Content Marketing

Content Marketing – Oder: Der Caipirinha und das Biest

Content Marketing

Digitalisierung = 1⁄3 Content

Content Marketing. Story Telling. Customer Journey. Beastly. SEO.Was?

Die digitale Welt kann zuweilen ausgesprochen verwirrend sein. Geschwindigkeit und Intensität von Veränderungen in dieser sind oftmals schwer vorhersehbar. Darauf zu reagieren ist auch keine Leichtigkeit. Und es ist keine Bremsung dieser Entwicklungen in Sicht.

Deswegen machen wir es gemäß dem Spruch „Die beste Weg die Zukunft vorherzusagen, ist sie zu erschaffen“. Und drehen den Spieß einfach um.

Wie? Mit herausragenden Inhalten. Einer der drei zentralen Säulen der Digitalisierung.

Content Marketing und Digitalisierung

Doch eins nach dem anderen. Was haben die Digitalisierung und Content denn miteinander zu tun? 

Gegenfrage: Was und warum liest du hier gerade?

Digitalisierung ohne Content ist wie eine Uhr ohne Zeiger. Funktioniert prinzipiell, es fehlt aber ein elementarer Bestandteil. Denn die digitale Welt wäre ohne Inhalte nicht vorstellbar. Oder kannst du dir ein Internet ohne Blogs, Videos, Podcasts oder Bilder vorstellen? Ohne Suchmaschinen die keine Aufgabe mehr hätten? 

Ich jedenfalls nicht. Und die Digitialisierung auch nicht. Denn diese basiert auf Informationen. Und (sinnvolle) Informationen = Inhalt = Content.

Die permanente Verfügbarkeit von immer hochwertigeren Inhalten ist eines der zentralen Merkmale der digitalen Transformation unserer Welt. Und mittlerweile unseres Lebens.
Wer die Zeit vor Wikipedia noch kennt, weiß was ich meine.

Wir nehmen unsere Welt immer stärker über Inhalte war. Das ist in der persönlichen Biographie schon spürbar. Je länger du vor der digitalen Revolution gelebt hast, desto mehr wirst du wissen, was ich meine.

Dieser Effekt ist aber auch soziohistorisch spürbar. Sind wir laut einer Schätzung schon bis zum Abendessen mit mehr Informationen konfrontiert als unsere Vorfahren im Mittelalter in ihrem gesamten Leben.

In kurz: Content, also Inhalte in jeder Form und Farbe, sind schon lang ein elementarer Bestandteil des heutigen Lebens.

Positiv betrachtet heißt das Inhalt = Information. Und Information mit kausaler Kraft = Wissen. Und Wissen = Disruption bzw. disruptives Pozential. Plus: digitaler Content ist skalierbar. Und bei dieser positiven bzw. konstruktiven Sichtweise wollen wir heute auch bleiben.

Damit sind wir direkt im Thema. Wenn Content ohnehin überall ist, wird es immer wichtiger, herauszustechen.

Und genau darum soll es heute gehen: Um Content Marketing.

Legen wir los!

Content Marketing ist eines der wichtigsten Felder zur (digitalen) Markenbildung. Content Marketing ist im Online Marketing generell und überhaupt der beste Tipp wenn es um nachhaltige, hochwertige, organische Nachfrage und Reputation geht.

Aber was zum 😈 ist das überhaupt? Was soll Content Marketing denn sein? Ist nicht technisch gesehen fast alles Content? Kann man nicht argumentieren, dass auch du, wenn du mit deinem Nachbar über die vorteilhafte Aerodynamik deines neuesten Rasenmähermodells sprichst, dass nicht auch das bereits Content Marketing ist?

Da hier mehr Verwirrung als Aufklärung herrscht und ich ein sehr binärer Mensch bin, (Entweder ganz oder gar nicht) nehme ich mich heute umfassend diesem Thema und all deinen Fragen an.

Da ich nicht nur binäres, sondern auch systematisches Vorgehen sehr schätze, gehen wir systematisch vor. (Wer hätte das gedacht) Also, eins nach dem anderen:

 

Numero Uno: Was ist Content Marketing?

Stell dir vor du bist mit deiner besseren Hälfte beim entspannten Mittagessen, ihr sprecht abwechselnd über die aktuellen Entwicklungen in Familie und Weltgeschehen und während sich dein Partner kurz entschuldigt und vom Tisch verschwindet, nimmst du vom Nachbartisch ein Gespräch war.

Du nimmst keine ganzen Sätze auf, denn schließlich bist du ja sozial kompatibel und lauschst aktiv nicht an anderer Menschen Gespräche. Richtig?

Was du allerdings auffängst, sind Wortbrocken wie “Suchmaschine”, “Second Layer”, “Content Marketing”, “Caipi”.

Moment mal. Caipi? Wie Caipirinha? 🍸? Was genau hat der denn dort zu suchen?

Die Nachbarn am Tisch beschließen aufzubrechen, stehen auf und gehen. (Hast du’s mit dem Zuhören vielleicht doch etwas übertrieben? Wo bleiben nur deine Manieren?)

Was dir aber abseits der Cocktailfrage im Gedächtnis bleibt, ist die zum 100.000sten Mal gehörte Wortgruppe “Content Marketing”. Und, wie das manchmal so ist, entschließt du dich jetzt endlich mal tiefer zu graben.

Deine bessere Hälfte erkundet noch immer die Unweiten der Restauranträumlichkeiten, also denkst du im Sitz zurückgelehnt sitzend nach. Was genau könnte Content Marketing denn sein? Bzw. präziser: Was ist Content Marketing?!
Du gehst durch was du bereits weißt oder glaubst zu wissen:

  1. Content bedeutet Inhalt.
  2. Marketing ist irgendwas das macht, dass sich etwas verkauft. (Wenn du es dir aussuchen kannst, etwas von dir)
  3. Du hörst und liest ständig irgendwo davon, und sei es nur in Nebensätzen.
  4. Das Universum möchte, dass du tiefer nachhakst. Ganz offensichtlich. Hätte es dir sonst diesen Impuls beim Mittagessen gegeben? Wohl kaum.

Du überlegst weiter.

Du möchtest dein Handy zücken und recherchieren, doch da bist du ja schon mitten im Thema. Alles was du dazu finden wirst, ist Content, da auf deine Frage sehr wahrscheinlich mit Inhalten geantwortet wird. Und selten, (viel zu selten) mit Caipirinhas. Da haben wir sie wieder! Was hat es nur mit diesen Caipis auf sich?!

Du fragst dich also weiter: Wenn die Antwort auf meine Frage zwangsläufig Content ist, wo ist dabei der Marketingaspekt? Wodurch wird aus Content Content Marketing?

Bekommt er ein hübsches Kleid angezogen? Eine glitzernde Brosche ins Haar gesteckt? Wird die Farbe seines Schweißbandes auf das Muster seiner Schnürsenkel abgestimmt? Kaum.

Du fragst dich also weiter, nur Momente von der erlösenden Suche im Browser deines Vertrauens entfernt, wer oder was bringt das Marketing zum Content?

Und dann stellst du dir die Frage, was willst du denn als Antwort auf deine Frage sehen?

  • Die x-te lieblos zusammengeklaschte, endlose Textwüste?
  • Eine Seite besuchen die länger lädt als du zum Genuss eines Caipirinhas brauchst? (Verdammt, da ist er schon wieder!)
  • 50 Videos bei denen eines langweiliger und verwirrender als das nächste ist?
  • Die Meinung des 5752735473ten selbsternannten Experten, der allerdings außer seiner Selbstkrönung und bunten Bildern auf seiner Seite nichts zum Nachweis seiner “Expertise” vorzuweisen hat?

Nein.

Natürlich nicht.

Du erinnerst dich von Fällen gelesen zu haben, in denen User aus Verzweiflung Firmen gegründet haben, nur weil sie keine Lösung für Ihr Problem gefunden haben.

Und damit hast du ein Gefühl und eine konkrete Erwartungshaltung zum Thema. Und das spürbare Verlangen nach einem Caipirinha. Und das zur Mittagszeit. Dämliches Content Marketing!

Mit dieser Vorüberlegung und dem Zwischenfazit das Content Marketing offensichtlich spannende Inhalte zum Kern hat, starten wir von der Theorie in die Praxis:

Numero Dos: Die Content Marketing Definition

Puh, der härteste Brocken direkt zu Beginn. Um Content Marketing akademisch, wissenschaftlich, praktisch und wirtschaftlich wasserdicht zu definieren, muss man weit ausholen. In meinen (Online / Social Media / Content) Marketing-Kursen habe ich dazu immer mehrere Folien in denen ich mich der ganzen Sache meistens mit einer Pyramide nähere:

Content Marketing im Gesamtkontext des Marketing

Oder, alternativ, auch in Kreisformen:

Content Marketing in systematischer Relation

Content Marketing ist also ein Subbereich des Online Marketings was wiederum ein Unterbereich des Marketings ist… Schnarch.

Da wir hier jetzt (glücklicherweise? 😉 keine 3h+ Zeit haben und du auch nicht hier bist um einen Kurs zu belegen, hier meine persönliche Content Marketing Definition.

Meine Definition von Content Marketing sieht in etwa so aus:

Content Marketing = Inhalte die so herausragend sind / solchen problemlösenden Mehrwert für den Leser und Hilfesuchenden bieten, dass sie für sich selbst und den Autoren werben, sobald sie online stehen.

Oder in einer einfachen Formel:

Content Marketing = (Problem)Lösung (in Form von Inhalten) + WOW!

Das vorausgeschickt zeigt auch gleich sehr einfach und nachvollziehbar, warum ich ein so großer Fan von “Beastly’s” / “Pillar Content” / “Standardschaffern” bin. (Mehr dazu weiter unten)

Also Texten bzw. Seiten, die

  1. holistisch, also ganzheitlich und von vielen Perspektiven betrachtend sind,
  2. präventiv SEO- und lösungsorientiert,
  3. optimal multimedial unterfüttert durch z.B. Podcastelemente, Videos, Grafiken, interaktive Umfragen etc. und
  4. WOW-Mehrwertbietend

sind.

Und erneut denkst du dir: Was? Hätte ich doch bloß nicht meinen Tischnachbarn zugehört! Jetzt habe ich nicht nur Durst, sondern werde schon wieder mit Fremdwörtern beworfen.

Entspann dich. Und suche weiter.

Diesen Rat annehmend widmest du dich nun endlich also der Suche nach der Wahrheit hinter dem Mysterium Content Marketing.

Da du dank deiner kurzen Überlegung jetzt weißt, wonach du Ausschau hältst, sollte das ein Klacks werden. (Und wo bleibt eigentlich dein Partner? Ist dieses Restaurant ein Teilzeitlabyrinth? Versucht da jemand gerade seine täglichen 10.000 Schritte zu schaffen? Oder wartet vielleicht sogar ein köstlicher Caipirinha auf dich mit der Ankunft deiner Liebe? Egal, Fokus!)

Du durchforstest die ersten Seiten, schaust dir Grafiken und Bilder an, klickst dich durch einige Videos und bleibst schlussendlich auf einer Seite hängen.

Auf dieser Seite findest du die Meinungen verschiedener Experten zum Thema. So erfährst du sehr kurz und präzise, dass im Content Marketing eine Vielzahl von Disziplinen eine Rolle spielen, das ganze immer komplexer wird und Technologien wie künstliche Intelligenz vielleicht bald Content in Echtzeit für den User zusammenstellen, bevor dieser auf die Seite klickt.

Hm, denkst du dir, das ist ein guter Einstieg. Im Content Marketing geht es also nicht nur um’s schreiben, sondern auch um Psychologie, Technik, Prinzipien aus dem Journalismus, Emotionen und permanentes Lernen & Testen, da in diesem Feld täglich neues passiert.

Was sagen andere Content Marketing Experten denn dazu?

Hier ein paar ergänzende Auszüge aus einigen der besten Artikel / Beastly’s zum Thema Content von Großmeistern dieser Disziplin:

The secret isn’t WHAT I was writing about… The secret was HOW I was writing about it. And once I cracked the code, my blog took off.

“the audience is king, and content is the castle.”

It’s all about the audience.

Nein, 140-Zeichen bei Twitter reichen nicht aus, um detaillierten Content zu erstellen, der ein Problem löst, Mehrwert liefert, Geschichten erzählt, emotional bewegt und vor allen deine Leser zu Abonnenten, Fans und Kunden macht.

Auf die letzte Aussage gehe ich etwas weiter unten noch detaillierter ein.

Du siehst also: Ich bin nicht der Einzige, der Content Marketing für ausgesprochen sinnvoll erachtet. Weiter im Text.

Du scrollst weiter. Die Frage: “Schön und gut, aber viel zu abstrakt. Gibt es ein konkretes Beispiel zur Veranschaulichung davon?” Kommt in dir auf.

 

Número Tres: Konkrete Content Marketing Beispiele

Noch bevor du diese Frage zu Ende gedacht hast, findest du ein paar Links zu herausragenden Beispielen von Content Marketing. Du schaust sie dir an, lernst nebenbei noch andere Dinge aus Bereichen von denen du noch nie zuvor gehört hast und hast nach der dritten verlinkten Seite bereits ein erstes konkretes Gefühl dafür, worum es geht.

Du gehst zurück zur Quellseite mit den Expertenmeinungen und Beispielen.

Nachdem du jetzt Breite und Beispiele kennst, wären ein paar zusammenfassende Informationsblöcke, Absätze oder Tabellen nicht schlecht. Du weißt von dir, dass du am meisten behältst, wenn du nicht nur liest und denkst, sondern wenn du auch etwas… etwas… ja etwas buntes zum Beispiel dabei hast.

Und erneut, während du diesen Gedanken ausformulierst und durch dein Cranium schickst, öffnet sich dir beim runterscrollen eine handliche Infografik, welche die wichtigsten Informationen hübsch aufbereitet zusammenfasst.

Die Content Marketing-Rezeptur für Superheldeninhalte

Du denkst dir: Wow, genau was ich brauche zur richtigen Zeit. Find’ ich gut!

Und während du darüber nachdenkst, was genau dich gerade so erstaunen lässt, kommt auch schon deine bessere Hälfte wieder.

Erfreut erzählst du ihr von deinem Inhalts-Abenteuer der Pause in eurer Mittagspause.

Nur einen Caipirinha hat sie leider nicht mitgebracht.

Eingedampft und destilliert: Die Content Marketing Grundlagen

So viel zu deinem erleuchtenden Mittagessen.

Ich hoffe du hast jetzt schon eine Idee von Content Marketing, falls nicht: Keine Sorge. Nachdem wir Breite und Beispiele haben, geht es jetzt in die Tiefe.

Und zwar in drei Schritten:

  1. Die besten Ressourcen
  2. Ein Leitfaden zu den besten Strategien
  3. Für die Nimmersatt’s: Weiterführende, vertiefende Angebote, Dienste etc.

Legen wir also los! Content Marketing wir kommen:

Nochmal in Kürze: Was ist Content Marketing?

Für den Ungeduldigen Teil in dir, und jeder hat diesen Teil, die Antwort auf die Frage “Content Marketing was ist das?” in Kurzform:

  1. Content Marketing ist jede Form von Inhalt die prinzipiell imstande ist für dich durch die Botschaft ihrer Existenz eine (positive) Aussage zu treffen. Das heißt Content Marketing ist:
  2. Bild, Ton, Video, Text, Interaktives, Quizzes, Songs (ja, auch die!) etc.
  3. Ich bin der Auffassung, dass Text dabei wahrscheinlich die beste Form ist, einfach weil du ihn bearbeiten und aktualisieren kannst, nachdem er veröffentlicht ist. Mach das mal mit einem großbudgetierten Video. (je nach konkreter Situation kann das aber natürlich auch anders aussehen)

Einwurf in der Box

Wenn du mehr Breitenwissen zu diesem Thema möchtest, Google einfach mal “holistischer Content”, “Content Cluster” oder “ganzheitliche Inhalte”. Andere Synonyme sind "WOW-Content", "Superhelden-Content" und "Hero-Content".
Schreib’ mir gern was du dir hier noch wünschst, ich versuche es dann beim nächsten Update des Artikels mit einzubauen. (Oder wir besprechen es direkt im Rahmen einer meiner Kurse)

Alright? Dann weiter im Text.

Die besten Ressourcen #1: Welches Content Marketing Buch kann ich empfehlen?

Im Wesentlichen empfehle ich nur zwei Bücher wenn ich diese Frage gestellt bekomme, ansonsten besteht der Großteil aus “Build – Measure – Learn” wie es im Lean Startup Jargon so schön heißt.
Also Machen, Ergebnisse anschauen, justieren und von vorn. Um punktuelle Recherche und kontinuierlicher Verbesserung kommst du hier wie in jedem digitalen Gebiet also definitiv nicht herum.

Meine zwei Buchempfehlungen sind:

Erfolgreiche Webtexte” von Sabrina Forst.

Ich nutze es vor allem wenn ich Texte für Landing Pages baue und nachschauen möchte, ob ich Teile meiner Zielgruppe vergessen habe, bzw. wie ich meine Zielgruppe generell noch besser anspreche. Dafür allein wirkt dieses Buch meiner Meinung nach Wunder.

Think Content” von Miriam Löffler unter der Flagge des Rheinwerk Verlages.
Wie immer bei den Büchern des Rheinwerkverlages ist dieses ein hervorragendes Fundamentwerk. (Ich kann auch die Bücher zu SEO und Social Media Marketing sehr empfehlen, aus den gleichen Gründen) Wenn du einen umfassenden Überblick zum Thema haben willst, ist dies deine erste Adresse.
Eine gute Faustregel: Immer wenn du ein Buch in dieser Form und Aufmachung im Bereich Online Marketing in den Händen hast, weißt du, dass es ein wirklich gutes ist. Autoren und Verlag schaffen mit diesen Schriften ein Grundlagenwerk nach dem anderen. Und auch wenn es nicht das EINE Content Marketing Buch da draußen gibt, ist dies ein hervorragender Start um tiefer in das Thema einzutauchen.

Die besten Ressourcen #2: Weitere Ressourcen zum Content Marketing

Da Content Marketing digital stattfindet, verändern sich hier naturgemäß Inhalte, Regeln, Tools, Best Practises etc. nahezu im Minutentakt.
Aus diesem Grund habe ich einige Newsletter abonniert, welche mir automatisiert diese Trends in mein Postfach spülen, schaue sonst gern gezielt nach den Meinungen meiner persönlichen Vorbilder und Inspirationen in diesem Bereich auf deren Webpräsenzen, oder google mich sehr speziell zu den Fragen die ich habe durch.

In 5-10 Minuten nach etwa den ersten 5-8 Treffern bei Google hat man meistens einen ganz guten Überblick und kann von dort aus entweder tiefer eintauchen oder hat bereits seine Antwort.

Auch [Suchbegriff] + “Infografik” wirkt manchmal Wunder. Also z.B. “Online Marketing Infografik” bei Google Bilder findest du hier schnell 5-10 gute Grafiken welche dir ein schnelles Gefühl für das “Was” des Themas bieten.

Darüber hinaus, wenn es wirklich tiefer, spezieller oder anderweitig intensiver wird, kann ich Podcastepisoden zum jeweiligen Thema empfehlen. (Einfach [Thema] + “Podcast” bei Google eingeben. Also zum Beispiel “Kohlrouladen Podcast”)

Und als letzte Idee: Schreib’ einfach eine Mail / einen Kommentar bei Facebook / YouTube / unter dem Blogpost um den es geht / Woauchimmer unter dem Inhalt der dir deine Fragen aufgeworfen hat. NACHDEM du recherchiert hast und wohlbegründet nicht weiterkommst. Nicht einfach nur weil du zu faul zum suchen bist! (Ich sag es sicherheitshalber dazu, auch wenn DU natürlich niemals derartiges tun würdest. Richtig?)

Manchmal hast du dann das große Glück, dass andere User dir helfen und manchmal kommentiert sogar der Autor selbst / antwortet dir auf deine Fragen.

So. Nachdem wir uns nun also einen minimalen Überblick zum Thema geschafft haben, wird es jetzt konkreter. Auf zur Praxis.

 

Was ist die beste Content Marketing Strategie?

Die beste Content Marketing Strategie ist die, die das Problem deines Kunden am besten löst. (Bzw. ihm am besten dabei hilft, das zu werden, was er werden möchte)

Angelehnt an Seth Godin’s Definition von Marketing ist das meine mehr oder minder generelle Antwort auf diese Frage.

Etwas detaillierter sitzt eine erfolgversprechende Content Marketing Strategie in der Mitte von dem was du kannst und dem, was dein Kunde möchte. (Und mit den Medien und Inhalten umgesetzt wird, die zu deinem Kunden passen und er sich wünscht und die du auch bieten kannst)

Also da:

Die beste Content Marketing Strategie ist zielgerichteter Mehrwert

Wie genau du deine Content Marketing Strategie umsetzt, mit welchen konkreten Schritten, Plänen, Tools zur Unterstützung und sonstigen Rahmenbedingungen, dazu gibt es eine ganze Reihe hervorragender Guides.

Da diese sich ständig ändern und in diesem Thema ununterbrochen neues hinzukommt, (wie in jedem digitalen Thema, siehe oben)
schlage ich dir einen Klick hierauf vor. Der sollte zeitlos deine Probleme lösen 😉

 

Die richtige Content Strategie #1: Der Content Marketing Prozess & Content Marketing Plan

Den Content Marketing Prozess unterteilt jeder Marketer anders. (Menschen die Marketing betreiben nennt man auch Marketer, wieder was gelernt 😉
Manche starten beim Brainstorming, andere bei der Frage nach den Problemen des Kunden. (Also frag deinen Kunden ruhig)
Wieder andere starten bei der Buyer Persona, also der “Personenskizze deines Musterkäufers”. Diese ist zum Beispiel hier sehr schön beschrieben.
Und dann gibt es auch noch die Spezialisten, welche den Content Marketing Prozess beim Content selber beginnen. Also mit der Grundsatzfrage: Was genau wollen wir für wen aus welchem Grund mit welchem Ziel und welcher Messung der erfolgreichen Zielerreichung in welchem Zeitraum überhaupt machen?

Meistens in mehr als einem Satz formuliert, aber im Kern geht es manchmal auch mit dieser Schachtelfrage los.

Was ist denn nun aber der perfekte Startpunkt und wie geht es optimalerweise weiter mit meinem Content Marketing Prozess bzw. Content Marketing Plan?

Nun, das hängt davon ab.

Wovon? Von

  1. Deinem Ausgangspunkt
  2. Deiner Kundenkenntnis
  3. Deiner Erfahrung im Digitalraum
  4. Deiner Erfahrung / deinen Erfolgen mit Content
  5. Deiner Zielstellung

Daher sieht der Content Marketing Prozess eines “25-Mann Frau und Hund NGO’s mit dem Thema Guerilla Gardening” sehr anders aus, als der einer 2-Frau Möbelpoliturfirma. Und beide sehen anders aus als der eines One-Man IT- Solopreneurs.

Ich empfehle generell zwei Dinge:

  1. Experimentiere so lang bis es klappt in einem Rahmen der das auch zulässt.
  2. Finde einen Superfan. Mache ihn glücklich. Sprich mit ihm. Mache ihn dauerhaft glücklich. Dann finde 10 Superfans. Dann 100. Dann 1.000. Wenn du 1.000 Superfans hast, hast du a) alle notwendige Erfahrung und b) andere Zielstellungen und Herausforderungen.

Was einen Superfan ausmacht, wie du ihn findest und vieles mehr erfährst du in diesem Blogpost. (Der zu den 10 Posts zählt, für die ich am meisten im gesamten Marketing dankbar bin. Danke Kevin Kelly, danke das du da bist!)

Es kann sein, dass Podcasts genau das richtige für dich und deine Zielgruppe sind. Kann auch sein das Blogartikel der Way to go sind. Oder YouTube Videos. Das ist unmöglich pauschal vorherzusagen und ändert sich auch konstant über die Zeit. Also frage entweder deine Kunden / Fans wenn du schon welche hast oder probiere einfach das aus, was dir am meisten Freude macht. Denn meistens ist das auch das, was die Message und Authentizität am besten transportiert.

Und der Rest ist kontinuierliches besser werden. Kaizen Ahoj!

Es gibt eine ganze Reihe von verschiedensten Ansätzen zum Thema Content Strategie, von kurz und knackig bis hin zum Projekt of its own. Da du aber vermutlich keine Dissertation über die Erstellung, Ausführung und Prüfung der Content Strategie schreiben möchtest, hier zum Schluss dieses Abschnitts was mir hilft, die W/W-nicht Fragen:

  1. Was (ist das Ziel der Strategie) / Was (ist es) nicht?
  2. Warum (setzen wir diese Content Strategie ein) / Warum nicht?
  3. Wer (Ist die [Kern]zielgruppe) / Wer ist es nicht?
  4. Wo / Wo nicht?
  5. Wann / Wann nicht?

Wenn du diese Informationen hast, kannst du daraus entspannt Personas generieren, POST-Frameworks füttern und auf Nachfrage Reports füllen.

Content Marketing Strategie #2: Content Marketing Ziele & Content Marketing Kpi’s

Nachdem du jetzt also weißt, welche Kanäle du nutzen / ausprobieren möchtest, stellt sich die Frage der Zielstellung. (Oder davor. Wie gesagt, wann du dir welche Frage stellst ist dir überlassen)
Das kann ganz simpel sein “In den nächsten 4 Wochen, also bis zum xx.xx.20xx möchte ich y Blogartikel veröffentlicht haben”.

Oder auch “Im 3. Quartal 20xx möchten wir mit unserem Content bei einer Conversionrate von 10% insgesamt 10 oder mehr Produkte yxz verkaufen und dabei 1.234 € verdienen”

Und alles dazwischen.

Wichtig sind hierbei drei Dinge:

  1. Der Unterschied zwischen Ziel und KPI
  2. SMARTE Definitionen
  3. Der Unterschied zwischen Actionable und Vanity Metrics

Heiliger Klabautermann was wird denn jetzt auf einmal mit Fremdwörtern um sich geschmissen! Kann er denn nicht auf Deutsch schreiben?

Kann er. Da du aber immer wieder auf diese spezifischen Begriffe treffen wirst, ist es wichtig, dass wir sie hier “im Original” vorstellen.

