Mensch gegen Maschine und künstliche Intelligenz vs Mensch

Mensch vs. Maschine / Mensch vs. künstliche Intelligenz

Mensch gegen Maschine. Ein Kampf nahezu so alt wie die Menschheit selbst.

Von den alten Griechen noch größtenteils philosophisch betrachtet ist der Wettbewerb Mensch vs. Maschine spätestens seit der industriellen Revolution in vollem Gange.

Erst wurde Muskelkraft durch Dampf, Stahl und Elektrizität überflüssig gemacht.

Jetzt jedoch geht der Kampf in seine nächste Runde:

 

Künstliche Intelligenz vs. Mensch: Algorithmus gegen Gehirn

Seit dem Aufkommen immer intelligenterer Algorithmen, immer größerer Datenmengen und Erfindungen wie dem Machine Learning stellt sich die alte Frage so dringlich wie nie zuvor:

Kann der Mensch den Kampf gegen die Maschine gewinnen?

… Bzw. ihn überhaupt führen? Länger als eine Runde?

Wie eine Reihe kluger Analysten anmerken, ist die Frage bereits schwierig bis falsch. Doch darum soll es hier und heute nicht gehen. Ich habe im Rahmen einer meiner Kurse endlich aus vielen Büchern, Tabellen und anderen Quellen ein paar Infografiken gebaut, welche Antworten auf einige Aspekte dieses epischen Kampfes geben können.

 

Hier kannst du dir diese Infografiken anschauen:

(Klick auf das Bild führt zur Version in maximaler Auflösung)

#1:

#2:

#3:

#4:

#5:

Wenn du diese Grafiken lieber ausdrucken möchtest, hast du sie hier auch nochmal in einer handlichen PDF zusammengefasst:

(Klick auf den Link führt zur PDF)

Biologische und künstliche Intelligenz im Direktvergleich

Wichtiger Hinweis zur Interpretation der Bilder und darin enthaltenen Daten:

Einige der Daten auf Maschinenseite sind Schätzungen, Extrapolationen oder Daten spezifischer Zeitpunkte aus der Vergangenheit. Doch selbst wenn die tatsächlichen Daten um mehrere Zehnerpotenzen nach oben oder unten abweichen sollten, spielt dies keine Rolle. Der Unterschied ist in jedem Szenario zu groß.

 

Mensch gegen Maschine: Und die Hardware?

Zur Physis muss an dieser Stelle wahrscheinlich nicht viel gesagt werden. In den Infografiken habe ich diesen Punkt außerdem bereits angesprochen. Es gibt keine denkbare Dimension, in der Menschen Maschinen noch rein mechanisch im direkten, vordefinierten Wettbewerb besiegen können.

Maschinen sind schneller, stärker, präziser, ausdauernder etc.

Von daher heißt es hier ganz klar: 2:0 für die Maschine.

 

Mensch gegen Maschine: Und was bleibt dann noch?

Das klingt, so gegeneinander aufgetragen möglicherweise etwas ernüchternd. Was bleibt dann noch für den Menschen über, wenn Maschinen alles besser können?

Das wichtigste: Das menschliche selbst. Das soziale. Das gemeinsame. Das emotionale, das abenteuerliche, das aufregende, das spannende, spaßige, großartig intensive. Das Leben.

Wenn wir Maschinen richtig einsetzen, bieten diese uns die Möglichkeit, in exakt der Welt zu leben, in der wir leben möchten. Alle von uns. Frei, Sicher, Glücklich und nur zur Entfaltung auf der Welt.

Und dann heißt es nicht mehr Mensch gegen Maschine. Sondern Mensch dank Maschine.

 

Das ist eine Aussicht, dank der mir Automatisierung nicht schnell genug gehen kann.

 

Wie siehst du das?

100 year in one

How to create the progress of the next 100 years in just one year.

Ich bin zum Jahresausklang über das neueste Video von Boston Dynamics gestolpert. Und wie die meisten Zuschauer hat auch mich dieses Video zum Nachdenken angeregt.

