marketing, falls nicht: Keine Sorge. Nachdem wir Breite und Beispiele haben, geht es jetzt in die Tiefe.

Und zwar in drei Schritten:

  1. Die besten Ressourcen
  2. Ein Leitfaden zu den besten Strategien
  3. Für die Nimmersatt’s: Weiterführende, vertiefende Angebote, Dienste etc.

Legen wir also los! Content Marketing wir kommen:

Nochmal in Kürze: Was ist Content Marketing?

Für den Ungeduldigen Teil in dir, und jeder hat diesen Teil, die Antwort auf die Frage “Content Marketing was ist das?” in Kurzform:

  1. Content Marketing ist jede Form von Inhalt die prinzipiell imstande ist für dich durch die Botschaft ihrer Existenz eine (positive) Aussage zu treffen. Das heißt Content Marketing ist:
  2. Bild, Ton, Video, Text, Interaktives, Quizzes, Songs (ja, auch die!) etc.
  3. Ich bin der Auffassung, dass Text dabei wahrscheinlich die beste Form ist, einfach weil du ihn bearbeiten und aktualisieren kannst, nachdem er veröffentlicht ist. Mach das mal mit einem großbudgetierten Video. (je nach konkreter Situation kann das aber natürlich auch anders aussehen)

Einwurf in der Box

Wenn du mehr Breitenwissen zu diesem Thema möchtest, Google einfach mal “holistischer Content”, “Content Cluster” oder “ganzheitliche Inhalte”. Andere Synonyme sind "WOW-Content", "Superhelden-Content" und "Hero-Content".
Schreib’ mir gern was du dir hier noch wünschst, ich versuche es dann beim nächsten Update des Artikels mit einzubauen. (Oder wir besprechen es direkt im Rahmen einer meiner Kurse)

Alright? Dann weiter im Text.

Die besten Ressourcen #1: Welches Content Marketing Buch kann ich empfehlen?

Im Wesentlichen empfehle ich nur zwei Bücher wenn ich diese Frage gestellt bekomme, ansonsten besteht der Großteil aus “Build – Measure – Learn” wie es im Lean Startup Jargon so schön heißt.
Also Machen, Ergebnisse anschauen, justieren und von vorn. Um punktuelle Recherche und kontinuierlicher Verbesserung kommst du hier wie in jedem digitalen Gebiet also definitiv nicht herum.

Meine zwei Buchempfehlungen sind:

Erfolgreiche Webtexte” von Sabrina Forst.

Ich nutze es vor allem wenn ich Texte für Landing Pages baue und nachschauen möchte, ob ich Teile meiner Zielgruppe vergessen habe, bzw. wie ich meine Zielgruppe generell noch besser anspreche. Dafür allein wirkt dieses Buch meiner Meinung nach Wunder.

Think Content” von Miriam Löffler unter der Flagge des Rheinwerk Verlages.
Wie immer bei den Büchern des Rheinwerkverlages ist dieses ein hervorragendes Fundamentwerk. (Ich kann auch die Bücher zu SEO und Social Media Marketing sehr empfehlen, aus den gleichen Gründen) Wenn du einen umfassenden Überblick zum Thema haben willst, ist dies deine erste Adresse.
Eine gute Faustregel: Immer wenn du ein Buch in dieser Form und Aufmachung im Bereich Online Marketing in den Händen hast, weißt du, dass es ein wirklich gutes ist. Autoren und Verlag schaffen mit diesen Schriften ein Grundlagenwerk nach dem anderen. Und auch wenn es nicht das EINE Content Marketing Buch da draußen gibt, ist dies ein hervorragender Start um tiefer in das Thema einzutauchen.

Die besten Ressourcen #2: Weitere Ressourcen zum Content Marketing

Da Content Marketing digital stattfindet, verändern sich hier naturgemäß Inhalte, Regeln, Tools, Best Practises etc. nahezu im Minutentakt.
Aus diesem Grund habe ich einige Newsletter abonniert, welche mir automatisiert diese Trends in mein Postfach spülen, schaue sonst gern gezielt nach den Meinungen meiner persönlichen Vorbilder und Inspirationen in diesem Bereich auf deren Webpräsenzen, oder google mich sehr speziell zu den Fragen die ich habe durch.

In 5-10 Minuten nach etwa den ersten 5-8 Treffern bei Google hat man meistens einen ganz guten Überblick und kann von dort aus entweder tiefer eintauchen oder hat bereits seine Antwort.

Auch [Suchbegriff] + “Infografik” wirkt manchmal Wunder. Also z.B. “Online Marketing Infografik” bei Google Bilder findest du hier schnell 5-10 gute Grafiken welche dir ein schnelles Gefühl für das “Was” des Themas bieten.

Darüber hinaus, wenn es wirklich tiefer, spezieller oder anderweitig intensiver wird, kann ich Podcastepisoden zum jeweiligen Thema empfehlen. (Einfach [Thema] + “Podcast” bei Google eingeben. Also zum Beispiel “Kohlrouladen Podcast”)

Und als letzte Idee: Schreib’ einfach eine Mail / einen Kommentar bei Facebook / YouTube / unter dem Blogpost um den es geht / Woauchimmer unter dem Inhalt der dir deine Fragen aufgeworfen hat. NACHDEM du recherchiert hast und wohlbegründet nicht weiterkommst. Nicht einfach nur weil du zu faul zum suchen bist! (Ich sag es sicherheitshalber dazu, auch wenn DU natürlich niemals derartiges tun würdest. Richtig?)

Manchmal hast du dann das große Glück, dass andere User dir helfen und manchmal kommentiert sogar der Autor selbst / antwortet dir auf deine Fragen.

So. Nachdem wir uns nun also einen minimalen Überblick zum Thema geschafft haben, wird es jetzt konkreter. Auf zur Praxis.

 

Was ist die beste Content Marketing Strategie?

Die beste Content Marketing Strategie ist die, die das Problem deines Kunden am besten löst. (Bzw. ihm am besten dabei hilft, das zu werden, was er werden möchte)

Angelehnt an Seth Godin’s Definition von Marketing ist das meine mehr oder minder generelle Antwort auf diese Frage.

Etwas detaillierter sitzt eine erfolgversprechende Content Marketing Strategie in der Mitte von dem was du kannst und dem, was dein Kunde möchte. (Und mit den Medien und Inhalten umgesetzt wird, die zu deinem Kunden passen und er sich wünscht und die du auch bieten kannst)

Also da:

Die beste Content Marketing Strategie ist zielgerichteter Mehrwert

Wie genau du deine Content Marketing Strategie umsetzt, mit welchen konkreten Schritten, Plänen, Tools zur Unterstützung und sonstigen Rahmenbedingungen, dazu gibt es eine ganze Reihe hervorragender Guides.

Da diese sich ständig ändern und in diesem Thema ununterbrochen neues hinzukommt, (wie in jedem digitalen Thema, siehe oben)
schlage ich dir einen Klick hierauf vor. Der sollte zeitlos deine Probleme lösen 😉

 

Die richtige Content Strategie #1: Der Content Marketing Prozess & Content Marketing Plan

Den Content Marketing Prozess unterteilt jeder Marketer anders. (Menschen die Marketing betreiben nennt man auch Marketer, wieder was gelernt 😉
Manche starten beim Brainstorming, andere bei der Frage nach den Problemen des Kunden. (Also frag deinen Kunden ruhig)
Wieder andere starten bei der Buyer Persona, also der “Personenskizze deines Musterkäufers”. Diese ist zum Beispiel hier sehr schön beschrieben.
Und dann gibt es auch noch die Spezialisten, welche den Content Marketing Prozess beim Content selber beginnen. Also mit der Grundsatzfrage: Was genau wollen wir für wen aus welchem Grund mit welchem Ziel und welcher Messung der erfolgreichen Zielerreichung in welchem Zeitraum überhaupt machen?

Meistens in mehr als einem Satz formuliert, aber im Kern geht es manchmal auch mit dieser Schachtelfrage los.

Was ist denn nun aber der perfekte Startpunkt und wie geht es optimalerweise weiter mit meinem Content Marketing Prozess bzw. Content Marketing Plan?

Nun, das hängt davon ab.

Wovon? Von

  1. Deinem Ausgangspunkt
  2. Deiner Kundenkenntnis
  3. Deiner Erfahrung im Digitalraum
  4. Deiner Erfahrung / deinen Erfolgen mit Content
  5. Deiner Zielstellung

Daher sieht der Content Marketing Prozess eines “25-Mann Frau und Hund NGO’s mit dem Thema Guerilla Gardening” sehr anders aus, als der einer 2-Frau Möbelpoliturfirma. Und beide sehen anders aus als der eines One-Man IT- Solopreneurs.

Ich empfehle generell zwei Dinge:

  1. Experimentiere so lang bis es klappt in einem Rahmen der das auch zulässt.
  2. Finde einen Superfan. Mache ihn glücklich. Sprich mit ihm. Mache ihn dauerhaft glücklich. Dann finde 10 Superfans. Dann 100. Dann 1.000. Wenn du 1.000 Superfans hast, hast du a) alle notwendige Erfahrung und b) andere Zielstellungen und Herausforderungen.

Was einen Superfan ausmacht, wie du ihn findest und vieles mehr erfährst du in diesem Blogpost. (Der zu den 10 Posts zählt, für die ich am meisten im gesamten Marketing dankbar bin. Danke Kevin Kelly, danke das du da bist!)

Es kann sein, dass Podcasts genau das richtige für dich und deine Zielgruppe sind. Kann auch sein das Blogartikel der Way to go sind. Oder YouTube Videos. Das ist unmöglich pauschal vorherzusagen und ändert sich auch konstant über die Zeit. Also frage entweder deine Kunden / Fans wenn du schon welche hast oder probiere einfach das aus, was dir am meisten Freude macht. Denn meistens ist das auch das, was die Message und Authentizität am besten transportiert.

Und der Rest ist kontinuierliches besser werden. Kaizen Ahoj!

Es gibt eine ganze Reihe von verschiedensten Ansätzen zum Thema Content Strategie, von kurz und knackig bis hin zum Projekt of its own. Da du aber vermutlich keine Dissertation über die Erstellung, Ausführung und Prüfung der Content Strategie schreiben möchtest, hier zum Schluss dieses Abschnitts was mir hilft, die W/W-nicht Fragen:

  1. Was (ist das Ziel der Strategie) / Was (ist es) nicht?
  2. Warum (setzen wir diese Content Strategie ein) / Warum nicht?
  3. Wer (Ist die [Kern]zielgruppe) / Wer ist es nicht?
  4. Wo / Wo nicht?
  5. Wann / Wann nicht?

Wenn du diese Informationen hast, kannst du daraus entspannt Personas generieren, POST-Frameworks füttern und auf Nachfrage Reports füllen.

Content Marketing Strategie #2: Content Marketing Ziele & Content Marketing Kpi’s

Nachdem du jetzt also weißt, welche Kanäle du nutzen / ausprobieren möchtest, stellt sich die Frage der Zielstellung. (Oder davor. Wie gesagt, wann du dir welche Frage stellst ist dir überlassen)
Das kann ganz simpel sein “In den nächsten 4 Wochen, also bis zum xx.xx.20xx möchte ich y Blogartikel veröffentlicht haben”.

Oder auch “Im 3. Quartal 20xx möchten wir mit unserem Content bei einer Conversionrate von 10% insgesamt 10 oder mehr Produkte yxz verkaufen und dabei 1.234 € verdienen”

Und alles dazwischen.

Wichtig sind hierbei drei Dinge:

  1. Der Unterschied zwischen Ziel und KPI
  2. SMARTE Definitionen
  3. Der Unterschied zwischen Actionable und Vanity Metrics

Heiliger Klabautermann was wird denn jetzt auf einmal mit Fremdwörtern um sich geschmissen! Kann er denn nicht auf Deutsch schreiben?

Kann er. Da du aber immer wieder auf diese spezifischen Begriffe treffen wirst, ist es wichtig, dass wir sie hier “im Original” vorstellen.

Hier die Übersetzung und Bedeutung des eben eingebrachten Worthaufens:

NameAuf DeutschBedeutung
ConversionrateKonversionsrate(Prozentuale) Anzahl der User, die von einer Stufe zur nächsten gehen. Also z.B. vom Leser zum Abonnenten werden.
ZielJa ne is klar nechDein Leitstern in einem spezifischen Bereich. Und da Erfolg das erreichen selbst gesteckter Ziele ist, essentiell für Erfolg.
KPILeistungsindikatorUnd HIER haben wir ihn auch endlich! Den Grund für den Caipi! (KPI = CAIPIrinha) Na bist du jetzt zufrieden?
SMARTIntelligentEin gutes Ziel ist Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminiert
Actionable Metric

Umsetzbare / “Handlungs-

empfehlende” Metrik (Freestyle übersetzt)

Versetzt dich in die Position, basierend auf dem Wert eine konkrete Handlung auszuführen bzw. konkrete Schritte einzuleiten und umzusetzen.
Vanity MetricEitelkeits-MetrikMist statt misst. Aus einem solchen Wert nimmst du nichts als eine Streicheleinheit fürs Ego mit. Ansonsten bringt sie dir wenig bis nichts. Oftmals verbirgt sich hinter der Vanity Metrik die eigentliche Actionable Metrik. (Also z.B. hinter der Downloadzahl die Zahl der In-App-Käufe oder hinter Seitenaufrufen die Zahl der Newsletterabonnenten)
Content Marketing - Der KPIrinha und das Biest
Wie merkt man sich am besten "KPI"? Durch einen phonetischen Partner: Den Caipi-rinha!

Der kleine Helfer zu jeder Stunde: Das Content Marketing Tool

Wenn du ein Content Marketing Tool suchst, musst du vor allem gut selektieren und auswählen.
Denn Tools die dich bei deinem Content Marketing Prozess unterstützen, gibt es wie Muscheln am Meer. Vielleicht sogar noch mehr. Ich zähle hier einfach mal meine Top 10 auf:

  1. Canva
  2. Google Docs in allen Formen
  3. Die Adobe Suite. (Wobei ich diese aktuell kaum nutze. Aber hilfreich ist es definitiv Sie zu haben bzw. sich mit ihr auszukennen)
  4. Der Tomato Timer (Mehr für meine Produktivität, aber ohne die kein Content, zählt also auch, oder? 😉
  5. Audacity (Für Podcasts)
  6. Zoom (Für die Aufnahme von Interviews)
  7. Ubersuggest (Für die Keywordrecherche und um ein “Suchgefühl” für ein Thema zu bekommen)
  8. Evernote
  9. Filezilla
  10. Dropbox

Generell gilt auch hier: (Wie überall im Leben) Probiere aus, sammle Erfahrung und baue dir deinen eigenen Werkzeugkasten mit Content Marketing Tools zusammen. Denn letzten endes brauchst du eine Lösung, die für dich und niemand anderen funktioniert. Denn du bist ja der springende Punkt am Hebel der Erstellung.
Also: Testen, Ergebnisse protokollieren, Fazit ziehen, und von vorn.

Kleines Gimmick: Das interessanteste Content Marketing Tool das ich bis jetzt noch nicht eingesetzt habe: Lumen5. Dieses wandelt per künstlicher Intelligenz Text in Video um. Ziemlich coole Kiste, ich habe nur bisher noch nicht den richtigen Einsatz dafür gefunden.