Hier die Übersetzung und Bedeutung des eben eingebrachten Worthaufens:

NameAuf DeutschBedeutung
ConversionrateKonversionsrate(Prozentuale) Anzahl der User, die von einer Stufe zur nächsten gehen. Also z.B. vom Leser zum Abonnenten werden.
ZielJa ne is klar nechDein Leitstern in einem spezifischen Bereich. Und da Erfolg das erreichen selbst gesteckter Ziele ist, essentiell für Erfolg.
KPILeistungsindikatorUnd HIER haben wir ihn auch endlich! Den Grund für den Caipi! (KPI = CAIPIrinha) Na bist du jetzt zufrieden?
SMARTIntelligentEin gutes Ziel ist Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminiert
Actionable Metric

Umsetzbare / “Handlungs-

empfehlende” Metrik (Freestyle übersetzt)

Versetzt dich in die Position, basierend auf dem Wert eine konkrete Handlung auszuführen bzw. konkrete Schritte einzuleiten und umzusetzen.
Vanity MetricEitelkeits-MetrikMist statt misst. Aus einem solchen Wert nimmst du nichts als eine Streicheleinheit fürs Ego mit. Ansonsten bringt sie dir wenig bis nichts. Oftmals verbirgt sich hinter der Vanity Metrik die eigentliche Actionable Metrik. (Also z.B. hinter der Downloadzahl die Zahl der In-App-Käufe oder hinter Seitenaufrufen die Zahl der Newsletterabonnenten)
Content Marketing - Der KPIrinha und das Biest
Wie merkt man sich am besten "KPI"? Durch einen phonetischen Partner: Den Caipi-rinha!

Der kleine Helfer zu jeder Stunde: Das Content Marketing Tool

Wenn du ein Content Marketing Tool suchst, musst du vor allem gut selektieren und auswählen.
Denn Tools die dich bei deinem Content Marketing Prozess unterstützen, gibt es wie Muscheln am Meer. Vielleicht sogar noch mehr. Ich zähle hier einfach mal meine Top 10 auf:

  1. Canva
  2. Google Docs in allen Formen
  3. Die Adobe Suite. (Wobei ich diese aktuell kaum nutze. Aber hilfreich ist es definitiv Sie zu haben bzw. sich mit ihr auszukennen)
  4. Der Tomato Timer (Mehr für meine Produktivität, aber ohne die kein Content, zählt also auch, oder? 😉
  5. Audacity (Für Podcasts)
  6. Zoom (Für die Aufnahme von Interviews)
  7. Ubersuggest (Für die Keywordrecherche und um ein “Suchgefühl” für ein Thema zu bekommen)
  8. Evernote
  9. Filezilla
  10. Dropbox

Generell gilt auch hier: (Wie überall im Leben) Probiere aus, sammle Erfahrung und baue dir deinen eigenen Werkzeugkasten mit Content Marketing Tools zusammen. Denn letzten endes brauchst du eine Lösung, die für dich und niemand anderen funktioniert. Denn du bist ja der springende Punkt am Hebel der Erstellung.
Also: Testen, Ergebnisse protokollieren, Fazit ziehen, und von vorn.

Kleines Gimmick: Das interessanteste Content Marketing Tool das ich bis jetzt noch nicht eingesetzt habe: Lumen5. Dieses wandelt per künstlicher Intelligenz Text in Video um. Ziemlich coole Kiste, ich habe nur bisher noch nicht den richtigen Einsatz dafür gefunden.

Zu guter Vorletzt: Ein Content Marketing Strategie Beispiel (Und was für eines)

Alles schön und gut. Aber du brauchst etwas fassbares. Etwas zum anfassen. Ein konkretes Content Marketing Strategie Beispiel. Ich geb’ dir direkt das beste. Den Beastly. Here we go:

Die Königsklasse des Content Marketings: Hero-Content / Der “Beastly”

Ein Beastly / Pillar / Superheldeninhalt / Standardschaffer wie man ihn sinngemäß übersetzen kann, schafft, wie es der Name schon sagt, einen neuen Standard. Und zwar in

  1. Seiner spezifischen Nische / seinem Thema
  2. Der formulierten Sprache

Ich habe es weiter oben ja schonmal angedeutet, ich halte Beastlys für eine der besten Möglichkeiten des Content Marketings. Einerseits weil er eine so umfassende und ganzheitliche Betrachtung und Auseinandersetzung mit einem Thema ermöglicht, andererseits weil er so flexibel und einfach verschiedenste Contentformen in sich vereint. Im SEO wird er zuweilen gar als “neuer heiliger Gral” gepriesen. Die Vorteile sind mannigfaltig, ein Beastly:

  1. Skaliert hervorragend (Es ist keine Seltenheit, dass ein einziger Beastly für mehrere Dutzend bis Hundert Keywords rankt)
  2. Wird kontinuierlich besser mit der Zeit (Da es Top-notch Content ist, verbessern sich seine Rankings stetig. Unterstützt kann das ganze noch durch regelmäßige Updates basierend auf den Rankingveränderungen werden)
  3. Kann mit wenig Aufwand aktuell und auf dem Stand der Kunst gehalten werden (Da der Großteil einmal steht, reicht oftmals eine Stunde für ein Update aus, welches sich über die Zeit aber deutlich bemerkbar macht. Und wenn man das oft / lang genug macht, hat man irgendwann auch ein potenzielles digitales Produkt was man ergänzend verkaufen kann. [Manchmal kommt sogar explizit die Nachfrage danach, hier gilt es individuell zu entscheiden])
  4. Eignet sich hervorragend als potenziell viraler Inhalt
  5. Ist vom Fleck weg zeitlos, u.U. selbst bei sich stark verändernden Themen, da er dann auf die Grundlagen der Veränderung eingeht

Es gibt noch eine Reihe weiterer Vorteile, für ein erstes Gefühl sollte das erst einmal reichen. (Mehr findest du in meinem kostenlosen Whitepaper zum Thema)

Die Content Marketing Strategie dabei ist offensichtlich: Der mit Abstand beste Content zieht die Leute am stärksten / meisten / längsten an. Und bringt sie dazu weiter mit dir zu interagieren. Denn da du dich offensichtlich nur durch einen einzigen Artikel / eine Einzige Seite bereits als Experte positionieren konntest, bist du der erste Ansprechpartner für weitere Fragen.

Und da du von Sekunde 1 an die Inhalte deines Beastlys direkt auf die konkreten SEO-bestätigten Fragen der Webgemeinschaft zurechtgeschnitten hast, kommen die User auch wie automatisch in immer größerer Zahl zu diesem Artikel.

“Ultimative Ressourcen” bzw. Beastlys sind mein persönlicher Favorit wenn es um Content Marketing Strategien geht. Denn ein Beastly vereint alles in sich.

Allerdings ist diese Content Marketing Strategie auch eine der anspruchsvollsten, weil die Orchestrierung aller Inhalte, der systematische Aufbau, der gezielte Feinschliff, das spätere feinjustieren ein relativ tiefes Verständnis aller Bestandteile sowie der strategischen Vogelperspektive voraussetzen.

Wenn du selbst einen Beastly erstellen möchtest, empfehle ich die unten weiter ausgeführte, Schritt für Schritt erklärte  Vorgehensweise.

In dieser konkreten Form das erste Mal bei Pat Flynn in diesem sehr lesenswerten Artikel gesehen, dort allerdings nur als Nebenaragraph. Die Idee ist allerdings nicht neu und gibt es schon lang vor ihm. Auch Guides dazu gibt es mehr als genug.

Wie gesagt ausführlich gehe ich darauf in meiner Content Marketing PDF: How to Beastly näher ein. In Kürze liegt “Beastly” Content auf der “Landkarte des Inhalts” ungefähr hier:

Was ist Content Marketing visuell erklärt

Nehmen wir an, eine kurze Twittermeldung stellt das eine Extrem im Content dar. (Äquivalent gilt für Video ein Vine, für Podcasts eine WhatsApp-Sprachnachricht und für Bilder ein Favicon)

Kurz, knackig, präzise auf den Punkt. (Im Optimalfall)

Hier ist nicht viel Raum zum experimentieren, erklären oder erläutern. Es heißt nicht umsonst StatusMELDUNG und nicht StatusBERICHT.

Auf der anderen Seite der Skala hingegen haben wir das Magnum Opus, das persönliche Meisterwerk. “Ideen” von Watson fällt mir da auf Textseite ein. Der eine oder andere 24-Stundenclip auf YouTube als Beispiel für Videos. Der Punkt ist klar:
Ein Magnum Opus ist das beste Stück Content zu dem du in deinem Leben fähig bist.

Dazwischen haben wir den “normalen” Blogpost und ihm aus Sicht der Mitte gegenüber den Beastly.

Blogposts können nur 50 Wörter umfassen, meist werden alle Artikel ab 300 bis 600 Wörter Umfang allerdings dazu gezählt. Und von dort auf dann aufwärts. Auch ein Beastly ist technisch gesehen ein Blogartikel. Selbst ein Magnum Opus kann einer sein.

Ein Beastly ist, wie der Name bereits sagt, ein „Biest“ von Inhalt. Also ein Blogbeitrag so voller Mehrwert, Tipps und Tricks und hilfreichen Anleitungen, dass er einen regelrecht anspringt. Und nicht mehr loslässt.

Solche „Mehrwertmonster“ lassen sich in nahezu 99% aller Fälle nicht mit weniger als 1.000 Wörtern schreiben, wenn wir beim reinen Text bleiben. Und so kommen wir zu einer noch feineren Art der möglichen Unterteilung auf der Content Marketing Landkarte. Der Einteilung nach der Wortanzahl:

Die Content Marketing Landkarte

Je nach Experte und SEO-Saison beginnen Beastly’s bei 1.000 bis 2.000 Wörtern. Ab 5.000 Wörtern ist es ziemlich sicher einer. (Mehrwert statt Blähwert vorausgesetzt)

Alles über 50.000 Wörter ist dann eher ein Buch.

Signifikante positive Resultate erzielst du bereits ab 1.000 Wörtern +. Ab 2.000 Wörtern oder mehr bist du auf der sicheren Seite, wie diese Umfrageergebnisse zeigen:

Content Marketing Blog Statistiken
Quelle: https://www.orbitmedia.com/blog/blogging-statistics/

Wie im „Infografik-Onepager“ weiter oben bereits zu sehen war, ist herausragender Content in spezifischen Dimensionen besonders. Ob du es mit potenziell holistischem Content bzw. Pillar Content zu tun hast, kannst du auf einen Blick erfassen. Mit einer Kursen Analyse per Netzdiagramm:

Beastly Content Dimensionen

Mehr Content Marketing in meinem Whitepaper!

Wenn du mehr über Erstellung, Klassifizierung, Unterscheidung und Anwendung von herausragendem Content wissen möchtest, ist mein kostenloses Whitepaper genau das Richtige für dich! 
Auf 23 Seiten erfährst du in diesem:
  • Vor- und Nachteile von langen, inhaltsdichten und mehrwertintensivem Content
  • Kurze und präzise Fallstudien und Analysen zu erfolgreichem Content Marketing
  •  Bestandteile erfolgreicher Inhalte
  • Konkrete Schritt für Schritt Anleitung zur eigenen Erstellung
  • Vieles mehr.

Mehr zur Analyse von Inhaltsqualität- und Güte findest du in meinem Whitepaper zum Thema oder in meinen Kursen.

 

Jetzt aber mal konkret: Content Marketing Best Practice

Wenn du komplett neu in ein Thema startest bzw. darüber von Null aus schreiben willst, empfehle ich Eine Mischung aus Tim Urbans Ansatz, dem “SEO-Clustern”, einigen Tipps von anderen erfolgreichen Bloggern und meiner Erfahrung:

  1. Starte mit Wikipedia, klicke dich dort durch die Fußnoten, Links im Text etc.
  2. Lies die Artikel der ersten 20-30 Seiten von Google. Ja, Seiten. Nicht Ergebnisse. (Mein Tipp)
  3. Fasse dir die Punkte und Argumente zu Inhaltsclustern zusammen und ergänze bis sich der Großteil doppelt
  4. Schau dir YouTube Videos an. So lang, bis du selbst sagen kannst: “ha, das wusste ich!”
  5. Lies dir die besten 3 – 10 Bücher zum Thema durch.
  6. Abonniere ggf. einige Newsletter. (Optional: Setze dir Google Alerts zum Thema)
  7. Markiere dir in deinem Dokument an welcher Stelle du mit welchen Inhalten arbeiten möchtest. (Wo soll eine Infografik hin, wo ein Interview, wo ein Video etc.)
  8. Mache eine SEO-Recherche und ordne deine Inhalte danach thematisch
  9. Leg los und fang an zu schreiben!
  10. Hol dir ggf. ergänzende Expertenstimmen
  11. Mach einen ersten Gesamt-Feinschliff
  12. Brainstorme die passende(n) Überschrift(en)
  13. Release the Kraken! (Veröffentliche deinen Beastly)
  14. (Optional aber hilfreich: Lies dir Kommentare durch, sowohl direkt unter dem Artikel als auch in den sozialen Medien, auf Portalen in denen deine Grafiken aus dem Beastly eingebunden wurden etc. Gehe je nach Frage auf diese im Beastly ergänzend ein. [z.B. unter dem Fazit])
  15. (Optional aber hilfreich 2: Update deinen Beastly regelmäßig basierend auf Fragen die dir gestellt wurden, Veränderungen im SEO, Inhalten die du noch anfügen möchtest etc. Mach etwas unvergleichliches und zeitloses aus deinem Beastly!)

Seinen Schreibprozess hat der Großmeister des Contents Tim Urban übrigens in dieser wunderbaren Podcastepisode mit Tim Ferriss verraten. Kann ich sehr empfehlen. (Auch und vor allem wegen seinen spannenden Zukunftsgedanken ab ungefähr Minute 40.

Von wegen Beastly. Warum hört der Artikel hier schon auf? Ich will mehr!

Ok Ok! Schon gut!

 Wenn dir das hier als Übersicht nicht genug ist, die weiterführenden Links deine Neugierde nicht zu stillen vermögen und dir die Bücher auch nicht ausreichen, habe ich vielleicht noch eine letzte Rettung für dich.

Wie weiter oben bereits erwähnt, gebe ich das eine oder andere Content Marketing Seminar beziehungsweise einen Content Marketing Workshop. (Wenn die Nachfrage da ist) Das ganze geschieht entweder offline oder als Content Marketing Online Kurs. Du kannst dich hier anmelden. (Oder per Klick auf die großen grünen Buttons)

Was passiert nach der Anmeldung? Nun zuerst einmal hast du dir dann einen Platz auf der Warteliste gesichert. 

Ich melde mich spätestens bei dir, sobald die Teilnehmerzahl stimmt und ich die Kapazitäten frei habe, mit allen wichtigen Daten.

Ich sprach ja von Seminar / Workshop. Warum? Weil ich alles anbiete. (Nachfrage vorausgesetzt) Es ist wie beim Schmied des Vertrauens. Alles aus einer Hand. In diesen Formen kann das Ganze umgesetzt werden:

Content Marketing Seminare

Mehr von mir #1: Meine Content Marketing Seminare

Content Marketing Seminare mit mir umfassen mindestens die nachfolgenden Punkte:

  • Was ist Content Marketing und was ist es nicht?
  • Welche Tipps und Tricks gibt es beim Content Marketing?
  • Welche Medien- und Medienkombinationen ergeben wann Sinn?
  • Wie kann man Content Marketing als Starter, Fortgeschrittener und Erfahrener am besten auf die nächste Stufe bringen? 
  • Welche Content Marketing Maßnahmen sind effizient? Welche nicht?
  • Gemeinsame Liveübungen
  • Gemeinsames dekonstuieren und bewerten von Praxisbeispielen
  • Guidelines, Checklisten und Anleitungen zur Orientierung im alltäglichen umsetzen
  • Uvm.

Ich halte Content Marketing Seminare gern bevorzugt in Leipzig, Berlin oder Dresden. Wenn gewünscht und beiderseits passend, komme ich aber auch gern an andere Orte. Wir finden definitiv eine Lösung!

Content Marketing Workshops

Mehr von mir #2: Content Marketing Workshop’s

Im zweiten Teil meines Angebots rund um Content, dem Content Marketing Workshop, wird es vor allem praktisch. Hier klären wir Fragen und setzen Projekte um zu z.B.:

  • Was ist ein Podcast? Wie funktioniert er? Warum sind Podcasts gut? Wie setze ich selbst einen um? Welche Erfolgsfaktoren gilt es zu beachten?
  • Wie funktionieren Infografiken? Was hat es mit Ihnen auf sich? Wie kann ich schnell, kostenlos und ohne Vorkenntnisse Infografiken erstellen?
  • Wie funktionieren Umfragen und Quizze? Welche Vorteile bieten ihre Echtzeitvarianten? Welche Tools haben sich bewährt?
  • Was kann ein Redaktions- bzw. Content Management Plan? Welche Vorteile bringt er? Wie wende ich ihn an?
  • Welche Tools begleiten mich im Content Marketing Alltag?
  • Uvm.
Hier gilt das selbe wie in Punkt 1: Ich halte Workshops gern in Leipzig, Berlin oder Dresden. Bin aber auch gern bereit die Republik für unser gemeinsames Event zu durchqueren.
 
Mein Content Marketing Online Kurs

Mehr von mir #3: Mein Content Marketing Online Kurs

Der Content Marketing Online Kurs bildet den Schwerpunkt meines Angebots rund um das Thema Content Marketing. In diesem behandle ich die oben genannten Inhalte. (Mit individuell gelegten Schwerpunkten) Zusätzlich lassen sich hierbei hervorragend die Möglichkeiten der digitalen Technik ausspielen.

Ich kann also live Beispiele im Browser auseinandernehmen, Teilnehmer können problemlos ihre Bildschirme teilen und das Ganze ist selbstredend ortsunabhängig. Weitere Vorteile des Content Marketing Online Kurses sind:

  • Aufzeichnung und Speicherung des gesamten Kurses.
  • Keine expliziten Schulungsräumlichkeiten notwendig.
  • Content Marketing Tools können direkt in echter Umgebung angewandt werden.
  • Meist kostengünstiger aufgrund der geringeren Vorbereitungs- und Planungsmaßnahmen.
In Planung - Ausbildung zum zertifizierten Content Marketing Manager

Mehr von mir zum Thema #4: Der Content Marketing Manager

Da die Frage immer wieder kommt und ich mittlerweile auch eine zufriedenstellende Antwort darauf bieten kann: Ja, Über kurz oder lang werde ich (wahrscheinlich) aus diesem Kurs eine zertifizierte Weiterbildung machen. Wobei „ich“ dabei mich, eine Reihe von anderen hochkarätigen Dozenten und verschiedenen Institutionen meint wie es aussieht. Wie kurz oder lang genau die Reise zum eigenen Content Marketing Manager-Kurs wird, entscheidet die Bürokratie, ich bin dran. Wenn du als erstes davon erfahren möchtest, melde dich am besten in meinem Newsletter an.

 

Fazit

Meiner Meinung nach ist Content Marketing die beste Form des Marketing. Und ein gewaltiger Teil der digitalen Transformation selbst. Ich wage sogar die These: Ohne Content Marketing gäbe es die wahnsinnige Geschwindigkeit der Digitalisierung nicht. 

Und Content Marketing ist die Marketingform, die am meisten Spaß macht. Weil sie niemals endet und man in jeder beliebigen Richtung ununterbrochen neue Dinge dazulernen kann.

Wenn du dich jetzt fragen solltest: “Hm. Schön und gut, aber gibt es auch Content Marketing Jobs? Kann man damit Geld verdienen? Ist das ganze nur ein nett gemeinter Zeitvertreib?” Dann lass mich mit diesem Zitat schließen:

“Der Markt für Content Marketing ist in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert. Wer als Content-Marketing-Agentur trotz des großen Wettbewerbs 2018 nicht zweistellig gewachsen ist, hat etwas falsch gemacht.”

Aber dazu an anderer Stelle mehr. (Wenn gewünscht)

Wie stehst du zum Content Marketing? Und wie fandest du diesen Beastly-Artikel? Schreib es mir gern in die Kommentare!

Disruption

Disruption: Welche Technologien und Geschäftsmodelle sind disruptiv? (Und warum?)

Disruption

Das Geheimnis der Disruption

Disruption. Wortgewordene radikale Veränderung in allen Bereichen. Gefürchtete Bedrohung für die einen, schnellster und bester Weg zu Reichtum, Glück und kollektivem Fortschritt für die anderen.

Machen wir uns nichts vor. Auch wenn Disruption mittlerweile gelegentlich zum blutleeren Buzzword und Antwortautomatismus in Gründerkreisen verkommt, ihr Kern birgt gewaltige Potenziale und Auswirkungen.

Und so ist Disruption wahrscheinlich eines der wichtigsten und zugleich missverstandensten Worte unserer Zeit. (Also etwa der letzten 250 und der kommenden 50 Jahre – denn in diesem Zeitraum häufen sich Disruptionen derart, dass wir seit einem Viertel Jahrhundert die Welt buchstäblich auf den Kopf gestellt haben. Und binnen der nächsten 50 Jahre wahrscheinlich absolut alles, inklusive uns selbst, grundlegend verändern: Die menschengemachte Singularität tritt ein. Mit größeren Auswirkungen als Atomwaffen und künstliche Intelligenz vereint. [Was KI ist, erfährst du hier])

Doch kommen wir weg von der Schwarz / Weißmalerei und sehen wir uns den Boden der Fakten und Theorien dazu an.

Stellen wir die Fragen zur Disruption, die wirklich von Belang sind: 

  • Was hat es mit Disruption auf sich?
  • Was bedeutet disruptiv überhaupt?
  • Und was kann man an Disruption so kolossal missverstehen?

All das und mehr, jetzt. Wir schauen uns systematisch die Grundlagen, relevante Anwendungsfelder und Beispiele, konkrete Handlungsempfehlungen und Schemata zur Einordnung an. Damit der Mythos Disruption endlich zu einem vollends nutzbaren Werkzeug im kollektiven Baukasten wird.

Gehen wir also wie immer systematisch vor. Und starten mit zwei Fragen:

  1. Was bedeutet “Disruption”?
  2. Was ist “disruptiv”?

Eine letzte Anmerkung zu Beginn noch: Wenn du mehr über dieses Thema wissen möchtest, trage dich hier für mein kostenloses Webinar zum Thema Disruption ein. (Ich halte dieses je nach Nachfrage. Wenn du dich einträgst, erfährst du aber immer als erster davon)

Jetzt aber genug des Vorworts, wollen wir den Inhalt nicht über Gebühr ausdehnen.

Steigen wir direkt ein ins disruptive Ungewisse:

 

Disruption: Definition

Was ist Disruption nun also? Es gibt mittlerweile so viele Bücher, Vorträge und Meinungen dazu, dass man schnell den überblick darüber verlieren kann.

Daher fangen wir mit einer Zusammenfassung der destillierten Kerngedanken einiger der relevantesten Konzepte dazu an:

1. Innovation = Evolution, Disruption = Revolution.

Innovationen verbessern graduell und in einem eng abgesteckten Bereich, Disruptionen führen zu (Um)Brüchen und bringen ganze Branchen und Wirtschaftsbereiche in die Wahl zwischen Zugzwang oder Aussterben.  

2. Disruption = Eliminierung / Simplifizierung von Teilen der Wertschöpfungskette mittels (disruptiver) Technologie.

Durch das Wegstreichen von Mittelsmännern können höhere Margen, direktere Kundenbindungen, höhere Veränderungsgeschwindigkeiten und starker Marktdruck aufgebaut werden. Denn dadurch, dass die disruptive Lösung zeitgleich günstiger und besser für Kunde und Anbieter zeitgleich ist, wird sie wahrscheinlich die meisten Kunden zu sich ziehen.

Die Idee dahinter ist so simpel wie überzeugend: Weniger Zwischenschritte = Bequemere Nutzung = Mehr und zufriedenere Kunden + weniger Fehlerpotenzial auf der Gewinnseite. Und weniger Zwischenschritte auf der Einsparseite = Weniger Risikofaktoren und mehr Gewinn da weniger zu bezahlende Dienstleistung.

Dieser Gedanke rollt gerade wieder durch das Silicon Valley in Form von Banklizenzen. (Nachvollziehbarerweise: Uber allein zahlt jedes Jahr eine Milliarde Dollar nur an Kreditkartengebühren)

3. Disruption = Signifikanter Mehrwert. (Kurz-, Mittel-, und/oder Langfristig)

Dieser Definitionsteil ist der wichtigste und ausschlaggebende. Denn wie immer gilt: Die beste Lösung für ein Problem fährt den meisten Gewinn ein. (Sofern Kunden dafür zahlen können und auch davon wissen – Dieser trivial wirkende Nebensatz ist essentiell. So essentiell, dass es Argumentationen gibt, die das Geschäftsmodell und nicht die lösende Technologie einer Disruption ins Zentrum stellen. )

Diese fast schon banale Regel wird durch exponenzielle Technologien mit bis dato unbekannter Wucht und Umfang versehen. Denn nun bedeutet spürbarer Mehrwert nicht nur Mehrwert für 3 Kunden oder ein Problem im fußläufigen Umkreis meiner Werkstatt im Rahmen meiner Öffnungszeiten. Jetzt bedeutet es potenziell mehrere Milliarden Kunden auf der gesamten Erde zu jeder Zeit.

Was uns zur Quintessenz der Disruption – Definition führt:

Disruption = Signifikanter Mehrwert x exponentielle Technologien.

Oder, um es mit den Worten von Jeff Bezos zu sagen: „Alles, was die Kunden lieber mögen als das, was sie vorher gekannt haben, ist disruptiv.“ = Mehrwert.

Kombiniert mit exponenziellen Technologien (Amazon par excellence) für das dazu, dass ganze Branchen über Nacht zerrüttet werden.

Halten wir also fest:

  1. Disruption ist signifikanter Mehrwert durch Einsatz exponentieller Technologien.
  2. Disruption wird zur Disruption durch a) Ihre Geschwindigkeit (Eine Veränderung über 100 Jahre wird wahrscheinlich nicht einmal wahrgenommen, eine Veränderung binnen 100 Stunden schon) und b) Ihren Impakt. (Eine Veränderung die nichts spürbar verändert, ist eine Randnotiz in Zeiten großer Langeweile, eine Veränderung die zur Reaktion zwingt ist eine Handlungsnotwendigkeit)
Was uns zur finalen Disruption – Definition bringt:
Disruption ist signifikanter Kundennutzen mit (wahrscheinlich) signifikanten Auswirkungen binnen kurzer Zeit, welcher durch exponenzielle Technologien ermöglicht wird.
Damit können wir arbeiten.
Die zwei wichtigsten Dimensionen der Disruption kann man sich auch so vorstellen:
Disruption Definition

Konkurrenz meint dabei nicht nur andere Unternehmen in meinem Feld. Es meint auch konkurrierende Technologien, Geschäftsmodelle, Kulturen etc. Zur Adaptionsgeschwindigkeit kommen wir gleich näher.

