Skalierbarkeit – Was ist das und wie kann ich es nutzen?

Skalierbarkeit: In diesem Artikel entzaubere und erkläre ich einen der für viele mysteriösen Effekt der digitalen Transformation. Eine der zentralen Eigenschaften  von Disruption und disruptiven Innovationen.

Was es mit Skalierbarkeit auf sich hat, warum skalierbare Geschäftsmodelle aus verschiedenen Gründen sehr sinnvoll sein können und welche Arten von Skaleneffekten es gibt: Jetzt hier.

Was bedeutet „skalierbar“?

Fangen wir also systematisch am Anfang an. Was bedeutet Skalierbarkeit?
Um uns dieser Frage bestmöglich anzunähern, beginnen wir mit einer Definition. Und zwar einer, die so einfach und runtergebrochen wie irgend möglich ist. Im Optimalfall nahe an den Naturgesetzen. Geht das? Let’s see:

(Eine sehr reduzierte) Skalierbarkeit Definition

Wenn man sich tiefer mit dem Thema auseinandersetzt, findet man sehr viele Ansätze für eine Skalierbarkeit Definition. Die einen betrachten das Ganze aus der Perspektive der klassischen Wirtschaft, die nächsten vor allem vom Standpunkt des Venture-Capitals und wieder andere aus Sicht der Informatik.
Daher versuche ich die Basis all dieser Definitionsversuche zu bilden. Indem ich mich über die Physik anpirsche. Aber systematisch. Maximal heruntergebrochen bedeutet Skalierbarkeit:

  • (Potenziell exponentielles) resultierendes Wachstum entkoppelt von eingesetzten Ressourcen (Zeit, Geld, Arbeitsstunden, Maschinen etc.).
  • Je stärker diese Entkopplung, desto skalierbarer.
  • Ganz allgemein gesprochen ist Skalierbarkeit also die Entkopplung des Verhältnisses von Input zu Output. (Bzw. Leistung pro Zeit.)

Heißt, am Beispiel einer KFZ-Werkstatt vs. einem Anbieter digitaler Wissensinhalte:

Skalierbarkeit am Beispiel verschiedener Geschäftsmodelle

Was genau das bedeutet und warum das so funktioniert, dazu mehr weiter unten.

Skalierbarkeit ist aus einer Perspektive also ein Ansatz den “heiligen Gral” der Effizienz zu bergen: Maximale Ergebnisse bei minimalem Einsatz von Zeit / Energie. Oder, etwas wirtschaftlicher gesprochen: ein Wachstum über das “klassische” Maximum aus Vollauslastung bei maximaler Vergütung hinaus.

Ein praktikabler erster Ansatz für eine Skalierbarkeit Definition. Und jetzt kommt die Physik ins Spiel:

Skalierbar bedeutet Bits statt Atome. Sobald etwas dematerialisiert wird, bekommt es meist gute Chancen skalierbar zu werden. Einfach aufgrund der Eigenschaften von Information im Gegensatz zu Materie:

Information

  • (nahezu) masselos
  • Netzwerkeffekte können auftreten
  • (nahezu) kostenlos kopierbar in perfekter Qualität
  • Instantan zustellbar
  • Knotenpunkteffekte können auftreten
  • Präzise und automatisiert Messbar

Materie

  • Massereich
  • Kopierbarkeit benötigt nahezu 1:1 die gleichen Ressourcen
  • Bewegungsgeschwindigkeit ist limitiert
  • Benötigt zur Messung zusätzlichen Aufwand

Oder anders formuliert:

Skalierbarkeit kommt durch die Andersartigkeit von Information im Vergleich zu Materie zustande.

Klingt immer noch ziemlich abstrakt oder? Machen wir es konkret anhand des zentralen Unterschiedes welcher die Hauptursache für Skaleneffekte ist. Die oben genannte Masse bzw. Masselosigkeit. Welches Beispiel könnte besser dazu geeignet sein als das Weltwissen selbst? Starten wir also mit zwei einfachen Fragen:

  1. Wie viel wiegen alle Bücher der Welt?
  2. Wie viel wiegt das Internet?

Wie schwer sind alle Bücher der Welt?

Macht also mehr als 44.154 Tonnen Bücher. Und da sind Filme auf physischen Speichermedien, Bilder (nicht zu verwechseln mit digitalen Fotos), handschriftliche Notizen etc. gar nicht mit hinzugezogen.

Wie viel wiegt das Internet?