Zu guter Vorletzt: Ein Content Marketing Strategie Beispiel (Und was für eines)

Alles schön und gut. Aber du brauchst etwas fassbares. Etwas zum anfassen. Ein konkretes Content Marketing Strategie Beispiel. Ich geb’ dir direkt das beste. Den Beastly. Here we go:

Die Königsklasse des Content Marketings: Hero-Content / Der “Beastly”

Ein Beastly / Pillar / Superheldeninhalt / Standardschaffer wie man ihn sinngemäß übersetzen kann, schafft, wie es der Name schon sagt, einen neuen Standard. Und zwar in

  1. Seiner spezifischen Nische / seinem Thema
  2. Der formulierten Sprache

Ich habe es weiter oben ja schonmal angedeutet, ich halte Beastlys für eine der besten Möglichkeiten des Content Marketings. Einerseits weil er eine so umfassende und ganzheitliche Betrachtung und Auseinandersetzung mit einem Thema ermöglicht, andererseits weil er so flexibel und einfach verschiedenste Contentformen in sich vereint. Im SEO wird er zuweilen gar als “neuer heiliger Gral” gepriesen. Die Vorteile sind mannigfaltig, ein Beastly:

  1. Skaliert hervorragend (Es ist keine Seltenheit, dass ein einziger Beastly für mehrere Dutzend bis Hundert Keywords rankt)
  2. Wird kontinuierlich besser mit der Zeit (Da es Top-notch Content ist, verbessern sich seine Rankings stetig. Unterstützt kann das ganze noch durch regelmäßige Updates basierend auf den Rankingveränderungen werden)
  3. Kann mit wenig Aufwand aktuell und auf dem Stand der Kunst gehalten werden (Da der Großteil einmal steht, reicht oftmals eine Stunde für ein Update aus, welches sich über die Zeit aber deutlich bemerkbar macht. Und wenn man das oft / lang genug macht, hat man irgendwann auch ein potenzielles digitales Produkt was man ergänzend verkaufen kann. [Manchmal kommt sogar explizit die Nachfrage danach, hier gilt es individuell zu entscheiden])
  4. Eignet sich hervorragend als potenziell viraler Inhalt
  5. Ist vom Fleck weg zeitlos, u.U. selbst bei sich stark verändernden Themen, da er dann auf die Grundlagen der Veränderung eingeht

Es gibt noch eine Reihe weiterer Vorteile, für ein erstes Gefühl sollte das erst einmal reichen. (Mehr findest du in meinem kostenlosen Whitepaper zum Thema)

Die Content Marketing Strategie dabei ist offensichtlich: Der mit Abstand beste Content zieht die Leute am stärksten / meisten / längsten an. Und bringt sie dazu weiter mit dir zu interagieren. Denn da du dich offensichtlich nur durch einen einzigen Artikel / eine Einzige Seite bereits als Experte positionieren konntest, bist du der erste Ansprechpartner für weitere Fragen.

Und da du von Sekunde 1 an die Inhalte deines Beastlys direkt auf die konkreten SEO-bestätigten Fragen der Webgemeinschaft zurechtgeschnitten hast, kommen die User auch wie automatisch in immer größerer Zahl zu diesem Artikel.

“Ultimative Ressourcen” bzw. Beastlys sind mein persönlicher Favorit wenn es um Content Marketing Strategien geht. Denn ein Beastly vereint alles in sich.

Allerdings ist diese Content Marketing Strategie auch eine der anspruchsvollsten, weil die Orchestrierung aller Inhalte, der systematische Aufbau, der gezielte Feinschliff, das spätere feinjustieren ein relativ tiefes Verständnis aller Bestandteile sowie der strategischen Vogelperspektive voraussetzen.

Wenn du selbst einen Beastly erstellen möchtest, empfehle ich die unten weiter ausgeführte, Schritt für Schritt erklärte  Vorgehensweise.

In dieser konkreten Form das erste Mal bei Pat Flynn in diesem sehr lesenswerten Artikel gesehen, dort allerdings nur als Nebenaragraph. Die Idee ist allerdings nicht neu und gibt es schon lang vor ihm. Auch Guides dazu gibt es mehr als genug.

Wie gesagt ausführlich gehe ich darauf in meiner Content Marketing PDF: How to Beastly näher ein. In Kürze liegt “Beastly” Content auf der “Landkarte des Inhalts” ungefähr hier:

Was ist Content Marketing visuell erklärt

Nehmen wir an, eine kurze Twittermeldung stellt das eine Extrem im Content dar. (Äquivalent gilt für Video ein Vine, für Podcasts eine WhatsApp-Sprachnachricht und für Bilder ein Favicon)

Kurz, knackig, präzise auf den Punkt. (Im Optimalfall)

Hier ist nicht viel Raum zum experimentieren, erklären oder erläutern. Es heißt nicht umsonst StatusMELDUNG und nicht StatusBERICHT.

Auf der anderen Seite der Skala hingegen haben wir das Magnum Opus, das persönliche Meisterwerk. “Ideen” von Watson fällt mir da auf Textseite ein. Der eine oder andere 24-Stundenclip auf YouTube als Beispiel für Videos. Der Punkt ist klar:
Ein Magnum Opus ist das beste Stück Content zu dem du in deinem Leben fähig bist.

Dazwischen haben wir den “normalen” Blogpost und ihm aus Sicht der Mitte gegenüber den Beastly.

Blogposts können nur 50 Wörter umfassen, meist werden alle Artikel ab 300 bis 600 Wörter Umfang allerdings dazu gezählt. Und von dort auf dann aufwärts. Auch ein Beastly ist technisch gesehen ein Blogartikel. Selbst ein Magnum Opus kann einer sein.

Ein Beastly ist, wie der Name bereits sagt, ein „Biest“ von Inhalt. Also ein Blogbeitrag so voller Mehrwert, Tipps und Tricks und hilfreichen Anleitungen, dass er einen regelrecht anspringt. Und nicht mehr loslässt.

Solche „Mehrwertmonster“ lassen sich in nahezu 99% aller Fälle nicht mit weniger als 1.000 Wörtern schreiben, wenn wir beim reinen Text bleiben. Und so kommen wir zu einer noch feineren Art der möglichen Unterteilung auf der Content Marketing Landkarte. Der Einteilung nach der Wortanzahl:

Die Content Marketing Landkarte

Je nach Experte und SEO-Saison beginnen Beastly’s bei 1.000 bis 2.000 Wörtern. Ab 5.000 Wörtern ist es ziemlich sicher einer. (Mehrwert statt Blähwert vorausgesetzt)

Alles über 50.000 Wörter ist dann eher ein Buch.

Signifikante positive Resultate erzielst du bereits ab 1.000 Wörtern +. Ab 2.000 Wörtern oder mehr bist du auf der sicheren Seite, wie diese Umfrageergebnisse zeigen:

Content Marketing Blog Statistiken
Quelle: https://www.orbitmedia.com/blog/blogging-statistics/

Wie im „Infografik-Onepager“ weiter oben bereits zu sehen war, ist herausragender Content in spezifischen Dimensionen besonders. Ob du es mit potenziell holistischem Content bzw. Pillar Content zu tun hast, kannst du auf einen Blick erfassen. Mit einer Kursen Analyse per Netzdiagramm:

Beastly Content Dimensionen

Mehr Content Marketing in meinem Whitepaper!

Wenn du mehr über Erstellung, Klassifizierung, Unterscheidung und Anwendung von herausragendem Content wissen möchtest, ist mein kostenloses Whitepaper genau das Richtige für dich! 
Auf 23 Seiten erfährst du in diesem:
  • Vor- und Nachteile von langen, inhaltsdichten und mehrwertintensivem Content
  • Kurze und präzise Fallstudien und Analysen zu erfolgreichem Content Marketing
  •  Bestandteile erfolgreicher Inhalte
  • Konkrete Schritt für Schritt Anleitung zur eigenen Erstellung
  • Vieles mehr.

Mehr zur Analyse von Inhaltsqualität- und Güte findest du in meinem Whitepaper zum Thema oder in meinen Kursen.

 

Jetzt aber mal konkret: Content Marketing Best Practice

Wenn du komplett neu in ein Thema startest bzw. darüber von Null aus schreiben willst, empfehle ich Eine Mischung aus Tim Urbans Ansatz, dem “SEO-Clustern”, einigen Tipps von anderen erfolgreichen Bloggern und meiner Erfahrung:

  1. Starte mit Wikipedia, klicke dich dort durch die Fußnoten, Links im Text etc.
  2. Lies die Artikel der ersten 20-30 Seiten von Google. Ja, Seiten. Nicht Ergebnisse. (Mein Tipp)
  3. Fasse dir die Punkte und Argumente zu Inhaltsclustern zusammen und ergänze bis sich der Großteil doppelt
  4. Schau dir YouTube Videos an. So lang, bis du selbst sagen kannst: “ha, das wusste ich!”
  5. Lies dir die besten 3 – 10 Bücher zum Thema durch.
  6. Abonniere ggf. einige Newsletter. (Optional: Setze dir Google Alerts zum Thema)
  7. Markiere dir in deinem Dokument an welcher Stelle du mit welchen Inhalten arbeiten möchtest. (Wo soll eine Infografik hin, wo ein Interview, wo ein Video etc.)
  8. Mache eine SEO-Recherche und ordne deine Inhalte danach thematisch
  9. Leg los und fang an zu schreiben!
  10. Hol dir ggf. ergänzende Expertenstimmen
  11. Mach einen ersten Gesamt-Feinschliff
  12. Brainstorme die passende(n) Überschrift(en)
  13. Release the Kraken! (Veröffentliche deinen Beastly)
  14. (Optional aber hilfreich: Lies dir Kommentare durch, sowohl direkt unter dem Artikel als auch in den sozialen Medien, auf Portalen in denen deine Grafiken aus dem Beastly eingebunden wurden etc. Gehe je nach Frage auf diese im Beastly ergänzend ein. [z.B. unter dem Fazit])
  15. (Optional aber hilfreich 2: Update deinen Beastly regelmäßig basierend auf Fragen die dir gestellt wurden, Veränderungen im SEO, Inhalten die du noch anfügen möchtest etc. Mach etwas unvergleichliches und zeitloses aus deinem Beastly!)

Seinen Schreibprozess hat der Großmeister des Contents Tim Urban übrigens in dieser wunderbaren Podcastepisode mit Tim Ferriss verraten. Kann ich sehr empfehlen. (Auch und vor allem wegen seinen spannenden Zukunftsgedanken ab ungefähr Minute 40.

Von wegen Beastly. Warum hört der Artikel hier schon auf? Ich will mehr!

Ok Ok! Schon gut!

 Wenn dir das hier als Übersicht nicht genug ist, die weiterführenden Links deine Neugierde nicht zu stillen vermögen und dir die Bücher auch nicht ausreichen, habe ich vielleicht noch eine letzte Rettung für dich.

Wie weiter oben bereits erwähnt, gebe ich das eine oder andere Content Marketing Seminar beziehungsweise einen Content Marketing Workshop. (Wenn die Nachfrage da ist) Das ganze geschieht entweder offline oder als Content Marketing Online Kurs. Du kannst dich hier anmelden. (Oder per Klick auf die großen grünen Buttons)

Was passiert nach der Anmeldung? Nun zuerst einmal hast du dir dann einen Platz auf der Warteliste gesichert. 

Ich melde mich spätestens bei dir, sobald die Teilnehmerzahl stimmt und ich die Kapazitäten frei habe, mit allen wichtigen Daten.

Ich sprach ja von Seminar / Workshop. Warum? Weil ich alles anbiete. (Nachfrage vorausgesetzt) Es ist wie beim Schmied des Vertrauens. Alles aus einer Hand. In diesen Formen kann das Ganze umgesetzt werden:

Content Marketing Seminare

Mehr von mir #1: Meine Content Marketing Seminare

Content Marketing Seminare mit mir umfassen mindestens die nachfolgenden Punkte:

  • Was ist Content Marketing und was ist es nicht?
  • Welche Tipps und Tricks gibt es beim Content Marketing?
  • Welche Medien- und Medienkombinationen ergeben wann Sinn?
  • Wie kann man Content Marketing als Starter, Fortgeschrittener und Erfahrener am besten auf die nächste Stufe bringen? 
  • Welche Content Marketing Maßnahmen sind effizient? Welche nicht?
  • Gemeinsame Liveübungen
  • Gemeinsames dekonstuieren und bewerten von Praxisbeispielen
  • Guidelines, Checklisten und Anleitungen zur Orientierung im alltäglichen umsetzen
  • Uvm.

Ich halte Content Marketing Seminare gern bevorzugt in Leipzig, Berlin oder Dresden. Wenn gewünscht und beiderseits passend, komme ich aber auch gern an andere Orte. Wir finden definitiv eine Lösung!

Content Marketing Workshops

Mehr von mir #2: Content Marketing Workshop’s

Im zweiten Teil meines Angebots rund um Content, dem Content Marketing Workshop, wird es vor allem praktisch. Hier klären wir Fragen und setzen Projekte um zu z.B.:

  • Was ist ein Podcast? Wie funktioniert er? Warum sind Podcasts gut? Wie setze ich selbst einen um? Welche Erfolgsfaktoren gilt es zu beachten?
  • Wie funktionieren Infografiken? Was hat es mit Ihnen auf sich? Wie kann ich schnell, kostenlos und ohne Vorkenntnisse Infografiken erstellen?
  • Wie funktionieren Umfragen und Quizze? Welche Vorteile bieten ihre Echtzeitvarianten? Welche Tools haben sich bewährt?
  • Was kann ein Redaktions- bzw. Content Management Plan? Welche Vorteile bringt er? Wie wende ich ihn an?
  • Welche Tools begleiten mich im Content Marketing Alltag?
  • Uvm.
Hier gilt das selbe wie in Punkt 1: Ich halte Workshops gern in Leipzig, Berlin oder Dresden. Bin aber auch gern bereit die Republik für unser gemeinsames Event zu durchqueren.
 
Mein Content Marketing Online Kurs

Mehr von mir #3: Mein Content Marketing Online Kurs

Der Content Marketing Online Kurs bildet den Schwerpunkt meines Angebots rund um das Thema Content Marketing. In diesem behandle ich die oben genannten Inhalte. (Mit individuell gelegten Schwerpunkten) Zusätzlich lassen sich hierbei hervorragend die Möglichkeiten der digitalen Technik ausspielen.

Ich kann also live Beispiele im Browser auseinandernehmen, Teilnehmer können problemlos ihre Bildschirme teilen und das Ganze ist selbstredend ortsunabhängig. Weitere Vorteile des Content Marketing Online Kurses sind:

  • Aufzeichnung und Speicherung des gesamten Kurses.
  • Keine expliziten Schulungsräumlichkeiten notwendig.
  • Content Marketing Tools können direkt in echter Umgebung angewandt werden.
  • Meist kostengünstiger aufgrund der geringeren Vorbereitungs- und Planungsmaßnahmen.
In Planung - Ausbildung zum zertifizierten Content Marketing Manager

Mehr von mir zum Thema #4: Der Content Marketing Manager

Da die Frage immer wieder kommt und ich mittlerweile auch eine zufriedenstellende Antwort darauf bieten kann: Ja, Über kurz oder lang werde ich (wahrscheinlich) aus diesem Kurs eine zertifizierte Weiterbildung machen. Wobei „ich“ dabei mich, eine Reihe von anderen hochkarätigen Dozenten und verschiedenen Institutionen meint wie es aussieht. Wie kurz oder lang genau die Reise zum eigenen Content Marketing Manager-Kurs wird, entscheidet die Bürokratie, ich bin dran. Wenn du als erstes davon erfahren möchtest, melde dich am besten in meinem Newsletter an.