Eins noch zur Verdrängungstheorie: Eine Technologie wird nahezu niemals vollständig verdrängt. Das Wissen um diese Technologie bleibt. Einen Faustkeil kann ich mir auch heute noch leicht herstellen, auch wenn er faktisch keine Relevanz mehr besitzt. Pferde ziehen noch immer in Stadtrundfahrten Gäste, auch wenn ihr ehemaliges Einsatzfeld kaum noch existiert.

Noch eine Ergänzung zur oben genannten Disruptionsdefinition: Disruption wird gern als “kreative Zerstörung” oder “Zerstörung durch kreative Akte” definiert. Aber das taugt kaum zu einer echten Definition wie ich finde. Denn dann könnte man ein eingeschlagenes Fenster im Rahmen eines Malwettbewerbs auch als disruptiv bezeichnen. Deswegen, die „Disruption – Definition für unterwegs„:

Die umfassende und schnelle Verdrängung von Lösungen durch bessere Lösungen.

Umfassend heißt dabei: Bis hin zur Konkurrenz-Marginalisierung und dem Dasein im Museum.
Schnell heißt dabei: Binnen weniger Wochen (Vor allem Software) / Monate / Jahre anstatt wie „prä-Dampfmaschine“ binnen Jahrzehnten oder Jahrhunderten. Hierbei geht es meiner Meinung nach vor allem um die mögliche Adaptionsgeschwindigkeit gegenüber der Veränderungsgeschwindigkeit. Denn: Wenn etwas sehr langsam vonstatten geht, ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher, dass eine Anpassung stattfinden kann.

Oder anders, visuell ausgedrückt:

Disruption Definition - Disruptionsfenster

Grenzen der Disruption

Digitale Lösungen lassen sich im Extremfall binnen von Sekunden bzw. Minuten nahezu vollständig verändern. Sie passieren tatsächlich so schnell, dass sie bereits heute unterhalb der menschlichen Verarbeitungsgeschwindigkeit liegen. Und sie werden tendenziell sogar immer schneller, da Lösungen zur Erschaffung dieser wie Programme und Algorithmen immer besser werden.

Bei analogen Lösungen dauert dies meist ungleich länger.

Die untere Grenze der Disruption wird dabei von der menschlichen minimalen Adaptionsgeschwindigkeit gebildet. Also der mindestens notwendigen Zeit um eine Gewohnheit zu bilden.

Wenn Produktzyklen schneller werden, als Menschen Gewohnheiten mit diesen Produkten etablieren können, ergibt das ganze keinen Sinn mehr. Denn dann bringen meine Lösungen, egal wie gut sie sein mögen, nur noch Stress und werden damit prinzipiell ineffizient.

Je nach Studie liegt diese untere Grenze zwischen zwei bis sechs Wochen oder gar sechs Monaten. Diese Zeit benötigen Kunden meiner Lösungen also mindestens, um mein Produkt zum Teil Ihres Lebens zu machen. Schnellere Disruptionszyklen ergeben also keinen Sinn, denn die kognitiven Kapazitäten der Kunden limitieren diese.

Die obere Grenze ist branchenspezifisch die, ab der Konkurrenten relativ bequem auf die Veränderung reagieren können. Eine Disruption, die langsamer ist als die Entwicklungszyklen der Konkurrenz, ist keine Disruption.

Wenn es also 5 Jahre dauert, bis ich mein Produkt von der Einführung bis zur Massenadaption gebracht habe, ist das ganze kaum mehr disruptiv. Denn die gesamte Branche kann entspannt reagieren und eigene Lösungen anbieten. Da analoge Lösungen oftmals allein durch Lieferketten, Ressourcenmanagement und Rohstoffverfügbarkeiten limitiert werden, sind diese im Schnitt langsamer als digitale Lösungen.

Im aus diesen beiden Grenzen resultierenden Disruptionsfenster passieren alle Disruptionen.

Durchschlagskraft / Impakt von Disruptionen

Ich finde die Analogie hilfreich, Disruption zum Zwecke besserer Verständlichkeit mit Asteroiden und Ihrer Einschlagkraft zu assoziieren. Denn ungefähr so kann man sich die Auswirkungen von disruptiven Veränderungen vorstellen. Schauen wir uns diese Metapher näher an:

Impakt von Disruption
 AsteroidDisruption
Einschlagintensität / DurschschlagskraftGemessen im TNT-Äquivalent.Messbar in Umsatzveränderungen und Marktanteilen. (Bezogen auf Konkurrenz, Branche, Produktlinien etc.)
Langfristige FolgenErdverdunklung, Auslöschung von Leben etc.Monopolbildung / Insolvenz, Umstrukturierung, Expansion / Einsparmaßnahmen, Konsolidierungen, Übernahmen etc.

Mit diesen qualitativen und quantitativen KPI’s lassen sich Disruptionen näherungsweise beziffern. Viele gute Beispiele dazu finden sich in den Grundlagenwerken zur Disruption von Clayton M. Christensen.

Wie wir an Beispielen weiter unten sehen werden, sind Disruptionen oftmals leicht an starken Veränderungen nach oben oder unten in Graphen erkennbar.

 

Einflussfaktoren der Disruptionsgeschwindigkeit

Nachdem wir uns die erste der beiden Dimensionen der Disruption, die Durchschlagkraft, angeschaut haben, kommen wir nun zur zweiten: Der Geschwindigkeit.

Verbreitungs- und Erschaffungsgeschwindigkeit disruptiver Innovationen hängen im wesentlichen von drei Faktoren ab:

  1. Wissen: Je mehr die Menschheit an nutzvollen Informationen besitzt, desto schneller gehen Entwicklungen vonstatten. Da Wissen aufeinander aufbaut und sich gegenseitig kombinatorisch verstärkt, haben wir buchstäblich mehr Optionen zur Disruption zur Verfügung.
  2. Geringe Umsetzungsbarrieren: Immer mehr bessere Tools sind zu immer geringeren Kosten zur Realisierung verfügbar. Von Dropbox über Google Docs und High Tech Lösungen wie AutoML oder AWS bis hin zu Slack und Echtzeit-Messengern wie WhatsApp und Wire.
  3. Mehr Unterstützung / bessere Validierungsoptionen: Dank Möglichkeiten wie Crowdfunding, Influencer-Kooperationen, Hackathons, Wettbewerben, Inkubatoren und Citizen-Science kann ich meine Idee ungleich schneller und zeitgleich besser umsetzen als je zuvor.

Weiterhin sind dank dieser Entwicklungen viele nahezu kostenlosen Services weltweit und sofort verfügbar. Diese Freemium Geschäftsmodelle senken Innovationshürden und steigern damit die (potenzielle) Disruptionsgeschwindigkeit.

Meine Kollegen vom Disruptionhub haben diese Idee weiter ausgeführt und in ein eigenes Modell eingebettet:

Dimensionen von Disruptionen
Quelle: https://disruptionhub.com/3-dimensions-disruption/

Diese Faktoren erhöhen nicht nur die Anzahl an potenziellen Disruptoren, sie erhöhen auch zeitgleich die Wahrscheinlichkeit eines hohen Disruptionsgrades, also dem “Einschlag” / der “Wucht” der Auswirkung der neuen disruptiven Lösung auf die Branche / Konkurrenz die sie betrifft. (Der oben beschriebenen Durchschlagkraft / dem Impakt)

 

Exkurs: Disruption auf deutsch?

Es gibt bis heute kein gutes, adäquates Wort auf Deutsch für Disruption. Die meisten Ansätze dazu nähern sich auf einem von zwei Wegen an:

  1. Über den Wortursprung und von dort aus weiter zu Synonymen: Im englischen bedeutet „to disrupt“ stören, unterbrechen, zerstören. Und im lateinischen „disrumpere“ zerreißen, zerbrechen, zerschlagen, bzw. passivisch: platzen.
  2. Über die Historie: Angefangen von Joseph Schumpeter mit seiner „Schöpferischen Zerstörung“ über Clayton Christensen mit seiner „Disruptiven Innovation“, welche dann zur Disruption wurde.

Gemäß dieser und der bisher vorgestellten Ansätze würden sich mehrere Neologismen zur Beschreibung einer Disruption auf deutsch eignen:

  • Kreativzerstörung
  • Wertverdrängung
  • Hochgeschwindigkeitsveränderung
  • Innovationseinschlag
  • Verschiedene Kombinationen aus diesen Teilen, z.B. Hochgeschwindigkeitsinnovation
  • Etc.

Wie wir sehen: Auch diese sind alle nicht so richtig optimal und eher als weitere mögliche Synonyme geeignet. Deshalb gibt’s wohl Disruption und bis heute kein deutsches Pendant. (Wenn dir ein besseres einfällt, schreib es mir gern!)

 

Disruptiv: Definition

Nachdem wir jetzt wissen was Disruption bedeutet, schauen wir uns darauf basierend an, was disruptiv meint.

Man könnte etwas salopp disruptiv definieren als “Eine Situation in der Disruption vorkommt” oder “Disruptiv ist etwas, wenn Disruption geschieht”.
Das ist nicht falsch, zum Verständnis aber nicht gut genug.

Ich stimme der Argumentation von Physiker David Deutsch überein, dass uns im Wesentlichen einfach nur (bessere) Lösungen fehlen. Für alles. Immer. Wenn uns keine Lösungen fehlen würden, würden wir uns nicht damit beschäftigen weil es dann keinen kognitiven Aufwand hätte. 

Und Lösungen sind Wissen. Und Wissen ist Information mit kausaler Kraft. (Also Informationen mit denen / dank denen ich etwas tun kann)

Zwei der plastischsten Beispiele dafür nennt er in seinem Buch „Beginning of Infinity“: Vor der systematischen Nutzbarmachung des Feuers sind ständig Menschen in Armreichweite zu Feuerholz und Zunder erfroren.  Vor der Entdeckung der Cholera sind Menschen in großen Zahlen direkt neben der infizierten Wasserquelle gestorben. Alles was gefehlt hat, war Wissen. Zum entzünden eines Feuers oder dem abkochen von Wasser.

Die Klimakrise ist eines dieser Beispiele. Es fehlt uns nicht an Ressourcen, es fehlt uns an besseren Lösungen spezifische Bedürfnisse zu befriedigen.

Heißt, unsere Definition dafür, wann etwas disruptiv ist, kann z.B. so aussehen:

Etwas ist disruptiv, wenn es eine Lösung in einer Art bietet, wie es sie nie zuvor bisher gab.

Oder, mit den Worten von Tony Robbins:

„Think of it this way: If an idea existed before, it’s likely the business isn’t disruptive. But something like radio or television – those changed the entire entertainment industry and therefore embody business disruption.“

Und weiter: „Innovation is any way you find a way to do more for a client than anybody else does.“

Dem kann ich mich anschließen, denn oftmals wird eine signifikante Wertdifferenz / Kundennutzen nicht durch graduelle Verbesserung bestehender Lösungen erreicht. Oder anders: Ich komme nicht wirklich schneller von A nach B wenn ich einen Reifen noch 5% runder mache. Wenn ich einen Teleporter entwickle allerdings schon.

Also anders formuliert, die etwas komplexere disruptiv – Definition:

Disruptiv = Kundennutzenzentriertes Handeln mittels exponenziellen Technologien.

Was Kundennutzen / Mehrwert dabei ist, dazu kommen wir gleich detaillierter.

 

Rollenverteilung bei der Disruption

Und damit haben wir die Grundlagen so gut wie alle abgehakt. Fehlt noch die Antwort auf eine entscheidende Frage: Welche Rollen gibt es beim disruptiven Prozess? Abseits der offensichtlichsten, dem Kunden, drei:

  • Disruptor: Auslöser der Disruption
  • Disruptees: Von der Disruption negativ beeinflusste Akteure.
  • Disruptionsfeld: Von der Disruption beeinflusste Branche / Markt.

Es gibt eine Reihe von Alternativbezeichnungen und anderer Theorien dazu, ich finde diese am hilfreichsten.

Die Interaktion dieser Akteure im Rahmen einer Disruption ist der disruptive Prozess.

Disruptiv - Rollen beim disruptiven Prozess

Disruptive Innovationen

Nachdem wir jetzt wissen, womit wir es zu tun haben, kommen wir jetzt zu den konkreten Auswirkungen / Anwendungen. Starten wir mit disruptiven Innovationen und der Frage: Was wird da überhaupt disruptet? 

Antwort: Vor allem der Stillstand der Wertentwicklung für den Kunden.

Was bedeutet das? Für die Anbieter: Unternehmen können sich nicht mehr ausruhen. Zumindest nicht mehr so lange wie früher. Denn potenzielle Konkurrenz kommt jederzeit und von überall.

Für die Anwender: Gute Nachrichten! Es gibt einen hyperkonkurrierenden, weltweiten Markt um jedes eurer Bedürfnisse. Oder, mit den Worten einer Netflix-Pressemitteilung: Es konkurrieren nicht mehr Filmstudios mit Filmstudios um Dollar und Penny. Es konkurrieren mittlerweile Filmstudios mit sozialen Netzwerken um Aufmerksamkeit. Um die Zeit des Nutzers. Um die Entscheidung im Überfluss.

An sich gute Nachrichten, sofern man aufpasst, nicht im Datenstrom weggeschwemmt zu werden.

Heißt: die letzten großen Übel, (frei nach Harari) Hunger, Krankheit und Krieg werden Stück für Stück Gegenstand disruptiver Innovationen. So wie es die gesamte Menschheitsgeschichte entlang bereits war:

Disruptive Technologien über die Zeit

Mit jeder bahnbrechenden Erfindung konnten mehr Menschen glücklicher leben. Und diese beiden Fixpunkte, mehr Menschen und glücklichere Leben bilden noch immer den Antrieb für disruptive Innovationen.

 

Exkurs: Analog, Digital, Kognitiv

Ich beziehe mich hier auf exponentielle Technologien als Grundlage von Disruptionen, weil mittlerweile alles von diesen durchdrungen ist. Die Digitalisierung hat gigantische Umwälzungen in Ihrem Kielwasser mitgebracht. Ich glaube, dass die nächste große Disruptionswelle im Rahmen einer Kognitivisierung stattfinden wird.
Diese Annahme basiert auf logischer Extrapolation und Betrachtung der aktuellen Forschung und Entwicklung.
Zum Beispiel bei Neuralink und Co.
Heißt: Wenn das Weltwissen das Wissen in unserem Kopf ergänzt bzw. einschließt, kommt die nächste große Revolution nach der Digitalisierung. 

Warum? Weil das Wissen pro Kopf dann drastisch gesteigert wird. Und warum das universale Auswirkungen hat, erläutere ich gleich mehr. Wenn du mehr zu dieser Theorie lesen möchtest, schau dir gern meinen Gastartikel bei der Societybtye zum Thema „Zukunft des Internets“ an.

Disruptive Innovationen

Beispiele für disruptive Innovationen: Energie, Transport & Kommunikation

Ich mag den Ansatz von Michiu Kaku, welcher in seinem Buch “Die Physik der Zukunft” die These aufstellt, Forschrittsexplosionen entstehen meistens dann, wenn es einen Durchbruch in einem oder mehr von drei Schlüsselbereichen gibt:

Disruptive Innovationen - Schlüsselbereiche

 

1. ⭐ Energie: Die für den Menschen nutzbar gemachte Energiemenge wird im Verhältnis zum Zeitpunkt vor der Erfindung stark vergrößert bzw. einfacher nutzbar gemacht.

Beispiele dafür wären die Nutzbarmachung des Feuers, das Nutzen tierischer Energie in verschiedensten Bereichen oder die Dampfmaschine und Ihre technologischen Erben.
Warum ist dieser Bereich ein Schlüssel? Weil mehr verfügbare Energie einen größeren Hebel zur Umsetzung von Vorhaben darstellt. Mit einer Induktionsherdplatte kann ich mehr Wasser schneller erhitzen als mit einem Lagerfeuer. Mit einem hochkonzentrierten Laser noch weiter etc. Satt habe ich mehr Kraft als hungrig, mit einem Auto bin ich schneller als zu Fuß usw.

2. ⭐Kommunikation: Verbreitungsgeschwindigkeit und / oder Reichweite von Informationen wird verbessert. Beispiele für derartige Durchbrüche sind die Sprache, Rauchzeichen, das Postsystem und das Internet.
Warum ist dieser Bereich ein Schlüssel? Wie Yuval Harari in seinem Klassiker “Homo Deus” feststellt, können Menschen als einzige Spezies dank kollektiver und extrem flexibler Imagination zusammenarbeiten. Und damit zu einer interstellaren Spezies werden, buchstäbliche Wunder vollbringen und jedes noch so schwierige Hindernis überwinden. Sofern sie miteinander kommunizieren können.
 
Schön zu sehen ist diese Entwicklung gebündelt in dieser Grafik:
Disruption: Beispiele technologischer Adaption

Und dann, als das Web erst einmal da war:

Disruption: Beispiele disruptiver digitaler Lösungen
Quelle: https://www.visualcapitalist.com/timeline-the-march-to-a-billion-users/

3. ⭐ Transport: Die Bewegung von Materie von Punkt A nach Punkt B geht schneller / leichter / größerem Umfang. Beispiele hierfür sind das Rad, die Schiene, Antriebstechnologien und Logistiklösungen.

Warum ist dieser Bereich ein Schlüssel? Um etwas zu bauen, zu testen oder zu verbessern benötige ich die dazu notwendigen Grundstoffe physisch in meiner Nähe. Daraus ergeben sich zwei Lösungen: a) Ich bewege mich zu diesen Grundstoffen oder b) diese Stoffe kommen zu mir. Die praktikablere Lösung ist b).

Energie spielt bei diesen drei Schlüsselbereichen die Hauptrolle. Denn da Energie die eigenen Handungsoptionen erweitert, kann ich mit genügend Energie auch Transport und Kommunikation umfassen. (Zumindest solange es den Naturgesetzen nicht widerspricht)
So kann ich Räder, Reifen und Raketen durch Replikatoren und Catome ersetzen und vor Ort alles erschaffen was ich möchte. Oder Wagen, Schiff und Flugzeug durch (nahezu) instantane Teleportation ersetzen. Dazu bedarf es nur sehr viel mehr Energie als wir aktuell zur Verfügung haben. Von welchen Maßstäben der Energienutzung ich rede, wird in der Kardashov-Skala klar. Diese teilt Zivilisationen nach Ihrer Energiegewinnungsfähigkeit ein.

Was heißt das? Wenn du in einem dieser drei Gebiete einen Durchbruch erzielst, wirst du nicht nur sehr reich und berühmt, sondern sehr wahrscheinlich auch einen sehr wichtigen Beitrag zum Fortschritt der Menschheit liefern.

Exemplarisch dafür habe ich disruptive Innovationen im Laufe der Menschheitsgeschichte in einer Grafik zusammengefasst:

Disruptive Innovationen - Übersicht

Heißt konkret: Wenn du bisher keine durchschlagende Idee hast oder von möglichen Ideen erschlagen wirst, such dir die beste aus einem dieser drei Gebiete aus. Nun, mit einer wichtigen Ausnahme:

Wissen: Geheime Superkraft im Hintergrund und Treibstoff jeder disruptiven Innovation

Transport, Energie und Kommunikation sind super und wie wir gesehen haben äußerst wirkmächtig in Ihren verschiedenen zu Technologie gewordenen Anwendungen.

Doch es gibt einen Bereich der so viel disruptiver ist, das jeder Diktator und die meisten Religionen ihn fürchten: ⭐ Wissen. Denn Wissen ist das, was das Potenzial der Menschheit ins Unendliche steigen lässt. Wissen bedeutet Lösungen für Probleme, Antworten auf Fragen und Möglichkeiten und Optionen. Wissen ist die Antwort auf die Frage „Und was nun?“. Man kann Wissen gar nicht genug betonen! Es ermöglicht uns Klima, Raubtiere und Fressfeinde zu bändigen. Interstellar aktiv zu werden. Jedes noch so tiefe Geheimnis im Universum zu lösen. Und als Spezies selbst über unseren Kurs zu entscheiden. Jede disruptive Innovation, jede Innovation insgesamt basiert auf Wissen. Allerdings: Wissen ohne Anwendung ist Torheit, also wende auch an, was du gelernt hast.

Rufen wir uns die oben verwendete Definition von David Deutsch zurück ins Kurzzeitgedächtnis: Wissen = Information mit kausaler Kraft. Heißt die besten Innovationen zur Wissensgenerierung 

  1. mehren das Wissen durch sich selbst und / oder
  2. beschleunigen die Wissensmehrung durch sich
Die pursten disruptiven Innovationen erweitern also das Wissen dadurch, dass sie benutzt werden. Wikipedia, Bloggen in den meisten Fällen, Foren wie Research Gate oder verschiedene Citizen Science Tools sind dafür hervorragende Beispiele.
 

Ein Paradebeispiel dafür ist das Buch. Das Buch selbst als Technologie hilft schon enorm. Aber viel wichtiger ist das dank der Erfindung des Buches Wissen in viel größeren Mengen, besserer Qualität und einer viel größeren Zahl von Menschen zugänglich ist.

 

Disruptive Technologien

Gehen wir den nächsten Schritt zur praktischen Anwendung von disruptiven Innovationen hin zu konkreten disruptiven Technologien.

Eine Reihe von (vor allem historischen) Beispielen für disruptive Technologien findest du bereits oben, ein paar aktuelle sind:

  • CRISPR
  • 3D-Druck
  • 4D-Druck
  • Künstliche Intelligenz
  • Nano, Femto, Attotechnologie. (Und natürlich alles in den Skalen darunter)
  • Spacelifts & ähnlichen interstellaren Technologien
  • Hirn-Maschine
  • Technologien
  • Hochtemperatur-Supraleiter
  • Exoskelette
  • Organs on a Chip
  • Vertical Farming
  • Gentechnologie
  • Erweiterte und virtuelle Realität
  • Fusionsenergie
  • Selbstheilende Materialien
  • Metamaterialien (Unsichtbarkeit und so, yay!)
  • Selbstschreibende Software
  • Kohlenstoffmodifikationen wie Graphen oder Graphan und andere eindimensionale Materialien

Disruption empirisch betrachtet

Jeder der mit dem Wort Disruption in Berührung kommt, wird früher oder später die Anekdote des “Kodak-Moments” erzählt bekommen. In kurz geht es dabei darum: Kodak wurde 1888 gegründet, hatte 150.000 Mitarbeiter zu besten Zeiten und musste im Jahr 2012 Insolvenz anmelden. Das Musterbeispiel für einen von einer disruptiven Technologie überrollten Disruptee. Der Kodak-Moment in zwei Bildern:

Disruption: Der Kodak-Moment
Quelle: https://wettengl.info/Blog/Dokumente/D088-Radikaler%20Technologiewechsel%20in%20der%20Fotoindustrie.pdf
Disruption: Paradigmenwechsel in der Fotografie
Quelle: https://www.eitdigital.eu/newsroom/blog/article/the-digital-photography-disruption

Die digitale Fotografie hat Kodak komplett Schachmatt gesetzt. Aber nicht nur Kodak war betroffen. Dieses Paradebeispiel für disruptive Technologien hat ganze Branchen weggerissen und umgestülpt. Im Smartphone eingesetzt sind Insellösungen durch ein Gesamtprodukt abgesetzt worden:

Disruption: Beispiel Smartphones vs. Insellösungen
Quelle: https://de.statista.com/infografik/1958/die-opfer-des-smartphone-booms/
Disruption: Beispiel Smartphones vs. Kameras
Quelle: https://de.statista.com/infografik/15540/weltweiter-absatz-von-fotokameras-seit-1951/

Oder, ähnliches Beispiel für disruptive Technologien und Ihre Auswirkungen: der Musikmarkt: (Auf den mit Googles Stadia und Apples Arcade jetzt auch der Gamingmarkt folgt)

Disruption: Beispiel Streaming
Quelle: https://de.statista.com/infografik/15711/weltweite-umsaetze-der-musikindustrie-nach-medium/

Heißt, wie oben angesprochen: Die aktuelle Disruptionswelle kommt vor allem durch den Ersatz einer Lösungsgrundlage von Materie durch Information. Skalierbarkeit schlägt Klassik im Geschäftsleben.

 

Disruptive Geschäftsmodelle

Und damit sind wir nach disruptiven Technologien bei der konkreten Anwendung und praktischen Umsetzung in die „echte Welt“: Geschäftsmodellen.

Disruptive Geschäftsmodelle gehen direkt aus disruptiven Technologien bzw. disruptiven Grundlageninnovationen hervor. Sie bauen aufeinander auf.

Sie setzen auf die Basis der Entwicklung auf und sind die entscheidende Schnittstelle zur Verfügbarmachung für den Kunden. Wie kann man an disruptive Geschäftsmodelle herangehen? Auch hier, am besten von oben:

 

Disruption aus Marketingperspektive

Vom Kunden bzw. dem generierten Wert für diesen her gedacht kann man auch sagen; Disruption ist die drastische Erhöhung der Wahrscheinlichkeit einer Transformation meines Kunden vom Startstatus (Meist der Interessent) zum Zielstatus (Im Optimalfall der des Markenbotschafters). Wenn diese sehr hoch ist, habe ich wahrscheinlich disruptives Potenzial. Was genau meine ich damit? Vielen ist der “Conversion Funnel” oder einfach nur “Funnel” aus dem Marketing ein Begriff:

Disruptive Geschäftsmodelle - Conversion Funnel

Bei diesem geht es darum bestimmte Konversionsstufen zu definieren, zu messen und stetig zu verbessern um mehr und mehr Kunden von Interessenten zu Käufern zu verwandeln.

Ich mag allerdings den erweiterten Funnel in Sanduhrform mehr:

Disruptive Geschäftsodelle - Hourglass

Denn in diesem wird nach der Conversion zum einmaligen Kunden der Trichter wieder breiter. Indem Kunden zu wiederkehrenden Käufern, werbenden Käufern, Markenbotschaftern, Vertriebspartnern etc. werden. Heißt: Meine Kunden sind derart von meiner Lösung angetan, das sie immer stärker mit dieser interagieren und sie selbst weiterverbreiten.

Das könnte zum Beispiel der begeisterte Romanleser sein, der ein Buch von mir im E-Book Format, klassisch direkt nach Erscheinen, als Limited Edition und als Hörbuch kauft. Weiterhin könnte er meinen Roman verschenken, seinem Umfeld kontinuierlich davon erzählen, Merchandise wie Bettwäsche oder Kleidung rund um das Buch kaufen etc. Und, wenn ich dies anbiete, kann er auch noch Partner meines Affiliateprogramms werden und selbst mit der Verbreitung des Romans auf automatisierter Provisionsbasis Geld verdienen.