In kurz: Das Internet wiegt etwa 50 Gramm. Soviel wie eine handelsübliche Erdbeere. Wie man auf diese Messung kommt und was sonst noch dahintersteht, erfährst du in diesem spannenden Video:

Das ganze ist natürlich nur eine sehr grobe Annäherung für unsere Zwecke, weil einerseits das Internet ungleich mehr Informationen enthält, Informationen viel schneller generiert werden etc.

Aber als erste Wegmarkierung gut brauchbar.

Machen wir es noch konkreter. Anstatt uns die gesamte Fülle an Wissen in unterschiedlichen Formen anzuschauen, stellen wir zwei alltagsbekannte Dinge gegenüber:

Eigenschaften

🔩

  1. Zustellungsdauer
  2. Gewicht
  3. Haltbarkeit
  4. Reproduzierbarkeit
  5. Verlustwahrscheinlichkeit
  6. Sicherheit
  7. Nutzbarkeit

E-Mail
📧

  1. Instantan.
  2. Nahezu nichts. (Wer es genau wissen möchte: Etwa 8 Milliarden Elektronen oder, ich zitiere: “two ten thousandths of a quadrillionth of an ounce.”)
  3. Prinzipiell unendlich. (Je nach Speichermedium)
  4. Sofort und nahezu kostenlos.
  5. Abhängig vom Speicherort und etwaigen Sicherungen.
  6. Stetig verbesserbar, je nach eingesetztem Algorithmus.
  7. Prinzipiell unendlich. (Again, je nach Speichermedium)

Brief
✉️

  1. Zwischen einigen Stunden und einer unberechenbaren Unendlichkeit.
  2. Basierend auf dem Namen “Standardbrief” nehme ich an wiegt der durchschnittliche Brief etwa 20 Gramm.
  3. Begrenzt.
  4. Selbe Herstellungsdauer- und Kosten.
  5. Hoch.
  6. Verbesserbar aber schnell an einer Grenze.
  7. Begrenzt.

Dieser direkte Vergleich zeigt eine Vielzahl der Vorteile die zur Skalierbarkeit führen. Wir halten also folgendes fest: Skalierbar = Daten = Information.

Wann ist etwas in der Praxis skalierbar?

Nachdem wir nun die Grundlagen der Skalierbarkeit hinreichend abgeklopft haben, widmen wir uns nun der konkreten Umsetzung. Woran erkenne ich was skalierbar ist und was nicht? Welche Eigenschaften sollten Geschäftsmodelle haben, damit sie skalierbar sind? Gibt es eine gute Faustregel um den Skalierungsfaktor abzuschätzen? (Auch ohne ihn auszurechnen) Von hinten nach vorn.

 

Die Skalierbarkeits-Faustregel

Wie wir bereits gesehen haben, sind vor allem masselose, datenbasierte Unterfangen skalierbar. Was heißt das aber zur schnellen Beurteilung eines Geschäftsmodells in 30 Sekunden im Fahrstuhl?

In kurz: Appstore ja, CERN nein.

Ein Appstore ist ein Musterbeispiel für Skalierbarkeit. Sogar im doppelten Sinne. Er selbst ist skalierbar da er 100% Software ist. Und das Produkt bzw. die Lösung die ein Appstore offeriert ist ebenfalls 100% skalierbar da Software. Ich habe also etwas das horizontal skalierbar ist, da neue Apps im Sekundentakt hinzugefügt werden können. Und zeitgleich etwas das vertikal skalierbar ist, da ich den Appstore selbst orientiert an den aktuellen technischen Möglichkeiten problemlos und Echtzeit aufrüsten kann. (Auf vertikale und horizontale Skalierbarkeit gehe ich gleich noch näher ein)

Deshalb sind Fahrzeuge von Tesla auch denen vieler anderer Autobauer überlegen. Denn Tesla kann über Nacht die Software eines Fahrzeuges updaten und ein Problem von gestern ist direkt gelöst.

Das CERN in der Schweiz ist ein Bilderbuchbeispiel für Unskalierbarkeit. Warum? Ein zweites CERN aufzubauen ist extrem aufwendig aus Gründen der Ressourcenbeschaffung, Standortbestimmung, lähmender Vertragsbasis etc. Die Kosten für Maschinen, Personal, Ausrüstung und Schulung sind nahezu genau so groß wie beim Original. Es gibt nahezu kein Einsparpotential und keine signifikant besseren Outputerwartungen bei einem Model #2.