 

Fazit

Meiner Meinung nach ist Content Marketing die beste Form des Marketing. Und ein gewaltiger Teil der digitalen Transformation selbst. Ich wage sogar die These: Ohne Content Marketing gäbe es die wahnsinnige Geschwindigkeit der Digitalisierung nicht. 

Und Content Marketing ist die Marketingform, die am meisten Spaß macht. Weil sie niemals endet und man in jeder beliebigen Richtung ununterbrochen neue Dinge dazulernen kann.

Wenn du dich jetzt fragen solltest: “Hm. Schön und gut, aber gibt es auch Content Marketing Jobs? Kann man damit Geld verdienen? Ist das ganze nur ein nett gemeinter Zeitvertreib?” Dann lass mich mit diesem Zitat schließen:

“Der Markt für Content Marketing ist in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert. Wer als Content-Marketing-Agentur trotz des großen Wettbewerbs 2018 nicht zweistellig gewachsen ist, hat etwas falsch gemacht.”

Aber dazu an anderer Stelle mehr. (Wenn gewünscht)

Wie stehst du zum Content Marketing? Und wie fandest du diesen Beastly-Artikel? Schreib es mir gern in die Kommentare!

Disruption

Disruption: Welche Technologien und Geschäftsmodelle sind disruptiv? (Und warum?)

Disruption

Das Geheimnis der Disruption

Disruption. Wortgewordene radikale Veränderung in allen Bereichen. Gefürchtete Bedrohung für die einen, schnellster und bester Weg zu Reichtum, Glück und kollektivem Fortschritt für die anderen.

Machen wir uns nichts vor. Auch wenn Disruption mittlerweile gelegentlich zum blutleeren Buzzword und Antwortautomatismus in Gründerkreisen verkommt, ihr Kern birgt gewaltige Potenziale und Auswirkungen.

Und so ist Disruption wahrscheinlich eines der wichtigsten und zugleich missverstandensten Worte unserer Zeit. (Also etwa der letzten 250 und der kommenden 50 Jahre – denn in diesem Zeitraum häufen sich Disruptionen derart, dass wir seit einem Viertel Jahrhundert die Welt buchstäblich auf den Kopf gestellt haben. Und binnen der nächsten 50 Jahre wahrscheinlich absolut alles, inklusive uns selbst, grundlegend verändern: Die menschengemachte Singularität tritt ein. Mit größeren Auswirkungen als Atomwaffen und künstliche Intelligenz vereint. [Was KI ist, erfährst du hier])

Doch kommen wir weg von der Schwarz / Weißmalerei und sehen wir uns den Boden der Fakten und Theorien dazu an.

Stellen wir die Fragen zur Disruption, die wirklich von Belang sind: 

  • Was hat es mit Disruption auf sich?
  • Was bedeutet disruptiv überhaupt?
  • Und was kann man an Disruption so kolossal missverstehen?

All das und mehr, jetzt. Wir schauen uns systematisch die Grundlagen, relevante Anwendungsfelder und Beispiele, konkrete Handlungsempfehlungen und Schemata zur Einordnung an. Damit der Mythos Disruption endlich zu einem vollends nutzbaren Werkzeug im kollektiven Baukasten wird.

Gehen wir also wie immer systematisch vor. Und starten mit zwei Fragen:

  1. Was bedeutet “Disruption”?
  2. Was ist “disruptiv”?

Eine letzte Anmerkung zu Beginn noch: Wenn du mehr über dieses Thema wissen möchtest, trage dich hier für mein kostenloses Webinar zum Thema Disruption ein. (Ich halte dieses je nach Nachfrage. Wenn du dich einträgst, erfährst du aber immer als erster davon)

Jetzt aber genug des Vorworts, wollen wir den Inhalt nicht über Gebühr ausdehnen.

Steigen wir direkt ein ins disruptive Ungewisse:

 

Disruption: Definition

Was ist Disruption nun also? Es gibt mittlerweile so viele Bücher, Vorträge und Meinungen dazu, dass man schnell den überblick darüber verlieren kann.

Daher fangen wir mit einer Zusammenfassung der destillierten Kerngedanken einiger der relevantesten Konzepte dazu an:

1. Innovation = Evolution, Disruption = Revolution.

Innovationen verbessern graduell und in einem eng abgesteckten Bereich, Disruptionen führen zu (Um)Brüchen und bringen ganze Branchen und Wirtschaftsbereiche in die Wahl zwischen Zugzwang oder Aussterben.  

2. Disruption = Eliminierung / Simplifizierung von Teilen der Wertschöpfungskette mittels (disruptiver) Technologie.

Durch das Wegstreichen von Mittelsmännern können höhere Margen, direktere Kundenbindungen, höhere Veränderungsgeschwindigkeiten und starker Marktdruck aufgebaut werden. Denn dadurch, dass die disruptive Lösung zeitgleich günstiger und besser für Kunde und Anbieter zeitgleich ist, wird sie wahrscheinlich die meisten Kunden zu sich ziehen.

Die Idee dahinter ist so simpel wie überzeugend: Weniger Zwischenschritte = Bequemere Nutzung = Mehr und zufriedenere Kunden + weniger Fehlerpotenzial auf der Gewinnseite. Und weniger Zwischenschritte auf der Einsparseite = Weniger Risikofaktoren und mehr Gewinn da weniger zu bezahlende Dienstleistung.

Dieser Gedanke rollt gerade wieder durch das Silicon Valley in Form von Banklizenzen. (Nachvollziehbarerweise: Uber allein zahlt jedes Jahr eine Milliarde Dollar nur an Kreditkartengebühren)

3. Disruption = Signifikanter Mehrwert. (Kurz-, Mittel-, und/oder Langfristig)

Dieser Definitionsteil ist der wichtigste und ausschlaggebende. Denn wie immer gilt: Die beste Lösung für ein Problem fährt den meisten Gewinn ein. (Sofern Kunden dafür zahlen können und auch davon wissen – Dieser trivial wirkende Nebensatz ist essentiell. So essentiell, dass es Argumentationen gibt, die das Geschäftsmodell und nicht die lösende Technologie einer Disruption ins Zentrum stellen. )

Diese fast schon banale Regel wird durch exponenzielle Technologien mit bis dato unbekannter Wucht und Umfang versehen. Denn nun bedeutet spürbarer Mehrwert nicht nur Mehrwert für 3 Kunden oder ein Problem im fußläufigen Umkreis meiner Werkstatt im Rahmen meiner Öffnungszeiten. Jetzt bedeutet es potenziell mehrere Milliarden Kunden auf der gesamten Erde zu jeder Zeit.

Was uns zur Quintessenz der Disruption – Definition führt:

Disruption = Signifikanter Mehrwert x exponentielle Technologien.

Oder, um es mit den Worten von Jeff Bezos zu sagen: „Alles, was die Kunden lieber mögen als das, was sie vorher gekannt haben, ist disruptiv.“ = Mehrwert.

Kombiniert mit exponenziellen Technologien (Amazon par excellence) für das dazu, dass ganze Branchen über Nacht zerrüttet werden.

Halten wir also fest:

  1. Disruption ist signifikanter Mehrwert durch Einsatz exponentieller Technologien.
  2. Disruption wird zur Disruption durch a) Ihre Geschwindigkeit (Eine Veränderung über 100 Jahre wird wahrscheinlich nicht einmal wahrgenommen, eine Veränderung binnen 100 Stunden schon) und b) Ihren Impakt. (Eine Veränderung die nichts spürbar verändert, ist eine Randnotiz in Zeiten großer Langeweile, eine Veränderung die zur Reaktion zwingt ist eine Handlungsnotwendigkeit)
Was uns zur finalen Disruption – Definition bringt:
Disruption ist signifikanter Kundennutzen mit (wahrscheinlich) signifikanten Auswirkungen binnen kurzer Zeit, welcher durch exponenzielle Technologien ermöglicht wird.
Damit können wir arbeiten.
Die zwei wichtigsten Dimensionen der Disruption kann man sich auch so vorstellen:
Disruption Definition

Konkurrenz meint dabei nicht nur andere Unternehmen in meinem Feld. Es meint auch konkurrierende Technologien, Geschäftsmodelle, Kulturen etc. Zur Adaptionsgeschwindigkeit kommen wir gleich näher.

Eins noch zur Verdrängungstheorie: Eine Technologie wird nahezu niemals vollständig verdrängt. Das Wissen um diese Technologie bleibt. Einen Faustkeil kann ich mir auch heute noch leicht herstellen, auch wenn er faktisch keine Relevanz mehr besitzt. Pferde ziehen noch immer in Stadtrundfahrten Gäste, auch wenn ihr ehemaliges Einsatzfeld kaum noch existiert.

Noch eine Ergänzung zur oben genannten Disruptionsdefinition: Disruption wird gern als “kreative Zerstörung” oder “Zerstörung durch kreative Akte” definiert. Aber das taugt kaum zu einer echten Definition wie ich finde. Denn dann könnte man ein eingeschlagenes Fenster im Rahmen eines Malwettbewerbs auch als disruptiv bezeichnen. Deswegen, die „Disruption – Definition für unterwegs„:

Die umfassende und schnelle Verdrängung von Lösungen durch bessere Lösungen.

Umfassend heißt dabei: Bis hin zur Konkurrenz-Marginalisierung und dem Dasein im Museum.
Schnell heißt dabei: Binnen weniger Wochen (Vor allem Software) / Monate / Jahre anstatt wie „prä-Dampfmaschine“ binnen Jahrzehnten oder Jahrhunderten. Hierbei geht es meiner Meinung nach vor allem um die mögliche Adaptionsgeschwindigkeit gegenüber der Veränderungsgeschwindigkeit. Denn: Wenn etwas sehr langsam vonstatten geht, ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher, dass eine Anpassung stattfinden kann.

Oder anders, visuell ausgedrückt:

Disruption Definition - Disruptionsfenster

Grenzen der Disruption

Digitale Lösungen lassen sich im Extremfall binnen von Sekunden bzw. Minuten nahezu vollständig verändern. Sie passieren tatsächlich so schnell, dass sie bereits heute unterhalb der menschlichen Verarbeitungsgeschwindigkeit liegen. Und sie werden tendenziell sogar immer schneller, da Lösungen zur Erschaffung dieser wie Programme und Algorithmen immer besser werden.

Bei analogen Lösungen dauert dies meist ungleich länger.

Die untere Grenze der Disruption wird dabei von der menschlichen minimalen Adaptionsgeschwindigkeit gebildet. Also der mindestens notwendigen Zeit um eine Gewohnheit zu bilden.

Wenn Produktzyklen schneller werden, als Menschen Gewohnheiten mit diesen Produkten etablieren können, ergibt das ganze keinen Sinn mehr. Denn dann bringen meine Lösungen, egal wie gut sie sein mögen, nur noch Stress und werden damit prinzipiell ineffizient.

Je nach Studie liegt diese untere Grenze zwischen zwei bis sechs Wochen oder gar sechs Monaten. Diese Zeit benötigen Kunden meiner Lösungen also mindestens, um mein Produkt zum Teil Ihres Lebens zu machen. Schnellere Disruptionszyklen ergeben also keinen Sinn, denn die kognitiven Kapazitäten der Kunden limitieren diese.

Die obere Grenze ist branchenspezifisch die, ab der Konkurrenten relativ bequem auf die Veränderung reagieren können. Eine Disruption, die langsamer ist als die Entwicklungszyklen der Konkurrenz, ist keine Disruption.

Wenn es also 5 Jahre dauert, bis ich mein Produkt von der Einführung bis zur Massenadaption gebracht habe, ist das ganze kaum mehr disruptiv. Denn die gesamte Branche kann entspannt reagieren und eigene Lösungen anbieten. Da analoge Lösungen oftmals allein durch Lieferketten, Ressourcenmanagement und Rohstoffverfügbarkeiten limitiert werden, sind diese im Schnitt langsamer als digitale Lösungen.

Im aus diesen beiden Grenzen resultierenden Disruptionsfenster passieren alle Disruptionen.

Durchschlagskraft / Impakt von Disruptionen

Ich finde die Analogie hilfreich, Disruption zum Zwecke besserer Verständlichkeit mit Asteroiden und Ihrer Einschlagkraft zu assoziieren. Denn ungefähr so kann man sich die Auswirkungen von disruptiven Veränderungen vorstellen. Schauen wir uns diese Metapher näher an:

Impakt von Disruption
 AsteroidDisruption
Einschlagintensität / DurschschlagskraftGemessen im TNT-Äquivalent.Messbar in Umsatzveränderungen und Marktanteilen. (Bezogen auf Konkurrenz, Branche, Produktlinien etc.)
Langfristige FolgenErdverdunklung, Auslöschung von Leben etc.Monopolbildung / Insolvenz, Umstrukturierung, Expansion / Einsparmaßnahmen, Konsolidierungen, Übernahmen etc.

Mit diesen qualitativen und quantitativen KPI’s lassen sich Disruptionen näherungsweise beziffern. Viele gute Beispiele dazu finden sich in den Grundlagenwerken zur Disruption von Clayton M. Christensen.

Wie wir an Beispielen weiter unten sehen werden, sind Disruptionen oftmals leicht an starken Veränderungen nach oben oder unten in Graphen erkennbar.

 

Einflussfaktoren der Disruptionsgeschwindigkeit

Nachdem wir uns die erste der beiden Dimensionen der Disruption, die Durchschlagkraft, angeschaut haben, kommen wir nun zur zweiten: Der Geschwindigkeit.

Verbreitungs- und Erschaffungsgeschwindigkeit disruptiver Innovationen hängen im wesentlichen von drei Faktoren ab:

  1. Wissen: Je mehr die Menschheit an nutzvollen Informationen besitzt, desto schneller gehen Entwicklungen vonstatten. Da Wissen aufeinander aufbaut und sich gegenseitig kombinatorisch verstärkt, haben wir buchstäblich mehr Optionen zur Disruption zur Verfügung.
  2. Geringe Umsetzungsbarrieren: Immer mehr bessere Tools sind zu immer geringeren Kosten zur Realisierung verfügbar. Von Dropbox über Google Docs und High Tech Lösungen wie AutoML oder AWS bis hin zu Slack und Echtzeit-Messengern wie WhatsApp und Wire.
  3. Mehr Unterstützung / bessere Validierungsoptionen: Dank Möglichkeiten wie Crowdfunding, Influencer-Kooperationen, Hackathons, Wettbewerben, Inkubatoren und Citizen-Science kann ich meine Idee ungleich schneller und zeitgleich besser umsetzen als je zuvor.

Weiterhin sind dank dieser Entwicklungen viele nahezu kostenlosen Services weltweit und sofort verfügbar. Diese Freemium Geschäftsmodelle senken Innovationshürden und steigern damit die (potenzielle) Disruptionsgeschwindigkeit.