 

Konkret habe ich mir die Frage gestellt, warum wir nicht den (extrapolierten) Fortschritt der nächsten ~100 Jahre einfach in diesem Jahr, in 2021 „vorziehen“. Konkret ging mir folgendes durch den Kopf, welches ich unformatiert hier wiedergebe:

 

Motivation: first company who does it right, will dominante its niche and others more and more.
Recipe:
  1. A low code / no code Version like Zapier of a
  2. „Basic AGI“ like MuZero
  3. Open Source it on github
  4. Promote it through a few key influencer in the right fields
  5. Give a manual on how to implement the AI like the one from Andrew Ng.
  6. Optional: combine it with a open source blueprint of a 3D printed robot like the one from the MIT (and/or a open source of atlas from Boston dynamics)
There we have it.
So my question is: why are we not just doing this? And: what am i missing? (As it seems so obvious to do this to me)
Wenn du, lieber Leser, eine Antwort und / oder einen spannenden Gedanken dazu hast, schreib mir gern einen Kommentar.
In any case:
Let’s have a blast of a new year 🙂
technologische Singularität

Die Singularität

Im heutigen Artikel geht es um die technologische Singularität. Warum diese so heißt, was dahintersteckt und was uns daraus resultierend möglicherweise erwartet. Und warum wir möglicherweise bereits inmitten einer technologischen Singularität sind. (Schritt für Schritt, eine Disruption nach der anderen)

Legen wir los:

Was bedeutet Singularität?

Die Singularität ist ein Punkt, hinter den man nicht schauen kann. In der Physik zum Beispiel der Ereignishorizont eines schwarzen Loches. In unserer Betrachtung bedeutet dies, dass wir an einen Punkt der technologischen Entwicklung kommen, an dem die Menschheit abgehangen ist.

Angenommen eine Künstliche Intelligenz entwickelt sich kontinuierlich, exponenziell weiter. (Was eine KI ist, erfährst du hier) Dann kommt irgendwann der Punkt, an dem sich selbst die schlausten Menschen, egal wie viele, nur noch fragen und erahnen können, was als nächstes passiert. Die technologische Singularität hat viele Überschneidungspunkte mit Tipping Points, Punkten konstanter Entwicklung, die auf einmal unvorhergesehen weitergehen. Vielleicht eignet sich daher die Erläuterung von Tipping Points, um die technologische Singularität etwas fassbarer zu machen.

Schauen wir uns folgendes an: (Malcolm Gladwell, der Erdenker der Tipping Point Theorie hat dieses Beispiel als erster gebracht.)

technologische Singularität am Beispiel eines Tipping Points

Dies ist die Mordrate in New York City auf einem Graphen. Wir sehen hier den kontinuierlichen, bis 1970 sogar naherzu exponentiell ansteigenden Verlauf der Grafik.

Dann haben wir Anfang der 70er Jahre den ersten kleinen Tipping Point. Ich möchte hier gar nicht näher auf die Hintergründe eingehen, es geht mir nur um die Verlaufsbetrachtung.

Der Graph steigt wieder langsam aber sicher und nahezu vorhersehbar bis 1990 an.

Dann, mit einem Mal, sackt er komplett ab. Der Tipping Point war erreicht.

Ähnlich kann die technologische Singularität eintreten. Jetzt aber spezifischer:

Was ist die technologische Singularität?

technologische Singularität

Der Begriff „technologische Singularität“ wird sehr oft in Verbindung mit dem Transhumanismus genannt, und ist definitiv eng mit diesem verwoben.

Hierbeit spalten sich allerdings viele transhumane Gemüter, die Einstellung zur technologischen Singularität reichen von „Ziel, dass wir so schnell wie möglich, um jeden Preis erreichen müssen“ über „Ziel, dass es zu erreichen gilt, allerdings in wohlüberlegten und ggf. regulierten Bahnen“ bis hin zu „Es ist wahrscheinlich, dass sie in den nächsten Jahrzehnten eintreten wird und aufgrund der sich daraus ergebenden positiven Möglichkeiten sollten wir diese Chance entsprechend wahrnehmen“.

Und selbst um den genauen Inhalt dieser technologischen Singularität wird oft debattiert. So wird diese von den meisten Transhumanisten als ein Ereignis verstanden, bei dem Technik sich von selbst schneller weiterentwickelt, als dass der (unveränderte) Mensch ihm noch folgen kann geschweige denn ihn versteht. Es gibt allerdings auch andere Interpretationen, z.B. dass Technik die Welt an sich bzw. die Komplexität dieser so schnell bzw. stark verändert, dass immer weniger Menschen dieser Veränderung folgen können. Legt man diese Interpretation der „langsamen technologischen Singularität“ zugrunde, kann man argumentieren, dass diese bereits seit aufkommen des Internets besteht und kontinuierlich fortschreitet. Denn bereits heute hat eine wachsende Anzahl Menschen kein tiefergehendes Verständnis mehr von vielen Teilen Ihres Alltags.

Doch ebenso wie die „klassische“ These zur technologischen Singularität ist auch diese lediglich eine mögliche Extrapolation von ausgewählten Trends. Ebenso wie die Möglichkeit besteht, dass das exponentielle Wachstum, welches die Grundlage für die These der technologischen Singularität bildet, sich jederzeit verändert, ebenso kann es sein, dass mehr und mehr Menschen ein tieferes Verständnis für die aktuellen Entwicklungen bekommen.