Natürlich ist das CERN eine Forschungseinrichtung, eine grundlagenorientierte noch dazu. Dennoch zeigt dieses Beispiel gut, wie Skalierbarkeit NICHT erreicht werden kann. Selbst um das Hauptprodukt bzw. die Lösung zu deren Zweck das CERN gebaut wurde zu erreichen ist in jedem noch so kleinen Schritt Arbeit notwendig, die es zum Teil noch nie zuvor gab. Sosehr ich das CERN mag, skalierbar ist es nun wirklich nicht. Anhand dieser beider Pole kann man sich Skalierbarkeit gut merken bzw. sich leicht orientieren.

  1. Eine neue Autofabrik? Nicht skalierbar.
  2. Ein Autohaus? Etwas mehr aber dennoch so gut wie nicht skalierbar.
  3. Eine virtuelle Autoberatung? Besser aber immer noch schwierig.
  4. Ein Livestream im Autohaus mit angehangenem Onlineshop? Skalierbar!
  5. Eine Webseite oder App mit integriertem Konfigurator? Sehr gut skalierbar!

 

Skalierbare Geschäftsmodelle vs. Unskalierbare Geschäftsmodelle

Skalierbarkeit durch Abschätzen

Eine zweite Möglichkeit für ein Erstgefühl zur Skalierbarkeit bietet die Bildung einer groben Relation.

Also zum Beispiel anhand eines Trainingsstudios.

Ich kann als topmotivierter Trainer bei 24 Arbeitsstunden pro Tag und einem Kunden pro Stunde ohne Feiertage und Urlaub im Jahr maximal 8.760 Kunden pro Jahr betreuen. Mehr ist rechnerisch nicht möglich und praktisch nicht durchführbar. Dennoch haben wir damit das analoge Maximum.

Das analoge Optimum hingegen wird eher bei 1.840 liegen, davon ausgehend das ich 230 Tage im Jahr arbeite und 8 Stunden pro Tag Kunden betreuen kann.

Und nun kommt die Skalierbarkeit ins Spiel. Dank skalierbaren Lösungen wie z.B. einer Webseite mit automatisiertem Onlinekurs welcher dank automatisierten Übersetzungslösungen für nahezu jeden Menschen verständlich ist, kann ich maximal jeden Menschen auf der Welt betreuen, also mehr als 7.000.000.000 Kunden. Das wäre das digitale Maximum.

Das digitale Optimum fällt natürlich auch hier wieder kleiner aus, wobei es von verschiedenen Faktoren abhängt, wie viel kleiner. Mehr als 3.500.000.000 Menschen werden es aber kaum sein, da gerade mal etwas mehr als 50% der Menschheit Zugang zum Internet haben.

Darauf kommt es aber auch nicht an. Der springende Punkt hierbei ist: Ich bekomme bereits durch kurzes Überschlagen weniger relevanter Daten ein Verhältnis des möglichen Outputs durch verschiedene Lösungen. Und damit eine erste Idee auf die schnelle um die Skalierbarkeit eines Unterfangens zu bewerten.

Das kann dann z.B. so aussehen:

 

Mögliche Kunden digital vs. analog

Voraussetzungen für Skalierbarkeit

Damit ein Geschäftsmodell skalierbar ist, werden im Allgemeinen folgende Dinge betrachtet:

  • Geringes Anlagevermögen zu Beginn (Ein Laptop, ein Stift und ein Zettel sind besser als eine Fabrikanlage um ein Unternehmen zu starten)
  • Geringe Fixkosten (im Verhältnis zu den Gesamtkosten) und demnach
  • Hoher Anteil variabler Kosten
  • Effektive Marketing- und Vertriebsoptionen (Im Bestfall ebenfalls digital)
  • Expansionfähigkeit (Prinzipiell schnell weltweit einsetzbar statt nur lokal zentriert)
  • Hohe Automatisierung und Standardisierung (Je genormter desto besser und günstiger überall einsetzbar)
  • Keine (oder hohe) Kapazitätsgrenzen (Potenziell gibt es sieben Milliarden Kunden, du erinnerst dich?)
  • Zeit- und Ortsunabhängigkeit (Egal ob du schläfst oder im Urlaub bist, du möchtest das dein Geschäft die ganze Zeit ohne dich weiter funktioniert)
  • Kundenvernetzend (Kunden lösen gegenseitig Probleme bzw. schaffen eigenen Mehrwert)
  • Knotenpunktunabhängig (Dein Geschäftsmodell sollte keine begrenzenden Flaschenhälse haben. Also zum Beispiel zwingend Maschine xyz voraussetzen oder unbedingt Person abc benötigen)

Und damit sind wir direkt bei der vertikalen und horizontalen Skalierung.