Meine Kollegen vom Disruptionhub haben diese Idee weiter ausgeführt und in ein eigenes Modell eingebettet:

Dimensionen von Disruptionen
Quelle: https://disruptionhub.com/3-dimensions-disruption/

Diese Faktoren erhöhen nicht nur die Anzahl an potenziellen Disruptoren, sie erhöhen auch zeitgleich die Wahrscheinlichkeit eines hohen Disruptionsgrades, also dem “Einschlag” / der “Wucht” der Auswirkung der neuen disruptiven Lösung auf die Branche / Konkurrenz die sie betrifft. (Der oben beschriebenen Durchschlagkraft / dem Impakt)

 

Exkurs: Disruption auf deutsch?

Es gibt bis heute kein gutes, adäquates Wort auf Deutsch für Disruption. Die meisten Ansätze dazu nähern sich auf einem von zwei Wegen an:

  1. Über den Wortursprung und von dort aus weiter zu Synonymen: Im englischen bedeutet „to disrupt“ stören, unterbrechen, zerstören. Und im lateinischen „disrumpere“ zerreißen, zerbrechen, zerschlagen, bzw. passivisch: platzen.
  2. Über die Historie: Angefangen von Joseph Schumpeter mit seiner „Schöpferischen Zerstörung“ über Clayton Christensen mit seiner „Disruptiven Innovation“, welche dann zur Disruption wurde.

Gemäß dieser und der bisher vorgestellten Ansätze würden sich mehrere Neologismen zur Beschreibung einer Disruption auf deutsch eignen:

  • Kreativzerstörung
  • Wertverdrängung
  • Hochgeschwindigkeitsveränderung
  • Innovationseinschlag
  • Verschiedene Kombinationen aus diesen Teilen, z.B. Hochgeschwindigkeitsinnovation
  • Etc.

Wie wir sehen: Auch diese sind alle nicht so richtig optimal und eher als weitere mögliche Synonyme geeignet. Deshalb gibt’s wohl Disruption und bis heute kein deutsches Pendant. (Wenn dir ein besseres einfällt, schreib es mir gern!)

 

Disruptiv: Definition

Nachdem wir jetzt wissen was Disruption bedeutet, schauen wir uns darauf basierend an, was disruptiv meint.

Man könnte etwas salopp disruptiv definieren als “Eine Situation in der Disruption vorkommt” oder “Disruptiv ist etwas, wenn Disruption geschieht”.
Das ist nicht falsch, zum Verständnis aber nicht gut genug.

Ich stimme der Argumentation von Physiker David Deutsch überein, dass uns im Wesentlichen einfach nur (bessere) Lösungen fehlen. Für alles. Immer. Wenn uns keine Lösungen fehlen würden, würden wir uns nicht damit beschäftigen weil es dann keinen kognitiven Aufwand hätte. 

Und Lösungen sind Wissen. Und Wissen ist Information mit kausaler Kraft. (Also Informationen mit denen / dank denen ich etwas tun kann)

Zwei der plastischsten Beispiele dafür nennt er in seinem Buch „Beginning of Infinity“: Vor der systematischen Nutzbarmachung des Feuers sind ständig Menschen in Armreichweite zu Feuerholz und Zunder erfroren.  Vor der Entdeckung der Cholera sind Menschen in großen Zahlen direkt neben der infizierten Wasserquelle gestorben. Alles was gefehlt hat, war Wissen. Zum entzünden eines Feuers oder dem abkochen von Wasser.

Die Klimakrise ist eines dieser Beispiele. Es fehlt uns nicht an Ressourcen, es fehlt uns an besseren Lösungen spezifische Bedürfnisse zu befriedigen.

Heißt, unsere Definition dafür, wann etwas disruptiv ist, kann z.B. so aussehen:

Etwas ist disruptiv, wenn es eine Lösung in einer Art bietet, wie es sie nie zuvor bisher gab.

Oder, mit den Worten von Tony Robbins:

„Think of it this way: If an idea existed before, it’s likely the business isn’t disruptive. But something like radio or television – those changed the entire entertainment industry and therefore embody business disruption.“

Und weiter: „Innovation is any way you find a way to do more for a client than anybody else does.“

Dem kann ich mich anschließen, denn oftmals wird eine signifikante Wertdifferenz / Kundennutzen nicht durch graduelle Verbesserung bestehender Lösungen erreicht. Oder anders: Ich komme nicht wirklich schneller von A nach B wenn ich einen Reifen noch 5% runder mache. Wenn ich einen Teleporter entwickle allerdings schon.

Also anders formuliert, die etwas komplexere disruptiv – Definition:

Disruptiv = Kundennutzenzentriertes Handeln mittels exponenziellen Technologien.

Was Kundennutzen / Mehrwert dabei ist, dazu kommen wir gleich detaillierter.

 

Rollenverteilung bei der Disruption

Und damit haben wir die Grundlagen so gut wie alle abgehakt. Fehlt noch die Antwort auf eine entscheidende Frage: Welche Rollen gibt es beim disruptiven Prozess? Abseits der offensichtlichsten, dem Kunden, drei:

  • Disruptor: Auslöser der Disruption
  • Disruptees: Von der Disruption negativ beeinflusste Akteure.
  • Disruptionsfeld: Von der Disruption beeinflusste Branche / Markt.

Es gibt eine Reihe von Alternativbezeichnungen und anderer Theorien dazu, ich finde diese am hilfreichsten.

Die Interaktion dieser Akteure im Rahmen einer Disruption ist der disruptive Prozess.

Disruptiv - Rollen beim disruptiven Prozess

Disruptive Innovationen

Nachdem wir jetzt wissen, womit wir es zu tun haben, kommen wir jetzt zu den konkreten Auswirkungen / Anwendungen. Starten wir mit disruptiven Innovationen und der Frage: Was wird da überhaupt disruptet? 

Antwort: Vor allem der Stillstand der Wertentwicklung für den Kunden.

Was bedeutet das? Für die Anbieter: Unternehmen können sich nicht mehr ausruhen. Zumindest nicht mehr so lange wie früher. Denn potenzielle Konkurrenz kommt jederzeit und von überall.

Für die Anwender: Gute Nachrichten! Es gibt einen hyperkonkurrierenden, weltweiten Markt um jedes eurer Bedürfnisse. Oder, mit den Worten einer Netflix-Pressemitteilung: Es konkurrieren nicht mehr Filmstudios mit Filmstudios um Dollar und Penny. Es konkurrieren mittlerweile Filmstudios mit sozialen Netzwerken um Aufmerksamkeit. Um die Zeit des Nutzers. Um die Entscheidung im Überfluss.

An sich gute Nachrichten, sofern man aufpasst, nicht im Datenstrom weggeschwemmt zu werden.

Heißt: die letzten großen Übel, (frei nach Harari) Hunger, Krankheit und Krieg werden Stück für Stück Gegenstand disruptiver Innovationen. So wie es die gesamte Menschheitsgeschichte entlang bereits war:

Disruptive Technologien über die Zeit

Mit jeder bahnbrechenden Erfindung konnten mehr Menschen glücklicher leben. Und diese beiden Fixpunkte, mehr Menschen und glücklichere Leben bilden noch immer den Antrieb für disruptive Innovationen.

 

Exkurs: Analog, Digital, Kognitiv

Ich beziehe mich hier auf exponentielle Technologien als Grundlage von Disruptionen, weil mittlerweile alles von diesen durchdrungen ist. Die Digitalisierung hat gigantische Umwälzungen in Ihrem Kielwasser mitgebracht. Ich glaube, dass die nächste große Disruptionswelle im Rahmen einer Kognitivisierung stattfinden wird.
Diese Annahme basiert auf logischer Extrapolation und Betrachtung der aktuellen Forschung und Entwicklung.
Zum Beispiel bei Neuralink und Co.
Heißt: Wenn das Weltwissen das Wissen in unserem Kopf ergänzt bzw. einschließt, kommt die nächste große Revolution nach der Digitalisierung. 

Warum? Weil das Wissen pro Kopf dann drastisch gesteigert wird. Und warum das universale Auswirkungen hat, erläutere ich gleich mehr. Wenn du mehr zu dieser Theorie lesen möchtest, schau dir gern meinen Gastartikel bei der Societybtye zum Thema „Zukunft des Internets“ an.

Disruptive Innovationen

Beispiele für disruptive Innovationen: Energie, Transport & Kommunikation

Ich mag den Ansatz von Michiu Kaku, welcher in seinem Buch “Die Physik der Zukunft” die These aufstellt, Forschrittsexplosionen entstehen meistens dann, wenn es einen Durchbruch in einem oder mehr von drei Schlüsselbereichen gibt:

Disruptive Innovationen - Schlüsselbereiche

 

1. ⭐ Energie: Die für den Menschen nutzbar gemachte Energiemenge wird im Verhältnis zum Zeitpunkt vor der Erfindung stark vergrößert bzw. einfacher nutzbar gemacht.

Beispiele dafür wären die Nutzbarmachung des Feuers, das Nutzen tierischer Energie in verschiedensten Bereichen oder die Dampfmaschine und Ihre technologischen Erben.
Warum ist dieser Bereich ein Schlüssel? Weil mehr verfügbare Energie einen größeren Hebel zur Umsetzung von Vorhaben darstellt. Mit einer Induktionsherdplatte kann ich mehr Wasser schneller erhitzen als mit einem Lagerfeuer. Mit einem hochkonzentrierten Laser noch weiter etc. Satt habe ich mehr Kraft als hungrig, mit einem Auto bin ich schneller als zu Fuß usw.

2. ⭐Kommunikation: Verbreitungsgeschwindigkeit und / oder Reichweite von Informationen wird verbessert. Beispiele für derartige Durchbrüche sind die Sprache, Rauchzeichen, das Postsystem und das Internet.
Warum ist dieser Bereich ein Schlüssel? Wie Yuval Harari in seinem Klassiker “Homo Deus” feststellt, können Menschen als einzige Spezies dank kollektiver und extrem flexibler Imagination zusammenarbeiten. Und damit zu einer interstellaren Spezies werden, buchstäbliche Wunder vollbringen und jedes noch so schwierige Hindernis überwinden. Sofern sie miteinander kommunizieren können.
 
Schön zu sehen ist diese Entwicklung gebündelt in dieser Grafik:
Disruption: Beispiele technologischer Adaption

Und dann, als das Web erst einmal da war:

Disruption: Beispiele disruptiver digitaler Lösungen
Quelle: https://www.visualcapitalist.com/timeline-the-march-to-a-billion-users/

3. ⭐ Transport: Die Bewegung von Materie von Punkt A nach Punkt B geht schneller / leichter / größerem Umfang. Beispiele hierfür sind das Rad, die Schiene, Antriebstechnologien und Logistiklösungen.

Warum ist dieser Bereich ein Schlüssel? Um etwas zu bauen, zu testen oder zu verbessern benötige ich die dazu notwendigen Grundstoffe physisch in meiner Nähe. Daraus ergeben sich zwei Lösungen: a) Ich bewege mich zu diesen Grundstoffen oder b) diese Stoffe kommen zu mir. Die praktikablere Lösung ist b).

Energie spielt bei diesen drei Schlüsselbereichen die Hauptrolle. Denn da Energie die eigenen Handungsoptionen erweitert, kann ich mit genügend Energie auch Transport und Kommunikation umfassen. (Zumindest solange es den Naturgesetzen nicht widerspricht)
So kann ich Räder, Reifen und Raketen durch Replikatoren und Catome ersetzen und vor Ort alles erschaffen was ich möchte. Oder Wagen, Schiff und Flugzeug durch (nahezu) instantane Teleportation ersetzen. Dazu bedarf es nur sehr viel mehr Energie als wir aktuell zur Verfügung haben. Von welchen Maßstäben der Energienutzung ich rede, wird in der Kardashov-Skala klar. Diese teilt Zivilisationen nach Ihrer Energiegewinnungsfähigkeit ein.

Was heißt das? Wenn du in einem dieser drei Gebiete einen Durchbruch erzielst, wirst du nicht nur sehr reich und berühmt, sondern sehr wahrscheinlich auch einen sehr wichtigen Beitrag zum Fortschritt der Menschheit liefern.

Exemplarisch dafür habe ich disruptive Innovationen im Laufe der Menschheitsgeschichte in einer Grafik zusammengefasst:

Disruptive Innovationen - Übersicht

Heißt konkret: Wenn du bisher keine durchschlagende Idee hast oder von möglichen Ideen erschlagen wirst, such dir die beste aus einem dieser drei Gebiete aus. Nun, mit einer wichtigen Ausnahme:

Wissen: Geheime Superkraft im Hintergrund und Treibstoff jeder disruptiven Innovation

Transport, Energie und Kommunikation sind super und wie wir gesehen haben äußerst wirkmächtig in Ihren verschiedenen zu Technologie gewordenen Anwendungen.

Doch es gibt einen Bereich der so viel disruptiver ist, das jeder Diktator und die meisten Religionen ihn fürchten: ⭐ Wissen. Denn Wissen ist das, was das Potenzial der Menschheit ins Unendliche steigen lässt. Wissen bedeutet Lösungen für Probleme, Antworten auf Fragen und Möglichkeiten und Optionen. Wissen ist die Antwort auf die Frage „Und was nun?“. Man kann Wissen gar nicht genug betonen! Es ermöglicht uns Klima, Raubtiere und Fressfeinde zu bändigen. Interstellar aktiv zu werden. Jedes noch so tiefe Geheimnis im Universum zu lösen. Und als Spezies selbst über unseren Kurs zu entscheiden. Jede disruptive Innovation, jede Innovation insgesamt basiert auf Wissen. Allerdings: Wissen ohne Anwendung ist Torheit, also wende auch an, was du gelernt hast.

Rufen wir uns die oben verwendete Definition von David Deutsch zurück ins Kurzzeitgedächtnis: Wissen = Information mit kausaler Kraft. Heißt die besten Innovationen zur Wissensgenerierung 

  1. mehren das Wissen durch sich selbst und / oder
  2. beschleunigen die Wissensmehrung durch sich
Die pursten disruptiven Innovationen erweitern also das Wissen dadurch, dass sie benutzt werden. Wikipedia, Bloggen in den meisten Fällen, Foren wie Research Gate oder verschiedene Citizen Science Tools sind dafür hervorragende Beispiele.
 

Ein Paradebeispiel dafür ist das Buch. Das Buch selbst als Technologie hilft schon enorm. Aber viel wichtiger ist das dank der Erfindung des Buches Wissen in viel größeren Mengen, besserer Qualität und einer viel größeren Zahl von Menschen zugänglich ist.

 

Disruptive Technologien

Gehen wir den nächsten Schritt zur praktischen Anwendung von disruptiven Innovationen hin zu konkreten disruptiven Technologien.