Alles Möglichkeiten des zweiten Trichterteils.

Der Punkt ist: Je mehr Menschen ich vom Startstatus “Hat noch nie von mir / meinem Produkt gehört” in den Zielstatus “ist ein Superfan welcher meine Produkte quasi auf eigene Faust vertreibt” mit meiner Lösung bringen kann, desto besser ist meine Lösung. Je schneller, nachhaltiger und umfassender das passiert, desto disruptiver ist meine Lösung.

Wie gehst du nun aber am besten dabei vor, disruptive Geschäftsmodelle zu erdenken, zu starten und kontinuierlich besser umzusetzen? Ich schlage einen leicht verfeinerten und ergänzenden Ansatz zu meinem hier vorgestellten vor:

  1. Inspiration und Zukunftsfähigkeit der Idee: Hier kann dir z.B. der Hype-Cyle von Gartner helfen.
  2. Business Model Canvas: Gieße deine Idee in den Business Model Canvas und klopfe alle möglichen Schwachstellen ab.
  3. Preototype: Setze deine Idee um, ohne das Produkt zu bauen. Wenn du z.B. eine Service-App planst, biete den Service zunächst im Hintergrund selbst an und teste wie die Idee ankommt.
  4. MVP – Minimal viable Prototype bauen: Baue eine Minimalversion deines Produktes ohne Extras, Design etc.
  5. Validieren: Teste deinen MVP am realen Markt durch automatisierte Validierungslösungen. Zum Beispiel in Form einer Landing Page kombiniert mit Suchmaschinenwerbung.
  6. Growth Hacking: Sobald deine Lösung sich am Markt bewährt hat, nutze Growth Hacks, um sie so schnell wie möglich zu skalieren.
Die beiden Ansätze komplementieren sich gegenseitig, du kannst also Schritte aus beiden nutzen und alternierend zusammensetzen.
Gute Startpunkte kannst du dabei finden, wenn du dich nach den größten „Nervpunkten“ bestehender Produkte und Lösungen fragst. Indem du dir also die Frage stellst: „Was nervt mich gerade am meisten bei Service xy?“. Für diesen spezifischen Fall kannst du eine Lösung entwickeln und mit einem sehr schmalen Produkt beginnen.

Auf den Punkt gebracht wird das Ganze dabei in diesem Text:
„When my holi vacations ended, I used Paytm to book my flight tickets. After arriving at the Varanasi airport, I used Uber to get a cab back to the campus. I paid Uber using Google Pay. Upon reaching the hostel, I found out I had no deodorant so I ordered one on Amazon and ordered food from Zomato as I was hungry.
These little decisions which we consumers make, multiplied by the (b)millions like me doing it all the time is what’s disrupting the market. Not the underlying technologies.
Find the activity with which customers are not satisfied by. This is the weak link in the customer value chain and is your low hanging fruit.“

 

Was sind Nutzen und Mehrwert für Kunden?

„Nutzen“ und „Mehrwert“ sind zwei der am stärksten inflationär gebrauchten Worte im Marketing. Und zwei der am wenigsten verstandenen. Dieses Schicksal teilen sie sich mit der Disruption. Deshalb hier zum Schluss ein kleiner Exkurs zum Mehrwert:

Grundsatz #1: Menschen sind Faul, Ängstlich und Habgierig.

Das sage nicht ich, das ist die Feststellung von Ian Morris in seinem Werk „Wer regiert die Welt?“. Dieser hat genau diese Beobachtung gemacht, als er sich Zivilisationen über alle Kulturen und Zeiten hinweg angeschaut hat. Und intuitiv kann ich ihm dabei zustimmen.

Das Ganze lässt sich auch evolutionsbiologisch herleiten:

  • Ängstlich: Wenn Menschen keine Angst hätten, würden sie Möglicherweise Ihre Gene nicht weitergeben können. Ergo sind alle Menschen ohne Angst ausgestorben.
  • Habgier: Menschen müssen Ihre Energie maximieren um eine maximale Anzahl von Kopien der eigenen Gene sicherstellen zu können.
  • Faul: Menschen müssen Energie sparen so gut es geht für ein Maximum an eigenen Genkopien.
Die ausführliche Begründung ist etwas umfassender, wen diese interessiert, dem empfehle ich wärmstens das Buch von Morris.

Grundsatz #2: Leben ist besser als Tod, Gesundheit besser als Krankheit, Überfluss besser als Mangel und Wahlmöglichkeiten sind besser als Einschränkungen.

Auch diese Feststellung kommt in dieser Form nicht von mir. Sondern in diesem Fall von Steven Pinker und seinem Buch „Aufklärung Jetzt!“. Die ausführliche Begründung dafür umfasst insgesamt mehrere hundert Seiten und Statistiken, ich denke wir können uns aber bereits intuitiv zustimmend daran orientieren. Für alle tiefschürfenden Faktenfans: Holt euch das Buch, ich kann es nur wärmstens empfehlen!

Wenn wir diesen wohlbegründeten Annahmen zustimmen, heißt das als logische Schlussfolgerung unternehmerisch betrachtet, Menschen wollen:

  • Zeit
  • Geld

Einsparen und/oder hinzugewinnen.

Heißt: Alle Lösungen, welche Erreichung dieser Ziele ermöglichen, direkt oder indirekt, sind wertvoll. Je besser, desto disruptiver das Geschäftsmodell.

Eine gute Anleitung dazu findest du in dieser Grafik des Centre for effektive Altruism & dem Global Priorities Project:

Disruption: Disruptive Geschäftsmodelle per effektivem Altruismus finden
Quelle: http://globalprioritiesproject.org/2015/09/flowhart/

 

Exkurs: mein favorisiertes disruptives Geschäftsmodell

Aus diesem Grund ist mein persönlicher Favorit bei disruptiven Geschäftsmodellen auch die erschwingliche, individuelle Autarkie. Also eine automatisierte Befriedigung meiner Grundbedürfnisse in einem Kreislaufsystem.
Warum? Weil es die erste Lösung ist, welche materielle Unabhängigkeit schafft. Also Freiheit unabhängig von externen Akteuren. (Außer Gesetzen etc. natürlich) Egal was ich tue, ich bleibe frei. Denn Technik garantiert mir diese Freiheit.

Alles Geld der Welt kann aktuell nur intersubjektive Freiheit kaufen. Also Freiheit, die darauf basiert, dass wir alle die gleichen Geschichten glauben. (Geld selbst ist ein Paradebeispiel dafür) Meine Freiheit existiert hier nur mit einer Reihe von Einschränkungen: Inflation, Vertrauensverlust ins Geldsystem, Systemumstürze, Lieferengpässe, Naturkatastrophen etc.

Das Ganze führt in diesem ohnehin schon recht langen Artikel zu weit, wen mehr dazu interessiert, dem lege ich einen älteren Artikel von mir ans Herz.

Ich mag den Ansatz des Evernote-Gründerteams: Bau etwas, das du wirklich haben willst. Bzw. etwas, dass dir gerade fehlt / deinem Leben einen massiven Mehrwert bieten würde. Dank diesem Ansatz haben wir jetzt eines der besten digitalen Tools die je geschrieben wurden.

Und wer möchte nicht gern wirklich frei sein?

Disruption und (Unternehmens) Werte

In der Literatur, durch zahlreiche Beispiele und gesunden Menschenverstand kann man sich den Wert eines zentralen Faktors für nachhaltige Disruptionen herleiten: Werte.

Werte sind zeitlos und in der überwiegenden Zahl der Fälle mehrwertstiftend. Menschen und Unternehmen mit transparent kommunizierten Werten vertraut man mehr und macht lieber mit Ihnen Geschäfte. Es gibt sogar einige Verfechter der These, dass Disruption ohne Werte nicht funktionieren kann. Da die hohe Geschwindigkeit im disruptiven Prozess nur mit einem soliden Fundament gehalten werden kann.

Mehr zu den Auswirkungen von Werten findest du z.B. hier.

Fazit

Disruption ist nicht so komplex und verwirrend wie sie manchmal dargestellt wird. Wenn du echten Mehrwert auf neuartigem Wege mittels exponentiellen / skalierbaren Technologien umsetzt, wirst du wahrscheinlich disruptiv agieren.

Um eine Disruption zu erkennen, kann man sich ein paar Fragen stellen: 

  1. Gab es die Lösung bereits vorher?
  2. Bringt sie signifikanten Mehrwert?
  3. Ist die Wahrscheinlichkeit einer Konversion von einem Unbekannten zu einem Markenbotschafter hoch?
  4. Nutzt sie exponentielle / skalierbare Technologien?
Oder, in einer grafischen Zusammenfassung:
Disruption - So erkennst du Disruptionen
Quelle: http://globalprioritiesproject.org/2015/09/flowhart/

Schlüsselvokabular zum Verständnis von Disruptionen:

  • Disrupteur: Auslöser der Disruption.
  • Disruptee: Beeinflusste Akteure der Disruption.
  • Disruptionsfenster: Optimaler Bereich für Disruptionen.
  • Disruptionsgrad: Intensität der Disruption.
  • Disruptionsgeschwindigkeit: Zeit von Beginn bis Maximum der Disruption.
  • Disruptionsprozess / disruptiver Prozess: Interaktion aller relevanter Akteure im Rahmen einer Disruption.

Das war’s auch schon mit diesem Überblick zur Disruption. Wenn du mehr über dieses Thema wissen möchtest, trage dich hier für mein kostenloses Webinar zum Thema Disruption ein. (Ich halte dieses je nach Nachfrage. Wenn du dich einträgst, erfährst du aber immer als erster davon)

Wenn du diesen Artikel lieber in handlicher PDF-Form haben möchtest, kannst du ihn dir hier ganz einfach runterladen.

Skalierbarkeit, Skaleneffekte und skalierbare Geschäftsmodelle machen aus deinem Business einen Superhelden

Skalierbarkeit – Die Kunst des „mehr mit weniger“

Skalierbarkeit, Skaleneffekte und skalierbare Geschäftsmodelle machen aus deinem Business einen Superhelden
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Skalierbarkeit: Wenn “Liebling ich habe die Kinder geschrumpft” zur Basis des eigenen Geschäftsmodells wird. Oder auch die Frage:

Was haben Apple, Facebook, Google und Amazon gemeinsam?

Sie verändern im Alleingang globale Märkte und in gewissem Maße die gesamte Welt. Sie sind skalierbar. Sie leben und atmen Skalierbarkeit. Und vereinen so mehr Wert in sich als ganze Länder.

Skalierbarkeit und Weltmacht
Quelle: https://www.visualcapitalist.com/how-tech-giants-make-billions/ Abgerufen am 12.06.2020

Sie sind mit ihren revolutionären und oftmals disruptiven Ansätzen zu den größten Marken der Welt und den ersten „Trillion-Dollar-Businesses“, den ersten Firmen mit milliardenschwerden Markatkapitalisierungswerten aufgestiegen.

Skalierbare Geschäftsmodelle zu verstehen ist ein Schlüssel um Skalierbarkeit selbst anzuwenden
Quelle: https://www.nytimes.com/2020/01/16/technology/google-trillion-dollar-market-cap.html Abgerufen am 12.06.2020
Was skalierbar bedeutet wird in diesem Ranking gut sichtbar
Quelle: https://www.forbes.com/powerful-brands/list/#tab:rank Abgerufen am 12.06.2020

Und das obwohl sie nicht hunderte von Jahren alt sind… (Oder Vorgängerfirmen haben, welche so alt sind)

Im Gegenteil:

…Und keine Millionen von Mitarbeitern haben: (Aber dafür einen oftmals sehr hohen Gewinn pro Mitarbeiter)

Skalierbare Geschäftsmodelle zeichnen sich oft durch weniger Mitarbeiter aber zeitgleich mehr Gewinn pro Mitarbeiter aus
Quelle: https://howmuch.net/articles/companies-trillion-dollar-club Abgerufen: 12.06.2020

Es ist keine allzu gewagte These zu sagen das „GAFA“ das Leben von Milliarden Menschen täglich direkt oder indirekt beeinflusst.

Aber: Wie haben sie das geschafft?

Was macht diese Firmen so unglaublich erfolgreich? Was lässt sie mit weniger Mitarbeitern ungleich mehr schaffen? Und wie schaffen sie all das in wenigen Jahren bis Jahrzehnten?

Einen Teil der Antwort schauen wir uns jetzt hier an.

Die Magie hinter diesen dominierenden Playern besteht aus zwei Worten:

  1. Skalierbarkeit
  2. Disruption

Und um das erste der beiden geht es in diesem Artikel.

Das Skalierbarkeit nicht nur von Milliarden- oder Billiardenunternehmen eingesetzt werden kann, sondern sogar von Einzelpersonen in weniger als einer Stunde am Tag, dass und vieles mehr in den nachfolgenden Zeilen.

Ich entzaubere und erkläre in diesem Artikel einen der für viele sehr mysteriösen Effekt der digitalen Transformation. Eine der zentralen Eigenschaften  von Disruption und disruptiven Innovationen.

Was es mit Skalierbarkeit auf sich hat, warum skalierbare Geschäftsmodelle aus verschiedenen Gründen sehr sinnvoll sein können und welche Arten von Skaleneffekten es gibt: Jetzt hier.

Wir fangen dabei von ganz oben bei der Theorie an. Und arbeiten uns dann über Praxisprinzipien- und Voraussetzungen vor bis zur konkreten Anwendung für verschiedene Fälle. Abgerundet wird das Ganze durch ein paar Fallstudien, bzw. deren Beschreibung angelehnt an umgesetzte Projekte.

 

In 6 einfachen Schritten zur Skalierbarkeit der eigenen Unternehmung

Wir gehen dabei systematisch vor:

Skalierung, Skalierbarkeit, Skaleneffekte und skalierbare Geschäftsmodelle in 6 einfachen Schritten verstehen und anwenden

Die ersten beiden Schritte erledigen wir hier in diesem Artikel gemeinsam. Die restlichen 4 gehören dann ganz dir allein. (Bzw. auch uns, wenn du dabei mit mir zusammenarbeiten möchtest)

Aber genug der Einleitung, legen wir los!

I

Was bedeutet „skalierbar“?


Fangen wir also systematisch am Anfang an. Was bedeutet Skalierbarkeit?
Um uns dieser Frage bestmöglich anzunähern, beginnen wir mit einer Definition. Und zwar einer, die so einfach und runtergebrochen wie irgend möglich ist. Im Optimalfall nahe an den Naturgesetzen. Geht das? Let’s see:

Eine Skalierbarkeits-Definition in 3 Akten

Wenn man sich tiefer mit dem Thema auseinandersetzt, findet man sehr viele Ansätze für eine Skalierbarkeits-Definition. Die einen betrachten das Ganze aus der Perspektive der klassischen Wirtschaft, die nächsten vor allem vom Standpunkt des Venture-Capitals und wieder andere aus Sicht der Informatik.
Daher versuche ich die Basis all dieser Definitionsversuche zu bilden. Indem ich mich über die Physik anpirsche. (im weiteren Sinne) Aber systematisch. Maximal heruntergebrochen bedeutet Skalierbarkeit:

  • (Potenziell exponentielles) resultierendes Wachstum entkoppelt von eingesetzten Ressourcen (Zeit, Geld, Arbeitsstunden, Maschinen etc.).
  • Je stärker diese Entkopplung, desto skalierbarer.
  • Ganz allgemein gesprochen ist Skalierbarkeit also die Entkopplung des Verhältnisses von Input zu Output. (Bzw. Leistung pro Zeit.)

Skalierbarkeit ist also ein Hebel. Oder, wie Archimedes es ausgedrückt hat:

"Gebt mir einen Hebel, der lang genug, und einen Angelpunkt, der stark genug ist, dann kann ich die Welt mit einer Hand bewegen."

Archimedes

(287 - 212 v. Chr.), griechischer Physiker, Mathematiker und Mechaniker

Weitere Verständnis- und Definitionsansätze zur Skalierbarkeit:

  1. Entscheidungshilfe bzw. Indikator für Finanzierungen von Investoren
  2. Qualitätsverlustfreie Veränderung (Vergrößerung oder Verkleinerung) bei gleichen Proportionen.
  3. Zentrale Maßnahme für maximale Profitabilität in Höhe und Dauer.
  4. Wachstum ohne überproportional großen Mehraufwand.
  5. Ausdehnung von Lösungen, also Produkten und Dienstleistungen, auf neue Märkte ohne (relativ betrachtet) große neue Kosten.
  6. Fähigkeit erhöhte Volumen zu übernehmen ohne signifikante Auswirkungen auf Deckungsbeitrag.
  7. Freiheit „Aufwand“ und „Preis“ beliebig und flexibel anpassen zu können.
  8. Umsatzsteigerung nach Anfangsinvestitionen, ohne (signifikante) Neuinvestitionen.
  9. Eigenschaft eines Geschäftsmodells.
  10. Nicht nur Einsatz in größerer Skala, sondern explizite Nutzung der Vorteile durch größere Skalen.
  11. Zeit-Rendite (Erzielter Umsatz pro investierter Zeiteinheit)

Weitere interessante Definitionsansätze sind in hier zu finden.

Hilfreiche Synonyme und Metaphern

Synonyme und Schlüsselwörter für Skalierbarkeit können, je nach Kontext zum Beispiel sein:

  • Adaption
  • Wachstum
  • (Echtzeit)Reaktion
  • Veränderung
  • Anpassung
  • Effizienz
  • Größenveränderung
  • (stetige) Expansionsfähigkeit (Vor allem in der BWL)
  • Bekanntheitsgrad
  • Nachfrage
  • Ausweitung
  • (Globale) Markteroberung- / Durchdringung
  • Automatisierungsgrad & Automatisierbarkeit
  • Potenzial
  • Digitalisierung
  • Digitale Transformation
  • Investorenattraktor
  • Verhältnis
  • Relation
  • Explosions- / Entkopplungsfähigkeit

Das Grundverständnis von Skalierbarkeit

Skalierbar bedeutet Bits statt Atome. Sobald etwas dematerialisiert wird, bekommt es meist gute Chancen skalierbar zu werden. Einfach aufgrund der Eigenschaften von Information im Gegensatz zu Materie:

Information

  • (nahezu) masselos
  • Netzwerkeffekte können auftreten
  • (nahezu) kostenlos kopierbar in perfekter Qualität
  • Instantan zustellbar
  • Knotenpunkteffekte können auftreten
  • Präzise und automatisiert Messbar

Materie

  • Massereich
  • Kopierbarkeit benötigt nahezu 1:1 die gleichen Ressourcen
  • Bewegungsgeschwindigkeit ist limitiert
  • Benötigt zur Messung zusätzlichen Aufwand

Oder anders formuliert:

Skalierbarkeit kommt durch die Andersartigkeit von Information im Vergleich zu Materie zustande.

Klingt immer noch ziemlich abstrakt oder? Machen wir es konkret anhand des zentralen Unterschiedes welcher die Hauptursache für Skaleneffekte ist. Die oben genannte Masse bzw. Masselosigkeit. Welches Beispiel könnte besser dazu geeignet sein als das Weltwissen selbst? Starten wir also mit zwei einfachen Fragen:

  1. Wie viel wiegen alle Bücher der Welt?
  2. Wie viel wiegt das Internet?

Wie schwer sind alle Bücher der Welt?

Macht also mehr als 44.154 Tonnen Bücher. Und da sind Filme auf physischen Speichermedien, Bilder (nicht zu verwechseln mit digitalen Fotos), handschriftliche Notizen etc. gar nicht mit hinzugezogen.

Wie viel wiegt das Internet?

In kurz: Das Internet wiegt etwa 50 Gramm. Soviel wie eine handelsübliche Erdbeere. Wie man auf diese Messung kommt und was sonst noch dahintersteht, erfährst du in diesem spannenden Video:

Das ganze ist natürlich nur eine sehr grobe Annäherung für unsere Zwecke, weil einerseits das Internet ungleich mehr Informationen enthält, Informationen viel schneller generiert werden etc.

Aber als erste Wegmarkierung gut brauchbar.

Machen wir es noch konkreter. Anstatt uns die gesamte Fülle an Wissen in unterschiedlichen Formen anzuschauen, stellen wir zwei alltagsbekannte Dinge gegenüber:

Eigenschaften

🔩

  1. Zustellungsdauer
  2. Gewicht
  3. Haltbarkeit
  4. Reproduzierbarkeit
  5. Verlustwahrscheinlichkeit
  6. Sicherheit
  7. Nutzbarkeit

E-Mail
📧

  1. Instantan.
  2. Nahezu nichts. (Wer es genau wissen möchte: Etwa 8 Milliarden Elektronen oder, ich zitiere: “two ten thousandths of a quadrillionth of an ounce.”)
  3. Prinzipiell unendlich. (Je nach Speichermedium)
  4. Sofort und nahezu kostenlos.
  5. Abhängig vom Speicherort und etwaigen Sicherungen.
  6. Stetig verbesserbar, je nach eingesetztem Algorithmus.
  7. Prinzipiell unendlich. (Again, je nach Speichermedium)

Brief
✉️

  1. Zwischen einigen Stunden und einer unberechenbaren Unendlichkeit.
  2. Basierend auf dem Namen “Standardbrief” nehme ich an wiegt der durchschnittliche Brief etwa 20 Gramm.
  3. Begrenzt.
  4. Selbe Herstellungsdauer- und Kosten.
  5. Hoch.
  6. Verbesserbar aber schnell an einer Grenze.
  7. Begrenzt.

Dieser direkte Vergleich zeigt eine Vielzahl der Vorteile die zur Skalierbarkeit führen. Wir halten also folgendes fest: Skalierbar = Daten = Information.

Wo ist Skalierbarkeit von Relevanz?

  • In der IT (Fähigkeit der unterbrechungsfreien und nahtlosen Anpassung an neue Anforderungen wie z.B. mehr Seitenzugriffe pro Stunde)
  • Im Webdesign (z.B. bei der Responsibilität)
  • Bei der Programmierung (Das geht schon bei der gewählten Sprache los)
  • In der Kunst (z.B. Bilder, Videos oder Schriftarten verlustfrei vergrößern- und verkleinern)
  • Bei Kryptowährungen wie Bitcoin (Kann die Kryptowährung mit 1.000 Kunden so gut umgehen wie mit 1.000.000?)
  • Im agilen Projektmanagement (Teameffizienz [nahezu] unabhängig von der Teamgröße “Scrum of Scrums”)
  • In BWL und Wirtschaft (Bis hin zur “Skalenwirtschaft” wie in dieser OECD-Präsentation ausgeführt)

… Und warum? Vor- und Nachteile hoher Skalierbarkeit & skalierbarer Geschäftsmodelle:

Nachdem wir nun Skalierbarkeit von oben bis unten durchleuchtet haben, zum Schluss nochmal ein Überblick zu den Vor- und Nachteilen skalierbarer Geschäftsmodelle bzw. von Skalierbarkeit generell.

Vorteile:

  1. Verhältnismäßig geringer Verlust im Verlustfall. (Büro vs. Fabrik)
  2. Sehr sicher im Notfall. (wenn Daten in gespiegelten Zentren liegen kann nach wenigen Stunden weitergemacht werden, anders als wenn eine Fabrik abbrennt)
  3. (Nahezu) Kostenlose Reproduktion von Produkt und Modell. (Je nach Modell und Digitalisierungsgrad)
  4. Nahezu vollkommene Automatisierbarkeit. (Je nach Skalierungsgrad)
  5. Möglichkeit virtueller Arbeitsteilung. (Selbst zur Erstellung digitaler Produkte benötige ich die Beteiligten nicht zwingend in meiner geografischen Nähe. Dank Tools wie Google Docs können alle dezentral arbeiten)
  6. Weniger Umweltzerstörung. (je nach Modell)
  7. Geringe(re)s Risiko zu jeder Zeit. (Vom Beginn bis hin zu großen Investitionen)
  8. Mehr Umsatz bei (nahezu) gleichbleibenden Ausgaben.
  9. Weniger Fallen und Stolpersteine bei der Unternehmensplanung.
  10. Geringe Fixkosten.
  11. Enormes Expansionspotential in weniger Zeit.
  12. Sehr gute Wettbewerbsfähigkeit. (teilweise sogar von Einzelpersonen und Kleinstgruppen mit großen Unternehmen und Unternehmensstrukturen dank technologischen und automatisierenden Hebeln)
  13. Möglichkeit nahezu instantaner Reaktion auf Nachfrage-, Markt- und Wettbewerbssituation und alles sich daraus ergebende.
  14. Allgemein eine hohe Flexibilität.
  15. Entstehendes Wissen als eigenes Asset, da Prozesse optimiert und standardisiert werden.
  16. Ggf. Vergrößerung der Marge bei steigendem Umsatz.
  17. Nach dem Start keine größeren Anlageinvestitionen mehr notwendig. (Je nach Modell)
  18. Interessant(er) für Investoren, da deren Anteile und Rechte nicht durch andere, später hinzukommenden Investoren verwässert werden.
  19. Hohe Profitabilität.
  20. Verbesserungen und Veränderungen am Produkt können sehr schnell und für nahezu alle Kunden zeitgleich umgesetzt werden.

Nachteile:

  1. Leicht(er) kopierbar. (Die oben genannten Vorteile gelten selbstredend nicht nur für mich allein)
  2. Von überall aus angreifbar. (Konkurrenz ist global statt lokal)
  3. Jederzeit angreifbar. (Die Welt schläft nie)
  4. Kann schnell ins reine „Geldverbrennen“ abgleiten wenn mein Modell skalierbar aber nicht zeitgleich profitabel ist. (Dann skaliere ich lediglich Verluste. Wenn auch nicht im selben Maße wie eine analoge Alternative)
  5. Softwareabhängig und unter Umständen Partnerabhänhig. (Wenn meine Software spinnt oder mein Partnerunternehmen angegriffen wird, kann es mir ohne Backup meine digitale Lösung zerlegen)
  6. Bei falscher Skalierung geht unter Umständen viel Umsatz verloren.
  7. Bis zum “Proof of Concept” kann es sehr unrentabel sein. (Gerade zu Beginn)
  8. Fehlende Individualisierung. (Je nach Modell)

Gut auf den Punkt gebracht hier:

“Bedeutungsvoll wird das [der Skalierbarkeit] Konzept dann, wenn ein Start-Up innerhalb kürzester Zeit eine große Nachfrage spürt und sich über das Wachstumspotential freut. Aber erst wenn das Unternehmen mit diesem Potential umgehen und mit der Nachfrage skalieren kann, wird es ihnen gelingen, einen Markt einfach aufzubauen bzw., sich am vorhandenen Markt zu bedienen. Wenn es dem Unternehmen jedoch verwehrt bleibt zu skalieren, verliert es stark an (potentiellen) Umsätzen und Wachstum(schancen).”