Vertikal bedeutet mehr Output aus den gleichen Ausgangspunkten. In der Informatik wird dabei gern der Computer genutzt, der eine bessere Platine oder mehr Speicherplatz bekommt. 

Horizontal bedeutet mehr Output durch mehr Ausgangspunkte. Also statt einem Rechner nun dank vier oder zehn Rechnern.

Im digitalen geht beides, wichtig ist allerdings auch hier wieder: Der Output muss disproportional zum Input steigen damit es skalierbar ist. Schauen wir uns ein paar dieser digitalen Möglichkeiten an:

Horizontale und vertikale Skalierbarkeit
Vertikale Skalierbarkeit - Scale Up

Skalierbarkeit durch Qualitätszuwächse – Vertikale Skalierung

Beispiele hierfür könnten sein:

Die eigene Webseite durch Suchmaschinenoptimierung aufwerten bzw. verbessern. Das könnte konkret einerseits durch Onpage-SEO erfolgen: Gleiche Webseite aber bessere Optimierung durch z.B. die Wahl besserer / mehr Keywords / überhaupt welche. Dies führt bei sonst selben Ausgangsbedingungen zu mehr und qualifizierteren Zugriffen.

Das Ganze kann aber auch Offpage erfolgen: Durch bessere bzw. hochwertigere Backlinks zur gleichen Seite welches ebenfalls die Seite und Ihre Wirkung ausweitet obwohl sonst nichts verändert wurde.

Ein weiteres Beispiel könnte künstliche Intelligenz sein, welche durch Chatbots, automatisierte Assistenten oder Echtzeitübersetzung den Wert meiner Leistung verbessert ohne das ich sonst etwas an der Leistung selbst getan habe.

Allgemein gesprochen kann man hier sagen jede Inputunabhängige Aufwertung auf Datenbasis fällt unter die Kategorie vertikale Skalierung.

Horizontale Skalierbarkeit - Scale out

Skalierbarkeit durch Quantitätszuwächse – Horizontale Skalierung

Wir bleiben beim Beispiel eigene Webseite. Denn wir wir alle wissen ist diese immer zentraler da sie oftmals der erste Kontaktpunkt potenzieller Kunden mit dem eigenen Angebot ist.

Horizontale Skalierung wäre hier zum Beispiel durch ein Content Delivery Network (CDN) möglich. Dieses sorgt nicht nur dafür, dass meine Kunden ortsunabhängig schneller zu mir kommen, sondern zeitgleich auch noch dafür, dass meine Seite sicherer gegen Ausfälle ist.

 Ein weiteres Beispiel wären hier autoskalierende Lösungen wie Amazons AWS, welches in Echtzeit Leistung in Abhängigkeit der momentanen Nachfrage zur Verfügung stellt. Bricht sonst mein Server bei 100.000 Anfragen pro Sekunde zusammen, stellt Amazon blitzschnell genug Serverpower zur Verfügung um diese Spitze abzufangen. Und das ganze geschieht automatisch und auf Algorithmenbasis.

 

Skalierbare Geschäftsmodelle

Zu guter Letzt schauen wir uns jetzt nochmal ein ganz konkretes Beispiel für die Auswirkungen von Skalierbarkeit an. Stellen wir die Herstellung und den Vertrieb eines Holzschranks denen eines E-Books gegenüber. Analog vs. digital, klassisch vs. skalierbar: Here we go!

Analoges / klassisches Geschäftsmodell: Der Schrank

Um einen Schrank herzustellen brauche ich auch mit Industrie 4.0 immer noch die gleichen Ressourcen, die gleichen Maschinen und die gleichen Mitarbeiter und Arbeitsstunden für jeden neuen Schrank.

Bevor wir nicht aut Catombasis bzw. mittels Replikatoren produzieren, wird sich daran auch nichts ändern. (Wie auch, die Physik spricht dagegen: wir arbeiten aktuell auf Materiebasis, Replikatoren hingegen würden auf Energiebasis arbeiten. Wie gesagt, Materie ist schwer skalierbar)

Damit ist es egal wo oder mit welchem Fertigungsverfahren ich arbeite. Ich benötige für jeden neuen Schrank an Output den gleichen Input an Material und Ressourcen. (Bzw. einen möglicherweise langsam sinkenden dank Lerneffekten, aber das ist in unserem Maßstab vernachlässigbar)

Skalierbare Geschäftsmodelle - Analog bzw. klassisch
Skalierbare Geschäftsmodelle - Digital bzw. skalierbar

Digitales / Skalierbares Geschäftsmodell: Das E-Book

Was wäre nun ein skalierbares Geschäftsmodell?