Eine Reihe von (vor allem historischen) Beispielen für disruptive Technologien findest du bereits oben, ein paar aktuelle sind:

  • CRISPR
  • 3D-Druck
  • 4D-Druck
  • Künstliche Intelligenz
  • Nano, Femto, Attotechnologie. (Und natürlich alles in den Skalen darunter)
  • Spacelifts & ähnlichen interstellaren Technologien
  • Hirn-Maschine
  • Technologien
  • Hochtemperatur-Supraleiter
  • Exoskelette
  • Organs on a Chip
  • Vertical Farming
  • Gentechnologie
  • Erweiterte und virtuelle Realität
  • Fusionsenergie
  • Selbstheilende Materialien
  • Metamaterialien (Unsichtbarkeit und so, yay!)
  • Selbstschreibende Software
  • Kohlenstoffmodifikationen wie Graphen oder Graphan und andere eindimensionale Materialien

Disruption empirisch betrachtet

Jeder der mit dem Wort Disruption in Berührung kommt, wird früher oder später die Anekdote des “Kodak-Moments” erzählt bekommen. In kurz geht es dabei darum: Kodak wurde 1888 gegründet, hatte 150.000 Mitarbeiter zu besten Zeiten und musste im Jahr 2012 Insolvenz anmelden. Das Musterbeispiel für einen von einer disruptiven Technologie überrollten Disruptee. Der Kodak-Moment in zwei Bildern:

Disruption: Der Kodak-Moment
Quelle: https://wettengl.info/Blog/Dokumente/D088-Radikaler%20Technologiewechsel%20in%20der%20Fotoindustrie.pdf
Disruption: Paradigmenwechsel in der Fotografie
Quelle: https://www.eitdigital.eu/newsroom/blog/article/the-digital-photography-disruption

Die digitale Fotografie hat Kodak komplett Schachmatt gesetzt. Aber nicht nur Kodak war betroffen. Dieses Paradebeispiel für disruptive Technologien hat ganze Branchen weggerissen und umgestülpt. Im Smartphone eingesetzt sind Insellösungen durch ein Gesamtprodukt abgesetzt worden:

Disruption: Beispiel Smartphones vs. Insellösungen
Quelle: https://de.statista.com/infografik/1958/die-opfer-des-smartphone-booms/
Disruption: Beispiel Smartphones vs. Kameras
Quelle: https://de.statista.com/infografik/15540/weltweiter-absatz-von-fotokameras-seit-1951/

Oder, ähnliches Beispiel für disruptive Technologien und Ihre Auswirkungen: der Musikmarkt: (Auf den mit Googles Stadia und Apples Arcade jetzt auch der Gamingmarkt folgt)

Disruption: Beispiel Streaming
Quelle: https://de.statista.com/infografik/15711/weltweite-umsaetze-der-musikindustrie-nach-medium/

Heißt, wie oben angesprochen: Die aktuelle Disruptionswelle kommt vor allem durch den Ersatz einer Lösungsgrundlage von Materie durch Information. Skalierbarkeit schlägt Klassik im Geschäftsleben.

 

Disruptive Geschäftsmodelle

Und damit sind wir nach disruptiven Technologien bei der konkreten Anwendung und praktischen Umsetzung in die „echte Welt“: Geschäftsmodellen.

Disruptive Geschäftsmodelle gehen direkt aus disruptiven Technologien bzw. disruptiven Grundlageninnovationen hervor. Sie bauen aufeinander auf.

Sie setzen auf die Basis der Entwicklung auf und sind die entscheidende Schnittstelle zur Verfügbarmachung für den Kunden. Wie kann man an disruptive Geschäftsmodelle herangehen? Auch hier, am besten von oben:

 

Disruption aus Marketingperspektive

Vom Kunden bzw. dem generierten Wert für diesen her gedacht kann man auch sagen; Disruption ist die drastische Erhöhung der Wahrscheinlichkeit einer Transformation meines Kunden vom Startstatus (Meist der Interessent) zum Zielstatus (Im Optimalfall der des Markenbotschafters). Wenn diese sehr hoch ist, habe ich wahrscheinlich disruptives Potenzial. Was genau meine ich damit? Vielen ist der “Conversion Funnel” oder einfach nur “Funnel” aus dem Marketing ein Begriff:

Disruptive Geschäftsmodelle - Conversion Funnel

Bei diesem geht es darum bestimmte Konversionsstufen zu definieren, zu messen und stetig zu verbessern um mehr und mehr Kunden von Interessenten zu Käufern zu verwandeln.

Ich mag allerdings den erweiterten Funnel in Sanduhrform mehr:

Disruptive Geschäftsodelle - Hourglass

Denn in diesem wird nach der Conversion zum einmaligen Kunden der Trichter wieder breiter. Indem Kunden zu wiederkehrenden Käufern, werbenden Käufern, Markenbotschaftern, Vertriebspartnern etc. werden. Heißt: Meine Kunden sind derart von meiner Lösung angetan, das sie immer stärker mit dieser interagieren und sie selbst weiterverbreiten.

Das könnte zum Beispiel der begeisterte Romanleser sein, der ein Buch von mir im E-Book Format, klassisch direkt nach Erscheinen, als Limited Edition und als Hörbuch kauft. Weiterhin könnte er meinen Roman verschenken, seinem Umfeld kontinuierlich davon erzählen, Merchandise wie Bettwäsche oder Kleidung rund um das Buch kaufen etc. Und, wenn ich dies anbiete, kann er auch noch Partner meines Affiliateprogramms werden und selbst mit der Verbreitung des Romans auf automatisierter Provisionsbasis Geld verdienen.

Alles Möglichkeiten des zweiten Trichterteils.

Der Punkt ist: Je mehr Menschen ich vom Startstatus “Hat noch nie von mir / meinem Produkt gehört” in den Zielstatus “ist ein Superfan welcher meine Produkte quasi auf eigene Faust vertreibt” mit meiner Lösung bringen kann, desto besser ist meine Lösung. Je schneller, nachhaltiger und umfassender das passiert, desto disruptiver ist meine Lösung.

Wie gehst du nun aber am besten dabei vor, disruptive Geschäftsmodelle zu erdenken, zu starten und kontinuierlich besser umzusetzen? Ich schlage einen leicht verfeinerten und ergänzenden Ansatz zu meinem hier vorgestellten vor:

  1. Inspiration und Zukunftsfähigkeit der Idee: Hier kann dir z.B. der Hype-Cyle von Gartner helfen.
  2. Business Model Canvas: Gieße deine Idee in den Business Model Canvas und klopfe alle möglichen Schwachstellen ab.
  3. Preototype: Setze deine Idee um, ohne das Produkt zu bauen. Wenn du z.B. eine Service-App planst, biete den Service zunächst im Hintergrund selbst an und teste wie die Idee ankommt.
  4. MVP – Minimal viable Prototype bauen: Baue eine Minimalversion deines Produktes ohne Extras, Design etc.
  5. Validieren: Teste deinen MVP am realen Markt durch automatisierte Validierungslösungen. Zum Beispiel in Form einer Landing Page kombiniert mit Suchmaschinenwerbung.
  6. Growth Hacking: Sobald deine Lösung sich am Markt bewährt hat, nutze Growth Hacks, um sie so schnell wie möglich zu skalieren.
Die beiden Ansätze komplementieren sich gegenseitig, du kannst also Schritte aus beiden nutzen und alternierend zusammensetzen.
Gute Startpunkte kannst du dabei finden, wenn du dich nach den größten „Nervpunkten“ bestehender Produkte und Lösungen fragst. Indem du dir also die Frage stellst: „Was nervt mich gerade am meisten bei Service xy?“. Für diesen spezifischen Fall kannst du eine Lösung entwickeln und mit einem sehr schmalen Produkt beginnen.

Auf den Punkt gebracht wird das Ganze dabei in diesem Text:
„When my holi vacations ended, I used Paytm to book my flight tickets. After arriving at the Varanasi airport, I used Uber to get a cab back to the campus. I paid Uber using Google Pay. Upon reaching the hostel, I found out I had no deodorant so I ordered one on Amazon and ordered food from Zomato as I was hungry.
These little decisions which we consumers make, multiplied by the (b)millions like me doing it all the time is what’s disrupting the market. Not the underlying technologies.
Find the activity with which customers are not satisfied by. This is the weak link in the customer value chain and is your low hanging fruit.“

 

Was sind Nutzen und Mehrwert für Kunden?

„Nutzen“ und „Mehrwert“ sind zwei der am stärksten inflationär gebrauchten Worte im Marketing. Und zwei der am wenigsten verstandenen. Dieses Schicksal teilen sie sich mit der Disruption. Deshalb hier zum Schluss ein kleiner Exkurs zum Mehrwert:

Grundsatz #1: Menschen sind Faul, Ängstlich und Habgierig.

Das sage nicht ich, das ist die Feststellung von Ian Morris in seinem Werk „Wer regiert die Welt?“. Dieser hat genau diese Beobachtung gemacht, als er sich Zivilisationen über alle Kulturen und Zeiten hinweg angeschaut hat. Und intuitiv kann ich ihm dabei zustimmen.

Das Ganze lässt sich auch evolutionsbiologisch herleiten:

  • Ängstlich: Wenn Menschen keine Angst hätten, würden sie Möglicherweise Ihre Gene nicht weitergeben können. Ergo sind alle Menschen ohne Angst ausgestorben.
  • Habgier: Menschen müssen Ihre Energie maximieren um eine maximale Anzahl von Kopien der eigenen Gene sicherstellen zu können.
  • Faul: Menschen müssen Energie sparen so gut es geht für ein Maximum an eigenen Genkopien.
Die ausführliche Begründung ist etwas umfassender, wen diese interessiert, dem empfehle ich wärmstens das Buch von Morris.

Grundsatz #2: Leben ist besser als Tod, Gesundheit besser als Krankheit, Überfluss besser als Mangel und Wahlmöglichkeiten sind besser als Einschränkungen.

Auch diese Feststellung kommt in dieser Form nicht von mir. Sondern in diesem Fall von Steven Pinker und seinem Buch „Aufklärung Jetzt!“. Die ausführliche Begründung dafür umfasst insgesamt mehrere hundert Seiten und Statistiken, ich denke wir können uns aber bereits intuitiv zustimmend daran orientieren. Für alle tiefschürfenden Faktenfans: Holt euch das Buch, ich kann es nur wärmstens empfehlen!

Wenn wir diesen wohlbegründeten Annahmen zustimmen, heißt das als logische Schlussfolgerung unternehmerisch betrachtet, Menschen wollen:

  • Zeit
  • Geld

Einsparen und/oder hinzugewinnen.

Heißt: Alle Lösungen, welche Erreichung dieser Ziele ermöglichen, direkt oder indirekt, sind wertvoll. Je besser, desto disruptiver das Geschäftsmodell.

Eine gute Anleitung dazu findest du in dieser Grafik des Centre for effektive Altruism & dem Global Priorities Project:

Disruption: Disruptive Geschäftsmodelle per effektivem Altruismus finden
Quelle: http://globalprioritiesproject.org/2015/09/flowhart/

 

Exkurs: mein favorisiertes disruptives Geschäftsmodell

Aus diesem Grund ist mein persönlicher Favorit bei disruptiven Geschäftsmodellen auch die erschwingliche, individuelle Autarkie. Also eine automatisierte Befriedigung meiner Grundbedürfnisse in einem Kreislaufsystem.
Warum? Weil es die erste Lösung ist, welche materielle Unabhängigkeit schafft. Also Freiheit unabhängig von externen Akteuren. (Außer Gesetzen etc. natürlich) Egal was ich tue, ich bleibe frei. Denn Technik garantiert mir diese Freiheit.

Alles Geld der Welt kann aktuell nur intersubjektive Freiheit kaufen. Also Freiheit, die darauf basiert, dass wir alle die gleichen Geschichten glauben. (Geld selbst ist ein Paradebeispiel dafür) Meine Freiheit existiert hier nur mit einer Reihe von Einschränkungen: Inflation, Vertrauensverlust ins Geldsystem, Systemumstürze, Lieferengpässe, Naturkatastrophen etc.

Das Ganze führt in diesem ohnehin schon recht langen Artikel zu weit, wen mehr dazu interessiert, dem lege ich einen älteren Artikel von mir ans Herz.

Ich mag den Ansatz des Evernote-Gründerteams: Bau etwas, das du wirklich haben willst. Bzw. etwas, dass dir gerade fehlt / deinem Leben einen massiven Mehrwert bieten würde. Dank diesem Ansatz haben wir jetzt eines der besten digitalen Tools die je geschrieben wurden.

Und wer möchte nicht gern wirklich frei sein?

Disruption und (Unternehmens) Werte

In der Literatur, durch zahlreiche Beispiele und gesunden Menschenverstand kann man sich den Wert eines zentralen Faktors für nachhaltige Disruptionen herleiten: Werte.

Werte sind zeitlos und in der überwiegenden Zahl der Fälle mehrwertstiftend. Menschen und Unternehmen mit transparent kommunizierten Werten vertraut man mehr und macht lieber mit Ihnen Geschäfte. Es gibt sogar einige Verfechter der These, dass Disruption ohne Werte nicht funktionieren kann. Da die hohe Geschwindigkeit im disruptiven Prozess nur mit einem soliden Fundament gehalten werden kann.

Mehr zu den Auswirkungen von Werten findest du z.B. hier.

Fazit

Disruption ist nicht so komplex und verwirrend wie sie manchmal dargestellt wird. Wenn du echten Mehrwert auf neuartigem Wege mittels exponentiellen / skalierbaren Technologien umsetzt, wirst du wahrscheinlich disruptiv agieren.

Um eine Disruption zu erkennen, kann man sich ein paar Fragen stellen: 

  1. Gab es die Lösung bereits vorher?
  2. Bringt sie signifikanten Mehrwert?
  3. Ist die Wahrscheinlichkeit einer Konversion von einem Unbekannten zu einem Markenbotschafter hoch?
  4. Nutzt sie exponentielle / skalierbare Technologien?
Oder, in einer grafischen Zusammenfassung:
Disruption - So erkennst du Disruptionen
Quelle: http://globalprioritiesproject.org/2015/09/flowhart/

Schlüsselvokabular zum Verständnis von Disruptionen:

  • Disrupteur: Auslöser der Disruption.
  • Disruptee: Beeinflusste Akteure der Disruption.
  • Disruptionsfenster: Optimaler Bereich für Disruptionen.
  • Disruptionsgrad: Intensität der Disruption.
  • Disruptionsgeschwindigkeit: Zeit von Beginn bis Maximum der Disruption.
  • Disruptionsprozess / disruptiver Prozess: Interaktion aller relevanter Akteure im Rahmen einer Disruption.

Das war’s auch schon mit diesem Überblick zur Disruption. Wenn du mehr über dieses Thema wissen möchtest, trage dich hier für mein kostenloses Webinar zum Thema Disruption ein. (Ich halte dieses je nach Nachfrage. Wenn du dich einträgst, erfährst du aber immer als erster davon)

Wenn du diesen Artikel lieber in handlicher PDF-Form haben möchtest, kannst du ihn dir hier ganz einfach runterladen.

Skalierbarkeit - Was ist das

Skalierbarkeit – Was ist das und wie kann ich es nutzen?

Skalierbarkeit - Was ist das

Skalierbarkeit

Einer der wichtigsten Effekte der digitalen Transformation

Skalierbarkeit: In diesem Artikel entzaubere und erkläre ich einen der für viele mysteriösen Effekt der digitalen Transformation. Eine der zentralen Eigenschaften  von Disruption und disruptiven Innovationen.