Quelle: https://www.ordat.com/erp-lexikon/skalierbarkeit Abgerufen 16.06.2020

Ich denke wir können uns also darauf einigen, dass Skalierbarkeit ein Konzept ist, mit dem es sich eine tiefergehende Auseinandersetzung lohnt. Fangen wir bei den elementaren Grundprinzipien an:

Die 3 wichtigsten Prinzipien der Skalierbarkeit

Nachdem wir das Fundament der Skalierbarkeit hinreichend gelegt haben, kommen wir zu den drei zentralen Schlüsselelementen dieser:

  1. Skalierbarkeit ist prinzipiell möglich. (Heißt: Gibt das Geschäftsmodell Skalierbarkeit überhaupt her? Lösungen falls dies gerade das Problem ist: Experimentieren, Erweitern und zielgerichtet in Richtung digital entwickeln)
  2. Skalierbarkeit kann umgesetzt werden. (Heißt: Sind Team & Softskills des Teams Skalierungs-gebildet? Verstehen sie was wann zu tun ist und können die notwendigen Entscheidungen kompetent treffen? Lösungen falls hier der Flaschenhals ist: Teambuilding, Coaching, gemeinsame Weiterbildung, Umbau der Teamstrukturen. Die beste dazu mir bekannte Expertin im deutschsprachigen Raum ist Silke Fritzsche)
  3. Skalierbarkeit wird nachgefragt. (Heißt: Existiert überhaupt ein Markt der Skalierbarkeit zulässt? Existiert überhaupt ein Markt oder habe ich eine Lösung ohne tatsächliches Problem entwickelt? Mögliche Lösungsansätze falls nicht: Blue Ocean Strategy, Design Thinking, SEO-Recherche, LEAN arbeiten, Buyer Persona und Customer Journey nutzen etc.)

Wenn einer oder mehrere dieser zentralen Pfeiler nicht gegeben ist, kann ich mir den gesamten Rest sparen. Falls hier bereits die Probleme beginnen: Ich führe alle Lösungsansätze weiter unten noch aus. Und wenn das auch nicht ausreicht, gibt es immer noch meine Webinare 😉

 

Voraussetzungen für Skalierbarkeit

 

Damit ein Geschäftsmodell skalierbar ist, werden im Allgemeinen folgende Dinge betrachtet:

  • Geringes Anlagevermögen zu Beginn (Ein Laptop, ein Stift und ein Zettel sind besser als eine Fabrikanlage um ein Unternehmen zu starten)
  • Geringe Fixkosten (im Verhältnis zu den Gesamtkosten) und demnach
  • Hoher Anteil variabler Kosten
  • Effektive Marketing- und Vertriebsoptionen (Im Bestfall ebenfalls digital)
  • Expansionfähigkeit (Prinzipiell schnell weltweit einsetzbar statt nur lokal zentriert)
  • Hohe Automatisierung und Standardisierung (Je genormter desto besser und günstiger überall einsetzbar)
  • Keine (oder hohe) Kapazitätsgrenzen (Potenziell gibt es sieben Milliarden Kunden, du erinnerst dich?)
  • Zeit- und Ortsunabhängigkeit (Egal ob du schläfst oder im Urlaub bist, du möchtest das dein Geschäft die ganze Zeit ohne dich weiter funktioniert)
  • Kundenvernetzend (Kunden lösen gegenseitig Probleme bzw. schaffen eigenen Mehrwert)
  • Knotenpunktunabhängig (Dein Geschäftsmodell sollte keine begrenzenden Flaschenhälse haben. Also zum Beispiel zwingend Maschine xyz voraussetzen oder unbedingt Person abc benötigen)

Und damit sind wir direkt bei der vertikalen und horizontalen Skalierung.

Vertikal bedeutet mehr Output aus den gleichen Ausgangspunkten. In der Informatik wird dabei gern der Computer genutzt, der eine bessere Platine oder mehr Speicherplatz bekommt. 

Horizontal bedeutet mehr Output durch mehr Ausgangspunkte. Also statt einem Rechner nun dank vier oder zehn Rechnern.

Im digitalen geht beides, wichtig ist allerdings auch hier wieder: Der Output muss disproportional zum Input steigen damit es skalierbar ist. Schauen wir uns ein paar dieser digitalen Möglichkeiten an:

Horizontale und vertikale Skalierbarkeit
Vertikale Skalierbarkeit - Scale Up

Skalierbarkeit durch Qualitätszuwächse – Vertikale Skalierung

Beispiele hierfür könnten sein:

Die eigene Webseite durch Suchmaschinenoptimierung aufwerten bzw. verbessern. Das könnte konkret einerseits durch Onpage-SEO erfolgen: Gleiche Webseite aber bessere Optimierung durch z.B. die Wahl besserer / mehr Keywords / überhaupt welche. Dies führt bei sonst selben Ausgangsbedingungen zu mehr und qualifizierteren Zugriffen.

Das Ganze kann aber auch Offpage erfolgen: Durch bessere bzw. hochwertigere Backlinks zur gleichen Seite welches ebenfalls die Seite und Ihre Wirkung ausweitet obwohl sonst nichts verändert wurde.

Ein weiteres Beispiel könnte künstliche Intelligenz sein, welche durch Chatbots, automatisierte Assistenten oder Echtzeitübersetzung den Wert meiner Leistung verbessert ohne das ich sonst etwas an der Leistung selbst getan habe.

Allgemein gesprochen kann man hier sagen jede Inputunabhängige Aufwertung auf Datenbasis fällt unter die Kategorie vertikale Skalierung.

Horizontale Skalierbarkeit - Scale out

Skalierbarkeit durch Quantitätszuwächse – Horizontale Skalierung

Wir bleiben beim Beispiel eigene Webseite. Denn wir wir alle wissen ist diese immer zentraler da sie oftmals der erste Kontaktpunkt potenzieller Kunden mit dem eigenen Angebot ist.

Horizontale Skalierung wäre hier zum Beispiel durch ein Content Delivery Network (CDN) möglich. Dieses sorgt nicht nur dafür, dass meine Kunden ortsunabhängig schneller zu mir kommen, sondern zeitgleich auch noch dafür, dass meine Seite sicherer gegen Ausfälle ist.

Ein weiteres Beispiel wären hier autoskalierende Lösungen wie Amazons AWS, welches in Echtzeit Leistung in Abhängigkeit der momentanen Nachfrage zur Verfügung stellt. Bricht sonst mein Server bei 100.000 Anfragen pro Sekunde zusammen, stellt Amazon blitzschnell genug Serverpower zur Verfügung um diese Spitze abzufangen. Und das ganze geschieht automatisch und auf Algorithmenbasis.

 

Die 6 wichtigsten Arten von Skalierbarkeit

Auch bei der Klassifizierung von Skalierbarkeit schlägt das Trivium wieder zu. Und diesmal gleich im Doppelpack. Und auch hier kommen die ursprünglichen Bedeutungen aus der IT, helfen aber auch im wirtschaftlichen Kontext sich besser zurecht zu finden. Deshalb hier zu jedem der zentralen Elemente ein Triplett aus Erklärung und Beispielen.

1. Lastskalierbarkeit

  • Bedeutung: “Performanz unter Erhöhung der Belastung” = Leistung / Output bleibt unabhängig von der Belastung des Systems gleich.
  • Beispiel für Lastskalierbarkeit in der IT: Oftmals ist der (sprunghafte) Anstieg von Nutzerzahlen das Musterbeispiel hier. Wie bei einer drastischen Mehrzahl von Serveranfragen bei einem Produktlaunch im Vergleich zum “Normallevel”.
  • Beispiel für Lastskalierbarkeit in der Wirtschaft: Kaufmannsläden vor einem beliebigen Feiertag. In den direkten Hochzeiten vor einem solchen Feiertag entstehen mitunter lange Schlangen, da alle Kunden den nahenden Weltuntergang befürchten und einkaufen als hinge ihr Leben davon ab. Sobald sich die gefühlte Krise allerdings gelegt hat, gibt es keinen weiteren Zusatzbedarf und das System kommt wieder zurück zum Normalzustand.

2. Räumliche Skalierbarkeit

  • Bedeutung: “Verwaltungsbedarf bei Erhöhung von zu verwaltenden Elementen” = Ausgewogener Umgang mit mehr beweglichen Teilen.
  • Beispiel aus der IT: Die Grundfrage hier lautet “Wie wird mit mehr Speicherbedarf umgegangen?” Cloudserver können hier als Beispiel dienen.
  • Beispiel aus der Wirtschaft und dem “echten Leben”: Ein Kindergeburtstag und die Notwendigkeit von heute auf morgen Dutzende bis Hunderte neue Mitarbeiter einstellen zu müssen. Wie bei Zoom in der Coronakrise geschehen. In beiden Fällen skalieren die gewählten Lösungen so lang, bis ein lokales Maximum erreicht ist und (völlig) neue Lösungen gefunden werden müssen. Ein neuer Kinderbetreuer und ein neues Bürogebäude zum Beispiel. Die Schlüsselfrage hierbei ist: Welche Kosten sind akzeptabel bei einem “Bruch” der Skalierbarkeit? Muss es ein neues Bürogebäude sein oder gibt es andere Lösungsmöglichkeiten?

3. Zeitlich-Räumliche Skalierbarkeit

  • Bedeutung: Sehr ähnlich der rein räumlichen Skalierung kommt hier noch die Zeit-Dimension hinzu. Räumliche Skalierbarkeit beantwortet nur die Frage nach dem “Wie geht das System mit der Stresserhöhung um?”. Zeitlich-räumliche Skalierbarkeit hingegen fragt noch “Wie geht das System mit der Zeit um, welche diese neue Last mit sich bringt?”
  • Beispiel aus der IT: Antwortzeiten von Servern. Ist die Frage bei räumlicher Skalierung vor allem die nach dem “bricht es zusammen oder nicht?” und “was tun wir, wenn es zusammenbricht?”, ist sie bei der zusätzlichen Zeitdimension eher “Wie geht der Server mit den Verzögerungen um?”. Bricht er irgendwann einfach zusammen? Präferiert er spezielle Anfragen? Macht er alle gleich langsam?
  • Beispiel aus der Wirtschaft und dem “echten Leben”: Bleiben wir bei dem Mitarbeiteransturm und dem Kindergeburtstag. Wenn ich meine neuen Mitarbeiter nicht schnell genug zum arbeiten bekomme, verliere ich Geld und meine Mitarbeiter die Geduld und Motivation. Wenn ich auf einem Kindergeburtstag eine Stunde länger bis zum nächsten Spiel brauche als geplant, nun:
Räumlich-Zeitliche Skalierbarkeit ist bei einem Kindergeburtstag essentiell

4. Strukturelle Skalierbarkeit

  • Bedeutung: “System- oder Prozessdesign beeinträchtigt nicht die (potenzielle) Leistung” = Verhinderung des Falls das “mehr zu weniger führt”.
  • Beispiel aus der IT: Veraltetes / falsches Programm wird eingesetzt bzw. Programm wird eingesetzt, welches nie für eine solche Last konzipiert wurde. Bestes Beispiel dafür ist Twitter, welches an diesem Problem fast zerbrochen wäre.
  • Beispiel aus der Wirtschaft und dem “echten Leben”: Ein Kindergeburtstag mit 15 Gästen in einer 3m² Blockhütte. Ein StartUp welches sein Produkt international ausrollen möchte, und auf Lösungen der Telekom oder einem anderen Dinosaurier des Internetzeitalters vertraut.

5. Geographische Skalierbarkeit

  • Bedeutung: “Geographie hat keinen Einfluss auf Systemleistung” = Entfernung spielt keine Rolle.
  • Beispiel aus der IT: Das Paradebeispiel hierfür sind CDN’s, Content Delivery Networks und Latenzzeiten. Die zum Beispiel bei Mikrotransaktionen an der Börse schnell zu horrenden Summen werden können.
  • Beispiel aus der Wirtschaft und dem “echten Leben”: Wenn der Gastgeber beim Kindergeburtstag zwei Blocks weiter ist als die Gäste, steht das Haus in Flammen. Zwei Meter entfernt gibt es nur Pudding auf dem Tischtuch. Personal Training aus der Entfernung gestaltet sich schwierig.

6. Administrative Skalierbarkeit

  • Bedeutung: “Anzahl der Systeme wirkt sich nicht auf die Systemleistung aus” = Es ist genug Platz für alle da.
  • Beispiel aus der IT: Mehr Projekte auf einem Server führt zu volleren Festplatten führt zu längeren Datenraten und gegebenenfalls keiner weiteren Schreibmöglichkeit für Programme auf dem Server.
  • Beispiel aus der Wirtschaft und dem “echten Leben”: 3 Kinder in einem Haushalt sind bei einem Geburtstag machbar. Bei 30 hingegen wird die Sache schon schwieriger. 30 Kunden in einem Apple Store hingegen sind ein normaler Montagmorgen. 300 allerdings führen wahrscheinlich zu Absprüngen der Kaufentscheidung wegen Überfüllung.

Eines sei zu den verschiedenen Arten von Skalierbarkeit noch gesagt: Systeme und Prozesse können durchaus zeitgleich mehrere Arten in sich vereinen. In diesem Fall ist die wichtigste Frage: Beeinträchtigen sie sich gegenseitig potenziell im Verlauf der Skalierung?

Das ist für IT-Systeme schon wichtig, wird aber spätestens dann existentiell, wenn das eigene Geschäft, bzw. das Geschäftsmodell des eigenen Business von funktionierender Skalierbarkeit abhängt und mit dieser steht und fällt.

Wenn ich 5 Kunden oder mehr pro Monat brauche, mein System bzw. Business Model allerdings nur maximal 2 hergibt, habe ich ein Problem. Wie ich dieses Problem lösen kann, dazu mehr in den nachfolgenden Zeilen zu skalierbaren Geschäftsmodellen:

II

Skalierbarkeit + Geld = Skalierbare Geschäftsmodelle

Sobald das Prinzip der Skalierbarkeit auf die Absicht Geld zu verdienen trifft, wird aus der Frage “ist das skalierbar?” die Frage “skalieren die Einnahmen?”. Und da dies, wie wir zu Beginn bereits gesehen haben, eine der besten Einsatzmöglichkeiten für dieses Wirkprinzip ist, lauten dann auch immer die zwei ersten, logisch aufeinander aufbauenden Fragen zu skalierbaren Geschäftsmodellen in etwa so:

  1. “Wie verdienst du Geld?” und darauf folgend
  2. “Skaliert dein Geschäftsmodell?”

Die optimalen Antworten darauf sind (oftmals):

  1. “Mein Modell ist das x des y – Zum Beispiel “das Trello des foods” oder “wie Skype nur für Ärzte”. Damit beantworten sich viele Folgefragen prinzipiell von selbst. Das ist also oftmals ein guter Startpunkt. Und die zweite Antwort sollte sein:
  2. Absolut!

Wenn das stimmt, ist der Weg für Elevator Pitch und Business Model Canvas frei 😉

Was gibt es abseits davon an Prinzipien rund um skalierbare Geschäftsmodelle? Schauen wir uns die wichtigsten an:

Die 3 Grundprinzipien skalierbarer Geschäftsmodelle

1. Je mehr / besser Arbeitsbereiche skalierbar sind, desto skalierbarer ist das gesamte Unternehmen:

So wie ein Job aus Teilaufgaben besteht, besteht ein Unternehmen aus Aufgabenbereichen. (Produktentwicklung, Marketing, Management usw.) Es stellt sich bei der Skalierung von Geschäftsmodellen bzw. Unternehmensbereichen also die gleiche Frage wie beim Einsatz künstlicher Intelligenz: “Wie sieht es für jeden individuellen Arbeitsbereich aus?”

Es gibt Prozesse und Bereiche die sich kaum skalieren lassen. Und es gibt solche, die wie prädestiniert dafür scheinen. Forschung und Entwicklung z.B. scheint auf den ersten Blick nahezu nicht skalierbar zu sein. Bis man sich von Lösungen wie FoldIt oder AlphaFold inspirieren lässt.

2. Hockeystick-Bereitschaft:

Skalierbarkeit als Grundvoraussetzung + eine skalierte Nachfrage führt zu einer nahezu exponentiellen Umsatzsteigerung. (Bei gleichen Kosten) Skalierte Nachfrage kann zum Beispiel durch Influencer-Kampagnen oder virales Marketing geschehen. Lösungen zur Ermöglichung dieser Hockeystick-Bereitschaft können zum Beispiel automatisierte Abläufe und Automatisierung generell oder auch Standardisierung sein.

Die Schlüsselfrage hierbei: Ist die Expansionsfähigkeit meines Geschäftsmodells ähnlich bis gleich der potenziellen Nachfrage meines Zielmarktes? Hier kann man leicht übers Ziel hinausschießen oder heillos darunter bleiben, wichtig ist erst einmal nur:

Gibt es mein System überhaupt her? Wie es final umgesetzt wird, muss stets individuell entschieden werden. Entscheidend ist, wie bereits beschrieben, hierbei oftmals die Kostenstruktur, also die Zusammensetzung aus variablen- und Fixkosten.

Hockeystick-Wachstum bei skalierter Nachfrage
Skalierbarkeit zieht oft "Hockeystick-Wachstum" nach sich.

3. Geschwindigkeit > Gewinn:

Bei Skalierbarkeit und skalierbaren Geschäftsmodellen herrscht manchmal ein wirtschaftlicher Sonderfall vor. Während in jedem anderen Modell Gewinn als absolute und einzig relevante KPI gilt, kann bei skalierbaren Systemen z.B. die Zahl der Nutzer, die Nutzung generell und der erzielte Umsatz viel wichtiger sein.

Verbreitungsmetriken sind hier also (zunächst) wichtiger als bares Geld. WhatsApp ist ein Paradebeispiel dafür. Der Grund für diese kontraintuitive Herangehensweise kommt aus einer Mischung verschiedener Faktoren zustande. Drei praktisch oft verwendete davon sind:

  • Daten: Mehr Nutzer = mehr Daten = Mehr potenzieller Gewinn durch die direkte Verwendung dieser Daten z.B. zu Marketingzwecken, oder indirekter Verwendung durch z.B. intelligente Algorithmen und daraus resultierendem Mehrwer der sich verkaufen lässt.
  • Funktionalität: Wenn die reine Verwendung der angebotenen Lösung bereits Mehrwert generiert, der sich verkaufen lässt, braucht man die Lösung selbst nicht bepreisen. Ein Beispiel hierfür wäre Kaggle, bei dem mehr Nutzer mehr verkaufbare und beteiligte Lösungen verspricht.
  • Sichtbarkeit: Werbung oder In-App Käufe.

Der Schlüssel ist also oft: Wenn die weiteren Stufen des Funnels bereits extrapolierbar sind, brauche ich mich nur noch um mehr Anwender kümmern. Genau diese Rechnung machen auch Investoren oft auf, wenn sie sich skalierbare Geschäftsmodelle anschauen.

Skalierbare Geschäftsmodelle können unter Umständen Gewinn als ZielKPI ignorieren

Wenn Schritte 2 und 3 stehen, brauche ich mich nur noch um Schritt 1 zu kümmern.

Deshalb haben skalierbare Geschäftsmodelle vom Start weg die gesamte Welt, bzw. die Gesamtheit aller Internetnutzer im Visier.

Es gibt im Online Marketing das Sprichwort “Sorge für Traffic, monetarisieren lässt er sich immer irgendwie”. Was ein bisschen an den Managementhinweis von Alastair Campbell erinnert: “Win everything. Trophies follow automatically.”* Ähnlich verhält es sich mit Skalierung. Mit genügend Nutzern, Bekanntheit und Markenwahrnehmung bei verhältnismäßig wenigen Kosten lässt sich Schritt 2 sehr wahrscheinlich finden.

Fun Fact am Rande für alle die sich fragen “Was ist überhaupt der Unterschied zwischen einem Kleinunternehmen / Freelancer / Existenzgründer / KMU und einem StartUp?!”. Eine ganze Reihe von Leuten antwortet darauf: Skalierbarkeit.

Ein Zitat dazu von den Kollegen von Ut11:

“Startup-Pionier Steve Blank definierte Startups einst als “temporäre Organisationen” auf der Suche nach einem Geschäftsmodell, das “wiederholbar, skalierbar und profitabel” ist. Je mehr Faktoren die Expansion des Geschäftsmodells begünstigen, desto höher der Grad der Skalierbarkeit.”
Quelle: https://ut11.net/de/blog/was-macht-geschaftsmodelle-skalierbar-ein-startup-guide/

Heißt: Ein Unternehmen wird erst durch Skalierbarkeit zum Startup. Oder anders formuliert:

(Klein)unternehmen + Skalierbarkeit = StartUp.

Aus diesen Grundprinzipien leiten sich logische Fragen ab, die sich jeder stellen muss, der die Skalierbarkeit seines Unternehmens auf den Prüfstand stellt. Schauen wir sie uns an:

Die 3 Grundfragen von skalierbaren Geschäftsmodellen

Hierzu muss man nicht viele Worte verlieren, denn hier wird es sehr einfach. Schwarz und weiß, ja und nein und konkrete Zahlen.

  1. Fähigkeit: Kann es expandieren? (Unternehmen, Geschäftsmodell etc. Wenn ich mehr Ressourcen für ein zweites Stück brauche als beim ersten, stehen hier die Chancen eher schlecht)
  2. Geschwindigkeit: Wie schnell kann es expandieren? (Wenn ich zwar skalieren kann, dazu aber sechzig bis achtig Jahre brauche, habe ich einige Arbeit vor mir)
  3. Einnahmen: Wie ist der Return On Invest über die Zeit der Expansion? (Wenn meine Marge signifikant im Laufe der Skalierung sinkt, gar ins negative rutscht, sollte ich mich gut mit meinen Zahlen auseinandersetzen, bevor ich starte. Sonst wird aus einem skalierbaren Geschäftsmodell in Windeseile ein Banknoten-Krematorium)

Wenn hier drei mal grünes Licht gegeben ist, kann es weitergehen. Glückwunsch, hier sind die Weichen gestellt!

Nachdem wir mit den Grundlagen von Skalierbarkeit und skalierbaren Geschäftsmodellen nun also durch sind, wird es Zeit eine Ebene tiefer in die Praxis einzutauchen.

Skalierbarkeit auf einen Blick: Die Skalierbarkeits-Matrix

Die Skalierbarkeits-Matrix

Skalierung führt zwangsläufig zu Wachstum. (Auch wenn man die beiden nicht gleichsetzen muss / kann / sollte)

Und Wachstum führt (nahezu) immer zu einer Vergrößerung des am Wachstum beteiligten Teams.

Und ein größeres Team führt zwangsläufig zu neuen Fragen rund um dieses Team. Spätestens hier muss man die wirtschaftlich-technische Betrachtung von Skalierung kurz verlassen. (Praktisch sollte man diese Perspektive von Tag 1 an im Blick haben, damit man nicht von seinem eigenen Erfolg überrollt wird)

Und sich das Thema Skalierung und Softskills anschauen.

III

Skalierbarkeit + Mensch = Team & Softskills

Das System ist skalierbar und das Geschäftsmodell ist im Umbauprozess. Sehr gut! Doch das ist nicht alles. Wie so oft gilt auch bei Skalierung das Sprichwort: “Eine Kette ist nur so gut wie ihr schwächstes Glied”.

Denn nicht nur Systeme, Prozesse und Produkte müssen gezielt und verhältnismäßig wachsen können. Selbiges gilt auch für diejenigen, welche diese verantworten.

Wenn ich nur 1% Rückfragen von Kunden bei meinem Produktverkauf habe, habe ich bei 100 Kunden nur eine Frage. Die kann der Chef in einer Mittagspause noch selbst erledigen.

Verkaufe ich aber statt 100 auf einmal 100.000 oder mehr, habe ich statt einem, auf einmal 100 Rückfragen. Dafür braucht es wahrscheinlich bereits mehrere Vollzeitstellen die entsprechend geschult sein müssen etc.

Das Skalen sich auch direkt auf das Unternehmen auswirken, ist soweit absolut logisch und kann oftmals bereits durch ein wenig Mathematik überschlagen werden.

Doch die Auswirkungen von Skalierung auf die Kultur, Prozesse und das Selbstverständnis eines Unternehmens gehen noch viel weiter. Schauen wir uns die “weichen” Skills und Schritte an, die Skalierung mit sich bringt.

Die 4 “weichen” Dimensionen der Skalierbarkeit

1. Vitamin B für gesundes Wachstum:

Ein verlässliches Netzwerk und eine Reihe verschiedener, belastbarer Kontakte vom Start weg ist eine der besten Varianten für Netz und Doppelten Boden zu sorgen, wenn das Unternehmen so richtig abhebt. Mit Nachfrage multiplizieren sich Probleme. Gut, wenn man dann bereits jemanden kennt, der einem mit diesem neuen Problem helfen kann.

2. Warum wir besser sind als der Rest:

Um nicht in gleichem Maße zu verwässern wie man aufsteigt, ist die kristallklare Kommunikation des eigenen Produktmehrwerts entscheidend. Warum sollte der Kunde genau diese Lösung und keine andere kaufen? Wenn der Vogel einmal in der Luft ist, bleibt keine Zeit für Feinjustierung und Argumentation.

Vorbereitung ist hier also gleich in doppeltem Sinne Gold wert. (Neben dem offensichtlichen Grund, dass man so seine Chancen am Markt drastisch erhöht) Buyer Persona, Business Model Canvas, Elevator-Pitch, Validierung der Geschäftsidee und klare Kommunikation des USP können hier helfen. Ein paar schöne Beispiele dafür sind hier zu finden.

Beispiel für Softskills bei skalierbaren Geschäftsmodellen
Quelle: https://shopfelixgray.com/ Abgerufen: 20.06.2020

3. Führung = Richtung:

Gerade in Phasen hoher und sehr hoher Geschwindigkeit des Unternehmens sind starke Nerven und klare Entscheidungen gefragt. Neue Märkte bringen neben neuen Chancen immer auch Herausforderungen mit. Diesen entsprechend begegnen zu können ist eine Kernkompetenz im Rahmen skalierbarer Geschäftsmodelle. Was bringen mir zehn Millionen Kunden wenn mein Unternehmen an vierzehn Stellen auseinanderbricht?

Die beste Expertin dazu im deutschsprachigen Raum habe ich ja bereits mehrfach erwähnt.