Nehmen wir das Beispiel des E-Books. Bei einem E-Book habe ich einmal initial verhältnismäßig viel Aufwand. Ich muss Software organisieren, Wissen erwerben, brauche Zeit zum schreiben, recherchieren, redigieren etc.

Heißt für das erste verkaufte Exemplar fallen meine gesamten Erstellungskosten in der Amortisationsrechnung an.

Doch bereits beim zweiten verkauften Exemplar sieht das drastisch anders aus. Angenommen ich mache bei diesem einen Qualitätscheck und basierend auf dem Feedback der ersten Käufer ein paar kleinere Verbesserungen habe ich dennoch bereits jetzt nur einen Bruchteil an Ressourceneinsatz.

Und ab dem dritten verkauften E-Book habe ich praktisch keine Kosten mehr. Ich kann ab hier an nahezu alles automatisieren. Das Wunder der Daten.

Vor- und Nachteile skalierbarer Geschäftsmodelle:

Nachdem wir nun Skalierbarkeit von oben bis unten durchleuchtet haben, zum Schluss nochmal ein Überblick zu den Vor- und Nachteilen skalierbarer Geschäftsmodelle bzw. von Skalierbarkeit generell.

Vorteile:

  • Verhältnismäßig geringer Verlust im Verlustfall (Büro vs. Fabrik)
  • Sehr sicher im Notfall (wenn Daten in gespiegelten Zentren liegen kann nach wenigen Stunden weitergemacht werden, anders als wenn eine Fabrik abbrennt)
  • Überall und jederzeit zu keinen hinzukommenden Kosten einsetzbar
  • Kostenlose Reproduktion
  • Nahezu vollkommene Automatisierbarkeit
  • Möglichkeit virtueller Arbeitsteilung (Selbst zur Erstellung digitaler Produkte benötige ich die Beteiligten nicht zwingend in meiner geografischen Nähe. Dank Tools wie Google Docs können alle dezentral arbeiten)

Nachteile:

  • Leicht kopierbar (Die oben genannten Vorteile gelten selbstredend nicht nur für mich allein)
  • Von überall aus angreifbar (Konkurrenz ist global statt lokal)
  • Kann schnell ins reine „Geldverbrennen“ abgleiten wenn mein Modell skalierbar aber nicht zeitgleich profitabel ist (Dann skaliere ich lediglich Verluste. Wenn auch nicht im selben Maße wie eine analoge Alternative)
  • Softwareabhängig (Wenn meine Software spinnt, kann es mir ohne Backup meine digitale Lösung zerlegen)

Exkurs: Sind Franchises skalierbar?

Manchmal kommt das Beispiel Franchise-Unternehmen im Gespräch zur Skalierbarkeit auf. Aber auch wenn hier ein ähnliches Prinzip wirkt, kann es nicht skalierbar sein. (Es sei denn natürlich es ist ein Franchise eines digital basierten Unterfangens) Denn jedes Mal wenn ich eine neue Dependance eröffne, brauche ich wieder

  • Ein neues Gebäude
  • Neue Mitarbeiter
  • Stetig neue Rohstoffe zur Produktion
  • Neue Wege meine lokale Reichweite zu erhöhen

Während “echte” Skalierung nichts davon benötigt. Die Server gibt es bereits, das Produkt ebenfalls, der Vertrieb ist automatisiert und das Marketing kann im Optimalfall via Affiliate-, Influencer oder anderen Multiplikatorenoptionen ebenfalls automatisiert werden.

📈 Skalierbarkeit und skalierbare Geschäftsmodelle – Fazit: 📈

Skalierbarkeit ist nicht die Lösung für alles. Aber richtig verstanden und eingesetzt kann sie ein extrem mächtiges Werkzeug bieten. Ich hoffe dieser Artikel konnte ein wenig zu diesem Verständnis beitragen.

Oder anders formuliert: Wenn Daten das neue Öl sind, ist Skalierbarkeit eines der Hauptvorkommen und jedes skalierbare Geschäftsmodell eine Bohrinsel.

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Quelle: https://knowyourmeme.com/photos/155804-thinking-with-portals

Ach nein, halt:

Now you're thinking in Scales
[Gesamt:1    Durchschnitt: 5/5]

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