Was es mit Skalierbarkeit auf sich hat, warum skalierbare Geschäftsmodelle aus verschiedenen Gründen sehr sinnvoll sein können und welche Arten von Skaleneffekten es gibt: Jetzt hier.

Was bedeutet „skalierbar“?

Fangen wir also systematisch am Anfang an. Was bedeutet Skalierbarkeit?
Um uns dieser Frage bestmöglich anzunähern, beginnen wir mit einer Definition. Und zwar einer, die so einfach und runtergebrochen wie irgend möglich ist. Im Optimalfall nahe an den Naturgesetzen. Geht das? Let’s see:

(Eine sehr reduzierte) Skalierbarkeit Definition

Wenn man sich tiefer mit dem Thema auseinandersetzt, findet man sehr viele Ansätze für eine Skalierbarkeit Definition. Die einen betrachten das Ganze aus der Perspektive der klassischen Wirtschaft, die nächsten vor allem vom Standpunkt des Venture-Capitals und wieder andere aus Sicht der Informatik.
Daher versuche ich die Basis all dieser Definitionsversuche zu bilden. Indem ich mich über die Physik anpirsche. Aber systematisch. Maximal heruntergebrochen bedeutet Skalierbarkeit:

  • (Potenziell exponentielles) resultierendes Wachstum entkoppelt von eingesetzten Ressourcen (Zeit, Geld, Arbeitsstunden, Maschinen etc.).
  • Je stärker diese Entkopplung, desto skalierbarer.
  • Ganz allgemein gesprochen ist Skalierbarkeit also die Entkopplung des Verhältnisses von Input zu Output. (Bzw. Leistung pro Zeit.)

Heißt, am Beispiel einer KFZ-Werkstatt vs. einem Anbieter digitaler Wissensinhalte:

Skalierbarkeit am Beispiel verschiedener Geschäftsmodelle

Was genau das bedeutet und warum das so funktioniert, dazu mehr weiter unten.

Skalierbarkeit ist aus einer Perspektive also ein Ansatz den “heiligen Gral” der Effizienz zu bergen: Maximale Ergebnisse bei minimalem Einsatz von Zeit / Energie. Oder, etwas wirtschaftlicher gesprochen: ein Wachstum über das “klassische” Maximum aus Vollauslastung bei maximaler Vergütung hinaus.

Ein praktikabler erster Ansatz für eine Skalierbarkeit Definition. Und jetzt kommt die Physik ins Spiel:

Skalierbar bedeutet Bits statt Atome. Sobald etwas dematerialisiert wird, bekommt es meist gute Chancen skalierbar zu werden. Einfach aufgrund der Eigenschaften von Information im Gegensatz zu Materie:

Information

  • (nahezu) masselos
  • Netzwerkeffekte können auftreten
  • (nahezu) kostenlos kopierbar in perfekter Qualität
  • Instantan zustellbar
  • Knotenpunkteffekte können auftreten
  • Präzise und automatisiert Messbar

Materie

  • Massereich
  • Kopierbarkeit benötigt nahezu 1:1 die gleichen Ressourcen
  • Bewegungsgeschwindigkeit ist limitiert
  • Benötigt zur Messung zusätzlichen Aufwand

Oder anders formuliert:

Skalierbarkeit kommt durch die Andersartigkeit von Information im Vergleich zu Materie zustande.

Klingt immer noch ziemlich abstrakt oder? Machen wir es konkret anhand des zentralen Unterschiedes welcher die Hauptursache für Skaleneffekte ist. Die oben genannte Masse bzw. Masselosigkeit. Welches Beispiel könnte besser dazu geeignet sein als das Weltwissen selbst? Starten wir also mit zwei einfachen Fragen:

  1. Wie viel wiegen alle Bücher der Welt?
  2. Wie viel wiegt das Internet?

Wie schwer sind alle Bücher der Welt?

Macht also mehr als 44.154 Tonnen Bücher. Und da sind Filme auf physischen Speichermedien, Bilder (nicht zu verwechseln mit digitalen Fotos), handschriftliche Notizen etc. gar nicht mit hinzugezogen.

Wie viel wiegt das Internet?

In kurz: Das Internet wiegt etwa 50 Gramm. Soviel wie eine handelsübliche Erdbeere. Wie man auf diese Messung kommt und was sonst noch dahintersteht, erfährst du in diesem spannenden Video:

Das ganze ist natürlich nur eine sehr grobe Annäherung für unsere Zwecke, weil einerseits das Internet ungleich mehr Informationen enthält, Informationen viel schneller generiert werden etc.

Aber als erste Wegmarkierung gut brauchbar.

Machen wir es noch konkreter. Anstatt uns die gesamte Fülle an Wissen in unterschiedlichen Formen anzuschauen, stellen wir zwei alltagsbekannte Dinge gegenüber:

Eigenschaften

🔩

  1. Zustellungsdauer
  2. Gewicht
  3. Haltbarkeit
  4. Reproduzierbarkeit
  5. Verlustwahrscheinlichkeit
  6. Sicherheit
  7. Nutzbarkeit

E-Mail
📧

  1. Instantan.
  2. Nahezu nichts. (Wer es genau wissen möchte: Etwa 8 Milliarden Elektronen oder, ich zitiere: “two ten thousandths of a quadrillionth of an ounce.”)
  3. Prinzipiell unendlich. (Je nach Speichermedium)
  4. Sofort und nahezu kostenlos.
  5. Abhängig vom Speicherort und etwaigen Sicherungen.
  6. Stetig verbesserbar, je nach eingesetztem Algorithmus.
  7. Prinzipiell unendlich. (Again, je nach Speichermedium)

Brief
✉️

  1. Zwischen einigen Stunden und einer unberechenbaren Unendlichkeit.
  2. Basierend auf dem Namen “Standardbrief” nehme ich an wiegt der durchschnittliche Brief etwa 20 Gramm.
  3. Begrenzt.
  4. Selbe Herstellungsdauer- und Kosten.
  5. Hoch.
  6. Verbesserbar aber schnell an einer Grenze.
  7. Begrenzt.

Dieser direkte Vergleich zeigt eine Vielzahl der Vorteile die zur Skalierbarkeit führen. Wir halten also folgendes fest: Skalierbar = Daten = Information.

Wann ist etwas in der Praxis skalierbar?

Nachdem wir nun die Grundlagen der Skalierbarkeit hinreichend abgeklopft haben, widmen wir uns nun der konkreten Umsetzung. Woran erkenne ich was skalierbar ist und was nicht? Welche Eigenschaften sollten Geschäftsmodelle haben, damit sie skalierbar sind? Gibt es eine gute Faustregel um den Skalierungsfaktor abzuschätzen? (Auch ohne ihn auszurechnen) Von hinten nach vorn.

 

Die Skalierbarkeits-Faustregel

Wie wir bereits gesehen haben, sind vor allem masselose, datenbasierte Unterfangen skalierbar. Was heißt das aber zur schnellen Beurteilung eines Geschäftsmodells in 30 Sekunden im Fahrstuhl?

In kurz: Appstore ja, CERN nein.

Ein Appstore ist ein Musterbeispiel für Skalierbarkeit. Sogar im doppelten Sinne. Er selbst ist skalierbar da er 100% Software ist. Und das Produkt bzw. die Lösung die ein Appstore offeriert ist ebenfalls 100% skalierbar da Software. Ich habe also etwas das horizontal skalierbar ist, da neue Apps im Sekundentakt hinzugefügt werden können. Und zeitgleich etwas das vertikal skalierbar ist, da ich den Appstore selbst orientiert an den aktuellen technischen Möglichkeiten problemlos und Echtzeit aufrüsten kann. (Auf vertikale und horizontale Skalierbarkeit gehe ich gleich noch näher ein)

Deshalb sind Fahrzeuge von Tesla auch denen vieler anderer Autobauer überlegen. Denn Tesla kann über Nacht die Software eines Fahrzeuges updaten und ein Problem von gestern ist direkt gelöst.

Das CERN in der Schweiz ist ein Bilderbuchbeispiel für Unskalierbarkeit. Warum? Ein zweites CERN aufzubauen ist extrem aufwendig aus Gründen der Ressourcenbeschaffung, Standortbestimmung, lähmender Vertragsbasis etc. Die Kosten für Maschinen, Personal, Ausrüstung und Schulung sind nahezu genau so groß wie beim Original. Es gibt nahezu kein Einsparpotential und keine signifikant besseren Outputerwartungen bei einem Model #2.

Natürlich ist das CERN eine Forschungseinrichtung, eine grundlagenorientierte noch dazu. Dennoch zeigt dieses Beispiel gut, wie Skalierbarkeit NICHT erreicht werden kann. Selbst um das Hauptprodukt bzw. die Lösung zu deren Zweck das CERN gebaut wurde zu erreichen ist in jedem noch so kleinen Schritt Arbeit notwendig, die es zum Teil noch nie zuvor gab. Sosehr ich das CERN mag, skalierbar ist es nun wirklich nicht. Anhand dieser beider Pole kann man sich Skalierbarkeit gut merken bzw. sich leicht orientieren.

  1. Eine neue Autofabrik? Nicht skalierbar.
  2. Ein Autohaus? Etwas mehr aber dennoch so gut wie nicht skalierbar.
  3. Eine virtuelle Autoberatung? Besser aber immer noch schwierig.
  4. Ein Livestream im Autohaus mit angehangenem Onlineshop? Skalierbar!
  5. Eine Webseite oder App mit integriertem Konfigurator? Sehr gut skalierbar!

 

Skalierbare Geschäftsmodelle vs. Unskalierbare Geschäftsmodelle

Skalierbarkeit durch Abschätzen

Eine zweite Möglichkeit für ein Erstgefühl zur Skalierbarkeit bietet die Bildung einer groben Relation.

Also zum Beispiel anhand eines Trainingsstudios.

Ich kann als topmotivierter Trainer bei 24 Arbeitsstunden pro Tag und einem Kunden pro Stunde ohne Feiertage und Urlaub im Jahr maximal 8.760 Kunden pro Jahr betreuen. Mehr ist rechnerisch nicht möglich und praktisch nicht durchführbar. Dennoch haben wir damit das analoge Maximum.

Das analoge Optimum hingegen wird eher bei 1.840 liegen, davon ausgehend das ich 230 Tage im Jahr arbeite und 8 Stunden pro Tag Kunden betreuen kann.

Und nun kommt die Skalierbarkeit ins Spiel. Dank skalierbaren Lösungen wie z.B. einer Webseite mit automatisiertem Onlinekurs welcher dank automatisierten Übersetzungslösungen für nahezu jeden Menschen verständlich ist, kann ich maximal jeden Menschen auf der Welt betreuen, also mehr als 7.000.000.000 Kunden. Das wäre das digitale Maximum.

Das digitale Optimum fällt natürlich auch hier wieder kleiner aus, wobei es von verschiedenen Faktoren abhängt, wie viel kleiner. Mehr als 3.500.000.000 Menschen werden es aber kaum sein, da gerade mal etwas mehr als 50% der Menschheit Zugang zum Internet haben.

Darauf kommt es aber auch nicht an. Der springende Punkt hierbei ist: Ich bekomme bereits durch kurzes Überschlagen weniger relevanter Daten ein Verhältnis des möglichen Outputs durch verschiedene Lösungen. Und damit eine erste Idee auf die schnelle um die Skalierbarkeit eines Unterfangens zu bewerten.

Das kann dann z.B. so aussehen:

 

Mögliche Kunden digital vs. analog

Voraussetzungen für Skalierbarkeit

Damit ein Geschäftsmodell skalierbar ist, werden im Allgemeinen folgende Dinge betrachtet:

  • Geringes Anlagevermögen zu Beginn (Ein Laptop, ein Stift und ein Zettel sind besser als eine Fabrikanlage um ein Unternehmen zu starten)
  • Geringe Fixkosten (im Verhältnis zu den Gesamtkosten) und demnach
  • Hoher Anteil variabler Kosten
  • Effektive Marketing- und Vertriebsoptionen (Im Bestfall ebenfalls digital)
  • Expansionfähigkeit (Prinzipiell schnell weltweit einsetzbar statt nur lokal zentriert)
  • Hohe Automatisierung und Standardisierung (Je genormter desto besser und günstiger überall einsetzbar)
  • Keine (oder hohe) Kapazitätsgrenzen (Potenziell gibt es sieben Milliarden Kunden, du erinnerst dich?)
  • Zeit- und Ortsunabhängigkeit (Egal ob du schläfst oder im Urlaub bist, du möchtest das dein Geschäft die ganze Zeit ohne dich weiter funktioniert)
  • Kundenvernetzend (Kunden lösen gegenseitig Probleme bzw. schaffen eigenen Mehrwert)
  • Knotenpunktunabhängig (Dein Geschäftsmodell sollte keine begrenzenden Flaschenhälse haben. Also zum Beispiel zwingend Maschine xyz voraussetzen oder unbedingt Person abc benötigen)

Und damit sind wir direkt bei der vertikalen und horizontalen Skalierung.

Vertikal bedeutet mehr Output aus den gleichen Ausgangspunkten. In der Informatik wird dabei gern der Computer genutzt, der eine bessere Platine oder mehr Speicherplatz bekommt. 

Horizontal bedeutet mehr Output durch mehr Ausgangspunkte. Also statt einem Rechner nun dank vier oder zehn Rechnern.

Im digitalen geht beides, wichtig ist allerdings auch hier wieder: Der Output muss disproportional zum Input steigen damit es skalierbar ist. Schauen wir uns ein paar dieser digitalen Möglichkeiten an:

Horizontale und vertikale Skalierbarkeit
Vertikale Skalierbarkeit - Scale Up

Skalierbarkeit durch Qualitätszuwächse – Vertikale Skalierung

Beispiele hierfür könnten sein:

Die eigene Webseite durch Suchmaschinenoptimierung aufwerten bzw. verbessern. Das könnte konkret einerseits durch Onpage-SEO erfolgen: Gleiche Webseite aber bessere Optimierung durch z.B. die Wahl besserer / mehr Keywords / überhaupt welche. Dies führt bei sonst selben Ausgangsbedingungen zu mehr und qualifizierteren Zugriffen.

Das Ganze kann aber auch Offpage erfolgen: Durch bessere bzw. hochwertigere Backlinks zur gleichen Seite welches ebenfalls die Seite und Ihre Wirkung ausweitet obwohl sonst nichts verändert wurde.

Ein weiteres Beispiel könnte künstliche Intelligenz sein, welche durch Chatbots, automatisierte Assistenten oder Echtzeitübersetzung den Wert meiner Leistung verbessert ohne das ich sonst etwas an der Leistung selbst getan habe.

Allgemein gesprochen kann man hier sagen jede Inputunabhängige Aufwertung auf Datenbasis fällt unter die Kategorie vertikale Skalierung.

Horizontale Skalierbarkeit - Scale out

Skalierbarkeit durch Quantitätszuwächse – Horizontale Skalierung

Wir bleiben beim Beispiel eigene Webseite. Denn wir wir alle wissen ist diese immer zentraler da sie oftmals der erste Kontaktpunkt potenzieller Kunden mit dem eigenen Angebot ist.