4. Identität darf nicht verwachsen:

Vision und Kultur, besser noch Mission, Vision und Werte müssen jederzeit von jedem Mitarbeiter verstanden und gelebt werden. (Ein schönes Beispiel dafür findet sich bei SPI, einem mustergültigen Vorbild für skalierbare Geschäftsmodelle) Dies muss so selbstverständlich und automatisch geschehen, dass sich über diesen Punkt buchstäblich keine Gedanken gemacht werden muss. Denn, wie bereits oben erwähnt, Zeit für nachjustierung bleibt schlicht keine im Skalierungsprozess. Ein gutes Beispiel dafür aus dieser Perspektive bietet Starbucks. Wie man eine solche Kultur aufbaut und hält findet sich im Buch “Winners: And How They Succeed”* sehr schön beschrieben. Ebenso wie Mission, Vision und Values kann hierbei auch “OST”, Objective, Strategy, Tactics. (+ Values) ein guter Ansatzpunkt sein. Warum und Wie wird im Buch näher ausgeführt. Und wem das nicht reicht, dem kann ich nur erneut Silke Fritzsche empfehlen.

Eine hervorragende und ausführliche Arbeit dazu von den Universitäten in Cambridge und Oxford zusammen mit der Bank Barclays vertieft das ganze noch. Wie Skalierbarkeit in Großbritannien vonstatten geht, kann hier nachgelesen werden.

Wie du in weniger als 10 Minuten herausfindest, ob ein skalierbares Geschäftsmodell für dich das Richtige ist

Nachdem wir uns jetzt minutiös das “Wie” aus der Zwischenebene angeschaut haben, lenken wir kurz intensiver und persönlicher unseren Blick auf das “Warum?”. Viele wirklich gute Gründe habe ich bereits ausgeführt, doch jetzt kommen wir zu den Argumenten, die am Ende des Tages und am Ende deines Lebens tatsächlich zählen.

Und diese folgen immer einer zentralen Grundfrage: Was ist dein Ziel?

Oder, etwas präziser:

  • Was steht SMART formuliert in deinem Lebensrad an den Stellen Karriere / Geld / Lebenszweck / Gesellschaft?
  • Was ist die Ziellinie deines 10-Jahresplans von dem aus du dich zurückgearbeitet hast?

Wenn du auf keine dieser Fragen eine zufriedenstellende Antwort hast, empfehle ich

  1. Kauf und Durcharbeiten des “Bullet Journals”* und
  2. Ggf. ein Coaching / eine Weiterbildung. Wie gesagt, die beste Coachin in Deutschland dazu ist meiner Meinung und Erfahrung nach Silke Fritzsche.

Wenn du auf diese Fragen nur kurz dein Bullet Journal (BuJo) aufschlägst, kurz liest und zustimmend nickst, sehr gut!

Dann steht nur noch eine offene Frage im Raum:

Kannst du unter Einsatz von Skalierbarkeit dein Ziel / deine Ziele besser erreichen?

Machen wir das an einem Beispiel fest.

  • Ziel: Analphabetismus auf der Welt vollständig beenden.
  • Bisherige Strategie: Von Land zu Land ziehen, Unterricht geben und mit Entscheidungsträgern sprechen. -> Lobenswert aber ungefähr so skalierbar wie die Kartoffelernte vor 300 Jahren.
  • Skalierbare Strategie: Kostenlose Plattform aufbauen, welche sich zB durch Premiumleistungen für Kunden abseits der Hauptzielgruppe finanziert, via künstlicher Intelligenz in jede Weltsprache übersetzt und von einem dezentralen, auf der Welt verteilten Team betreut wird.

Dieser Algorithmus sieht natürlich in jedem Fall anders aus, zur Veranschaulichung sollte dieses Beispiel aber funktionieren.

Zur Sicherheit und damit wir uns nicht falsch verstehen: Du musst kein skalierbares Geschäftsmodell bzw. eine skalierfähige Lösung entwickeln oder umsetzen.
Du kannst auch ohne Skalierbarkeit erfolgreich, glücklich und ans Ziel kommen.
Du wirst nur weder wirklich schnell noch besonders groß wachsen.
Eine wichtige Rolle bei dieser Entscheidung spielt auch die gewählte Finanzierungsform deines Unterfangens. Ein Limonadenstand vor der Hauseinfahrt braucht keine Investoren um in internationale Märkte einzudringen.
Für einen Bankkredit brauchst du ebenfalls, zumindest in Deutschland, oftmals kein Skalierbares Modell. Wie gesagt, es steht und fällt alles mit deinem Ziel.
Vielleicht hilft dir auch diese Analogie: Nicht skalierbare Geschäftsmodelle sind wie ein Bäumchen in einem Glaskasten. Er kann eine Zeit lang wachsen, ist aber vom Start weg in seinen Entfaltungsmöglichkeiten eingeschränkt.

Was uns zur praxisnahsten Schicht dieses Artikels führt. Wenn dir die bisherigen Tipps schon geholfen haben: Sehr gut! Dann viel Erfolg beim umsetzen!
Vielleicht passt du aber auch in eine der nachfolgend aufgefächerten Kategorien.

In diesem Fall jeweils eine konkrete Anleitung:

IV

Was du jetzt tun solltest, wenn du …

… einen festen Job hast und skalierbar werden möchtest

  1. Dir vor Augen halten das Wissen statt Zeit der Schlüssel ist. Menschen kaufen Lösungen, nicht deine Lebenszeit.
  2. Dir deiner Leidenschaft klar werden. Oder eine finden. Keinem Trend hinterherrennen. Hier sind langer Atem und Freude die beiden Knackpunkte!
  3. Deine Idee validieren, bevor du sie final produzierst. Stelle also VOR der Umsetzung sicher, dass deine Zielkunden auch bereit sind Geld für deine Lösung zu bezahlen. Dies ist einer der größten Vorteile digitaler bzw. skalierbarer Lösungen. Nutze ihn! (Der direkte Verkauf eines Prototypen, eine umfassende SEO-Analyse, eine gezielte SEA-Landing Page oder Crowdfunding mit etwas mehr Aufwand können ein guter Start sein)
  4. Gestalte deine angebotene Lösung so, dass dein Kunden die Umsetzung ausführen statt dir. Hilfreich kann dabei die Frage sein: “Wenn ich eine Anleitung für meine Tätigkeit schreiben müsste, wie würde diese aussehen?” Wenn möglich nutze digitale, onlinebasierte Lösungen. Diese reduzieren Risiko und Kosten bereits prinzipiell sehr stark.
  5. Systematisch und routiniert umsetzen und zum Nebeneinkommen ausbauen. Hier hilft ein Redaktionsplan wenn es digital ist enorm weiter. Ansonsten vor allem der Aufbau neuer Gewohnheiten. Die beste Variante zu diesen neuen Gewohnheiten zeigt das Buch “Atomic Habits”* von James Clear.
  6. Arbeite konstant verbessernd, zum Beispiel nach dem Kaizen-Prinzip (Bei jeder Ausführung ein infinitesimal kleines Stück besser werden als zuvor) oder dem LEAN-Prinzip (Build-Measure-Learn)

… bereits selbstständig Dienstleistungen anbietest

1. Dir vor Augen halten, dass dein Ziel ist mit mit dem gleichen oder im Optimalfall weniger Arbeitsaufwand mehr Kunden zu erreichen.

2. Du dies am einfachsten über einen dieser Ansätze bzw. eine Kombination aus diesen erreichst:

  • Mehr Kunden pro Zeit: Anstatt nur noch 1on1 Dienstleistungen anzubieten, machst du aus dem gleichen Konzept Schulungen für Dutzendende oder mehr Kunden.
  • Weniger Zeit pro Arbeitsschritt: Wenn irgend möglich hole deine Angebotsfläche so nah zu dir wie machbar. Im Bestfall kannst du direkt von daheim aus arbeiten. Spart Lebenszeit für Fahren, im Stau stehen etc.
  • Replikationskosten gegen Null bringen: Was immer du tust, suche dir Optionen dies digital zu machen. Also Arbeitsbücher -> PDF. Anleitungen -> .mp3. Vorträge -> Webinar.
  • Mehr Umsatz pro Zeit: Versuche wenn möglich eher im Premiumbereich deiner Nische zu arbeiten. Du kannst dabei auch noch innerhalb deiner Leistung skalieren indem du zum Beispiel deine Inputs durch Aufgaben und Videos etc. auflockerst.

3. Spezialisieren. Je besser deine spezifische Expertise ist, desto gefragter ist sie. Unter Umständen sogar weltweit.

Kombiniert mit den anderen Maßnahmen schaffst du so also eine Paradegrundlage für Skalierung deiner Unternehmung. Und je spezieller dein Wissen, desto höher das Wissen durch die Kombination mit anderen Spezialisten. Du hast also auch hier direkt eine weitere Skalierungsoption.

Hierbei sei ergänzend noch gesagt, dass es oftmals sehr viel Zeit und Frust spart, vom Start weg mit Experten zusammenzuarbeiten.

… bereits ein kleines Unternehmen gegründet hast

1. Die Softskills deines Teams und dir auf den Prüfstand stellen.

Das geht zum Beispiel anhand dieser Frage: “Wenn morgen das zehn- oder hundertfache Volumen an Kunden auftreten würde, wärt ihr bereit dafür und könntet dies problemlos schultern?” (Inklusive der notwendigen Maßnahmen wie dem einstellen neuer Mitarbeiter etc.) Falls nicht, was sind die Knackpunkte?

Hierbei gilt: Wenn das Team funktioniert und richtig gut ist, sind viele Probleme weniger gefährlich da die Lösungsfähigkeit die Sachen entsprechend leichter macht.

Das Geschäftsmodell abklopfen. Gibt es potentielle Sollbruchstellen beim skalieren? Wenn ja, was könnt ihr unternehmen, um diese zu umgehen bzw. schnell zu beheben? Grundfrage kann dabei die gleiche wie bei Punkt 1. sein.

3. Wenn der Markt stimmt, wovon ich hier ausgehe, da das Unternehmen sonst wohl kaum noch an selbigem wäre, das Team eine eingeschworene Truppe ist und das Business Model steht, muss vor allem eines gemacht werden: Weiter.

Das Fundament steht, jetzt geht es daran kontinuierlich gute Arbeit zu leisten. Und dann immer eine Herausforderung nach der anderen.

4. Ggf. Investorengeld zur schnelleren Skalierung einsetzen. Bei einer Vielzahl von skalierbaren Geschäftsmodellen ist die Wachstumsgeschwindigkeit die vorübergehende Ziel KPI. In diesem Fall gilt es sich die Möglichkeit zur Maximierung dieser zu holen.

… bereits ein lang etabliertes Unternehmen führst

1. Experimente & Testprojekte im kleinen starten. Diese helfen enorm um Skalierbarkeit im Unternehmen einzusetzen. Wie das konkret und Schritt für Schritt aussehen kann, habe ich am Beispiel künstliche Intelligenz in diesem Artikel ausgeführt.

2. Das eigene Geschäftsmodell systematisch in Richtung Skalierbarkeit aus- bzw. umbauen. Wenn ich die Unternehmensrichtung durch Testprojekte bereits validiert habe, super. Aber auch wenn nicht, ergibt es rein aus Gründen der Effizienz, Konkurrenzfähigkeit und Zukunftssicherheit Sinn zumindest Teile des eigenen Business Models skalierbar zu machen.

3. Wenn alles zu verkantet ist, ggf. Franchises einsetzen. Sollte es aus irgendwelchen Gründen partout nicht möglich sein Skalierbarkeit ins Unternehmen zu bringen, kann vielleicht der Umweg des Franchising noch eine Option sein. Mehr dazu weiter unten.

Wenn du mehr dazu / Details wissen willst, melde dich in meinem kostenlosen Innovationswebinar an.

… Eine Lösung für alles suchst: Skalierbarkeit as a Service

Sollten die oben genannten Tipps und Schritte nicht ausreichen oder nicht zu deiner aktuellen Situation passen, kannst du auch vorgefertigte Skalierungslösungen einsetzen, ohne damit bestehende Prozesse und Systeme umfangreich verändern zu müssen. Gleichzeitig kann so auch Erfahrung mit Skalierung gesammelt werden.

Zum Beispiel Chatbots oder Cloud-Rechnersysteme funktionieren automatisch. (Aus Anwendersicht)
Hier können passende Lösungen bzw. Testoptionen ganz einfach in drei Schritten gefunden werden:

  1. Ein Problem suchen welches nicht existentiell für das Unternehmen ist, allerdings signifikanten Nutzen für den Kunden bringt.
  2. Nach skalierbaren Lösungen für dieses Problem suchen. Hierbei kann Konkurrenzanalyse helfen.
  3. Einsetzen und auswerten.

Generell gilt hier: künstliche Intelligenz kann, richtig eingesetzt, der größte Skalierungsfaktor in jedem Unternehmen sein. Denn egal wie komplex eine Herausforderung ist, KI kann das Problem sehr wahrscheinlich zielführend lösen.

Und solltest du partout keine Lösung auf der ganzen Welt finden, die deine Probleme skalierbar löst, ist das vielleicht die perfekte Chance für eine Erweiterung / Ergänzung des eigenen Geschäftsmodells.

Skalierbarkeit as a Service am Beispiel Autoscaling
Autoscaling bringt Automatisierung und Skalierung in einer Anwendung zusammen. Quelle: https://cloud.google.com/solutions/scalable-and-resilient-apps?hl=de#scalability_adjusting_capacity_to_meet_demand Abgerufen 16.06.2020

… Alles schon kennst und Tricks suchst

Wenn du alle Stationen schon erreicht hast, alles schon kennst und jetzt nach den letzten 20% Wissen rund um die Skalierung suchst, helfen dir vielleicht diese Tricks und Kniffe weiter:

Franchising – schnelle Expansion ohne enorme Zusatzinvestitionen

Das Prinzip des Franchising ist weitgehend bekannt – das eigene Geschäftsmodell wird gegen eine “Leihgebühr” zur Verfügung gestellt und damit anderen ermöglicht vom Start weg ein praxisbewährtes System einzusetzen. Während zeitgleich das eigene Unternehmen, je nach genauen Franchise-Bedingungen, kaum Risiko für dieses Wachstum trägt.
Franchising ist quasi “Offline-Skalierung” und das einzige Prinzip welches zumindest zu einem gewissen Grad Skaleneffekte in der Welt der Materie zulässt.

Sollte Veränderung und Digitalisierung also nicht gehen, kann unter Umständen “mehr vom gleichen” auch in der “Echtwelt” funktionieren.

Ich bin der Meinung, dass, auch wenn hier ein ähnliches Prinzip wirkt, Franchising nicht “klassisch” skalierbar ist. (Es sei denn natürlich es ist ein Franchise eines digital basierten Unterfangens) Denn jedes Mal wenn ich eine neue Dependance eröffne, brauche ich wieder

  • Ein neues Gebäude
  • Neue Mitarbeiter
  • Stetig neue Rohstoffe zur Produktion
  • Neue Wege meine lokale Reichweite zu erhöhen

Während “echte” Skalierung nichts davon benötigt. (Zumindest in diesem jeweiligen Ausmaß) Die Server gibt es bereits, das Produkt ebenfalls, der Vertrieb ist automatisiert und das Marketing kann im Optimalfall via Affiliate-, Influencer oder anderen Multiplikatorenoptionen ebenfalls automatisiert werden.

Von daher bin ich aus Skalierbarkeits-Sicht kein übermäßig großer Fan vom Franchising, schlicht weil viele der anfangs aufgezählten Vorteile hier nicht gelten. Allen voran der Umweltaspekt. Aber ich kann Entscheidungen dahingehend durchaus nachvollziehen und sehe es als prinzipielle Option der Skalierung an.

Outsourcing – schnelle Expansion ohne Spezialwissen als Bremse

Ein weiterer Kniff, der offline wie online funktioniert, ist zielgerichtetes Auslagern von allen Prozessen, die nicht zur Wertschöpfung notwendig sind. Wenn ich Kristallglas fertige, brauche ich ingenieure und vielleicht noch Physiker dafür, keine Telefonisten oder BWLer.

Auch wenn es natürlich durchaus sinnvoll sein kann, während des “Normalbetriebs” all diese Fähigkeiten unter einem Dach zu bündeln, hilft es sehr, während eines Skalierungsprozesses flexibel zu sein.

Heißt: Sich problemlos Kapazitäten einzukaufen und alle nicht relevanten Knackpunkte auszulagern.

Dies führt zu Fokus auf die Stärken des Unternehmens und optimierte Arbeitsprozesse und kann vor mittleren Katastrophen während einer kritischen Wachstumsphase bewahren.

Outsourcebare Skills können z.B. sein:

  • Programmierer
  • Steuerexperten
  • Rechtsanwälte
  • Kundenbetreuer
  • Entwickler etc.

Weitere Tricks:

Franchising und Outsourcing sind die zwei häufigsten “Echtwelt”-Alternativen zu “klassisches” Skalierung. Es gibt aber auch noch weitere Tricks. Hier die Top 6:

1. Messen!

Der wahrscheinlich einfachste und zeitgleich am häufigsten falsch verstandene und/oder falsch angewendete “Trick” bei allem digitalen. Und vor allem bei Skalierung. Durch präzise und im Bestfall automatisierte Messung kann ich eine Skalierung meiner Unternehmungen überhaupt erst sicherstellen und feinjustieren. Ohne sie stehe ich vor Investoren mit vagen Abstraktionen da. Ohne sie ist es schwer zu optimieren wo sich Potenzial zeigt. In kurz: Messen ist einer der mit Abstand besten “Tricks” rund um Skalierung und Skalierbarkeit
Mehr dazu weiter unten im Abschnitt “Wie messe ich Skalierbarkeit?”

2. Cloud Computing & virtuelle Maschinen:

Virtuelle Maschinen (VM’s) und Cloud Computing können eine infrastrukturelle Grundlage erfolgreicher Skalierung sein. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ich brauche keine Hochleistungshardware im großen Stil anschaffen sondern kann bequem auf vorkonfigurierte Lösungen zurückgreifen. Und dabei wird nur das gezahlt, was auch tatsächlich benutzt wird. Weniger Kosten für sicherheit, Wartung, Transport etc. Und wenn das Flugzeug meines skalierbaren Geschäftsmodells abhebt, brauche ich nichts weiter als maximal einen Anruf tätigen und kann direkt weiterarbeiten.

3. Plattform-Echtzeit-Kommunikation:

Auch hier eine “techno-historische” Binsenweisheit, deren Vorteile allerdings leicht übersehen werden können. Echtzeitkommunikation über Plattformen wie Facebook, Slack, WhatsApp oder Telegramm etc. ermöglichen es mir instantan mit meinen Kunden in Kontakt zu treten, ohne das ich dabei Server mieten, Software einrichten, Nutzungsvereinbarungen unterzeichnen etc. muss. Ich kann sofort und perfekt skalierbar mit meinen Usern kommunizieren. Und das nahezu 100% reibungslos, denn die Skalierungsarbeit damit all das funktioniert übernimmt der jeweilige Anbieter. Heißt: Ich kann schneller und günstiger mit einer unbegrenzten Kundenzahl kommunizieren. Das kann, richtig eingesetzt, allein bereits ein Wettbewerbsvorteil sein.

4. Big Data:

“Daten sind das neue Öl”. Diese Aussage trifft auch heute noch, ja sogar mehr als je zuvor zu. Daten sind Macht, Daten sind Wettbewerbsvorteile und können zentrale Assets einer Firma sein. Und sie sind perfekt skalierbar, da sie nahezu immer in digitaler Form entstehen. Heißt: Wertvolle Daten machen aus Kunden gut verstandene Partner. Also: Nutzen so gut und oft es geht!
Oder anders formuliert: Wenn Daten das neue Öl sind, ist Skalierbarkeit eines der Hauptvorkommen und jedes skalierbare Geschäftsmodell eine Bohrinsel.

5. Technologieadaption:

Einer der grundlegendsten Tipps zum Thema Skalierung. Technologie ist ein Hebel. Und wer technologie richtig einsetzt, ist der Konkurrenz automatisch unzählige Schritte voraus. Die Mongolen und das Schießpulver können ein (Trauer)Lied davon singen. (Jahrhundertelang konnte nichts und niemand die Mongolen aufhalten, auch die chinesische Mauer nicht. Doch die Erfindung von Schusswaffen hat dies mit einem Schlag verändert. Weltreiche haben sich verändert. Dank einer einzigen neuen Technologie.)
Deshalb gilt auch hier: Wer die richtige Technologie richtig einsetzt, gewinnt. Die eingangs gegebenen Beispiele verdeutlichen das gut denke ich. Heißt: Skalierung verstehen. Skalierung im Unternehmen einsetzen. Kontinuierlich nach neuen skalierbaren Lösungen und Innovationen suchen und diese ausprobieren. Oder in den Worten von Elon Musk: “Eine höhere Innovationsgeschwindigkeit als die Konkurrenz ist die beste Versicherung gegen Kopien und Plagiate”
Welche Technologien und Trends dazu dienen können findest du an vielen Stellen auf meiner Seite oder in meinem Newsletter.

6. Schichten:

Noch ein Skalierungs-Kniff zum Ende, diesmal wieder der IT entlehnt: Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, skalieren Systeme am besten, wenn ihre Bestandteile skalieren. Heißt: Es kann sehr sinnvoll sein, ein System in Schichten aufeinander aufzubauen und jede dieser Schichten modular bearbeitbar zu lassen. Somit ist das System vom Start weg perfekt auf Innovation und Disruption ausgelegt.

Sollten all diese Tipps und Vorschläge nicht auf deine Situation passen, kannst du auch etwas generischer nach diesem 3-Schritt Algorithmus vorgehen:

1. Betrachte die beiden Wege zur Skalierbarkeit des Geschäftsmodells. Welche sind damit gemeint? Diese:

Two pathways to business model scalability nach Christian Nielsen and Morten Lund
Quelle: https://dun-net.dk/media/125194/bm-scalability-wp.pdf Abgerufen am: 28.06.2020

2. Betrachte Beispiele und Fragen, die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells aufdecken. Hierzu listen die beiden 9 konkrete Fragen auf, welche Licht ins Dunkel bringen können.

3. Analysiere die aus Schritt eins und zwei folgenden Skalierbarkeitsattribute. Wie? Auch hier geben die beiden ein handliches Schema mit:

Analyzing business model scalability nach Christian Nielsen and Morten Lund
Quelle: https://dun-net.dk/media/125194/bm-scalability-wp.pdf Abgerufen am: 28.06.2020

Ich empfehle sehr sich das Paper anzuschauen, es hilft bei Verständnis und Anwendung skalierbarer Geschäftsmodelle sehr weiter.

Gut. Nachdem du jetzt minutiös weißt, wie du Skalierung einsetzt und welche Fallstricke und Kniffe es gibt, kommen wir nun zum optimalen Startpunkt.

Meine Unternehmung ist bereit zu skalieren – wie starte / beschleunige ich das Ganze nun?

Einige Startpunkte habe ich ja bereits genannt, hier nochmal zentralisiert:

  1. Starte in sehr kleinen, gezielten Experimenten.
  2. Starte direkt mit Skalierung im Hinterkopf und einem skalierbaren Mindset.
  3. Nutze verschiedene Treiber von Skalierbarkeit.
  4. Gehe nach dem Build-Measure-Learn Prinzip vor.

Treiber von Skalierbarkeit:

  • Netzwerkeffekte
  • Multiplikatoreffekte
  • Digitalisierung / digitale Transformation
  • Disruption
  • Selektionseffekte
  • “Winner takes it all” Effekte
  • Dematerialisierung
  • Demokratisierung
  • Demonetarisierung
  • Etc.

Mehr dazu findest du in dieser ausführlichen, finnischen Studie zur Skalierbarkeit.

Wie messe ich Skalierbarkeit und den Erfolg meiner Skalierung?

Die Kurzantwort: Über KPI’s. Da eine ausführliche Besprechung von KPI’s jetzt aber einerseits den Rahmen sprengen und andererseits an anderer Stelle von mir näher ausgeführt wird, hier nur eine kurze und hoffentlich inspirierende Übersicht:

Wichtige KPI’s zu messen bei der Skalierung:

  1. Cash Flow.
  2. [Ziel-KPI] pro Zeit (Ziel KPI kann dabei Kunden, Umsatz, Share of Voice uvm. sein)
  3. Emotionswachstum per Sentimentanalyse: Bleibt die Zufriedenheit auch bei 10x oder 100x mehr Kunden? Das kann zum Beispiel so aussehen.

Generell gilt hier: Jede KPI meines Funnels ist eine KPI die ich messen und verbessern sollte und möchte.

Beispielliste für skalierbare Geschäftsmodelle

Nachdem wir jetzt ausführlich diskutiert haben, was skalierbare Geschäftsmodelle sind und auszeichnet, hier ein paar Inspirationen und Beispiele aus der Praxis auf einen Blick:

Gut skalierbare Geschäftsmodelle und Produkte:

  1. Apps
  2. E-Books
  3. Musikstücke
  4. Filme / Videos
  5. Onlinekurse / aufgezeichnete Offlinekurse
  6. Artikel (Rechte lassen sich zB mehrfach verkaufen)
  7. Offline-Programme wie Word oder Excel
  8. Cloud-Programme wie die Office-Suite oder Google Docs
  9. Plugins und Widgets für z.B. Content Management Systeme wie WordPress
  10. Content Management Systeme
  11. Betriebssysteme wie Android
  12. Plattformen wie Facebook
  13. Spiele für Konsolen, Computer oder Smartphones
  14. Baukästen und Baukastensysteme mit Modulen
  15. Suchmaschinenoptimierung
  16. Webdesign
  17. E-Commerce
  18. Webinare
  19. Live-Streaming
  20. Spezialprodukte wie z.B. Eigene Emojis
  21. (Digitale) Gruppen, z.B. auf Facebook, Foren und Mitgliederbereiche

Unterm Strich: Alles direkt digitale oder nach dem offline-Entstehungsprozess digitalisierte. Oder anders formuliert: Alles mit einer hohen Zeitrendite, also entkoppelt von deiner persönlich investierten Zeit.

Exotische- und mediumskalierbare Geschäftsmodelle und Produkte:

Hier wird es etwas exotischer und experimenteller und jedes dieser Beispiele bedarf einer kurzen Erklärung, daher beschränke ich mich hier auf drei Optionen:

  1. Heimfabriken (3D-Drucker + multidimensionaler Roboter)
  2. Intelligente Materie / 4-D-Druck
  3. KI-Entwickler

Wenn du bis hierher gekommen bist, wirst du sofort mit geübtem Auge sagen: “Das sind physische Produkte! Diese sind nicht skalierbar!” Und damit liegst du prinzipiell richtig.