Jede Art der humanspezischen Singularität zeichnet sich durch 2 Dinge aus:

  1. Sie übersteigt die kognitive Kapazität des Homo sapiens Sapiens um ein Vielfaches
  2. Sie tritt nicht im Zuge „normaler“ (vorhersehbarer und deterministischer) Evolution auf

Die “schnelle” Singularität

Wie oben beschrieben, der aus dem Nichts kommende Tipping Point, hinter den keiner mehr schauen kann. Schön in diesem Artikel des Spiegels beschrieben.

Die “langsame” Singularität

Es gibt nachvollziehbare Meinungen das wir mitten in einer langsamen Singularität sind, denn mehr und mehr Menschen verlieren jeden Tag den Anschluss an die Geschwindigkeit der aktuellen Entwicklung.

Nun gibt es Gegenstimmen die sagen, solang man theoretisch noch etwas dagegen tun könnte, zum Beispiel einfach lernen, ist dies nicht gegeben.

Aber nur weil man könnte, heißt es nicht man kann. Theoretisch könnte man bei der technologischen Singularität auch einfach sein Hirn mit einer künstlichen Intelligenz kombinieren. Macht sie das jedoch weniger wirksam auf diejenigen, welche das nicht tun? Und um die geht es.

 

Welche Arten (potenzieller) technologischer Singularitäten gibt es?

Absehbar sind aktuell (mir bekannt) die folgenden:

  1. Rapid Evolution: Wie in diesem TED-Talk ausgeführt könnten wir uns unter Umständen schneller zu entwickeln beginnen. Was unsere Innovationsfähigkeiten steigert. Den Rest kannst du dir denken 😉
  2. Rapid Brain Progress: Ähnlich wie bei Punkt 1 nur das es hier ausschließlich auf das Gehirn ankommt. Rapid Evoltion kann auch zu Vorteilen wie dem eines opponierbaren Daumens führen. Oder einem effizienteren Stoffwechsel. Oder besserer Sehkraft was mehr Kreativität und Experimentieren nach sich ziehen kann Etc. Hier geht es nur um Gehirnleistung.
  3. Schwarmintelligenz / Hivemind: Sollten Menschen und/oder Computer wie „Eins“ agieren, kann das zu emergenten Phänomenen führen.
  4. Synthetische Lebewesen, zum Beispiel auf Basis von Silizium statt Kohlenstoff. (auch wenn mir die möglichen Einwände bekannt sind) Diese könnten zum Beispiel durch synthetische Evolution, also Design am Computer und dann einer schnellen Entwicklung entstehen. Oder indem sie sich von selbst zusammensetzen, nur im Nanomaßstab oder darunter.
  5. Rekursive Verbesserung, also die selbstverstärkende Schleife eines Systems, welches sich selbst verbessert und dadurch immer schneller immer besser wird. Bester Kandidat dafür aktuell: Künstliche Intelligenz.
  6. Echtzeit-Updates„: Vorstellbar ist auch ein Netzwerk, in welchem alle Fortschritte der Menschheit in Echtzeit zusammengetragen werden. Also das Forschungssystem aktuell auf Steroiden + Crowdscience. Von mir weiter ausgeführt an anderer Stelle unter der Bezeichnung „100-x-System“.
  7. Emergenz: Entweder in Form von „bewusstem Internet“, also der Theorie, dass genügend Internet-Knoten ab einem Punkt x zur Entwicklung höherer „Sphären“ führen. Oder, ganz simpel, durch rohe Masse an Transistoren. Diese übersteigen dann die menschlichen Verarbeitungsfähigkeiten im Äquivalent einfach nur durch pure Anzahl. Und wenn Bewusstsein und Intelligenz nur durch genügend „Schaltungen“, beim Menschen Neuronen, entstehen, ist das ein zielsicherer Kandidat. Zumal auf die aktuelle Rechentechnik ja bereits ein halbes Dutzend potenzieller, noch bessere Nachfolger bereitstehen. (Quantencomputer, optische Computer, Biocomputer, 3D-Chips etc.)

Quelle: https://medium.com/@Jamagax/la-singularidad-todos-los-cerebros-de-la-humanidad-en-una-laptop-de-1000-usd-4dae22a95313 Siehe dazu auch diesen Beitrag.

 

Was denkst du zum Thema Singularität? Wann glaubst du wird sie eintreten? Ich bin gespannt auf deine Meinung!