Horizontale Skalierung wäre hier zum Beispiel durch ein Content Delivery Network (CDN) möglich. Dieses sorgt nicht nur dafür, dass meine Kunden ortsunabhängig schneller zu mir kommen, sondern zeitgleich auch noch dafür, dass meine Seite sicherer gegen Ausfälle ist.

 Ein weiteres Beispiel wären hier autoskalierende Lösungen wie Amazons AWS, welches in Echtzeit Leistung in Abhängigkeit der momentanen Nachfrage zur Verfügung stellt. Bricht sonst mein Server bei 100.000 Anfragen pro Sekunde zusammen, stellt Amazon blitzschnell genug Serverpower zur Verfügung um diese Spitze abzufangen. Und das ganze geschieht automatisch und auf Algorithmenbasis.

 

Skalierbare Geschäftsmodelle

Zu guter Letzt schauen wir uns jetzt nochmal ein ganz konkretes Beispiel für die Auswirkungen von Skalierbarkeit an. Stellen wir die Herstellung und den Vertrieb eines Holzschranks denen eines E-Books gegenüber. Analog vs. digital, klassisch vs. skalierbar: Here we go!

Analoges / klassisches Geschäftsmodell: Der Schrank

Um einen Schrank herzustellen brauche ich auch mit Industrie 4.0 immer noch die gleichen Ressourcen, die gleichen Maschinen und die gleichen Mitarbeiter und Arbeitsstunden für jeden neuen Schrank.

Bevor wir nicht aut Catombasis bzw. mittels Replikatoren produzieren, wird sich daran auch nichts ändern. (Wie auch, die Physik spricht dagegen: wir arbeiten aktuell auf Materiebasis, Replikatoren hingegen würden auf Energiebasis arbeiten. Wie gesagt, Materie ist schwer skalierbar)

Damit ist es egal wo oder mit welchem Fertigungsverfahren ich arbeite. Ich benötige für jeden neuen Schrank an Output den gleichen Input an Material und Ressourcen. (Bzw. einen möglicherweise langsam sinkenden dank Lerneffekten, aber das ist in unserem Maßstab vernachlässigbar)

Skalierbare Geschäftsmodelle - Analog bzw. klassisch
Skalierbare Geschäftsmodelle - Digital bzw. skalierbar

Digitales / Skalierbares Geschäftsmodell: Das E-Book

Was wäre nun ein skalierbares Geschäftsmodell?

Nehmen wir das Beispiel des E-Books. Bei einem E-Book habe ich einmal initial verhältnismäßig viel Aufwand. Ich muss Software organisieren, Wissen erwerben, brauche Zeit zum schreiben, recherchieren, redigieren etc.

Heißt für das erste verkaufte Exemplar fallen meine gesamten Erstellungskosten in der Amortisationsrechnung an.

Doch bereits beim zweiten verkauften Exemplar sieht das drastisch anders aus. Angenommen ich mache bei diesem einen Qualitätscheck und basierend auf dem Feedback der ersten Käufer ein paar kleinere Verbesserungen habe ich dennoch bereits jetzt nur einen Bruchteil an Ressourceneinsatz.

Und ab dem dritten verkauften E-Book habe ich praktisch keine Kosten mehr. Ich kann ab hier an nahezu alles automatisieren. Das Wunder der Daten.

Vor- und Nachteile skalierbarer Geschäftsmodelle:

Nachdem wir nun Skalierbarkeit von oben bis unten durchleuchtet haben, zum Schluss nochmal ein Überblick zu den Vor- und Nachteilen skalierbarer Geschäftsmodelle bzw. von Skalierbarkeit generell.

Vorteile:

  • Verhältnismäßig geringer Verlust im Verlustfall (Büro vs. Fabrik)
  • Sehr sicher im Notfall (wenn Daten in gespiegelten Zentren liegen kann nach wenigen Stunden weitergemacht werden, anders als wenn eine Fabrik abbrennt)
  • Überall und jederzeit zu keinen hinzukommenden Kosten einsetzbar
  • Kostenlose Reproduktion
  • Nahezu vollkommene Automatisierbarkeit
  • Möglichkeit virtueller Arbeitsteilung (Selbst zur Erstellung digitaler Produkte benötige ich die Beteiligten nicht zwingend in meiner geografischen Nähe. Dank Tools wie Google Docs können alle dezentral arbeiten)

Nachteile:

  • Leicht kopierbar (Die oben genannten Vorteile gelten selbstredend nicht nur für mich allein)
  • Von überall aus angreifbar (Konkurrenz ist global statt lokal)
  • Kann schnell ins reine „Geldverbrennen“ abgleiten wenn mein Modell skalierbar aber nicht zeitgleich profitabel ist (Dann skaliere ich lediglich Verluste. Wenn auch nicht im selben Maße wie eine analoge Alternative)
  • Softwareabhängig (Wenn meine Software spinnt, kann es mir ohne Backup meine digitale Lösung zerlegen)

Exkurs: Sind Franchises skalierbar?

Manchmal kommt das Beispiel Franchise-Unternehmen im Gespräch zur Skalierbarkeit auf. Aber auch wenn hier ein ähnliches Prinzip wirkt, kann es nicht skalierbar sein. (Es sei denn natürlich es ist ein Franchise eines digital basierten Unterfangens) Denn jedes Mal wenn ich eine neue Dependance eröffne, brauche ich wieder

  • Ein neues Gebäude
  • Neue Mitarbeiter
  • Stetig neue Rohstoffe zur Produktion
  • Neue Wege meine lokale Reichweite zu erhöhen

Während “echte” Skalierung nichts davon benötigt. Die Server gibt es bereits, das Produkt ebenfalls, der Vertrieb ist automatisiert und das Marketing kann im Optimalfall via Affiliate-, Influencer oder anderen Multiplikatorenoptionen ebenfalls automatisiert werden.

📈 Skalierbarkeit und skalierbare Geschäftsmodelle – Fazit: 📈

Skalierbarkeit ist nicht die Lösung für alles. Aber richtig verstanden und eingesetzt kann sie ein extrem mächtiges Werkzeug bieten. Ich hoffe dieser Artikel konnte ein wenig zu diesem Verständnis beitragen.

Oder anders formuliert: Wenn Daten das neue Öl sind, ist Skalierbarkeit eines der Hauptvorkommen und jedes skalierbare Geschäftsmodell eine Bohrinsel.

thinking_with_portals_by_phillymar-d3eco3b
Quelle: https://knowyourmeme.com/photos/155804-thinking-with-portals

Ach nein, halt:

Now you're thinking in Scales
Exponentielles Wachstum durch Technologie und Innovation

Exponentielles Wachstum und exponentielles Denken

Dieser Artikel hat zwei Kernpunkte: Erstens soll er einen Startpunkt ins exponentielle Denken und zum Grundverständnis für exponentielles Wachstum dienen. Zweitens möchte ich mit ihm meine Sicht auf den technologischen Bereich exponentiellen Wachstums und exponentiellen Denkens im Allgemeinen geben. Let’s go!


Exponentielles Wachstum bzw. exponentielles Denken ist einer der wichtigsten Skills unserer Zeit.

Egal ob beim Geld (Stichwort Zinseszins), bei der Vorhersage von Populationsentwicklungen und Krankheitsverläufen, oder bei der Extrapolation von technologischen und damit auch gesellschaftlichen Trends. Exponentielle Verläufe ergänzend zu linearen verstehen und nutzen zu können kann sich als Schlüsselfähigkeit herausstellen. Denn sie bilden eine essentielle Grundlage für das Verständnis von aktuellen und künftigen Entwicklungen und Disruptionen aller Coleur.

In einer Zeit von künstlicher Intelligenz, CRISPR und Fusionsreaktoren ist lineares Denken in einigen Feldern nicht nur veraltet, sondern sogar gefährlich. Denn wenn ich entscheide einen Schritt nach vorn zu tun, weil ich glaube, dass ich dann einen Meter weiter den Boden berühre, mein Fuß allerdings auf dem Mond auftritt, dann kann das verheerende Folgen haben.

Aus diesem Grund möchte ich mit den nachfolgenden Zeilen eine kleine Einführung ins „exponentielle Denken“ geben und meine Sicht auf dieses darlegen. Zunächst einmal

Was ist exponentielles Wachstum?

Exponentielles Wachstum ist eine von verschiedenen Wachstumsarten.

Pur und ohne jedweden bewertenden Kontext betrachtet, ist mathematisch dargestellt folgendes:

Das ist exponentielles Wachstum

Exponentielles und lineares Wachstum im direkten Vergleich. Danke, Wikipedia. (Nein im Ernst, Wikipedia ist eine der besten Erfindungen der Menschheit!)

Oder in Tabellenform dargestellt:

Lineares Wachstum

Exponentielles Wachstum

1 1
2 2
3 4
4 8
5 16
6 32
7 64
8 128
9 256
10 512
11 1024

Was sagen uns die rote und die blaue, gestrichelte Linie?

Stell dir einen heißen und trockenen Nachmittag in der Savanne vor. Um dich herum nur ein paar karge Bäume und Sträucher, ansonsten kilometerweit nichts als flimmernde Hitze bis zum Horizont in jeder Richtung. Du schaust dich um. In etwa einem Kilometer Entfernung siehst du wie sich etwas bewegt.

Ein hungriger Tiger läuft mit gefletschten Zähnen auf dich zu.

 

Exponentielles Wachstum und der Tiger

Er läuft immer schneller und beginnt schließlich binnen weniger Sekunden auf dich zu- zu rennen.

Was tust du?

Dein Gehirn denkt, beziehungsweise handelt reflexartig auf Basis linearer Erfahrungen. Du gehst davon aus, das der Tiger erst einen, dann zwei, dann drei usw. Meter näher kommt. Bis er über dich herfällt.

Das ist die lineare Entwicklung. Diese Art des Denkens hat uns viele tausend Jahre sehr gute Dienste geleistet. Sei es um die Welt der nächsten zehn Jahre zu visualisieren. Sei es vor hungrigen Tigern zu entkommen. Das ist die blaue, gestrichelte Linie.

Exponentiell hingegen bedeutet, dass der Tiger mit jeder Bewegung erst einen, dann zwei, dann vier und dann acht Schritte näher kommt. Oder anders formuliert:

Nach elf Schritten steht der Tiger direkt vor dir. 

Elf Schritte. In etwa der Zeit, die du brauchst um den Tiger zu bemerken und dir einen Plan zu machen, ist er bereits bei dir und du kannst seinen heißen Atem direkt in deinem Gesicht spüren.

Das ist exponentielles Wachstum. Die rote Linie.

Eine ziemlich gute und weniger gefährliche Veranschaulichung von exponentiellem Wachstum hat  hat Peter Diamandis in einem seiner TED Talks gegeben:

https://www.ted.com/talks/peter_diamandis_abundance_is_our_future?language=de

Ein weiterer Verfechter dieser These, wenn auch aus einem völlig anderen Gebiet, ist Ian Morris. Dieser hat mit seinem Buch “Wer regiert die Welt” die gesellschaftliche Entwicklung untersucht und kommt zu einem ähnlichen Fazit wie Diamandis. Diese beiden stellen gute Eckpfeiler zum Start ins exponentielle Denken dar. Und zum Verständnis exponentiellen Wachstums generell, weil man so nicht im abstrakten bleibt.

Exponentielles Wachstum und die Entwicklung der Menschheit nach Ian Morris

Doch eins nach dem anderen. Wenn exponentielles Wachstum so elementar ist, in welchen Feldern begegnet es uns dann?

Exponentielles Wachstum – Wo und warum?

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Felder in denen exponentielles Wachstum relevant ist, vor allem aber in folgenden dreien:

  • Mathematisch
  • Wirtschaftlich
  • Technologisch

Ich beziehe mich hier auf den technologischen Teil des exponentiellen Wachstums.

Dabei sind vor allem Moores Law, Roses Law, Wrights Law und Goddard’s Law relevant. [Hier ist eine gute Übersicht zu diesen)

Vor allem zu Moores Law gibt es mittlerweile mehr Artikel und Informationen als man verlinken kann, daher hier ein etwas seltener genutztes Beispiel zur Veranschaulichung, Roses Law:

Exponentielles Wachstum am Beispiel der Quantentechnologie.

Roses Law beschreibt exponentielles Wachstum für Quantentechnologie, genauer die Anzahl von Qubits pro Rechner pro Zeit. Hier in logarithmischer Darstellung. Quelle öffnet sich beim Klick auf’s Bild.

Dieses besagt, grob gesprochen, dass die Anzahl der nutzbaren Qubits pro Fläche über die Zeit exponentiell steigt. Also sehr ähnlich Gordon Moores Gesetz zur Rechnerleistung und der Anzahl von Transistoren. Wer in dem Gebiet tiefer drin steckt, dem brauch ich jetzt nichts weiter zu erläutern, für alle die dies zum ersten Mal hören, eine kleine Übersicht:

Was

Aussage

Moores Law

Anzahl der Transistoren pro Chip verdoppelt sich in Zeit x.

Roses Law Anzahl der QBits pro Chip verdoppelt sich in Zeit x.
Wrights Law Je mehr wir produzieren, desto stärker sinken die Preise des produzierten. Denn je mehr wir etwas produzieren, desto besser verstehen und verbessern wir es.
Goddard’s Law Stückkosten sinken im gleichen Maße wie die Produktion steigt.

Mich interessiert vor allem deren Auswirkungen und Interpretation.

Ich glaube, dass einzelne Effekte enorm viel im Mikrokosmos bewirken können. Wenn man diese Effekte nun auf eine ganze Gesellschaft oder gar die Welt hochskaliert, wird exponentielles Wachstum in verschiedensten technologieverwebten Bereichen gerade Mal die Ausgangslage der letzten Kicks gewesen sein.

Nachdem wir exponentielles Wachstum betrachtet haben, schauen wir uns an, was dieses für unseren Alltag bedeutet. Denn es führt direkt zu einer ungewohnten Denkform,

Exponentielles Denken

Exponentielles Denken besteht für mich aus zwei Skills:

  1. Verständnis für aktuelle und kommende Entwicklungen. Seien sie technologischer, wissenschaftlicher oder gesellschaftlicher Art.
  2. Extrapolation und Vorausschau auf Basis dieses Wissens. Ein Gefühl für die Welt in der wir leben (werden).

Was bedeutet das konkret? Wenn ich weiß, was auf uns zukommt, sowohl global, lokal, digital und analog, dann kann ich handeln. Wenn ich befähigt bin zu handeln, kann ich in mich hineinschauen und mich fragen, was ich tun möchte um mich selbst zu erfüllen und die Welt besser zu machen. Und dann tue ich einfach.

Lineares und exponentielles Wachstum verstehen

Mit diesem Wissen und Verständnis ist die Kombination aus Leidenschaft und Kontinuität das, was die Welt verändert. Oder um es mit Paolo Coelho zu sagen:

Du veränderst die Welt durch dein Vorbild. Nicht durch deine Meinung.

Mehr zu exponentiellem Denken (vor allem in Englisch) findest du hier, hier, hier und hier.

Exponentielles Denken ist nicht ganz einfach, zu Beginn kontraintuitiv und zunächst ungewohnt, hilft aber enorm. Da auch der Mensch sich exponentiell entwickelt hat und dementsprechend Probleme wie der Klimawandel nur noch exponentiell zu verstehen sind, ist diese Art des Denkens essentiell.