Doch hier kommt eine völlig neue Dimension ins Spiel: Intelligenz.

Und diese führt zu einer besseren Skalierbarkeit über die Zeit durch Entwicklung und Verbesserung des Produktes durch die Anwendung. Was meine ich damit?

Szenario 1: Die Heimfabrik
Eine Heimfabrik kann zum Beispiel aus einem multidimensionalen Roboter und einem 3D-Drucker bestehen. Die Idee: automatisierte Fertigung im Klein(st)maßstab.
Eine solche Heimfabrik hat zwar Volllasten welche sie unskalierbar macht, allerdings kann durch die extreme Flexibilität beider beteiligter Werkzeuge sofort effizienter und variabler gearbeitet werden. Heißt: Je mehr ich arbeite, desto mehr lerne ich, desto mehr kann ich bei gleichen Kosten schaffen. Dies ist keine “cleane” Skalierbarkeit, erfüllt aber die technische Definition.

Szenario 2: Intelligente Materie
Das wie ich finde spannendste Beispiel der drei betrachteten Szenarien. Zumindest mittelfristig. Hier kann durch die dauerhafte Programmierfähigkeit des Produktes im Optimalfall alles aus dem Grundstoff gemacht werden. Wie Zaubersand nur im Quadrat. Heißt: Einmal entwickelt fallen die gleichen Kosten an aber der ROI wird stetig besser, je nach Anwendungsfall. (zum Beispiel wenn man “Komplexität vermietet” als Geschäftsmodell. Also danach bezahlt wird, was der Kunde mit der intelligenten Materie macht)

Szenario 3: Der KI-Entwickler
Auch hier tauscht der Entwickler technisch gesehen seine Zeit gegen das Ergebnis. Allerdings schafft er hiermit intelligente Programme, welche wiederum Programme für ihn schreiben, welche wiederum Programme schreiben können usw. Wie das geht, ist in diesem TED-Talk anschaulich ausgeführt. Diese Rekursion führt (theoretisch gesehen) zur größtmöglichen Skalierbarkeit.

Das alles im Detail auszuführen würde den Rahmen hier sprengen, wenn du mehr dazu erfahren möchtest und/oder Fragen hast, gern in meinem Innovations-Webinar.

Unskalierbar Teilskalierbar Vollskalierbar

Schlecht skalierbare Geschäftsmodelle und Produkte:

  1. Autohaus
  2. Fleischerei
  3. Bäckerei
  4. Fabrikanlage
  5. Telefonist
  6. LKW-Fahrer
  7. Kundenberater
  8. Pilot
  9. Autor
  10. Bauarbeiter
  11. Und so weiter und so weiter. Beispiele für unskalierbare Geschäftsmodelle zu finden ist so leicht wie das ABC auf zu sagen: Apotheker, Busfahrer, Chemiker… Ich denke du hast das Prinzip verstanden 😉

Spätestens hier sollte klar werden welchen enormen Effekt skalieren auf die Wirtschaft hat.

(Ich beziehe mich bei all diesen Jobs auf das Status-Quo “Standardverständnis” dieser Jobbeschreibungen.)

Hier auch nochmal auf einen Blick:

Skalierbarkeit und Skalierungsfaktoren auf einen Blick

Unskalierbar -> Skalierbar – Beispiele & Blaupause:

Ich nehme dabei einige existierende Fallbeispiele nach folgendem Schema auseinander:

  1. Ausgangslage
  2. Problem
  3. Ziel
  4. Umsetzung(splan)

Schauen wir es uns an:

Beispiel #1: Der Hidden Champion

  1. Ausgangslage: Kunde ist Experte für Hardwarelösungen und betreut eine Vielzahl von Kunden, Projekten und Systemen.
  2. Problem: Durch die Individualität jedes neuen Projektes sind kaum Skaleneffekte einsetzbar.
  3. Ziel: Kunden zum Experten für komplexe technische Hardwarelösungen in einer speziellen Nische machen, sämtliche Kunden in diesem Bereich erfassen und dann in die nächste Nische expandieren. (z.B. statt 15 Computersysteme nur noch eins bis maximal 2 Systeme betreuen, diese dafür besser als jeder andere)
  4. Umsetzung(splan): Paretoanalyse machen. (Je nach Wunsch) schneller ausschließlicher Fokus und Ausbau der besten Nische innerhalb des eigenen Expertenwissens. Fokus auf Wachstum und (weltweiter) Dominanz in dieser Nische.

Beispiel #2: Vom Auftrag zur Software

  1. Ausgangslage: Kunde entwickelt und verwaltet für seinen Endkundenstamm individuelle, hochwertige Softwarelösungen. Die Rechte an den entstehenden Softwareprodukten bleiben bei ihm.
  2. Problem: Durch Komplexität kombiniert mit mangelnder Übertragbarkeit von Wissen und geschaffenen Lösungen ist kein Wachstum ohne zeitgleichen, gleichgroßen oder größeren Mehraufwand möglich. Kunde schreibt so oftmals rote Zahlen.
  3. Ziel: Kunden zum Anbieter von individualisierbarer, ggf. modularer, zentraler Software machen, welche Endkunden nutzen. Dadurch ist einerseits Skalierbarkeit bei weniger Arbeit möglich. Und andererseits können so zeitgleich auch weitere Felder eröffnet werden.
  4. Umsetzung(splan): Paretoanalyse machen. Fokus auf die lukrativsten 3 bis max. 10 Projekte. Zeitgleicher Aufbau einer eigenen Softwarelösung und Test mit bisherigen Kunden. Skalierung im Erfolgsfalle. Andernfalls Software nachjustieren bis Erfolgsfall eintritt.

Diese sind nur zwei von unzähligen Beispielen. Wenn du mehr zum grundsätzlichen Mindset und eventuellen Fallstricken wissen möchtest, schau dir diesen Artikel an. In diesem geht es um Israels StartUp-Ökosystem und wie es Skalierbarkeit quasi in die Muttermilch neuer Firmen legt.

Eine hervorragende grundsätzliche Blaupause findest du im Buch “Scaling Your Startup: Mastering the Four Stages from Idea to $10 Billion”* von Peter S. Cohan. Angelehnt an diese:

Schritte und Stakeholder erfolgreicher Skalierung
Quelle der Inspiration für diese Grafik: https://books.google.de/books?id=LfaEDwAAQBAJ Abgerufen am: 28.06.2020

Sollte das alles noch immer nicht ausführlich genug sein, schauen wir uns nochmal einen direkten Vergleich eines unskalierbaren- und eines skalierbaren Geschäftsmodells an:

Unskalierbares vs. skalierbares Geschäftsmodell

Machen wir das an einem konkreten Beispiel fest. Vergleichen wir Input und Output einer KFZ-Werkstatt.

Während die KFZ-Werkstatt stets die gleichen Kosten pro neuem Auftrag hat, fallen bei einer skalierbaren Nachfrage keine weiteren Kosten pro neuer Anfrage an. „x“ kann also bei gleichem Aufwand jeden beliebigen Wert von 0 bis (theoretisch) unendlich annehmen.

Skalierbarkeit am Beispiel verschiedener Geschäftsmodelle

Skalierbarkeit ist aus einer Perspektive also ein Ansatz den “heiligen Gral” der Effizienz zu bergen: Maximale Ergebnisse bei minimalem Einsatz von Zeit / Energie. Oder, etwas wirtschaftlicher gesprochen: ein Wachstum über das “klassische” Maximum aus Vollauslastung bei maximaler Vergütung hinaus.

Damit haben wir das bisher betrachtete etwas besser veranschaulicht. Bringen wir nun Prinzipien und Praxis reibungslos ineinander fließend zusammen:

Analoges / klassisches Geschäftsmodell: Der Schrank

Zu guter Letzt schauen wir uns jetzt nochmal ein ganz konkretes Beispiel für die Auswirkungen von Skalierbarkeit an. Stellen wir die Herstellung und den Vertrieb eines Holzschranks denen eines E-Books gegenüber. Analog vs. digital, klassisch vs. skalierbar: Here we go!

Um einen Schrank herzustellen brauche ich auch mit Industrie 4.0 immer noch die gleichen Ressourcen, die gleichen Maschinen und die gleichen Mitarbeiter und Arbeitsstunden für jeden neuen Schrank.

Bevor wir nicht aut Catombasis bzw. mittels Replikatoren produzieren, wird sich daran auch nichts ändern. (Wie auch, die Physik spricht dagegen: wir arbeiten aktuell auf Materiebasis, Replikatoren hingegen würden auf Energiebasis arbeiten. Wie gesagt, Materie ist schwer skalierbar)

Damit ist es egal wo oder mit welchem Fertigungsverfahren ich arbeite. Ich benötige für jeden neuen Schrank an Output den gleichen Input an Material und Ressourcen. (Bzw. einen möglicherweise langsam sinkenden dank Lerneffekten, aber das ist in unserem Maßstab vernachlässigbar)

Skalierbare Geschäftsmodelle - Analog bzw. klassisch
Skalierbare Geschäftsmodelle - Digital bzw. skalierbar

Digitales / Skalierbares Geschäftsmodell: Das E-Book

Was wäre nun ein skalierbares Geschäftsmodell?

Nehmen wir das Beispiel des E-Books. Bei einem E-Book habe ich einmal initial verhältnismäßig viel Aufwand. Ich muss Software organisieren, Wissen erwerben, brauche Zeit zum schreiben, recherchieren, redigieren etc.

Heißt für das erste verkaufte Exemplar fallen meine gesamten Erstellungskosten in der Amortisationsrechnung an.

Doch bereits beim zweiten verkauften Exemplar sieht das drastisch anders aus. Angenommen ich mache bei diesem einen Qualitätscheck und basierend auf dem Feedback der ersten Käufer ein paar kleinere Verbesserungen habe ich dennoch bereits jetzt nur einen Bruchteil an Ressourceneinsatz.

Und ab dem dritten verkauften E-Book habe ich praktisch keine Kosten mehr. Ich kann ab hier an nahezu alles automatisieren. Das Wunder der Daten.

Skalierbarkeit durch Abschätzen

Eine zweite Möglichkeit für ein Erstgefühl zur Skalierbarkeit bietet die Bildung einer groben Relation.

Also zum Beispiel anhand eines Trainingsstudios.

Ich kann als topmotivierter Trainer bei 24 Arbeitsstunden pro Tag und einem Kunden pro Stunde ohne Feiertage und Urlaub im Jahr maximal 8.760 Kunden pro Jahr betreuen. Mehr ist rechnerisch nicht möglich und praktisch nicht durchführbar. Dennoch haben wir damit das analoge Maximum.

Das analoge Optimum hingegen wird eher bei 1.840 liegen, davon ausgehend das ich 230 Tage im Jahr arbeite und 8 Stunden pro Tag Kunden betreuen kann.

Und nun kommt die Skalierbarkeit ins Spiel. Dank skalierbaren Lösungen wie z.B. einer Webseite mit automatisiertem Onlinekurs welcher dank automatisierten Übersetzungslösungen für nahezu jeden Menschen verständlich ist, kann ich maximal jeden Menschen auf der Welt betreuen, also mehr als 7.000.000.000 Kunden. Das wäre das digitale Maximum.

Das digitale Optimum fällt natürlich auch hier wieder kleiner aus, wobei es von verschiedenen Faktoren abhängt, wie viel kleiner. Mehr als 3.500.000.000 Menschen werden es aber kaum sein, da gerade mal etwas mehr als 50% der Menschheit Zugang zum Internet haben.

Darauf kommt es aber auch nicht an. Der springende Punkt hierbei ist: Ich bekomme bereits durch kurzes Überschlagen weniger relevanter Daten ein Verhältnis des möglichen Outputs durch verschiedene Lösungen. Und damit eine erste Idee auf die schnelle um die Skalierbarkeit eines Unterfangens zu bewerten.

Das kann dann z.B. so aussehen:

 

Mögliche Kunden digital vs. analog
V

Skalierbarkeit + Markt = (Raum für) Skaleneffekte

Wenn du bis hierher gekommen bist, kennst du zwei von drei relevanten Bereichen in denen Skalierbarkeit wachsen kann. Dein Angebot und seine Optimalbedingungen und dein Unternehmen. Fehlt nur noch ein letztes Puzzlestück: Der Markt in dem das Ganze stattfindet. Schauen wir uns jetzt also die perfekte Umgebung skalierbarer Geschäftsmodelle – und Lösungen an.

Wann ist etwas in der Praxis skalierbar?

Nachdem wir nun die Grundlagen der Skalierbarkeit hinreichend abgeklopft haben, widmen wir uns nun der konkreten Umsetzung. Woran erkenne ich was skalierbar ist und was nicht? Welche Eigenschaften sollten Geschäftsmodelle haben, damit sie skalierbar sind? Gibt es eine gute Faustregel um den Skalierungsfaktor abzuschätzen? (Auch ohne ihn auszurechnen) Von hinten nach vorn.
 

Die Skalierbarkeits-Faustregel

Wie wir bereits gesehen haben, sind vor allem masselose, datenbasierte Unterfangen skalierbar. Was heißt das aber zur schnellen Beurteilung eines Geschäftsmodells in 30 Sekunden im Fahrstuhl?

In kurz: Appstore ja, CERN nein.

Ein Appstore ist ein Musterbeispiel für Skalierbarkeit. Sogar im doppelten Sinne. Er selbst ist skalierbar da er 100% Software ist. Und das Produkt bzw. die Lösung die ein Appstore offeriert ist ebenfalls 100% skalierbar da Software. Ich habe also etwas das horizontal skalierbar ist, da neue Apps im Sekundentakt hinzugefügt werden können. Und zeitgleich etwas das vertikal skalierbar ist, da ich den Appstore selbst orientiert an den aktuellen technischen Möglichkeiten problemlos und Echtzeit aufrüsten kann. (Auf vertikale und horizontale Skalierbarkeit gehe ich gleich noch näher ein)

Deshalb sind Fahrzeuge von Tesla auch denen vieler anderer Autobauer überlegen. Denn Tesla kann über Nacht die Software eines Fahrzeuges updaten und ein Problem von gestern ist direkt gelöst.

Das CERN in der Schweiz ist ein Bilderbuchbeispiel für Unskalierbarkeit. Warum? Ein zweites CERN aufzubauen ist extrem aufwendig aus Gründen der Ressourcenbeschaffung, Standortbestimmung, lähmender Vertragsbasis etc. Die Kosten für Maschinen, Personal, Ausrüstung und Schulung sind nahezu genau so groß wie beim Original. Es gibt nahezu kein Einsparpotential und keine signifikant besseren Outputerwartungen bei einem Model #2.

Natürlich ist das CERN eine Forschungseinrichtung, eine grundlagenorientierte noch dazu. Dennoch zeigt dieses Beispiel gut, wie Skalierbarkeit NICHT erreicht werden kann. Selbst um das Hauptprodukt bzw. die Lösung zu deren Zweck das CERN gebaut wurde zu erreichen ist in jedem noch so kleinen Schritt Arbeit notwendig, die es zum Teil noch nie zuvor gab. Sosehr ich das CERN mag, skalierbar ist es nun wirklich nicht. Anhand dieser beider Pole kann man sich Skalierbarkeit gut merken bzw. sich leicht orientieren.

  1. Eine neue Autofabrik? Nicht skalierbar.
  2. Ein Autohaus? Etwas mehr aber dennoch so gut wie nicht skalierbar.
  3. Eine virtuelle Autoberatung? Besser aber immer noch schwierig.
  4. Ein Livestream im Autohaus mit angehangenem Onlineshop? Skalierbar!
  5. Eine Webseite oder App mit integriertem Konfigurator? Sehr gut skalierbar!
Skalierbare Geschäftsmodelle vs. Unskalierbare Geschäftsmodelle

Skalieren ja. Aber wohin? Eine Kurzanleitung

Du kennst jetzt das Wann, Warum und das Wie, kommen wir zum “Wo”:

In der richtigen Marktnische skalieren

Die richtige Nische zum “hineinskalieren” zeichnet sich durch drei Zielvektoren aus:

  1. Kompetenz / Exzellenz innerhalb der Nische.
    Vorhandene
  2. Konkurrenz / Exzellenz der Konkurrenz.
  3. Nachfrage / Umsatzpotential innerhalb der Nische.
Marktnischenvektoren für Skalierbarkeit

Im Optimalfall sind Kompetenz und Potenzial maximal, während die Konkurrenz minimal ist.

Das Verhältnis dieser Dimensionen zueinander lässt sich hervorragend in einem “Liebesdreieck” darstellen:

Skalieren in der richtigen Nische

Der Grad der Farb-Füllung des jeweiligen Feldes zeigt dabei den Stand des Feldes an. Wenn also zum Beispiel Kompetenz komplett grün ist, Konkurrenz aber nahezu weiß, zeigt dies eine hervorragende Möglichkeit im Markt an.

Wenn ich Premiumlösungen für eine sehr kleine Zielgruppe anbiete, welche auch existiert, allerdings mit Dutzenden anderen Konkurrenten um diese kleine Nische konkurrieren muss, ergibt dies keinen Sinn. Schweizer Uhren sind dafür ein gutes Beispiel. In diese Nische neu einzudringen ergibt nur in Kombination mit Innovation Sinn. (Sei es im Marketing oder dem Produkt)

Ein guter Algorithmus dafür ist im Buch “Blue Ocean Strategy”* zu finden.

Wann solltest du eher die Finger von Skalierbarkeit lassen?

Skalierbarkeit ist keine eierlegende Wollmilchsau die immer und in jeder Situation perfekte Resultate erzielt. Auch hier gibt es Indizien, bei deren Bestehen du deinen Fokus eher auf andere Gebiete legen solltest:

  1. Wenn du Skalierung um der Skalierung Willen betreibst. Skalierung ist kein Selbstzweck sondern ein Mittel zu diesem.
  2. Wenn die skalierbare Lösung / das gewählte skalierbare Geschäftsmodell nicht zu dir passt. Vor allem für Einzel- und Kleinunternehmen gilt die Faustregel: Leidenschaft > Skalierung.
  3. Wenn die zu skalierende Lösung noch nicht unskaliert funktioniert. Hier gilt das gleiche wie beim Aufbau von Gewohnheiten: Bringe es erst routinemäßig zum laufen und verbessere danach. Wie an verschiedenen Stellen bereits geschrieben: Mache einen Kunden glücklich, dann zehn und schaue danach, wie du daraus 100.000 machen kannst.

Wenn du dieses Trivium ausschließen kannst, kommen wir zum marktorientierten Start skalierbarer Lösungen:

Womit beginnen? 3 einfache Entscheidungsmöglichkeiten

Kundenzentriert haben wir uns ja bereits eine Einstiegsmöglichkeit in Skalierung angeschaut. Die ersten 1-100 bzw bis 1.000 Kunden, bzw. im Optimalfall “Superfans” sollten noch nicht skaliert angegangen, sondern individuell betreut werden. Mit Skalierung von Sekunde Eins an im Hinterkopf. Doch spätestens ab der nächsten Zehnerpotenz, also ab 10.000 Kunden sollte man den Fokus auf reibungsloses skalieren legen.
Soweit der kundenzentrierte Ansatz.

Es gibt allerdings auch eine Reihe von Gründen, nicht direkt- bzw. alternierend mit einem marktzentrierten Ansatz zu beginnen. Wenn der Zielkunde z.B. noch nicht 100% klar ist, wenn nicht klar ist, wie viele Zielkunden die gewählte Nische hergeben etc.

In diesem Falle ergibt es Sinn, sich am Markt zu orientieren. Denn damit hat man eine Leitplanke welche den Praxistest bereits über längere Zeit erfolgreich bestanden hat.

Und dies geht am einfachsten nach drei Ansatzpunkten:

  1. Preis
  2. Produkt
  3. Partner

Schauen wir uns jeden dieser Punkte etwas genauer an:

Einstieg und Wachstum über Preise

Grundregel: Je teurer etwas ist, desto unwahrscheinlicher wird die Skalierung. Das gilt natürlich in Abhängigkeit vom jeweiligen Markt bzw. der individuellen Nische, ist aber eine gute Groborientierung. Ausgeklammert hierbei sind zum Beispiel Luxusmärkte, welche in der Regel einer anderen Preissensitivität unterliegen.

So gestaltest du Skalierung vom Start weg mit der Preisgestaltung:

1. Preiserhöhung:

Preiserhöhungen sorgen für klarer abgesteckte Nischen bei zeitgleich höherem Umsatz und weniger Nachfragen. Hierzu sollten allerdings a) die Produktqualität und b) die Produktart stimmen. Bei zeitgebundenen bzw. saisonalen Preisen funktioniert dies zum Beispiel nur eingeschränkt.
Preisgestaltung auf Basis des erzeugten Wertes: Einer der besten Ansätze zur Preisanpassung ist die Bindung des Preises an den Wert den das produkt für den Kunden erzeugt. Spart es dem Kunden zum Beispiel 100 Stunden Arbeit im Monat und der Kunde hat einen Stundenlohn von 100€ pro Stunde, kann das Produkt über den Daumen gepeilt um die 10.000 € kosten. Mehr dazu auch in diesem lesenswerten Artikel.

2. Preisgestaltung auf Basis der aktuellen Unternehmenssituation:

Es gibt natürlich noch eine Vielzahl weiterer Preisstrategien. Und jede davon hat ihre Berechtigung. Daher ergibt es Sinn, sich zunächst einen Überblick zu machen und dann die Strategie der aktuellen Situation anzupassen. Einen guten Einstieg bildet diese Präsentation der Universität St. Gallen.

Einstieg und Skalierung über das Produkt

Das Produkt ist neben der Vermarktung dieses Produktes einer der beiden Fundamentteile jeder Unternehmung. So auch der Skalierung. Daher ergibt es Sinn mit diesem Vektor ins skalieren zu starten. Möglichkeiten dazu sind:

Skalierbarkeit mit Fokus auf dem Produkt beginnen:

1. Produkte von Sekunde eins an mit einem “Skalierbarkeits-Mindset” erstellen.

Also schon bei der Idee, schon beim Business Model Canvas die spätere Skalierung mit einfließen lassen. Heißt: Lang vor dem ersten Prototypen, bereits vor der ersten Machbarkeitsanalyse solltest du sicherstellen, dass das finale Resultat im Erfolgsfalle auch wirklich jeden Kunden auf dem Erdball reibungslos erreichen kann.

2. Produkte so wählen / designen / planen, dass sie keine ununterbrochenen Updates oder Feedbacks benötigen.

Und falls doch, automatisierte / zentralisierte Lösungen wie zum Beispiel FAQ’s oder Chatbots einplanen.

3. Im Optimalfall mit “multipler Skalierung / Skalierbarkeit” planen:

Also zum Beispiel eine Plattform als Produkt wählen, auf welcher Kunden Produkte erstellen, die wiederum ebenfalls skalierbar sind. Digistore24 ist ein gutes Beispiel für so eine Lösung. (So nutzt das Produkt Plattformeffekte, Digitalisierungs- und Dematerialisierungseffekte etc. Faustregel hierbei: Je mehr Effekte vereint, desto besser)

Einstieg und Expansion über ausgewählte Partner

Franchising und Outsourcing haben wir ja bereits behandelt, es gibt aber auch noch andere Wege Partner gezielt im Skalierungsprozess einzusetzen. Vor allem direkt am Start.

So kannst du von Sekunde eins an Partner gezielt in deinen Skalierungsprozess einbinden:

  • Saisonal, durch Junior-Partner-Modelle oder den gezielten Einsatz von Freelancern können mit wenigen Verpflichtungen und keinen großen Verträgen wie z.B. oftmals beim Outsourcing von Sekunde Eins an Vorteile erzielt werden.
  • Skalieren mittels Skalierung: Affiliate-Marketing kann ein hervorragender Hebel zum Start sein.
  • Lizenzierung, Nutzungsrechte und andere Formen spezieller Nutzung: Ähnlich wie beim Franchising und Affiliate Marketing gilt auch in diesen Formen indirekter Vermarktung das Prinzip “Skalieren über Knotenpunkte”. Im Optimalfall ist einer dieser Knotenpunkte ein Multiplikator, dann funktioniert dieses Prinzip am besten. (Multiplikatoren sind zum Beispiel “Influencer”, also Knotenpunkte mit enormer Reichweite)

Exkurs: Skalierbarkeitsfaktoren & Skaleneffekte

Und damit kommen wir so langsam aber sicher am Ende dieses kleinen Artikels an. Was fehlt noch um ihn abzurunden? Eine Kurzübersicht über die direkten Kräfte bzw. Messpunkte welche unter den aufgeführten Modellen und Systemen liegen. Skaleneffekte.

Gehen wir also auch hier wie immer systematisch vor.

Der Skalierbarkeitsfaktor – Was sagt er und wie hilft mir das?

Da Skalierbarkeit, ganz allgemein gesprochen, das Verhältnis von Aufwand zu Nutzen beschreibt, zeigt der Skalierbarkeitsfaktor konkrete Effizienzveränderungen an. Manchmal liest man hierzu synonym auch “Skalenertrag”, “Skaleneffekt”, “Größenvorteile” oder “Größenkostenersparnisse”.

Also die Veränderung von Leistung- bzw. Mehrwert pro hinzugefügter Ressourceneinheit.

Das heißt der Skalierbarkeitsfaktor misst so genau wie ich es kann und möchte, ob meine Skalierung auch aufgeht. Also salopp gesprochen, ob ein weiterer eingesetzter Roboter auch tatsächlich zu doppelt so vielen gefertigten Teilen führt.

Der Skalierbarkeitsfaktor kann positiv oder auch negativ sein, je nachdem ob eine weitere hinzugefügte Ressource mehr oder weniger Wert hinzufügt.

Man unterscheidet dabei in drei Kategorien:

  1. Lineare Skalierbarkeit: Der Skalierungsfaktor bleibt pro hinzugefügter Einheit gleich. Ein weiterer Roboter, doppelte Leistung.
  2. Super-lineare Skalierbarkeit: Skalierungsfaktor nimmt pro hinzugefügter Einheit zu. Ein weiterer Roboter, drei- vielfache Leistung.
  3. Sub-lineare Skalierbarkeit: Skalierungsfaktor nimmt pro hinzugefügter Einheit ab.
    Ein zusätzlicher Roboter, nur anderthalbfacher, bzw. kleinerer als doppelter zusätzlicher Output.

Skaleneffekte – Wer beeinflusst hier was in welcher Form?

Wie oben bereits ausgeführt, sind Skaleneffekte mehr oder minder Synonyme für Skalierbarkeitsfaktoren. Mit dem Unterschied, dass Skaleneffekte oftmals etwas allgemeiner und weiter “von oben” betrachtet werden, während Skalierbarkeitsfaktoren ins Reich der Nachkommastellen gehen. Heißt: Selbes Prinzip, je nach Anwender und Kontext aber unterschiedlich tief angewandt.

Wie du Skaleneffekte durch den gezielten Einsatz von Technologien verstärkst

Hier wollte ich ursprünglich noch eine hypothetische und einige eigene Fallstudie diskutieren, allerdings ist dieser Artikel jetzt schon viel länger geworden, als geplant. Sollte dich dieser Teil dennoch interessieren, bist du in meinem kostenlosen Innovationswebinar richtig.

Heißt: Wenn du Fallbeispiele hören möchtest, wie ich Skalierbarkeit und skalierbare geschäftsmodelle mit Suchmaschinenoptimierung, Webdesign und E-Commerce in Form von Onlinekursen, Webinaren und Affiliate Marketing einsetze, melde dich für mein kostenloses Innovationswebinar an.

Fazit & Fragen

Skalierung, Skalierbarkeit, skalierbare Geschäftsmodelle und Skaleneffekte können im ersten Moment so verwirrend wie einschüchternd wirken.

Wenn man sich aber erst einmal mit ihnen auseinandergesetzt hat, können sie zu enormen Gewinnen für alle Beteiligten Seiten führen.

Ich hoffe ich konnte zu diesem “Aufklärungsprozess” beitragen.

Skalierbarkeit ist nicht die Lösung für alles. Aber richtig verstanden und eingesetzt kann sie ein extrem mächtiges Werkzeug bieten. Ich hoffe dieser Artikel konnte ein wenig zu diesem Verständnis beitragen.

Falls noch Fragen offen geblieben sind, gibt es ja wie gesagt auch noch mein kostenloses Innovationswebinar. Oder die FAQ mit den häufigsten Fragen gebündelt:

Was ist der Skalierungsfaktor?

Der Skalierungsfaktor ist das Verhältnis von Input zu erzieltem Output pro hinzugefügter Einheit. Also zum Beispiel ob zwei Maschinen auch tatsächlich die doppelte Leistung von einer Maschine erreichen.

Wie geht skalieren?

Skalieren geht am besten in 3 Schritten: 1. Produkt bereits mit Skalierung im Hinterkopf planen, 2. Produkt und Prozesse im kleinen ausführlich testen, 3. Fokus auf schnelle und große Verbreitung und Vermarktung des Produktes setzen.

Was ist ein skalierbares Geschäftsmodell?

Ein skalierbares Geschäftsmodell ist ein Geschäftsmodell, welches Skaleneffekte in seinem Wachstumsverlauf zulässt. Nahezu jedes digitale Geschäftsmodell ist skalierbar.

Was bedeutet skalieren?

Skalieren bedeutet mehr Output pro gleichem (hinzugefügtem) Input zu erreichen.

Exponentielles Wachstum durch Technologie und Innovation

Exponentielles Wachstum und exponentielles Denken

Dieser Artikel hat zwei Kernpunkte: Erstens soll er einen Startpunkt ins exponentielle Denken und zum Grundverständnis für exponentielles Wachstum dienen. Zweitens möchte ich mit ihm meine Sicht auf den technologischen Bereich exponentiellen Wachstums und exponentiellen Denkens im Allgemeinen geben. Let’s go!


Exponentielles Wachstum bzw. exponentielles Denken ist einer der wichtigsten Skills unserer Zeit.

Egal ob beim Geld (Stichwort Zinseszins), bei der Vorhersage von Populationsentwicklungen und Krankheitsverläufen, oder bei der Extrapolation von technologischen und damit auch gesellschaftlichen Trends. Exponentielle Verläufe ergänzend zu linearen verstehen und nutzen zu können kann sich als Schlüsselfähigkeit herausstellen. Denn sie bilden eine essentielle Grundlage für das Verständnis von aktuellen und künftigen Entwicklungen und Disruptionen aller Coleur.

In einer Zeit von künstlicher Intelligenz, CRISPR und Fusionsreaktoren ist lineares Denken in einigen Feldern nicht nur veraltet, sondern sogar gefährlich. Denn wenn ich entscheide einen Schritt nach vorn zu tun, weil ich glaube, dass ich dann einen Meter weiter den Boden berühre, mein Fuß allerdings auf dem Mond auftritt, dann kann das verheerende Folgen haben.

Aus diesem Grund möchte ich mit den nachfolgenden Zeilen eine kleine Einführung ins „exponentielle Denken“ geben und meine Sicht auf dieses darlegen. Zunächst einmal

Was ist exponentielles Wachstum?

Exponentielles Wachstum ist eine von verschiedenen Wachstumsarten.

Pur und ohne jedweden bewertenden Kontext betrachtet, ist mathematisch dargestellt folgendes:

Das ist exponentielles Wachstum

Exponentielles und lineares Wachstum im direkten Vergleich. Danke, Wikipedia. (Nein im Ernst, Wikipedia ist eine der besten Erfindungen der Menschheit!)

Oder in Tabellenform dargestellt:

Lineares Wachstum

Exponentielles Wachstum

1 1
2 2
3 4
4 8
5 16
6 32
7 64
8 128
9 256
10 512
11 1024

Was sagen uns die rote und die blaue, gestrichelte Linie?

Stell dir einen heißen und trockenen Nachmittag in der Savanne vor. Um dich herum nur ein paar karge Bäume und Sträucher, ansonsten kilometerweit nichts als flimmernde Hitze bis zum Horizont in jeder Richtung. Du schaust dich um. In etwa einem Kilometer Entfernung siehst du wie sich etwas bewegt.

Ein hungriger Tiger läuft mit gefletschten Zähnen auf dich zu.

 

Exponentielles Wachstum und der Tiger

Er läuft immer schneller und beginnt schließlich binnen weniger Sekunden auf dich zu- zu rennen.

Was tust du?

Dein Gehirn denkt, beziehungsweise handelt reflexartig auf Basis linearer Erfahrungen. Du gehst davon aus, das der Tiger erst einen, dann zwei, dann drei usw. Meter näher kommt. Bis er über dich herfällt.

Das ist die lineare Entwicklung. Diese Art des Denkens hat uns viele tausend Jahre sehr gute Dienste geleistet. Sei es um die Welt der nächsten zehn Jahre zu visualisieren. Sei es vor hungrigen Tigern zu entkommen. Das ist die blaue, gestrichelte Linie.

Exponentiell hingegen bedeutet, dass der Tiger mit jeder Bewegung erst einen, dann zwei, dann vier und dann acht Schritte näher kommt. Oder anders formuliert:

Nach elf Schritten steht der Tiger direkt vor dir. 

Elf Schritte. In etwa der Zeit, die du brauchst um den Tiger zu bemerken und dir einen Plan zu machen, ist er bereits bei dir und du kannst seinen heißen Atem direkt in deinem Gesicht spüren.

Das ist exponentielles Wachstum. Die rote Linie.

Eine ziemlich gute und weniger gefährliche Veranschaulichung von exponentiellem Wachstum hat  hat Peter Diamandis in einem seiner TED Talks gegeben:

https://www.ted.com/talks/peter_diamandis_abundance_is_our_future?language=de

Ein weiterer Verfechter dieser These, wenn auch aus einem völlig anderen Gebiet, ist Ian Morris. Dieser hat mit seinem Buch “Wer regiert die Welt” die gesellschaftliche Entwicklung untersucht und kommt zu einem ähnlichen Fazit wie Diamandis. Diese beiden stellen gute Eckpfeiler zum Start ins exponentielle Denken dar. Und zum Verständnis exponentiellen Wachstums generell, weil man so nicht im abstrakten bleibt.

Exponentielles Wachstum und die Entwicklung der Menschheit nach Ian Morris

Doch eins nach dem anderen. Wenn exponentielles Wachstum so elementar ist, in welchen Feldern begegnet es uns dann?

Exponentielles Wachstum – Wo und warum?

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Felder in denen exponentielles Wachstum relevant ist, vor allem aber in folgenden dreien:

  • Mathematisch
  • Wirtschaftlich
  • Technologisch

Ich beziehe mich hier auf den technologischen Teil des exponentiellen Wachstums.

Dabei sind vor allem Moores Law, Roses Law, Wrights Law und Goddard’s Law relevant. [Hier ist eine gute Übersicht zu diesen)

Vor allem zu Moores Law gibt es mittlerweile mehr Artikel und Informationen als man verlinken kann, daher hier ein etwas seltener genutztes Beispiel zur Veranschaulichung, Roses Law:

Exponentielles Wachstum am Beispiel der Quantentechnologie.

Roses Law beschreibt exponentielles Wachstum für Quantentechnologie, genauer die Anzahl von Qubits pro Rechner pro Zeit. Hier in logarithmischer Darstellung. Quelle öffnet sich beim Klick auf’s Bild.

Dieses besagt, grob gesprochen, dass die Anzahl der nutzbaren Qubits pro Fläche über die Zeit exponentiell steigt. Also sehr ähnlich Gordon Moores Gesetz zur Rechnerleistung und der Anzahl von Transistoren. Wer in dem Gebiet tiefer drin steckt, dem brauch ich jetzt nichts weiter zu erläutern, für alle die dies zum ersten Mal hören, eine kleine Übersicht:

Was

Aussage

Moores Law

Anzahl der Transistoren pro Chip verdoppelt sich in Zeit x.

Roses Law Anzahl der QBits pro Chip verdoppelt sich in Zeit x.
Wrights Law Je mehr wir produzieren, desto stärker sinken die Preise des produzierten. Denn je mehr wir etwas produzieren, desto besser verstehen und verbessern wir es.
Goddard’s Law Stückkosten sinken im gleichen Maße wie die Produktion steigt.

Mich interessiert vor allem deren Auswirkungen und Interpretation.

Ich glaube, dass einzelne Effekte enorm viel im Mikrokosmos bewirken können. Wenn man diese Effekte nun auf eine ganze Gesellschaft oder gar die Welt hochskaliert, wird exponentielles Wachstum in verschiedensten technologieverwebten Bereichen gerade Mal die Ausgangslage der letzten Kicks gewesen sein.

Nachdem wir exponentielles Wachstum betrachtet haben, schauen wir uns an, was dieses für unseren Alltag bedeutet. Denn es führt direkt zu einer ungewohnten Denkform,

Exponentielles Denken

Exponentielles Denken besteht für mich aus zwei Skills:

  1. Verständnis für aktuelle und kommende Entwicklungen. Seien sie technologischer, wissenschaftlicher oder gesellschaftlicher Art.
  2. Extrapolation und Vorausschau auf Basis dieses Wissens. Ein Gefühl für die Welt in der wir leben (werden).

Was bedeutet das konkret? Wenn ich weiß, was auf uns zukommt, sowohl global, lokal, digital und analog, dann kann ich handeln. Wenn ich befähigt bin zu handeln, kann ich in mich hineinschauen und mich fragen, was ich tun möchte um mich selbst zu erfüllen und die Welt besser zu machen. Und dann tue ich einfach.

Lineares und exponentielles Wachstum verstehen

Mit diesem Wissen und Verständnis ist die Kombination aus Leidenschaft und Kontinuität das, was die Welt verändert. Oder um es mit Paolo Coelho zu sagen:

Du veränderst die Welt durch dein Vorbild. Nicht durch deine Meinung.

Mehr zu exponentiellem Denken (vor allem in Englisch) findest du hier, hier, hier und hier.

Exponentielles Denken ist nicht ganz einfach, zu Beginn kontraintuitiv und zunächst ungewohnt, hilft aber enorm. Da auch der Mensch sich exponentiell entwickelt hat und dementsprechend Probleme wie der Klimawandel nur noch exponentiell zu verstehen sind, ist diese Art des Denkens essentiell.

Nachdem wir jetzt also wissen was exponentielles Wachstum und Denken ist, möchte ich hier meine eigenen Gedanken zu diesem Thema niederschreiben. Denn ich glaube, exponentielles Wachstum in verschiedenen Feldern zur gleichen Zeit führt zu einigen interessanten und zu wenig / gar nicht betrachteten Effekten. Was meine ich damit?

Meine These zum technologischen exponentiellen Wachstum

Mal angenommen wir folgen dem von Ray Kurzweil und Kollegen skizzierten Pfad aktuell. (Ray Kurzweil war einer der ersten, der exponentielles Wachstum auf Technologien übertragen und Thesen daraus entwickelt hat. Er ist auch einer der bekanntesten Denker zum Thema)

Dann übersehen er und seine geschätzten Kollegen meiner Meinung nach (mindestens) sechs gravierende Faktoren bei Ihren Prognosen:

  1. Die richtigen Werkzeuge
  2. Ausbrecher
  3. Starke Wechselwirkungen
  4. Autarkie
  5. Motivation
  6. Wettbewerb, Freizeit, Erfüllung & Harmonie und multiple Synergien

Es stimmt, Sie haben Ihre eigenen Prognosen zum Teil bereits korrigiert, da der Fortschritt schneller vonstatten geht, als gedacht, dennoch fehlen die hier angebrachten Punkte in Ihrer Betrachtung nach wie vor.

Schauen wir uns Schritt für Schritt an, was jeder dieser Faktoren mit exponentiellem Wachstum in der Technologie, Komplexität und dem Fortschritt generell zu tun hat:

1. Die richtigen Werkzeuge 🔩

Mit den richtigen Werkzeugen ist exponentielles Wachstum erst der AnfangDas Erste was ich an der Betrachtung der Ausgangslage der Singularität zu bemängeln habe, ist die beinahe ausschließlich makroökonomische Betrachtung des ganzen.

Obwohl ausgehend von u.a. vielen Einzelleistungen als Nachweis der Richtigkeit.

Systemisch betrachtet mag es zum jetzigen Zeitpunkt stimmen, gewisse Kurven bewegen sich mit einiger Genauigkeit prognostizierbar. Doch dabei werden schlicht bestehende Trends fortgeschrieben und geringfügig adjustiert.

Was in dieser Betrachtung von oben fehlt, ist die Phantasie des Mikromaßstabs.

Wenn auch nur ein Prozent mehr der aktuellen Weltbevölkerung 50% der aktuell verfügbaren Möglichkeiten nutzen würde, sähe das exponentielle Wachstum in nahezu jedem denkbaren Bereich anders aus.

Mit aktuell verfügbaren Möglichkeiten meine ich zum Beispiel Bücher, Blogs, Youtubekanäle etc. – All das was ich auf meiner Ressourcenseite aufgeführt habe und noch mehr in dieser Richtung.

So etwas wie ein digitaler Inkubator, von jedem Ort der Welt aus verfügbar, würde auf die richtigen Geister und Möglichkeiten treffend, die Kurve des exponentiellen Wachstums stark verändern.

Betrachtet man dann noch die Theorie der Disruption, so erscheint ein wesentlich schnelleres und gravierenderes Bild des Umbruchs und Fortschritts.

Wenn besagte potenzielle Innovatoren auf das richtige Netzwerk treffen (Mitarbeiter, Investoren, Infrastruktur, Crowdfunding etc.) und die richtigen Projekte realisieren (man stelle sich ein Pokemon Go für Zukunftstechnologien vor), werden viele Dinge auf den Kopf gestellt.

Ich glaube das wenn die richtigen Informationen, die richtigen Prozesse und vereinfachende Methoden den richtigen Leuten (Jeder der Interesse an einer neuen Technologie hat und damit etwas hin zum positiven bewegen möchte, aus welchem Motiv auch immer – Ein Knowledgeman) zur Verfügung stehen und richtig angewandt werden, kann sich schon allein dadurch viel ändern.

Denn aktuell gibt es viel zu viele Informationen, und man weiß nie vorher was man wirklich brauchen kann ,bevor man nicht selbst viel Zeit darin investiert hat.

Kombiniert man diese Subthese mit der Tipping Point Theorie von Malcolm Gladwell, so bedeutet dies eine potenzielle Verfielfachung des möglichen Impacts sehr weniger.

Was die eine Frage offen lässt: Wie verwandeln wir Potenzial in Realität?

In kurz: Wenn die richtigen Leute die richtigen Mittel in die Hand bekommen schaffen wir so die richtigen Werkzeuge um mit sehr wenig Aufwand einen gigantischen positiven Ertrag für die Zukunft der Menschheit zu erzeugen.

2. Ausbrecher 🔑

Ausbrecher-Technologien stellen das exponentielle Wachstum auf den KopfAusbrecher sind für mich hier Technologien wie z.B. der Hochtemperatur-Supraleiter oder erste Produkte der Pico- oder Femtotechnologie welche in der Massenanwendung nicht wirklich mehr so weit weg scheinen wie man vielleicht glauben mag.

Wenn eine solche Technologie, bzw. eine solche Technologieklassen-Grundlage kommt, dann bricht wahrscheinlich das Innovations- Wirtschafts- und Wohlstandswachstum kurzzeitig stark nach oben aus.

Warum? Schauen wir uns das Beispiel Nanotechnologie an. (Wobei Nanotechnologie in diesem Rahmen als sämtliche Technologie im Nanobereich gesehen wird)

Nanotechnologie ist der Treiber der Großteils unseres Fortschritts. Von Computerplatinen über Quantencomputer und Metamaterialen bis hin zu Technologien wie CRISPR sind mittlerweile geschätzt 80% aller relevanten und vielversprechenden Fortschritte im Nanobereich angesiedelt.

Und da der Aufbruch in neue Skalen nach unten wie nach oben im Laufe der Menschheitsgeschichte kontinuierlich für eine gigantische Vielzahl an Innovationen gesorgt hat, wird das hier nicht anders sein.

Exponentielles Wachstum wird durch Ausbrecher multipel überexponentiell wenn man es in einem Satz zusammenfassen sollte.

Ich stimme mit Michiu Kaku in der These überein, dass die größten Fortschritte durch Entwicklungen in einem oder mehreren von drei Gebieten geschehen:

  1. Logistik
  2. Energieversorgung
  3. Kommunikation

Meine ausführliche Begründung dafür findest du hier.

Ausbrechertechnologien bieten die technologische Grundlage, die wissenschaftliche und theoretische Infrastruktur für Innovationen in sämtlichen Gebieten.

Und obwohl viele Experten, Kurzweil inbegriffen, Ihre Prognosen inzwischen immer wieder selbst nach oben korrigieren, übersehen sie meiner Meinung nach diese grundlegenden Potentiale.

Diese geschehen oftmals in Details, doch es ist nicht ausgeschlossen, schon gar nicht im Rahmen eines potenziellen kalten KI-Krieges, dass so etwas in einer Technologie über eine Ausbrechertechnologie in den nächsten Jahren passiert.

In kurz: Ausbrecher sind Grundlagen für- und Klassen von Technologien die an sich bereits enormes Potenzial bergen, in Ihrem Kielwasser allerdings zusätzlich gigantisches Disruptionspotenzial mit sich bringen.

3. Starke Wechselwirkungen 🧲

Starke Wechselwirkungen und exponentielles WachstumBei der Lektüre seines Buches „Menschheit 2.0“ ist mir aufgefallen, dass Ray Kurzweil vermutlich nur „schwache“ Wechselwirkungen zwischen den Wissenschaftsdisziplinen voraussetzt, dass heißt zwar durchaus gegenseitige Befruchtungen, aber nichts was den „smoothen skizzierten trend“ verändert.

Wenn aber eine Technologie wie zb ein neues Material (überall sind materialien die grundlage und wichtig) oder ein neuer, vereinfachender prozess (der überall angewandt werden kann und deutliche effizienzsprünge erlaubt) implementiert wird, wirkt sich das ja quer durch alle disziplinen positiv aus

Aktuell wunderbar zu sehen, da wir quasi live dabei zu sehen können wie eine einzige entwicklung dutzende wenn nicht hunderte disziplinen auf einmal umwälzt.

Die rede ist von Graphen und den ihm folgenden einatomlagigen Materialderivaten wie Silicen

4. Autarkie & Potentialentfaltung 💡

Autarkie und Potentialentfaltung im Zeitalter exponentiellen WachstumsWir haben mittlerweile die Technologie jeden menschen in jedem seiner Aktiotope autark zu machen.

Schauen wir uns kurz die damit verbundenen Implikationen an:

  • Autarkie befriedigt automatisiert die Grundbedürfnisse des Nutzers
  • Dadurch wird dessen Freiheit, Unabhängigkeit, Sicherheit und Freiheit statt wie bisher intersubjektiv jetzt materiell garantiert
  • Dadurch entsteht die Grundlage für freie und intrinsisch motivierte Handlungen
  • Richtig genutzt, befähigt und kanalysiert kann so jeder genau das tun, was ihn glücklich macht
  • Dadurch wird das Kollektiv glücklich und der Fortschritt maximiert, da sich jeder Einzelne entfalten und mit anderen zusammenarbeiten kann und somit statt das Zwang und Druck aus Freude und Neugier “gearbeitet” wird
  • Autarkie ist die beste denkbare Möglichkeit Glück und Fortschritt gleichermaßen zu maximieren während zeitgleich die meisten der aktuellen größten Probleme gelöst werden

Detaillierter gehe ich auf meiner Seite zum Thema Autarkie wie auch in meinem Buch auf meine Idee der individuellen Autarkie ein.

In kurz: Autarkie ermöglicht materiell garantierte Sicherheit, Freiheit und Unabhängigkeit des Anwenders. Die richtigen Umgebungsparameter vorausgesetzt kann sich dieser frei entfalten und somit aus Spaß am kollektiven Fortschritt mitwirken. Dies wird das Nettoglück der Menschheit ebenso wie deren Fortschritt vielfach multiplizieren.

Doch damit nicht genug, nun hat der Nutzer theoretisch die zeit und die Chance sich selbst zu entfalten und in vollkommener Freude selbst zu vollenden, doch wie, ohne eine gewisse Führung? Aus Leere wird nur im subatomaren raum direkt etwas, und das auch dort nur kurz.

Und daraus resultierend: der Faktor Spaß

5. Motivation 🏃

Exponentielles Wachstum und MotivationIn der heutigen Gesellschaft trifft man viel, viel viel VIEL zu wenige positiv gestimmte Menschen!

Doch was wenn sich das ändert? Schon heute kann ein Einzelner oder eine kleine Gruppe motivierter Individuen die Welt auf den Kopf stellen. Man denke nur an die Gründer der heute größten Internetunternehmen oder Menschen wie ihn oder Sie oder Sie

Die hatten Spaß und waren wissbegierig in ihren Gebieten!

Was passiert wenn man den Anteil dieser Menschen von einem Zehntel Prozent der Weltbevölkerung auf eines bringt? Oder 5? Oder 50? 

Generell stellt das die Frage nach den Auswirkungen von psychologischen Veränderungen, ray geht davon aus das alles geistig so bleibt wie es ist, was aber wenn die fröhlichen, interessierten und wirklich gebildeten menschen nun auch noch anreize wie einen Wettbewerb bekommen? Etwas das die meisten aufgrund evolutionärer (du oder ich) Prozesse sehr effektiv zu motivieren imstande ist.

Ich glaube auch das wirkt zusätzlich multipikativ auf all das oben genannte.

Du siehst, ich glaube das mehr drin ist als das was uns viele Techno-Optimisten erzählen. Und ich möchte es ermöglichen.

Und was wenn all diese menschen noch vernetzt sind und gemeinsam mit spaß an fortschritt und glück arbeiten?

All dies bringt mich zur formulierung meiner Ausgangsthese, wenn all diese Faktoren zusammenkommen, wächst das exponentielle wachstum, und wenn auch nur kurzfristig und verzögert, nochmals exponentiell. Warum?

Weil mittlerweile jeder Mensch einfach dinge tun (und das teilweise effektiver! erkläre ich detailliert in einem meiner kurs warum) kann die bis vor kurzem firmen, universitäten oder staaten vorenthalten waren. Weil er dank netzwerken und schnellen produktionsmethoden sowie effektiven Transportunternehmen binnen wochen und monaten die welt damit umkrempeln kann. Weil: siehe oben.

 

6. Wettbewerb & Freizeit, Erfüllung und Harmonie 🥅

Exponentielles Wachstum plus Wettbewerbe und Freizeit

Wettbewerbseinfluss.

Perfektes beispiel sind die im rahmen des XPRIZE gemachten fortschritte. Die raumfahrt wurde und wird dank ihm privatisiert, ich finde das kann man für sich genommen schon stehen lassen.

Freizeit und Stressfreiheit:

Abseits von weniger stress, was sich konkret u.a. In längerer lebensdauer niederschlägt, kann ein durchschnittlicher arbeitnehmer heute nach min. 8h arbeit und ca 2stunden hin/rückfahrt, terminen und einkäufen sowie der essenszubereitung, ggf. Dem partner und kindern, sport und andere hobbies im bestfall, und evtl. Noch etwas entspannung heute ca 1-3 stunden maximal pro tag für eine leidenschaft nutzen.

Dies wird sich allein dank autarkie mindestens exponentiell erweitern auf bis zu 11h/tag wenn gewollt oder 15h/tag wenn wirklich eine obszession beginnt.

Was heißt das für dich?

  1. Halte stets Ausschau nach Bereichen die mit Daten in Berührung kommen.
  2. Extrapoliere exponentiell. Siehe Abschnitt exponentielles Denken und hier bei Wait but Why
  3. Bilde und ggf. investiere in exponentielle Bereiche.

Im Optimalfall in Bereiche die interdisziplinäres Wissen benötigen, disruptives Potenzial bieten und multiple Bereiche betreffen. Zum Beispiel augmented / virtual Reality: Diese Technologien lassen sich nahezu mit allem kombinieren und überall einsetzen.

Ich glaube die nächsten „Big 5“ sind Next Level Computing Systeme, 3D- & 4D-Druck, Robotics, Next Level Energy Systeme und Künstliche Intelligenz. (Was künstliche Intelligenz ist, erfährst du hier)

Fazit:

  1. Faktoren wie den von peter Diamandis oftmals beschworenen Wettbewerbseinfluss, tipping points wie von Malcolm Gladwell beschrieben oder hier gar nicht weiter ausgeführten Nebeneffekten der oben genannten Faktoren gar nicht einberechnet. (Da diese zweifelsohne gewichtig sein mögen, aber nicht in der gleichen Skala meiner Meinung nach)
  2. Mit den richtigen Werkzeugen geht alles besser
  3. Mehr erfüllte Menschen führen zu besserer Technologie führt zu mehr erfüllten Menschen. Siehe hierzu auch das sehr gut gemachte Video von Kurzgesagt.

Es ist, wie sowieso immer, alles eine Frage der Allokation. In diesem Falle allerdings konkret der Human Ressources, da jeder Mensch der an „falschen“ bzw. „negativen“ Technologien arbeitet, dort weg- und zur Entwicklung

 

Wie siehst du das ganze?