Nachdem wir jetzt also wissen was exponentielles Wachstum und Denken ist, möchte ich hier meine eigenen Gedanken zu diesem Thema niederschreiben. Denn ich glaube, exponentielles Wachstum in verschiedenen Feldern zur gleichen Zeit führt zu einigen interessanten und zu wenig / gar nicht betrachteten Effekten. Was meine ich damit?

Meine These zum technologischen exponentiellen Wachstum

Mal angenommen wir folgen dem von Ray Kurzweil und Kollegen skizzierten Pfad aktuell. (Ray Kurzweil war einer der ersten, der exponentielles Wachstum auf Technologien übertragen und Thesen daraus entwickelt hat. Er ist auch einer der bekanntesten Denker zum Thema)

Dann übersehen er und seine geschätzten Kollegen meiner Meinung nach (mindestens) sechs gravierende Faktoren bei Ihren Prognosen:

  1. Die richtigen Werkzeuge
  2. Ausbrecher
  3. Starke Wechselwirkungen
  4. Autarkie
  5. Motivation
  6. Wettbewerb, Freizeit, Erfüllung & Harmonie und multiple Synergien

Es stimmt, Sie haben Ihre eigenen Prognosen zum Teil bereits korrigiert, da der Fortschritt schneller vonstatten geht, als gedacht, dennoch fehlen die hier angebrachten Punkte in Ihrer Betrachtung nach wie vor.

Schauen wir uns Schritt für Schritt an, was jeder dieser Faktoren mit exponentiellem Wachstum in der Technologie, Komplexität und dem Fortschritt generell zu tun hat:

1. Die richtigen Werkzeuge 🔩

Mit den richtigen Werkzeugen ist exponentielles Wachstum erst der AnfangDas Erste was ich an der Betrachtung der Ausgangslage der Singularität zu bemängeln habe, ist die beinahe ausschließlich makroökonomische Betrachtung des ganzen.

Obwohl ausgehend von u.a. vielen Einzelleistungen als Nachweis der Richtigkeit.

Systemisch betrachtet mag es zum jetzigen Zeitpunkt stimmen, gewisse Kurven bewegen sich mit einiger Genauigkeit prognostizierbar. Doch dabei werden schlicht bestehende Trends fortgeschrieben und geringfügig adjustiert.

Was in dieser Betrachtung von oben fehlt, ist die Phantasie des Mikromaßstabs.

Wenn auch nur ein Prozent mehr der aktuellen Weltbevölkerung 50% der aktuell verfügbaren Möglichkeiten nutzen würde, sähe das exponentielle Wachstum in nahezu jedem denkbaren Bereich anders aus.

Mit aktuell verfügbaren Möglichkeiten meine ich zum Beispiel Bücher, Blogs, Youtubekanäle etc. – All das was ich auf meiner Ressourcenseite aufgeführt habe und noch mehr in dieser Richtung.

So etwas wie ein digitaler Inkubator, von jedem Ort der Welt aus verfügbar, würde auf die richtigen Geister und Möglichkeiten treffend, die Kurve des exponentiellen Wachstums stark verändern.

Betrachtet man dann noch die Theorie der Disruption, so erscheint ein wesentlich schnelleres und gravierenderes Bild des Umbruchs und Fortschritts.

Wenn besagte potenzielle Innovatoren auf das richtige Netzwerk treffen (Mitarbeiter, Investoren, Infrastruktur, Crowdfunding etc.) und die richtigen Projekte realisieren (man stelle sich ein Pokemon Go für Zukunftstechnologien vor), werden viele Dinge auf den Kopf gestellt.

Ich glaube das wenn die richtigen Informationen, die richtigen Prozesse und vereinfachende Methoden den richtigen Leuten (Jeder der Interesse an einer neuen Technologie hat und damit etwas hin zum positiven bewegen möchte, aus welchem Motiv auch immer – Ein Knowledgeman) zur Verfügung stehen und richtig angewandt werden, kann sich schon allein dadurch viel ändern.

Denn aktuell gibt es viel zu viele Informationen, und man weiß nie vorher was man wirklich brauchen kann ,bevor man nicht selbst viel Zeit darin investiert hat.

Kombiniert man diese Subthese mit der Tipping Point Theorie von Malcolm Gladwell, so bedeutet dies eine potenzielle Verfielfachung des möglichen Impacts sehr weniger.

Was die eine Frage offen lässt: Wie verwandeln wir Potenzial in Realität?

In kurz: Wenn die richtigen Leute die richtigen Mittel in die Hand bekommen schaffen wir so die richtigen Werkzeuge um mit sehr wenig Aufwand einen gigantischen positiven Ertrag für die Zukunft der Menschheit zu erzeugen.

2. Ausbrecher 🔑

Ausbrecher-Technologien stellen das exponentielle Wachstum auf den KopfAusbrecher sind für mich hier Technologien wie z.B. der Hochtemperatur-Supraleiter oder erste Produkte der Pico- oder Femtotechnologie welche in der Massenanwendung nicht wirklich mehr so weit weg scheinen wie man vielleicht glauben mag.

Wenn eine solche Technologie, bzw. eine solche Technologieklassen-Grundlage kommt, dann bricht wahrscheinlich das Innovations- Wirtschafts- und Wohlstandswachstum kurzzeitig stark nach oben aus.

Warum? Schauen wir uns das Beispiel Nanotechnologie an. (Wobei Nanotechnologie in diesem Rahmen als sämtliche Technologie im Nanobereich gesehen wird)

Nanotechnologie ist der Treiber der Großteils unseres Fortschritts. Von Computerplatinen über Quantencomputer und Metamaterialen bis hin zu Technologien wie CRISPR sind mittlerweile geschätzt 80% aller relevanten und vielversprechenden Fortschritte im Nanobereich angesiedelt.

Und da der Aufbruch in neue Skalen nach unten wie nach oben im Laufe der Menschheitsgeschichte kontinuierlich für eine gigantische Vielzahl an Innovationen gesorgt hat, wird das hier nicht anders sein.

Exponentielles Wachstum wird durch Ausbrecher multipel überexponentiell wenn man es in einem Satz zusammenfassen sollte.

Ich stimme mit Michiu Kaku in der These überein, dass die größten Fortschritte durch Entwicklungen in einem oder mehreren von drei Gebieten geschehen:

  1. Logistik
  2. Energieversorgung
  3. Kommunikation

Meine ausführliche Begründung dafür findest du hier.

Ausbrechertechnologien bieten die technologische Grundlage, die wissenschaftliche und theoretische Infrastruktur für Innovationen in sämtlichen Gebieten.

Und obwohl viele Experten, Kurzweil inbegriffen, Ihre Prognosen inzwischen immer wieder selbst nach oben korrigieren, übersehen sie meiner Meinung nach diese grundlegenden Potentiale.

Diese geschehen oftmals in Details, doch es ist nicht ausgeschlossen, schon gar nicht im Rahmen eines potenziellen kalten KI-Krieges, dass so etwas in einer Technologie über eine Ausbrechertechnologie in den nächsten Jahren passiert.

In kurz: Ausbrecher sind Grundlagen für- und Klassen von Technologien die an sich bereits enormes Potenzial bergen, in Ihrem Kielwasser allerdings zusätzlich gigantisches Disruptionspotenzial mit sich bringen.

3. Starke Wechselwirkungen 🧲

Starke Wechselwirkungen und exponentielles WachstumBei der Lektüre seines Buches „Menschheit 2.0“ ist mir aufgefallen, dass Ray Kurzweil vermutlich nur „schwache“ Wechselwirkungen zwischen den Wissenschaftsdisziplinen voraussetzt, dass heißt zwar durchaus gegenseitige Befruchtungen, aber nichts was den „smoothen skizzierten trend“ verändert.

Wenn aber eine Technologie wie zb ein neues Material (überall sind materialien die grundlage und wichtig) oder ein neuer, vereinfachender prozess (der überall angewandt werden kann und deutliche effizienzsprünge erlaubt) implementiert wird, wirkt sich das ja quer durch alle disziplinen positiv aus

Aktuell wunderbar zu sehen, da wir quasi live dabei zu sehen können wie eine einzige entwicklung dutzende wenn nicht hunderte disziplinen auf einmal umwälzt.

Die rede ist von Graphen und den ihm folgenden einatomlagigen Materialderivaten wie Silicen

4. Autarkie & Potentialentfaltung 💡

Autarkie und Potentialentfaltung im Zeitalter exponentiellen WachstumsWir haben mittlerweile die Technologie jeden menschen in jedem seiner Aktiotope autark zu machen.

Schauen wir uns kurz die damit verbundenen Implikationen an:

  • Autarkie befriedigt automatisiert die Grundbedürfnisse des Nutzers
  • Dadurch wird dessen Freiheit, Unabhängigkeit, Sicherheit und Freiheit statt wie bisher intersubjektiv jetzt materiell garantiert
  • Dadurch entsteht die Grundlage für freie und intrinsisch motivierte Handlungen
  • Richtig genutzt, befähigt und kanalysiert kann so jeder genau das tun, was ihn glücklich macht
  • Dadurch wird das Kollektiv glücklich und der Fortschritt maximiert, da sich jeder Einzelne entfalten und mit anderen zusammenarbeiten kann und somit statt das Zwang und Druck aus Freude und Neugier “gearbeitet” wird
  • Autarkie ist die beste denkbare Möglichkeit Glück und Fortschritt gleichermaßen zu maximieren während zeitgleich die meisten der aktuellen größten Probleme gelöst werden

Detaillierter gehe ich auf meiner Seite zum Thema Autarkie wie auch in meinem Buch auf meine Idee der individuellen Autarkie ein.

In kurz: Autarkie ermöglicht materiell garantierte Sicherheit, Freiheit und Unabhängigkeit des Anwenders. Die richtigen Umgebungsparameter vorausgesetzt kann sich dieser frei entfalten und somit aus Spaß am kollektiven Fortschritt mitwirken. Dies wird das Nettoglück der Menschheit ebenso wie deren Fortschritt vielfach multiplizieren.

Doch damit nicht genug, nun hat der Nutzer theoretisch die zeit und die Chance sich selbst zu entfalten und in vollkommener Freude selbst zu vollenden, doch wie, ohne eine gewisse Führung? Aus Leere wird nur im subatomaren raum direkt etwas, und das auch dort nur kurz.

Und daraus resultierend: der Faktor Spaß

5. Motivation 🏃

Exponentielles Wachstum und MotivationIn der heutigen Gesellschaft trifft man viel, viel viel VIEL zu wenige positiv gestimmte Menschen!

Doch was wenn sich das ändert? Schon heute kann ein Einzelner oder eine kleine Gruppe motivierter Individuen die Welt auf den Kopf stellen. Man denke nur an die Gründer der heute größten Internetunternehmen oder Menschen wie ihn oder Sie oder Sie

Die hatten Spaß und waren wissbegierig in ihren Gebieten!

Was passiert wenn man den Anteil dieser Menschen von einem Zehntel Prozent der Weltbevölkerung auf eines bringt? Oder 5? Oder 50? 

Generell stellt das die Frage nach den Auswirkungen von psychologischen Veränderungen, ray geht davon aus das alles geistig so bleibt wie es ist, was aber wenn die fröhlichen, interessierten und wirklich gebildeten menschen nun auch noch anreize wie einen Wettbewerb bekommen? Etwas das die meisten aufgrund evolutionärer (du oder ich) Prozesse sehr effektiv zu motivieren imstande ist.

Ich glaube auch das wirkt zusätzlich multipikativ auf all das oben genannte.

Du siehst, ich glaube das mehr drin ist als das was uns viele Techno-Optimisten erzählen. Und ich möchte es ermöglichen.

Und was wenn all diese menschen noch vernetzt sind und gemeinsam mit spaß an fortschritt und glück arbeiten?

All dies bringt mich zur formulierung meiner Ausgangsthese, wenn all diese Faktoren zusammenkommen, wächst das exponentielle wachstum, und wenn auch nur kurzfristig und verzögert, nochmals exponentiell. Warum?

Weil mittlerweile jeder Mensch einfach dinge tun (und das teilweise effektiver! erkläre ich detailliert in einem meiner kurs warum) kann die bis vor kurzem firmen, universitäten oder staaten vorenthalten waren. Weil er dank netzwerken und schnellen produktionsmethoden sowie effektiven Transportunternehmen binnen wochen und monaten die welt damit umkrempeln kann. Weil: siehe oben.

 

6. Wettbewerb & Freizeit, Erfüllung und Harmonie 🥅

Exponentielles Wachstum plus Wettbewerbe und Freizeit

Wettbewerbseinfluss.

Perfektes beispiel sind die im rahmen des XPRIZE gemachten fortschritte. Die raumfahrt wurde und wird dank ihm privatisiert, ich finde das kann man für sich genommen schon stehen lassen.

Freizeit und Stressfreiheit:

Abseits von weniger stress, was sich konkret u.a. In längerer lebensdauer niederschlägt, kann ein durchschnittlicher arbeitnehmer heute nach min. 8h arbeit und ca 2stunden hin/rückfahrt, terminen und einkäufen sowie der essenszubereitung, ggf. Dem partner und kindern, sport und andere hobbies im bestfall, und evtl. Noch etwas entspannung heute ca 1-3 stunden maximal pro tag für eine leidenschaft nutzen.

Dies wird sich allein dank autarkie mindestens exponentiell erweitern auf bis zu 11h/tag wenn gewollt oder 15h/tag wenn wirklich eine obszession beginnt.

Was heißt das für dich?

  1. Halte stets Ausschau nach Bereichen die mit Daten in Berührung kommen.
  2. Extrapoliere exponentiell. Siehe Abschnitt exponentielles Denken und hier bei Wait but Why
  3. Bilde und ggf. investiere in exponentielle Bereiche.

Im Optimalfall in Bereiche die interdisziplinäres Wissen benötigen, disruptives Potenzial bieten und multiple Bereiche betreffen. Zum Beispiel augmented / virtual Reality: Diese Technologien lassen sich nahezu mit allem kombinieren und überall einsetzen.

Ich glaube die nächsten „Big 5“ sind Next Level Computing Systeme, 3D- & 4D-Druck, Robotics, Next Level Energy Systeme und Künstliche Intelligenz. (Was künstliche Intelligenz ist, erfährst du hier)

Fazit:

  1. Faktoren wie den von peter Diamandis oftmals beschworenen Wettbewerbseinfluss, tipping points wie von Malcolm Gladwell beschrieben oder hier gar nicht weiter ausgeführten Nebeneffekten der oben genannten Faktoren gar nicht einberechnet. (Da diese zweifelsohne gewichtig sein mögen, aber nicht in der gleichen Skala meiner Meinung nach)
  2. Mit den richtigen Werkzeugen geht alles besser
  3. Mehr erfüllte Menschen führen zu besserer Technologie führt zu mehr erfüllten Menschen. Siehe hierzu auch das sehr gut gemachte Video von Kurzgesagt.

Es ist, wie sowieso immer, alles eine Frage der Allokation. In diesem Falle allerdings konkret der Human Ressources, da jeder Mensch der an „falschen“ bzw. „negativen“ Technologien arbeitet, dort weg- und zur Entwicklung

 

Wie siehst du das ganze?